Das #CDU-Schutzprogramm für die 9-Prozent-Linke / #DIELINKE #AKK #KrampKarrenbauer #Koalition-No

„Wir lehnen eine Zusammenarbeit mit Linken und AfD weiter ab“ (Annegret Kramp-Karrenbauer, zitiert nach FAZ)

Kommentar 57 

„Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident [Günther] hat sich für Koalitionen zwischen CDU und Linken in Ostdeutschland stark gemacht und dafür eine Abfuhr aus der Parteispitze kassiert. Daniel Günther reagiert – und relativiert seine Aussage.“

Da hat also die Generalsekretärin der CDU nun dazwischen gegrätscht. Aber dafür ist sie ja auch Generalsekretärin und fürs Strategische und vor allem dafür zuständig, den Laden zusammenzuhalten und Daniel Günther ist nur Landespolitiker, inspiriert zu neuen Ideen von seiner Jamaika-Koalition. Für sein Bundesland ist ja eine schwarz-rote Option auch eher theoretisch, wo die LINKE es doch 2017 wieder nicht geschafft hat, überhaupt in den Landtag einzuziehen. Und der aktuelle Bundestagswahltrend nach „Politbarometer“, der in der FAZ gratis unter jedem politischen Beitrag mitgeliefert wird, sieht auch schon wieder büschn merde aus für DIE LINKE, hier schnell die Zahlen:

CDU/CSU 32, SPD 18, AfD 14, Grüne 13, FDP 9, DIE LINKE 9.

Klar ist die aus dem Saarland stammende CDU-Generalin kein Fan der LINKEn, wo die doch von Oskar Lafontaine mitgegründet wurde und der hatte, als er noch SPD war, der CDU das Ding dort im Südwesten so richtig vermiest. Nun springen alle herausragenden Persönlichkeiten in der CDU auf den Karrenbauer-Zug auf und beteuern, wie unmöglich die LINKE ist und was die doch für ein Menschenbild habe. Ein solidarisches? Interessanterweise steht das Menschenbild der AfD, die von AKK vorsichtshalber mitgenannt wurde, bei vielen CDU-Politikern nicht infrage. Ich wette, auf Bundesebene geht zwischen Union und AfD eher was und in den Ländern sowieso, denn was ist, wenn die CDU ihre Macht in Ostdeutschland nicht ohne die AfD oder DIE LINKE erhalten kann? Das könnte bald so kommen. In Brandenburg gibt es ein Kopf-an-Kopf zwischen diesen drei Parteien. Da ist Günther doch eigentlich der Visionär, wenn er lieber ein Zusammengehen mit der LINKEn vorschlägt als mit der AfD – denn die Linken beschädigen sich doch meist in Koalitionen mit der CDU. Meist trifft das auf die SPD zu, wie erst muss es da einer wirklich linken Partei ergehen, wenn sie mit Günther zum Candle-Light-Dinner geht und neben Seehofer aufwacht?

Aber AKK wäre nicht Generalsekretärin geworden, wenn sie nicht eins weiter denken könnte. Es versteht sich wohl von selbst, dass Deutschland nicht komplett ohne eine linke Partei auskommt, in der irgendwelche seltsamen, zum echten Zusammenschluss und machtvollem Vereinigungswillen unfähigen Kreaturen sich sammeln könnten oder auch in Bewegung setzen, wie’s beliebt. Denn was wäre, wenn es so eine fitzelfatzelige Partei nicht gäbe, der rechte Rand hingegen so stark würde, dass die Union in ernsthafte Bedrängnis käme, die Position als stärkste Fraktion zu verlieren? Und sich auf der anderen Seite vielleicht eine wütende Gegenblase zusammenbrauen würde, die viel radikaler wäre als DIE LINKE?

Ich kann mir vorstellen, wie sauer der Reformflügel der LINKEn über diese Abweisung durch AKK ist. Ablehnung tut weh, das weiß jeder. Dabei ist die CDU-Strategin doch eine echte Herz-Jesu-Konservative und außerdem, wie wir schon wissen, Saarländerin. Das heißt, sie kann hintergründig. Vielleicht nicht ganz so wie Oskar und einst Erich (pruuust!), aber doch in dem Maß, wie es sich für humorvolle und der milden Ironie fähige Menschen gehört.

Deswegen, seid nicht traurig, Kipping, Bernd und die anderen Koalitionswilligen in der LINKEn. AKK will euch nur vor folgenschweren Fehlern bewahren, zu denen euch irgendwelche im Moment noch nachrangigen CDU-Landespolitiker verleiten wollen. AKK hat nämlich ein Herz für ein breites und doch halbwegs kontrollierbares Parteienspektrum und betrachtet euer Streben wie auch eure Trauer mit der ihr eigenen Gelassenheit.

Und weil sie auch gut einschätzen kann, was der Union langfristig taugt will sie es nicht zulassen, dass ihr euch mit der Union partout verbünden wollt – erstmal auf Länderebene – und euch dadurch selbst weiter beschädigt. Im Osten sah es ja echt für euch, also eigentlich für uns, mal viel besser aus und was ist, wenn sich in einer schwarz-tiefroten Regierung nicht viel ändert an allem? Egal ob unter Angie oder vielleicht ihr selbst oder wer dann in der CDU übernehmen wird, das muss doch alles noch warten. Das braucht Zeit. Fremdes anzunehmen, braucht einfach Zeit, aber das können ja Unterzeichner des Aufrufs „12.000“ nicht wissen, die leben jenseits von Raum und Zeit. Aber wenn die immer total zerstrittene und dadurch perfekt berechenbare Linke mal wegfiele und stattdessen ein Furor von links käme, das wäre Mist für die CDU, die dann echt von beiden Seiten in die Klemme käme.

Denn eine echte Linke würde ihrerseits jede Zusammenarbeit mit der Union ablehnen und möglicherweise den richtigen Sound für alle finden, die sich nicht in tausenden von unfruchtbaren Themen verzetteln wollen, sondern endlich sozial nach vorne gehen und konkrete Projekte anstoßen möchten. Die wieder ein Klassenbewusstsein entwickeln und daraus eine tolle intrinsische Motivation und viel Zukunftshoffnung gewinnen. Die das morsche Gerüst der SPD nebenbei vollends zum Einsturz bringen. Die den Grünen die Grenzen für ethischen und ökonomischen Klassenkampf von oben aufzeigen, die grausame FDP en passant enttarnen und der CDU damit die super Möglichkeit nehmen, sich die am meisten dienlichen von vielen kleinen Koalitionspartnern nach Gusto auszusuchen. Da ist es klugen Köpfen in der CDU wie AKK schon lieber, die handzahme und meist mit sich selbst beschäftigte heutige Linke sanft zurückzuweisen, die wird nämlich noch nicht gebraucht und kann als Reserve-Reserve-Koalitionspartner für die Zukunft gehegt werden, was bei einem 9-Prozent-Bonsai ja auch nicht so schwierig ist. Man könnte ihn vielleicht sogar durch ein paar weitere neoliberale Maßnahmen und einen netten Asyl-IV-Folgestreit mit der für sowas immer zu habenden Partnerfirma CSU auf 11 Prozent hochwachsen lassen. Bisschen wachsen lassen und plötzlich die Tür zur Koalition öffnen, damit kriegt man Menschen mit scheinbar hoher Ethik, aber geringer Durchdringung Minderwertigkeitskomplexen immer rum. Mit Speck wegziehen und dann doch irgendwann auslegen fängt man verzweifelt nach Anerkennung und Privilegien ringende Mäuse, keine Löw_innen.

Auf die eigene Partei kann man sich als Linker nicht verlassen, die würde glatt mit der Union ins Bett hupfen, um sich endlich angenommen zu fühlen und die Macht zu spüren. Aber auf dich ist Verlass, Annegret, du weißt, was erstmal hilft, damit DIE LINKE sich nicht ganz zerbröselt – also wenigstens nicht jetzt schon, durch eine herzlich-symbolische Umarmung seitens der Union, die jedoch schon bald praktische Folgen auf Länderebene haben könnte. Danke dafür. Gibt ja andere Möglichkeiten genug und Gefahren lauern überall – laut Politbarometer sind 63 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die #Aufstehen die LINKE eher spalten wird und nur 21 Prozent sehen’s umgekehrt.

TH

Ein Kommentar zu „Das #CDU-Schutzprogramm für die 9-Prozent-Linke / #DIELINKE #AKK #KrampKarrenbauer #Koalition-No

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