Gold (DE 1934) #Filmfest 674

Filmfest 674 Cinema

 Das große Personenlexikon des Films merkte an: Nachdem der Regisseur bei F.P.1 antwortet nicht „eine sichere Hand für Science-Fiction-Stoffe bewiesen hatte, erhielt Hartl im Spätherbst 1933 die Regie zu „Gold“ angeboten, wieder mit F.P.1-Star Hans Albers in der Hauptrolle. Erzählt wird die dramatische Geschichte um die künstliche Herstellung des Edelmetalles, und wie schon bei „F.P.1“ sind auch in diesem Hartl-Abenteuer einige Finsterlinge, Agenten und Saboteure daran interessiert, dass eine Menschheitsvision scheitert.“[5]

Aus „F.P.1 antwortet nicht“ stammt das berühmte Lied „Flieger, grüß mir die Sonne“, das im Rahmen der NDW in den 1980ern seine musikalische Wiederauferstehung feierte. „Gold“ wurde nicht nur konfisziert, seine Aufführung wurde 1945 auch verboten. Offenbar nicht für immer, wie die Sichtung im Jahr 1988 belegt. 

„Neben „Der Tunnel“ und „F.P.1 antwortet nicht“ der einzige große deutsche Science-Fiction-Film der 1930er“ merken Bandmann / Hembus in „Klassiker des deutschen Tonfilms“ an, besprechen den Film aber (anders als „F.P.1“) nicht im Hauptteil, sondern nur im Anhang über weitere Filme.

Hier finden Sie eine Hintergrund-Aufarbeitung zur Ideologie des Films, mit ein paar Anmerkungen von uns, versteht sich: Auch bei der Bitcoin-Schöpfung steht der Energieeinsatz im Grunde in keinem Verhältnis zum rein virtuellen Wert dieser Währung, insofern ist der Film hypervisionär und natürlich gibt es auch beim Gold einen Gleichgewichtspreis, der es ermöglicht, durch künstliche Mehrproduktion, sofern qualitativ kein Unterschied besteht und sie nicht als minderwertig gebrandmarkt wird, einen Gewinn innerhalb einer bestimmten Masse zu erzielen.

Außerdem könnte man auf einen fallenden Goldkurs spekulieren, so, wie Auric Goldfinger versuchte, die Goldreserven von Fort Knox zu verstrahlen, um den Preis von Gold in die Höhe zu treiben. Das ist ja das wirklich Krude an dieser Form von Kapitalismus, die man, anders als in „Gold“, auch ohne Nationalismus kritisieren kann: Der Spekulant verdient an der Krise ebenso wie am Boom, ohne irgendetwas Sinnvolles herzustellen. Gerade während der Weltwirtschaftskrise, die damals das Geschehen beherrschte, wurde auch in den USA erstmals ein Auge auf die Ungerechtigkeiten geworfen, die dadurch entstanden. Und „eine banale SF-Story“ gibt es im Grunde nicht, sofern es sich um ein einigermaßen gutes Skript handelt. SF ist zumeist sehr politisch, weil das Zukunftssetting zu gesellschaftlichen Entwürfen und zum Versetzen des Stoffes mit politischen Unterströmungen reizt, selbst dann, wenn die Zukunft dystopisch ist. In welcher Form das Ideologische und Propagandistische auf „Gold“ zutrifft, ist aber sehr gut analysiert und spiegelt auch die Verfassung der Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg nach unserer Ansicht treffend, reflektiert mithin einen Grund dafür, warum die Nazis es so leicht hatten, die Macht an sich zu nehmen.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Karl Hartl
Drehbuch Rolf E. Vanloo
Produktion Alfred Zeisler für die UFA
Musik Hans-Otto Borgmann
Kamera Günther Rittau
Otto Baecker
Werner Bohne
Schnitt Wolfgang Becker
Besetzung

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