Weil wir das 9-€-Ticket lieben (Petition) | Frontpage | Gesellschaft | Berlin

Frontpage | Gesellschaft | 9-Euro-Ticket in Berlin verlängern

Liebe Leser:innen, speziell aus Berlin, aber auch gerne von anderswo, informatorisch: Wir leiten heute eine Petition weiter, die uns persönlich interessiert hat und würden uns sehr freuen, wenn Sie ebenfalls unterzeichnen würden:

Hallo Thomas Hocke,
diese Kampagne wurde gerade auf WeAct – der Petitionsplattform von Campact – gestartet. Wenn Sie die Petition unterstützen möchten, können Sie hier unterzeichnen:

Hier klicken und Petition unterzeichnen

Gestartet von: Volksentscheid Berlin autofrei

9-Euro-Ticket in Berlin verlängern – Bus, Bahn und Tram für
alle!

An: Verkehrssenatorin Bettina Jarasch und Bürgermeisterin Franziska Giffey

UNSERE FORDERUNG
Mit der U-Bahn zur Arbeit und wieder zurück? Die Oma in Marzahn mit der S-Bahn besuchen? Der ÖPNV war für viele Berliner*innen vor Juni 2022 teurer, als das Auto zu nutzen. Für einige waren regelmäßige Einzelfahrten oder auch ein Monatsabo nicht bezahlbar. Die hohen Kosten für den ÖPNV gaben Autofahrer*innen keinen guten Grund, ihr Auto stehen zu lassen. Wer kein Auto besitzt, wurde durch hohe ÖPNV-Preise erheblich in der Mobilität eingeschränkt. So kann eine sozial-gerechte Verkehrswende nicht funktionieren.

Das 9-Euro-Ticket zeigt uns, was möglich ist: Für drei Monate können alle Berliner*innen flexibel mobil sein – zu einem Preis, den sich die allermeisten leisten können. Bei steigenden Benzinpreisen brauchen gerade Menschen mit geringem Einkommen eine bezahlbare Alternative zum Auto. Und auch um die Klimakrise auszubremsen, ist es dringend nötig, den ÖPNV zum Verkehrsmittel Nummer 1 zu machen. Berlin muss vom Auto in Busse, Bahnen und Trams umsteigen.

Das günstige Ticket soll schon Ende August auslaufen – dann steckt der Nahverkehr wieder in der Sackgasse teurer Preise fest. Doch in Berlin sind wir auch ab September auf bezahlbare Fahrscheine und Anreize für die Öffis angewiesen. Deswegen fordern wir Frau Giffey und Frau Jarasch auf, das 9-Euro-Ticket für Berlin und Umgebung zu verstetigen: Behalten wir den 9-Euro-Tarif für Fahrten mit dem Berliner Nahverkehr im ABC-Bereich!

Dafür muss für alle Menschen, die in Berlin wohnen und arbeiten, aber nicht nur ein bezahlbares, sondern auch ein attraktives und zuverlässiges ÖPNV-Angebot geschaffen werden. Voraussetzung ist daher ein flächendeckender Anschluss an den schienengebundenen Personennahverkehr für alle Stadtteile und das Umland.
„Der Andrang auf das 9-Euro-Ticket ist groß. Nach nur wenigen Tagen hatte die BVG bereits mehr als eine Million Tickets verkauft. Jede*r dritte Berliner*in kaufte sich das günstige Abo für den Nahverkehr. Daszeigt, dass wir Berliner*innen ein solches Angebot brauchen! Das Ticket entfaltet eine beeindruckende soziale und ökologische Wirkung: Es ermöglicht Besuche bei Freund*innen und Familie und Ausflüge nach Brandenburg, auch für Menschen mit geringem
Einkommen.

Regulär gibt es reduzierte Tickets nur für SozialhilfeEmpfänger*innen. Wer kein Arbeitslosengeld II bezieht, aber dennoch wenig Geld verdient, kann sich die Preise kaum leisten: Eine vierköpfige
Familie zahlt 19,60 € für einen Tagesausflug im Berliner AB-Bereich – oder unglaubliche 327 € für die Monatsabos. Hinzu kommt der Beitrag fürs Klima. Während der Corona-Pandemie nutzten weniger Menschen den öffentlichen Nahverkehr. Das 9-Euro-Ticket hat viele dahin zurückgebracht. Aber auch Autofahrer*innen steigen um. Laut BVG waren 75% der Neukund*innen, die sie dank des 9-Euro-Tickets gewinnen konnten, vorher mit dem Auto unterwegs. Und wie soll das finanziert werden?

Für die Verstetigung des 9-Euro-Tickets bieten sich verschiedene Finanzierungsoptionen an. Dabei kann sowohl auf Bezirks- als auch auf Landeseinnahmen zurückgegriffen werden. So könnten beispielsweise durch die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung und die Erhöhung der Parkgebühren in bereits bewirtschafteten Zonen Mehreinnahmen generiert werden. Mittel für den Straßenausbau, insbesondere für klimaschädliche Projekte wie die Verlängerung der Tangentialverbindung Ost (TVO) könnten gestrichen werden. Über eine Vergünstigung des ÖPNV könnten die Einnahmen sozial gerecht und klimafreundlich umverteilt werden.

Während aber der Bau des 16. Abschnitts der A100 pro Meter bereits über 200.000
Euro und insgesamt über 700 Millionen Euro kostet, argumentiert die Politik es fehle an Mitteln für einen bezahlbaren ÖPNV. Umweltfreundliche Mobilität für alle muss endlich priorisiert werden!
Mittelfristig ist die Beibehaltung des 9-Euro-Tickets natürlich nur der erste Schritt: Wir fordern den Senat auf zu prüfen, wie ein fahrscheinloser ÖPNV für Berlin umsetzbar ist. So könnte der Bürokratieaufwand enorm reduziert, Ticketkontrollen abgeschafft und noch mehr Menschen zum
ÖPNV gebracht werden.

Berlin braucht das 9-Euro-Ticket auch nach August, damit alle Menschen klimafreundlich mobil sein können. Bürgermeisterin Franziska Giffey und Verkehrssenatorin Bettina Jarasch müssen die Öffis
günstig zugänglich lassen für alle Berliner*innen!

Wir bedanken uns bei der Grünen Jugend Berlin und den Jusos Berlin für die gemeinsame Erarbeitung der Forderungen.“

Hier klicken und Petition unterzeichnen

Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist keine Kampagne von Campact. Wir haben Sie und weitere zufällig ausgewählte Campact-Aktive angeschrieben, um zu sehen, was Sie von der Petition halten. Ob wir die Petition weiteren Campact-Aktiven empfehlen, hängt auch von Ihrer Teilnahme ab. Wenn Ihnen das Thema wichtig ist, unterzeichnen Sie bitte und leiten Sie die Petition an Freundinnen und Freunde weiter.
Unterstützen Sie das Anliegen von „Volksentscheid Berlin autofrei“?

Zum Unterzeichnen klicken Sie bitte hier

Nein, eine Weiterempfehlung dieser Petition wäre ein großer Fehler.

***
Was uns noch ein- und aufgefallen ist:

  • Verkehrssenatorin Jarasch hat gerade mehr damit zu tun, den Menschen zu erklären, der Staat könne nicht alle Härten auffangen, die er den Menschen reingedrückt hat (wegen des Ukrainekriegs, in erster Linie, daber nicht nur). 
  • Die Überschrift spielt auf den BVG-Slogan „Weil wir dich lieben!“ an.
  • Franziska Giffey ist komplett von vorgestern und versucht, da sie in der Innenstadt nicht punkten kann, die Autofahrer:innen Berlins zu pampern, für das Auto immer noch eine Art Symbol für was auch immer ist, was mit der Realität nichts zu tun hat. Die wohnen vor allem in den Randbezirken. Fakt ist: Wo auch immer man in Berlin wohnt, mit dem ÖPNV ist man besser dran. Erst wenn man draußen von Brandenburg aus zur Arbeit nach Berlin fahren muss, ist das nicht mehr so eindeutig, aber auch da kommt es stark darauf an, von wo genau. Einige der berlinnahen Orte sind sehr gut angebunden.
  • Wir haben das 9-Euro-Ticket danken genutzt, werden es im August aber wohl nicht mehr kaufen. Na, vielleicht doch, falls wir mal innerhalb der Stadt etwas weiter fahren müssen. Für uns kam es zeitlich perfekt, um eine Verletzung preisgünstig zu überstehen, die wir uns beim Fahrradfahren zugezogen haben und die das Radfahren mehr als zwei Monate lang verunmöglichte.
  • Wir finden, gleiche Chancen und Risiken für alle: Wer mit dem Berliner ÖPNV fährt, geht u. E. ein erhöhtes Corona-Ansteckungsrisiko ein, weil sich zu viele nicht mehr an die Maskenpflicht halten. Hier muss dringend mehr kontrolliert werden.
  • Wir sind grundsätzlich dafür, den ÖPNV gänzlich kostenfrei zur Verfügung zu stellen, das würde viel Personal und Verwaltungsaufwand ersparen. Ganz sicher wird bei uns viel ausgebeutet. Doch wenn wir sehen, wie Länder, die sich komplett aufs Absahnen verlegt haben, wie etwa Luxemburg und wo die Menschen sowieso klotzig am Einsammeln von Kapital verdienen, den Service immer weiter verbessern und ihren ÖPNV kostenfrei machen, während bei uns die Menschen immer ärmer werden, sodass auch das oben angesprochene Sozialticket durchaus eine Hürde darstellen kann, dann geht das an die Substanz und tief ins Gerechtigkeitsempfinden hinein. 
  • Ökologisch ist die Sache ohnehin klar. Wenn Autofahrer:innen die kompletten Folgekosten ihrer Verkehrsmittel bezahlen müssten. Dann würde es für sie noch einmal wesentlich teurer, nicht für die Kunden von Bus, Bahn, U-Bahn & Co, die sich so umweltschonend wie möglich verhalten.
  • Besser sind nur Nicht-E-Bike-Radfahrer, und darauf sind wir auch ein wenig stolz. Dass wir mittlerweile zu ihnen gehören. Deswegen muss endlich die Radinfrastruktur viel rascher ausgebaut werden. Es gibt schon Bezirke, die ein bisschen was tun, aber es ist ein unglaubliches Stückwerk, alle paar Meter ändert sich für Radfahrer:innen die Situation, viele Radwege sind in einem unmöglichen Zustand und viele Berliner Straßen sind brandgefährlich für alle, die nicht in dicken Blechboxen sitzen. Zahlreiche absolut grottig gemanagte Baustellen tun ein Übriges, um die Situation zu verschärfen. All das nehmen wir auf uns, um die Umwelt zu schonen, deswegen auch ein wenig Werbung für ein Verkehrsmittel, das nicht zum ÖPNV rechnet. Die Rechnung ist auch sehr einfach: Würden mehr Menschen mit den Öffis fahren anstatt mit dem eigenen Auto und würde die Stadtraumbewirtschaftung zugunsten der hier lebenden Menschen verändert, hätte das nur positive Folgen für die Sicherheit und würde wieder den Anteil derer steigern, die ohne Motorkraft und CO2-Ausstoß selbst fahren.
  • Die bescheuerten und gefährlichen E-Roller würden wir verbieten lassen und E-Bikes dürften in einer von uns regierten Stadt nur von Menschen gesteuert werden, die nachweislich und  dauerhaft gesundheitlich zu angeschlagen fürs selbst aufs Pedal treten sind. Das ist bereits ein Kompromiss, denn es gibt ja noch – genau, den ÖPNV. Er muss in den Städten der Dreh- und Angelpunkt des Verkehrsgeschehens sein, die Alternative z. B. bei schlechtem Wetter oder, wie kürzlich bei uns, aus gesundheitlichen Gründen, für Radfahrer:innen und die bessere Wahl für bisherige Autofahrer:innen. Den ÖPNV auf Dauer kostenfrei anzubieten belegt, dass die richtigen verkehrspolitischen Prioritäten gesetzt werden.
  • Von Solid, der Jugendorganisation der Linken, haben wir nicht gelesen, dass sie sich für das 9-Euro-Ticket einsetzen. Vermutlich zu sehr damit beschäftigt, Putin in den … ihn hochleben zu lassen.

TH

 

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