Schon vor Corona große personelle Engpässe im Intensivpflegebereich | Frontpage | Wirtschaft, Gesundheitspolitik | Statista

Frontpage | Wirtschaft / Gesundheitspolitik | Personalmangel auf Intensivstationen

Unser Service erreicht immer neue Dimensionen, liebe Leser:innen. Das liegt aber auch an der Tatsache, dass manche Anbieter von Informationen auf die aktuellen Meldungen so schnell reagieren  und sofort eine passende Umfrage oder Grafik entwickeln.

Heute wollen wir Ihnen mitteilen, dass der mittlerweile so heftig beklagte Mangel an Mitarbeitenden auf den Intensivstationen schon vor Corona bestand und von der Politik mit der ihr eigenen Nonchalance behandelt wurde, nämlich gar nicht. Zumindest in kommunalen Krankenhäusern wäre es jederzeit möglich gewesen, durch attraktivere Konditionen und Arbeitsbedingungen auf diesen Mangel zu reagieren, anstatt, wie auch der hochgeschätzte neue Gesundheitsminister, vor allem über Klinikschließungen nachzudenken. Der Begleittext zu dieser aktuellen Statista-Grafik negiert zwar nicht eine „Personalflucht“ in der aktuellen Lage, weist aber indirekt darauf hin, dass diese nicht so dramatisch wäre, wenn man vor der Pandemie rechtzeitig gegengesteuert und vor allem an das Dauerproblem (zu) hoher Arbeitsbelastung im durchökonomisierten Klinikbetrieb unserer Tage herangegangen wäre. 

Noch eine Frage, die wir gerne mal an Sie weiterreichen: Warum ist der Personalmangel in den großen Häusern, die nach Ansicht der Krankenhausökonomisierer die besten technischen Arbeitsmöglichkeiten und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten, am stärksten ausgeprägt? 

Begleittext von Statista

„Stellengesuche ungeimpfter Pflegekräfte führen ins Leere“, titelte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) am vergangenen Wochenende. In dem Artikel ging es darum, dass 100 vermeintliche Stellengesuche von medizinischem Personal in einem Bautzener Anzeigenblatt sich – zumindest teilweise – als Fake entpuppten. Das heißt nicht, dass es sowas wie eine Personalflucht aktuell gar nicht gibt, aber bewiesen ist sie derzeit nicht. Gesichert ist dagegen der Fachkräftemangel bei Pflegepersonal, beispielsweise auf Intensivstationen. Im vergangenen Jahr klagten laut Krankenhaus-Barometer 78 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland über Stellenbesetzungsproblemen in der Intensivpflege. Wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt, ist das Problem bei Kliniken mit 600 oder mehr Betten m größten. „Im Mittel bleiben unbesetzte Stellen in der Intensivpflege derzeit für 21 Wochen“, so die Studie. Das Personalproblem in der Intensivpflege gibt es übrigens nicht erst seit Corona – schon 2019 gab es große Engpässe.

Spätestens 2019 und damit noch rechtzeitig vor den großen Corona-Herausforderungen hätte also reagiert werden müssen. Wenn jetzt Politiker:innen beklagen, es gebe nicht genug Bettenkapazitäten wegen Personalmangel, denken Sie noch einmal genau darüber nach, welch Lied diese Politiker:innen eventuell noch vor wenigen Jahren sangen oder wie egal ihnen die schon lange vor der Pandemie schlechte Situation damals war. Der Pflegenotstand gilt übrigens nicht nur für die Intensivmedizin und war vor Corona bereits ein allgemein bekannter Begriff.

Wir werden diesen kleinen Beitrag ab dem nächsten Corona-Report mit jenem verlinken.

TH 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s