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Am 11. Juni 2026 geht es los. Zum 23. Mal wird die beste Fußball-Nationalmannschaft der Welt in einem Turnier ermittelt. Ausgetragen wird das Turnier dieses Mal in den USA und in Mexiko, mit der Rekordteilnehmerzahl von 48 Staaten am Endturnier.
Im Prinzip dauert eine WM viel länger, wenn man alle Qualifikationsspiele mitrechnet. Unsere Sportberichterstattung konzentriert sich seit Jahren auf ökonomische und politische Effeke, das wird bei der Fußball-WM 2026 nicht anders sein – und auch da halten wir uns voraussichtlich eher knapp. Voraussichtlich meint: Man weiß nie, welcher Irrsinn hochkocht und besprochen werden muss. Im Moment ist es noch der ganz normale Wahnsinn. Die FIFA und ihre seltsamen, immer größeren Sprünge zwischen den WM-Jahren und nicht WM-Jahren zeigen wir heute anhand einer Statista-Grafik, die vor drei Tagen erschienen ist.
Infografik: Die WM ist die Cashcow der FIFA | Statista
Begleittext von Statista

Die alle vier Jahre stattfindende FIFA-Fußballweltmeisterschaft ist nicht nur eine der größten Sportveranstaltungen der Welt, sondern auch die wichtigste Einnahmequelle der FIFA. Allein der Verkauf diverser Rechtepakete (Übertragungsrechte, Lizenzgebühren, Hospitality, etc.) für die WM 2022 in Katar brachte der FIFA zwischen 2019 und 2022 Einnahmen in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar ein, was 83 Prozent der Gesamteinnahmen der Organisation in diesem Zeitraum entspricht.
Wie unsere Grafik veranschaulicht, steigt der Umsatz der FIFA in WM-Jahren sprunghaft an. Für das Jahr 2026 rechnet der Fußball-Weltverband mit Rekordeinnahmen in Höhe von 8,9 Milliarden US-Dollar, was unter anderem mit der Erweiterung des Turniers auf 48 Nationen und 104 Spielen zu tun hat. Ein Blick auf die Einnahmen der vergangenen Jahre zeigt aus, warum der FIFA die erweiterte Klub-WM so sehr am Herzen liegt. Dank ihr konnte der Verband 2025 einen Umsatzrekord für Nicht-WM-Jahre aufstellen und mehr als 2,5 Milliarden Dollar einnehmen.
Die FIFA wäre jedoch nicht die FIFA, wenn dieser Rekord nicht zumindest mit einem Geschmäckle kommen würde. So stammen rund 40 Prozent dieser Einnahmen aus dem Verkauf der Übertragungsrechte der Klub-WM an DAZN. Dieser Deal wurde wenige Tage vor der offiziellen Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien bekannt. Wiederum zwei Monate später wurde bekannt, dass der saudi-arabische Staatsfond PIF im großen Stil beim Streaming-Anbieter einsteigt. Ein Schelm wer Böses denkt.
Kurzkommentar
Auffallend ist in der Tat, dass das Gap zwischen WM-Jahren und Nicht-WM-Jahren immer größer geworden ist, bis die Club-WM es wieder etwas geschlossen hat. Das deutet darauf hin, dass kontinentale Meisterschaften, wenn überhaupt, eher den kontinentalen Verbänden Geld einbringen und dass die FIFA zwischenzeitlich, anders als noch bis zu Beginn der 2010er Jahre, kaum noch Geld generiert, aber trotzdem Ausgaben hat. Im Grunde ist das alles nicht unlogisch, die FIFA ist nun einmal in erster Linie dazu da, Weltmeisterschaften auszurichten.
Deswegen ist es eigentlich auch keine Nachricht. Schade, dass die Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2006 in Deutschland nicht sichtbar sind, die Einnahmen damals hätten uns interessiert, um die aktuelle Entwicklung besser einschätzen zu können. Wie die Ausrichter-Länder bei diesen Ereignissen finanziell abschneiden, zeigen die Grafiken ebenfalls nicht, sondern beschränken sich auf das, was der FIFA zugutekommt.
2026 müsste es einen neuen Einnahmerekord geben, falls nicht die potenziellen Fußball-Reisenden die USA weitgehend boykottieren. Allein die Erhöhung der Teilnehmerzahl von 36 auf 48 und die dadurch enorm anwachsende Zahl von Spielen müsste die Einnahmen erhöhen. Erstmals gibt es ein 1/16-Finale, von 48 Mannschaften erreichen nicht weniger als 32 diese erste K.O.-Runde.
Dazu sollte nach allem Ermessen auch Deutschland gehören. Mehr kann man nicht ernsthaft prognostizieren, angesichts der schwankenden Leistungen der letzten Jahre. Wir halten es wie schon bei den Olympischen Spielen 2025 und bei der WM in Katar 2022: Kein Sport im Fernsehen. Ausnahme 2022: Falls Deutschland das Halbfinale erreicht. Dieses Mal: Nur das Finale. Weil es unter den gegenwärtigen Umständen sehr ungewöhnlich wäre. Bei der EM 2024 haben wir ein wenig im öffentlichen Raum mitgeschaut, als Zwischenstopp und viele Spiele mit dem Stecker im Ohr per Radio beim Walken verfolgt. Das wird 2026 in dem Maße nicht möglich sein, weil viele Spiele zu spät angesetzt sind, teilweise mitten in der Nacht.
TH
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