„Ausziehen oder ihr werdet brennen“ (Perspektive / Berliner Woche) #Berlin #Mietenwahn #Habersaathstraße #LakenrausBerlin @IGHAB

Medienspiegel 81

Der Vorfall in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte, bei dem der PKW des Sprechers der Mieterinitiative IGHAB für die Habersaathstraße 40-48  angezündet wurde, ereignete sich bereits am 21.09.2018, wurde aber von den Hauptmedien in der Stadt offenbar nicht aufgegriffen. Wir sind nur durch Zufall auf einen Bericht im Magazin „Perspektive“ vom 26.09. gestoßen und haben einen Gegencheck mit der „Berliner Woche“ gemacht, die gestern berichtete.

  • Dass die Habersaathstraße zu den Hotspots im Kampf um die Verdrängung von normalen Menschen aus der Innenstadt zählt, war mir bekannt.
  • Die in beiden Darstellungen angegebene Aktion „Laken raus“ habe ich verfolgt.
  • Das Datum für die Demo gegen „Mietenwahnsinn“ stimmt, denn am 21.09. fanden sowohl der „Wohngripfel“ als auch der „alternative Wohngipfel“ statt, seitdem hat es meines Wissens keine Demo  mehr gegeben.
  • Fraglich sind für mich trotzdem mindestens zwei Punkte:
    • Wie will jemand von der balkonlosen Fassade eines fünstöckigen Gebäudes alle Laken herunterreißen, die aus den Fenstern gehängt wurden? Durch Klettern von Fenster zu Fenster?
    • Gehört das Haus nun wirklich „Clanies“ oder wurde das Gerücht gestreut, um den Menschen Angst zu machen, weil deren allgemein brutales Vorgehen bekannt ist?
  • Nach dem langen, trockenen Sommer ist es möglich, auf die Scheibe eines Autos etwas so zu schreiben, dass es lesbar ist, wenn der Wagen eine Zeitlang nicht gewaschen wurde und ohne vorherige Drohung wäre ja der Brandanschlag nicht ganz so wirksam gewesen.
  • Kurios bis irre ist, dass das Bezirksbauamt den Abriss der offensichtlich sowieso sanierten oder mindestens optisch instandgesetzten Plattenbauten genehmigt hat und dann der Baustadtrat die Mieterberatung organisiert, die vermutlich umsonst sein wird, wenn der Verkauf rechtlich einwandfrei vonstatten ging.
  • Der gesamte Block (die Häuser Habersaathstraße 40-48) gehört offenbar zu den Sündenfällen eines gewissen ehemaligen Finanzsenators namens Thilo Sarrazin, der das Anwesen für kleines Geld verscherbelte,  das jetzt in die Spekulationsblase hineingezogen wird.

Es ist schwer, in dieser Situation, in der das Kapital, zumal das illegale, wenn die Eigentümerzuschreibung stimmen sollte, immer brutaler vorgeht, um seine Interessen durchzusetzen, nicht zu radikalen Gegenmaßnahmen zu raten – aber mindestens müssten sich die Mieterinitiativen der verschiedenen Berliner Häuser und Wohnanlagen, um die derzeit gekämpft wird, zusammenschließen, um durch permanente Aktion Gegendruck aufbauen zu können. Auch bei der Demo am 21.09. waren zu wenige Menschen auf der Straße, um die Politik beeindrucken zu können.

Es bräuchte außerdem die Solidarität derjenigen, die selbst nicht gefährdet sind, aber nicht wollen, dass ums sie herum nur noch Luxus-Spekulationsobjekte stehen und die Innenstadt ansonsten verödet. Hier versagen auch die Parteien und Organisationen, die angeblich für die Erhaltung der sozialen Stadt kämpfen wollen. Wir haben uns schon mehrfach über die wirklichen Hintergründe des Auftriebs geäußert, zuletzt heute in einem Beitrag zu „10 Jahre Finanzkrise“ und zu den Erschütterungen, die es verursachen würde, ernsthaft gegen die Immobilienblase anzugehen.

Das bedeutet leider auch, dass die Politik erst reagieren wird, falls sie letztlich doch die Wahl für die Menschen und gegen das Kapital und eine fatale europäische Wirtschaftspolitik treffen muss, wenn sie einen Aufruhr und die weitere Erosion der Demokratie verhindern will.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

%d Bloggern gefällt das: