Der Twitterer: Ein Narzisst / #Twitter #Narzissmus #Kreativität #Arroganz #Selbstverliebtheit #Regression #Der Wahlberliner #Relaunch

Medienspiegel 53

„Männlich, überheblich, selbstverliebt: Studie entlarvt, was aktive Twitterer von “Normal-Onlinern” unterscheidet“, schreibt das Mediennachrichtenportal MEEDIA und bezieht sich auf eine Studie des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung.

Hat uns das überrascht?

Mich schon. Die Zahl der bisherigen Follower des Wahlberliner-Accounts ist noch zu gering, um statistische Aufschlüsse zu ermöglichen und wird selbst dann, wenn sie mal die 20 überschritten hat, nicht unbedingt repräsentativ sein. Jedenfalls sind Twitterer etwas spezieller als Facebook-Nutzer, das fiel mir denn doch auf. Es hat mit dem Zwang zu tun, sich auf 140 / 280 Zeichen zu beschränken. Ich kann das nicht, daher verlinke ich ja nur Beiträge dieser Publikation. Offenbar hat sich der Ersteller der Studie auch ein bisschen am Knappen orientiert, seine Fallzahlen sind jedenfalls ziemlich niedrig. 209 minus 163 sind aber 46, das habe ich nachgerechnet.

Im Kopf?

Reiner Narzissmus. Ich bin ein Mehrmals-die-Woche-Twitter-Nutzer. Deswegen hab ich auf den Taschenrechner verzichtet. Aber was aus dieser kleinen untersuchten Gruppe alles ausgelesen wurde, wow. Hoffentlich nicht unter Zuhilfenahme unerlaubter Datenabgriffe. Dass man mit Twitter die Kreativität eines Menschen ein bisschen beurteilen kann, zumindest im sprachlichen Bereich, kann ich mir vorstellen, aber die Persönlichkeitsstärke und die Selbstverliebtheit?

Okay, Tweets sind oft pointierter und orthografisch häufiger korrekt als etwa Posts und Kommentare auf Facebook. Das lässt auf einen überdurchschnittlichen Bildungsgrad der Nutzer schließen. Und dass es einen Zusammenhang zwischen Kreativität, Angeberei und Narzissmus gibt, ist auch nicht gerade neu. Der kreative Kernprozess, also nicht das administrative Drumherum, erfordert Selbstbezogenheit und eine gewisse Portion Egoismus. Und wenn man dann was Schönes fertig hat, neigt man dazu, es schön zu finden und hätte gerne, dass andere es auch schön finden. Letzteres das nicht klappt, findet man es dann und auch sich selbst total  scheiße. Der Narzisst ist überwiegend extrinsisch motiviert, glaube ich.

Der Wahlberliner wäre im Normalfall ein hochgradig narzisstisches Projekt, solange er sich nicht monetarisieren lässt. Es ginge nur um die Show. So würde es wohl ein Studienleiter herauslesen. Stimmt aber nicht. Ist mir im Moment fast egal, ob andere sich zahlreich zum Beklatschen einfinden.

Das ist kein Beweis für intrinsische Motivation, sondern zeugt von kindlicher Regression. Aber gab es mal eine echte Idee dazu?

Beim Start der ersten Version im März 2011 sollte der Wahlberliner mehr eine Werkschau sein, die als Sprungbrett für journalistische und sonstige textliche Plattformarbeit gedacht war. Das funktionierte auch, ich bekam überall sofort Zugang, wenn ich auf den Wahlberliner verwies. Und ich kam mit einem Tatort-Produzenten und zwei Drehbuchautoren ins Gespräch, weil die Serie „TatortAnthologie“ wirklich gut war, zumindest die Intensität der Befassung mit dem Thema war damals ungewöhnlich. Ob mit oder ohne Narzissmus. Dabei kam mir wiederum das jahrelange Modul „konstruktive Kritik“ zugute, das ich als Schreibgruppenleiter in mehreren Versionen angewendet habe. Die „TatortAnthologie“ wird ja jetzt in „Crimetime“ wieder gezeigt und weiter ergänzt.

Und jetzt ist der Wahlberliner dann doch – was?

Von den Zugriffszahlen der Jahre 2011 bis 2016 kann das Relaunch-Projekt nur träumen, bisher jedenfalls. Und ein Blog wird, das war auch mal ein wenig anders, von anderen Kleinmedienbetreibern heute häufig als Konkurrenz angesehen, weil sich die Zahl derer, die sich die Aufmerksamkeit der Leser_innen teilen müssen, erheblich erhöht hat. Gelesen wird ebenfalls weniger, vor allem die etwas mehr fundierten, also längeren Sachen.

Mit Twitter arbeite ich erst seit zwei Monaten aktiv, also seit dem Re-Relaunch. Aber man braucht schon die richtige Persönlichkeit dazu. Da führt nichts dran vorbei und auch nicht drumherum.

TH 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

%d Bloggern gefällt das: