Netzflix ohne Werbung im Preis deutlich gestiegen – und die anderen? Und der ÖRR? (Statista + Mehrwert-Recherche + Kommentar)

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Lassen Sie uns heute mal wieder ein wenig über Inflation sprechen. Die Lebensmittel, die Kraftstoffe, das fällt uns alles sofort ein, wenn es darum geht, die gefühlten und leider auch real erheblichen Preissteigerung der letzten Jahre zu thematisieren. Sie werden auch öffentlich besprochen. Aber wer keine Streamingdienste verwendet, an dem geht vielleicht vorbei, dass auch hier die Kosten geradezu davonschießen. Zumindest gilt das für Netflix. Das zeigt die Statista-Grafik. Wie es bei anderen aussieht und einige weitere Gedanken dazu, das finden Sie in der Mehrwert-Recherche. Unter anderem die Diskussion über den ÖRR betreffend.

Infografik: Wie stark sind die Preise für ein Netflix-Abo gestiegen? | Statista

Statista-Begleittext

Die Preise für ein werbefreies Streaming-Abo bei Netflix haben sich im Zeitverlauf deutlich erhöht. So kletterte der Preis für das Standard-Abo von 8,99 Euro im Jahr 2014 auf heute 15,99 Euro. Das Premium-Abo für 4K-Streaming und einer Nutzung von 4 Geräten im selben Haushalt stieg von 11,99 Euro auf heute 21,99 Euro. Zugleich bietet Netflix mit dem Ende 2022 eingeführten Standard-Abo mit Werbung für 4,99 Euro das günstigste Abo ein, dass einen Gegenpol zu den immer teurer werdenden werbefreien Optionen bildet. Das ehemalige Basis-Abo ohne HD, einst für 7,99 Euro gestartet, ist inzwischen ganz aus dem Programm verschwunden.

Die steigenden Abopreise dürften auch Ausdruck davon sein, dass sich der Wettbewerb für Netflix an mehreren Fronten verschärft: Junge Zielgruppen verbringen immer mehr Zeit mit kostenlosen Kurzvideos auf TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts und haben entsprechend weniger Geduld für lange Serienabende – selbst dann, wenn diese im günstigen Werbe-Abo abrufbar sind. Zugleich drängen deutsche Streaming- und TV-Plattformen wie MagentaTV oder Joyn mit eigenen werbefinanzierten oder gebündelten Angeboten in den Markt und nehmen Netflix Kundschaft ab, weil sie Live-TV, Mediatheken, lokale Inhalte und On-Demand-Streaming in einem Paket kombinieren. In diesem Umfeld sind aggressive Preismodelle und Werbeabos für Netflix vermutlich nicht nur eine Option, sondern eine Voraussetzung, um im deutschen Markt gegen lokale Player und die fragmentierte Aufmerksamkeit der Nutzer zu bestehen.

Streaming wird teurer – und ausgerechnet der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll zu viel kosten?

Lassen Sie uns heute mal wieder ein wenig über Inflation sprechen. Die Lebensmittel, die Kraftstoffe, das fällt uns alles sofort ein, wenn es darum geht, die gefühlten und leider auch real erheblichen Preissteigerungen der letzten Jahre zu thematisieren. Sie werden auch öffentlich besprochen. Aber wer keine Streamingdienste verwendet, an dem geht vielleicht vorbei, dass auch hier die Kosten geradezu davonschießen. Zumindest gilt das für Netflix. Das zeigt die Statista-Grafik. Wie es bei anderen aussieht und einige weitere Gedanken dazu, das finden Sie in der Mehrwert-Recherche.

Was die Grafik zeigt

Die Statista-Grafik dokumentiert einen erheblichen Preisanstieg: Netflix verlangte beim Deutschlandstart im September 2014 für sein Standard-Abonnement 8,99 Euro monatlich, im Oktober 2026 sind es 15,99 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von rund 78 Prozent. Beim Premium-Abonnement stieg der Preis von 11,99 auf 21,99 Euro, also um rund 83 Prozent. Seit April 2019 verteuerten sich diese beiden Tarife um rund 33 beziehungsweise 38 Prozent. Das frühere Basis-Abonnement fehlt inzwischen im regulär buchbaren Angebot.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws]

Zur Statista-Infografik und zum Begleittext: „Wie stark sind die Preise für ein Netflix-Abo gestiegen?“

Mehrwert-Recherche: Der Preis der Unterhaltung und der Wert der Öffentlichkeit

Nicht nur Inflation, sondern eine veränderte Preisarchitektur

Zunächst müssen wir einen Fehler im mitgelieferten Statista-Begleittext korrigieren: Das Werbeabonnement kostet nicht mehr 4,99 Euro, sondern 6,99 Euro. Die Grafik zeigt den aktuellen Betrag richtig. Netflix hat im September 2026 sämtliche regulären Tarife um zwei Euro angehoben. Beim billigsten Angebot bedeutet das einen Sprung um rund 40 Prozent; beim werbefreien Standardtarif sind es rund 14, beim Premiumtarif zehn Prozent. Ein identischer Eurobetrag belastet günstige Tarife prozentual besonders stark.[spiegel][computerbase]

Die langfristigen Aufschläge gehen deutlich über die allgemeine Teuerung hinaus. Als Orientierung: Der deutsche Verbraucherpreisindex stieg vom Jahresdurchschnitt 2014 bis September 2026 um knapp 35 Prozent. Das ist wegen der unterschiedlichen Zeitbezüge kein monatsgenauer Vergleich mit dem Netflix-Start, zeigt aber die Größenordnung. Rund 78 beziehungsweise 83 Prozent höhere Abopreise lassen sich nicht einfach mit der allgemeinen Inflation erklären. Daraus folgt allerdings noch kein Beweis für entsprechend gestiegene Gewinnmargen: Dafür müssten wir auch Kosten, Leistungen und Geschäftsergebnisse untersuchen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][genesis.destatis][destatis]

Außerdem verändert Netflix die Auswahl selbst. Ein günstiger werbefreier Einstieg lässt sich nicht mehr regulär buchen. Berichten zufolge werden inzwischen auch verbliebene Basis-Bestandskunden zum Wechsel aufgefordert; ob alle gleichzeitig betroffen sind, ist nicht geklärt. Wer bisher 9,99 Euro zahlte und werbefrei bleiben möchte, müsste beim Wechsel zum Standardtarif sechs Euro monatlich mehr aufbringen. Die Alternative heißt nicht bloß „weniger Leistung“, sondern Werbung.[chip]

Andere Anbieter: günstiger, aber nicht ohne Haken

Netflix steht damit nicht allein. Bei Disney+ kosten die regulären Monatsabonnements derzeit 6,99 Euro mit Werbung, 10,99 Euro für Standard und 15,99 Euro für Premium. Damit ist Disney+ bei den werbefreien Tarifen günstiger als Netflix. Zeitlich begrenzte Sonderangebote und günstigere Jahresabonnements verändern den tatsächlichen Zahlbetrag allerdings. Für einen fairen Vergleich müssen wir reguläre Monats- von Aktionspreisen trennen.[disneyplus]

Amazon verlangt für Prime monatlich 8,99 Euro oder jährlich 89,90 Euro (für einige Kunden jetzt gesenkt auf 7,99 Euro, vermutlich aber nicht dauerhaft). Wer die meisten enthaltenen Filme und Serien ohne Werbeunterbrechungen sehen möchte, zahlt zusätzlich 2,99 Euro monatlich. Bei monatlicher Prime-Zahlung ergibt das 11,98 Euro. Allerdings umfasst Prime auch Versandvorteile und weitere Dienste; Zusatzkanäle, Leih- und Kaufangebote sind wiederum nicht pauschal eingeschlossen. Ein reiner Streamingvergleich greift deshalb zu kurz.[handelsblatt][test][primevideo]

Das gemeinsame Muster ist dennoch erkennbar: Werbefreiheit wird stärker als kostenpflichtiges Zusatzmerkmal vermarktet. Bei Amazon wurde dem zuvor weitgehend werbefreien Angebot Werbung hinzugefügt; die Wiederherstellung des bisherigen Nutzungserlebnisses kostet extra. Die Rechnung steigt also nicht ausschließlich durch höhere Listenpreise. Sie kann auch steigen, weil eine bisher enthaltene Eigenschaft ausgelagert wird.[test]

Wer Netflix Standard und Disney+ Standard parallel hält, zahlt regulär zusammen 26,98 Euro monatlich. Das ist bereits deutlich mehr als der Rundfunkbeitrag – ohne dass damit das gesamte Streamingangebot abgedeckt wäre. Daraus dürfen wir aber nicht ableiten, jeder Haushalt gebe tatsächlich mehr für Streaming aus. Die Rechnung beschreibt eine konkrete Kombination, keinen nachgewiesenen Durchschnittshaushalt.[spiegel][disneyplus][rundfunkbeitrag]

Der Statista-Text erklärt mehr, als seine Daten belegen

Weniger überzeugend als die Preisgrafik ist die wirtschaftliche Deutung im Begleittext. Statista führt die Verteuerungen unter anderem auf Konkurrenz durch Kurzvideos und deutsche Plattformen zurück. Das sind mögliche Einflussfaktoren. Die Grafik selbst belegt jedoch weder, dass Joyn oder MagentaTV Netflix in relevantem Umfang Kunden abnehmen, noch dass gerade dieser Wettbewerb die Preissteigerungen verursacht.

Die Erklärung ist zudem nicht selbstverständlich: Stärkerer Wettbewerb kann Preiserhöhungen erschweren. Dass ein Anbieter trotzdem mehr verlangt, könnte ebenso auf eine starke Marktposition, attraktive Exklusivinhalte oder die Erwartung hinweisen, genügend Kunden würden bleiben. Welche Erklärung überwiegt, müsste mit Nutzungs-, Kündigungs- und Unternehmensdaten geprüft werden.

Wir sollten deshalb sauber trennen: Die Preissteigerungen sind dokumentiert. Die dafür angebotene Kausalgeschichte bleibt im vorliegenden Begleittext eine Hypothese.

Der Rundfunkbeitrag: nicht ewig gleich, aber lange stabil

Demgegenüber beträgt der Rundfunkbeitrag weiterhin 18,36 Euro pro Wohnung und Monat, unabhängig von der Bewohnerzahl. Dieser Betrag gilt seit August 2021. „Seit ewigen Zeiten gleich“ trifft die empfundene Stabilität, wäre als Tatsachenbehauptung aber zu großzügig formuliert: Auch der Rundfunkbeitrag wurde früher verändert. Richtig ist, dass er seit mehr als fünf Jahren nominal unverändert geblieben ist. Die für Anfang 2025 empfohlene Erhöhung um 58 Cent wurde nicht umgesetzt.[rundfunkbeitrag][rundfunkbeitrag]

Netflix Premium kostet inzwischen 3,63 Euro monatlich mehr als der gesamte Rundfunkbeitrag: jährlich 263,88 statt 220,32 Euro. Netflix Standard bleibt mit jährlich 191,88 Euro darunter. Schon diese Unterscheidung schützt vor einer allzu bequemen Zuspitzung: Nicht jedes werbefreie Netflix-Abonnement ist teurer als der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Das Premiumangebot ist es allerdings sehr wohl.[spiegel][rundfunkbeitrag]

Hinzu kommt: Der Beitrag finanziert nicht allein ARD und ZDF, sondern das öffentlich-rechtliche Gesamtsystem einschließlich Deutschlandradio. Sein Gegenwert erschöpft sich weder in Serien noch in abendlichen Fernsehsendungen. Die öffentlich-rechtliche Senderfamilie bietet Information, Kultur, Bildung und Unterhaltung über unterschiedliche Verbreitungswege.[rundfunkbeitrag]

Werden Äpfel mit Birnen verglichen?

Teilweise ja. Ein Streamingabonnement ist freiwillig und kündbar. Der Rundfunkbeitrag fällt grundsätzlich unabhängig davon an, ob wir das Angebot nutzen. Wer Netflix nicht möchte, kann darauf verzichten; wer ARD und ZDF ablehnt, kann sich nicht allein deshalb abmelden. Dieser Unterschied ist wesentlich und erklärt einen Teil der unterschiedlichen öffentlichen Reaktionen.[rundfunkbeitrag][help.netflix]

Auch die Kostenbehauptung verlangt Präzision. Ein breiter gesellschaftlicher Auftrag verursacht andere Kosten als ein international vermarkteter Unterhaltungskatalog. Daraus folgt aber nicht automatisch, ARD und ZDF hätten insgesamt „logischerweise höhere Kosten“ als Netflix. Dafür müssten wir vergleichbare Budgets, Märkte und Bezugsgrößen heranziehen. Ein globaler Konzern und ein nationaler Rundfunkverbund lassen sich nicht anhand des deutschen Monatspreises betriebswirtschaftlich vermessen.

Trotzdem ist der Vergleich sinnvoll: Beide beanspruchen Geld, Zeit und Aufmerksamkeit derselben Haushalte. Nur beantworten sie unterschiedliche Fragen. Streaming verkauft ein individuelles Nutzungserlebnis. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll darüber hinaus Leistungen bereitstellen, deren gesellschaftlicher Nutzen nicht vollständig in individueller Zahlungsbereitschaft aufgeht. Unser entscheidender Maßstab ist deshalb der Gemeinwohlwert, nicht die Zahl verfügbarer Serien.

Was die unterschiedliche Empörung über uns verrät

Wir halten es für eine problematische Schieflage, wenn private Unterhaltungspreise als normale Marktentscheidung gelten, während schon geringe Anpassungen einer gemeinschaftlich finanzierten Medienstruktur zur Existenzfrage aufgeblasen werden. Ein über Jahre unveränderter Beitrag ist bei steigenden Preisen schließlich nicht wirtschaftlich unverändert wertvoll: Seine Kaufkraft sinkt.[rundfunkbeitrag][destatis]

Dabei geht es nicht darum, Menschen ihre Serien vorzuhalten. Unterhaltung ist kein minderwertiges Bedürfnis. Ebenso wenig beweist eine Netflix-Mitgliedschaft politische Gleichgültigkeit. Entscheidend ist die gesellschaftliche Perspektive: Wollen wir verlässliche Information, regionale Öffentlichkeit und kulturelle Angebote allein davon abhängig machen, ob sich für jede einzelne Leistung genügend zahlende Kunden oder Werbekunden finden?

Werbeabonnements verschärfen diese Frage auf einer anderen Ebene. Wenn ununterbrochene Unterhaltung teurer wird, entsteht eine soziale Staffelung des Nutzungserlebnisses: Wer mehr bezahlt, erhält mehr Ruhe. Das ist keine vollständige Beschreibung gesellschaftlicher Ungleichheit, aber ein anschauliches Beispiel dafür, wie selbst Aufmerksamkeit unterschiedlich teuer geschützt werden kann.

Verteidigen heißt nicht freisprechen

Unsere Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist deshalb kein Freibrief. Über Doppelstrukturen, Vergütungen, teure Rechte, Programmqualität und politische Ausgewogenheit muss gestritten werden. Ein Pflichtbeitrag verlangt besonders nachvollziehbare Rechenschaft. Auch darf eine breite Aufgabenliste nicht automatisch jede bestehende Ausgabe rechtfertigen.

Wir sollten jedoch Reformkritik von Abschaffungsrhetorik unterscheiden. Aus einem einzelnen überteuerten Format folgt so wenig die Entbehrlichkeit des gesamten Rundfunks wie aus einer misslungenen Netflix-Serie die Nutzlosigkeit aller Streamingangebote.

Die Preisgrafik liefert keinen Beweis, dass ARD und ZDF optimal wirtschaften. Sie liefert aber einen guten Anlass, unsere Maßstäbe zu überprüfen: Beim privaten Serienanbieter akzeptieren wir erhebliche Aufschläge. Bei einer gemeinsamen Informations- und Kulturinfrastruktur diskutieren wir dagegen nicht selten zuerst, ob wir sie überhaupt noch brauchen. Genau diese Verengung halten wir für gefährlicher als die Frage, welches Abonnement im Monat einige Euro mehr kostet.

Schlusskommentar

Recherchen mit guten Informationen, die sehr wohl einen Meinungsanteil haben, sind für uns mittlerweile unverzichtbar geworden, denn wir leben in einer furchtbar aufgeregten Welt, in der jeder Quatsch ernsthaft als Meinung gilt. Wir kennen Menschen, die politisch interessiert und gebildet sind und trotzdem einiger guter Serien wegen ein Netflix-Abo haben. Also nichts prinzipiell dagegen. Gefährlich wird es, wenn für die Unterhaltung nur noch Streamingdienste gebucht werden und die politische Information auch nur als Bewegtbild rezipiert wird, am liebsten anhand von schrägen Accounts auf Youtue oder TikTok. Wobei wir die kurzen, notabene stark verkürzenden propaganda-orientierten TikTok-Beiträge für noch problematischer halten. Sie haben eine grundsätzlich ähnliche Wirkung wie Wahlwerbespots, nur dass die Aussagen darin oft viel problematischer sind. Der Rundfunkbeitrag für den ÖRR steht aber nicht nur im Fokus, weil er nicht „freiwillig“ ist, sondern jeden trifft (von Menschen, die aus sozialen Gründen freigestellt sind, abgesehen). Und wenn dann noch das Programm nicht der eigenen heiligen Meinung entspricht, oh weh. Oben wird die Ausgewogenheit erwähnt: Da möchten wir vorsichtig widersprechen. ARD und ZDF, erstere noch mehr, aufgrund ihrer großen Bandbreite an Programmen inklusive der Regionalsender, haben sehr wohl einen staatspolitischen Auftrag, auch wenn sie keine Staatssender sind. Sie haben einen Bildungsauftrag, der auch die politische Bildung betrifft. Das heißt, sie sind kritisch gegenüber den Regierenden, weil journalistische Standards es verlangen. Und sie arbeiten im Sinne der Verfassung, weil es die Verfassung zu schützen gilt gegenüber verfassungsffeindlichen Bestrebungen. Deswegen sind sie nicht im engeren Sinne neutral, auch nicht als Körperschaften des öffentlichen Rechts. Es ist keineswegs außerhalb jeder Diskussion, dass sie jenen gleich viel Programmzeit einräumen müssen, die an ihrer Abschaffung arbeiten würden, wenn sie es könnten, und vielleicht können sie es ja bald, wie jenen, die Presse- und Meinungsvielfalt ernstnehmen.

Diese Kampfzone gibt es bei den Privaten nicht. Das lineare Privatfernsehen ist allerdings in der Klemme, denn die Öffentlichrechtlichen haben nach wie vor die stärksten Formate und die Streamingdienste graben auf der Unterhaltungsseite den privaten Fernsehsendern das Wasser ab. Ist das schlimm? Und wie sieht es mit den ständigen Werbeunterbrechungen aus? Ein sehr kluger Gedanke der KI,die uns die Analyse geschrieben hat, war die undemokratische Gestaltung der Werbefreiheit bei den Streamingdiensten, die es beim linearen Privatfernsehen nicht gibt. Dort ist Werbung für alle drin, auch wenn es zumindest früher einmal möglich war, Angebote aufzuzeichnen und bei der Werbung vorzuspulen, wenn es nicht um Aktualität ging. Ist es mittlerweile im Wesentlichen nicht mehr, also Werbung mehr oder weniger für alle. Das gilt auch für Angebote der Öffentlichrechtlichen, die Werbung enthalten. Aber nicht für Streamingdienste. Wer es etwas dicker hat, kann sich Filme wie im Kino anschauen, ohne Unterbrechung. Wer knapper ist, wird auch hier mit Werbung berieselt. Das ist der Markt, und der Markt hatte noch nie den Anspruch, gerecht zu sein. Die Öffentlichrechtlichen folgen nicht dem Marktprinzip, sondern müssen auch Angebote bereithalten, die nicht jeden interessieren, weil sie die gesellschaftliche Vielfalt abbilden sollen. Das tun sie natürlich nicht vollständig, aber besser als Private. Sie haben viele Vorgaben und Einschränkungen, die ihnen eine noch bessere Marktpräsenz verwehren, sie aber im Sinne der Demokratie wertvoll machen, nach unserer Ansicht wertvoller als alle privaten Angebote zusammen. Vor allem, wenn diese verdeckt oder sogar offen klassistische, rassistische und faschistische Inhalte transportieren. Nicht, dass Filme, die im ÖRR gezeigt werden, davon frei wären, aber es gibt auch hier engere Grenzen. Weite Teile des heutigen Blockbuster-Kinos sind schlichtweg demokratiegefährdend. Diese Art von Filmen verändert die Gesellschaft zum Nachteil, die Manipulation wird meist nicht erkannt, wenn man nicht dafür geschult ist, sie zu erkennen, und darüber wird im Vergleich zur ständigen Diskussion über den (Un-) Wert der sozialen Medien zu wenig diskutiert. In diesem Sinne müsste man auch das Angebot von Netflix & Co. einmal näher analysieren. Heute werden wir das nicht tun, aber es ist eine Idee für einen weiteren Beitrag zur Sache.

Transparenz:

Der Einleitungstext stammt von uns, die Grafik und der Begleittext von Statista, die Mehrwert-Recherche haben wir bei einer KI beauftragt und ihr einige Thesen mitgegeben, die neben der Informationsvermittlung zu einer Bewertung geführt haben. Der Schlusskommentar stammt, wie immer, von uns (TH)


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