Cyber Week, Black Friday in Europe – Water for the Elephants | #Newsroom #Einzelhandel #Sale | #BlackFriday #CyberWeek

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Das Schöne an unseren Zeiten ist, Corona hin oder her, dass sie immer besser werden. Heute läuft schon den ganzen Tag Werbung für den Black Friday, die Cyberweek hat die Preise purzeln lassen. Die Zahl der Tage, Wochen oder gar Monate, an denen man besonders zum Geld ausgeben verführt wird, steigt ständig, in den letzten Jahren hat sich vor allem Halloween hierzulande als lukrativer weiterer Shoppingtag etabliert.

Aber Weihnachten beginnt ja auch schon im September. Und das online kaufen hat die Konkurrenz belebt, auch dank Preisvergleichsportalen, die das aktuelle Geschehen um einen Artikel herum transparent machen. In Europa sieht es dieses Jahr so aus, wie diese Statista-Grafik es ausweist bzw. es soll so aussehen, denn bei den Ausgaben 2021 handelt es sich logischerweise um Prognosen, solange die Kassen von morgen noch nicht abgerechnet sind.

Hier geht’s zur Statista-Grafik und zum folgenden Begleittext

Die alljährliche Schnäppchenjagd am Black Friday und Cyber Monday steht an. Trotz anhaltender Corona-Pandemie wollen die Konsument:innen in vielen europäischen Ländern wieder mehr Geld ausgeben. Laut einer umfangreichen Analyse von Simon-Kucher & Partners fällt die Kaufbereitschaft europaweit in diesem Jahr wieder höher aus als 2020.

Einzig in Schweden und Großbritannien haben die Befragten angegeben, mit einem deutlich geringeren Budget als im Jahr zuvor zu planen. In Deutschland hingegen ist man 2021 wieder spendabler als im Vorjahr – mit durchschnittlich 239 Euro planen die Deutschen zwar etwa 34 Euro mehr ein, allerdings sind es insgesamt nur genauso viel, wie die sparsameren Briten ausgeben wollen.

Die Statista-Grafik zeigt, dass Konsument:innen in Europa im Schnitt 226 Euro für die beiden Shoppingtage eingeplant haben. Mit durchschnittlich 254 Euro am meisten Geld, beabsichtigen die Dänen auszugeben.

Wir haben uns dieses Jahr auch erstmals an der Jagd beteiligt: Der eine Artikel war schon seit mindestens einem Jahr geplant, die übrigen fehlten für 2021 noch im Programm, weil wir bestimmte Dinge regelmäßig jedes Jahr kaufen. Wie viel? Verraten wir natürlich nicht. Nur raus mit dem Geld, vor allem, seit die Gehälter langsamer steigen als die Inflation. Mittlerweile werden nicht mehr nur Sparguthaben von der Geldentwertung aufgefressen, sondern auch das, was Menschen aus Realeinkommen jährliche mehr in der Tasche haben, dieses Jahr dürfte es einen Minussaldo für die meisten geben. Besonders für diejenige, bei denen der Anteil an Grundbedarf einen hohen Budgetanteil hat, denn der legt preislich noch schneller zu, Lebensmittel steigen derzeit mit fast 6 Prozent Jahresrate. Technische Artikel hingegen sind dank der günstigen asiatischen Werkbänke, deren wir uns bedienen, um das Konsumniveau aufrechterhalten zu können, konstant und stabil. Noch. Unsere Prognose: Auch das wird sich ändern. Rohstoffe werden teurer, die Lieferketten wackeln. Die Allzeitverfügbarkeit von allem wird möglicherweise für lange Zeit Geschichte sein.

Corona hat das Knirschen im Wirtschaftsgefüge befördert, aber im Grunde nur offensichtlich gemacht. Derweil wirft die EZB weiterhin unfassbare Kapitalsummen auf den Markt, die aber nicht dem Durchschnittskonsumenten, sondern nur – sic! – Kapitalanlegern nutzen. Derweil verweigert die neue Ampel in Deutschland die Teilhabe der Mehrheit an diesem Segen, indem sie die Kapitalist:innen weiter ungestört akkumulieren lässt, während die meisten genau nichts kriegen. Also raus mit dem Geld, die Klimawende wird eh den Rest fressen, wenn sie so unsozial ausgestaltet wird, wie es viele es vorhergesehen haben und wie es sich jetzt tatsächlich anlässt.

Solch eine Konsumspaßverderberei haben sie jetzt bei einem mit „Black Friday“ überschriebenen Artikel nicht erwartet, oder? Aber Sie kennen uns doch. Wir feiern keine betäubenden Räusche, die mit einem bösen Erwachen enden, wie derzeit die Geldpolitik, die unser schräges Wirtschaftssystem nach der Bankenkrise nicht gerettet, sondern nur auf Kosten der Mehrheit halbwegs funktionsfähig erhalten hat. Konsumieren, solange es noch geht, muss also das Motto sein. Denn die Zukunft wird furchtbar werden: Entweder schraubt sich die Geldentwertung weiter nach oben oder es wird endlich die Geldschwemme für Reiche beendet, aber dann krachen unzählige Zombie-Unternehmen zusammen und vielleicht ganze Staaten, die sich bisher zu Black-Friday-Schnäppchenpreisen verschulden konnten.

Das kommt davon, wenn man die Fehlkonstruktionen, die der Gemeinschaftswährung namens Euro innewohnen, auch nach der Finanzkrise, aus der man hätte Lehren ziehen müssen, nicht beseitigt, sondern die Schräglage noch verstärkt, indem man fast unbegrenzt Anleihen aufkauft, aber den Sparern mittlerweile sogar Minuszinsen reindrückt. Aber konsumieren Sie bitte, solange es noch geht. Wenn die steigende sich erst einmal zu einer galoppierenden Inflation ausgewachsen hat, an der nur die ALG II-Empfänger auf strikten Befehl der Politik nicht teilhaben dürfen, dann wird es ein Wettrennen zwischen Preis- und Lohnsteigerungen geben und die Preissteigerungen werden gewinnen, das war bisher immer so. Und die Immobilienblase und die Kaptitalmarktblase werden lustig weiter wachsen und die Gentrifizierung wird sich weiter beschleunigen. Also los, die Geschäfte stürmen und die Paketboten in Atem halten. Vielleicht leben wir bald auch alle gar nicht mehr. Entweder hat uns Corona dahingerafft oder die Impfstoffe sind so böse, wie die Covidioten behaupten. Dann kann uns egal sein, wie die aktuelle Politik des Grauens sich weiterentwickelt. Sollen sie ihr düsteres Ding doch ohne uns machen. Und nun als Belohnung fürs Durchhalten ein paar Tipps:

Falls Sie nicht alles heute schon haben müssen: Saisonabhängige Klamotten sind im klassischen WSV / SSV immer noch wesentlich günstiger als an allen modischen Fridays, Weeks etc., an denen vor allem der Vergleich mit den UVPen herausgestellt wird, die regelmäßig höher liegen als die real verlangten Preise, egal ob grade Schnäppchentag ist, oder nicht. Gehen Sie dann mal live in die große Stadt einkaufen, falls wir nicht gerade wieder einen Lockdown haben, und denken Sie, wir seien noch in der guten alten Welt, in der es schien, als sei Wohlstand tatsächlich für alle da.

Nullprozent-Finanzierungen haben sich noch nie so gelohnt wie im Moment. Wenn Sie die Chanc dazu haben, machen Sie’s. Sie sparen dadurch innerhalb eines Jahres zwischen 4 und 5 Prozent, je nachdem, wie hoch Ihre persönliche Inflation ist und ob Sie fürs Geld bei Banken parken auch noch blechen müssen, dabei auch die Gebühren etc. nicht vergessen.

Spielen Sie Preisvergleichs-Apps auf, machen Sie einen Sport daraus, den Handel so auszuquetschen, wie es die Politik mit Ihnen tut. Scannen Sie die Barcodes von allem, was Ihnen in die Finger kommt und schauen Sie, ob Sie es nicht woanders günstiger finden und rechnen Sie aus, ob der Umweg sich lohnt. Leute, die sogar in andre Länder zum Tanken fahren, können da nicht mithalten, schon aus ökologischen Gründen, aber Sie gehen ja zu Fuß oder zahlen, wenn Sie online bestellen, einen kleinen CO²-Ausgleich, freiwillig natürlich, wie wir das mittlerweile machen.

Die Ressourcen werden zwar spürbar knapper, das sieht man derzeit an vielen Dingen, aber gerade gab es eine Umfrage, die belegt, dass auch Jüngere eher von Klimaschutz reden, als sich wirklich dafür einschränken zu wollen. Tipp: Mal auf die Bremse treten, brächte weit mehr als die teure und auf Kosten der Ärmeren ausgetragene Konversion der Industrie und der Infrastruktur auf Renewables, vor allem kurzfristig und zum Erreichen des ambitionierten 1,5-Grad-Ziels. Aber schön auf uns Opas und Omas, den Umweltsäuen, rumhacken. Wir lieben den niemals endenden Generationenkonflikt, der sich mit stets erneuerbarem Framing spielen lässt. Derweil gehen wir schön alle zusammen einkaufen, am Computer, mit dem Handy oder in der Mall.

Dieses Gefühl des endlosen Wachstums wird in den nächsten Jahren aus immer mehr Haushalten endgültig verschwinden. Siehe dazu auch unsere gestrige Grafik zu den Immobilienträumen, die sich immer weniger Menschen leisten können. Im Kleinen merkt man das noch nicht so, aber es ist nur eine Frage der Zeit, denn der Mittelstand schrumpft und die neue Ampelregierung wird diese Tendenz weiter fördern und die europäische Geldpolitik wird weiterhin keinerlei Rücksicht auf uns, die Mehrheit, nehmen, sondern den angeschlagenen Gierkapitalismus so gut wie möglich über Wasser halten.

TH

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