Sonntagsfrage: Alarm in Bayern und Berlin // #AfD #CDU #CSU #DIELINKE #SPD #Grüne #FDP #Sonntagsfrage #Bundestagswahl #Civey #Merkel #Seehofer #ltwby #LtwBY18 #ltwhe18 #ltw #Maaßen #Erdoganbesuch

Umfrage & Ergebnis 34

Nur fünf Tage nach unserer letzten Bundestagswahl-Umfragebetrachtung mit der Auflistung von Umfragen verschiedener Meinungsinstitute aus den letzen Wochen schieben wir nach.

Stand der Erhebung, linke Spalte der unteren Tabelle: 04.10.2018, 23:55 Uhr.

Nicht, weil die Union sich schon wieder um 0,1 Prozent verschlechtert hat und  eine historische Tiefstmarke nach der anderen erreicht, sondern, weil sich wichtige andere Parameter geändert haben – und wegen Bayern, wo die CSU immer weiter absinkt.

Wir zeigen für den Bund nur die beiden letzten Civey-Erhebungen und für Bayern fassen wir rasch zusammen, was der SPIEGEL heute als eines der ersten Presseorgane schon kur nach der dpa-Meldung dazu geschrieben hat. Dort geht es auch für diejenigen, die mitmachen möchten, zur Umfrage „Sonntagsfrage / Bund“.

In Bayern fällt die CSU auf 33 Prozent und Grüne, Freie Wähler, SPD und FDP könnten danach sogar ohne die Quasi-Staatspartei regieren. Hingegen wird Schwarz-Grün langsam wackelig: Die Grünen kommen auf 18 Prozent. Was aber immer möglich bleiben wird: Jamaika oder Schwarz-Rot-Grün. So schlimm wird es bis zur Wahl nicht werden, dass diese Optionen auch wegfallen. Das heißt, die CSU wird wohl auf jeden Fall führende Regierungspartei bleiben. Allerdings hätte sie sich, wenn der Trend am 14.10. bestätigt wird, gegenüber legendären Ergebnissen, wie sie zuletzt  unter Edmund Stoiber erreicht wurden, halbiert. Die SPD und die freien Wähler kommen gegenwärtig jeweils auf 11 Prozent, die AfD verliert sogar und kommt nur noch auf 10. Die politische Grundlagenbildung der Bevölkerung per neubayerischem Liedgut wirkt offenbar.

Unser Augenmerk liegt aber auch heute auf der Sonntagsfrage „Bundestagswahl“.

Institut Civey für
DER SPIEGEL
Civey für
DER SPIEGEL
Partei / Tag 04.10.2018 30.09.2018
CDU/CSU 26,6 26,7
SPD 16,3 16,8
Grüne 16,1 15,7
AfD 17,4 16,8
DIE LINKE 10,0 10,4
FDP 8,7 8,6
Sonstige 4,9 5,0

Was tut die Union im Moment? Angela Merkel ist in Israel und das ist kein Staatsbesuch, mit dem man in Deutschland mächtig Punkte machen kann – weder, wenn man die dortige Besatzungspolitik kritisiert, noch, wenn man das nicht tut. Es sei denn, es gäbe etwas grundsätzlich Neues in dieser bilateralen Beziehung.

Die Union hat sozusagen Atempause, sofern dort nichts Aufregendes passiert – wenn man einen weiteren Rückgang von 0,1 als typisches Pausenzeichen deuten kann, aber das ist im Moment nicht abwegig.

Überraschend fand ich aber, dass die SPD plötzlich wieder stärker verliert und jetzt ebenfalls ihr historisch schlechtestes Ergebnis erreicht hat. Nicht nur, seit es Civey gibt oder wir es auswerten, sondern seit der den ersten Nachkriegswahlen. Dass die Grünen wieder etwas zulegen, war schon eher zu erwarten. Einige Umfrageinstitute haben ja schon eine Wachablösung gemeldet: Die Grünen auf Platz 2, die SPD nur noch an – ja, an 4, hinter der AfD. Aber die Grünen kommen auch bei Civey nun dicht an die SPD heran.

Was allerdings diese Erhebung nach fünf Tagen neben der Verschiebung in Bayern ausgelöst hat, war wieder eine Meldung zur AfD (und damit auch zur SPD).

Es gibt  auch hierfür ebenso keinen nachvollziehbaren Grund, aber nun liegt die AfD auch bei Civey auf Platz 2 und ist damit erste Verfolgerin der Union. Das hat mich auch deswegen verblüfft, weil auf dem Tableau der beliebtesten Politker_innen gerade Heiko Maas, der Außenminister von der SPD, Angela Merkel an der Spitze abgelöst hat. Nicht, dass ich diese Maasfreundlichkeit so richtig nachvollziehen könnte und die Werte aller Spitzenpolitiker liegen weit unter denen, die beispielsweise Wolfgang Schäuble in seiner Spätzeit als Finanzminister erreichte und Maas wäre auch nicht vorne, wenn Schäuble noch einen Job in der Regierung hätte – aber da er „nur“ noch Bundestagspräsident ist, wird er nicht mehr abgefragt.

Nach dem neuen „Populismusbarometer“ der großkapitalistischen Bertelsmann-Stiftung ist die AfD spätestens bei 30 Prozent gedeckelt, weil einfach der Anteil der populistisch orientierten Wähler nicht höher ist. Wenn ich diese Studie so richtig ernst nehmen würde, in der Form, wie es viele Journalsiten tun, ohne sich das Teil mal etwas genauer angeschaut zu  haben, bevor sie es übernehmen, müsste ich jetzt schreiben: Wie beruhigend! So viel mehr hatte die NSDAP auch nicht erzielt, als die Wahlen noch frei waren. Und es ist ja noch bisschen Platz, denn es gibt weitere 30 Prozent teilpopulistische Wähler und außerdem nehmen die grundpopulistischen jedes Jahr ein wenig zu.

71 Prozent der Befragten haben den Studienerstellern gesagt, sie würden nienicht AfD wählen. Alles gut, selbst wenn es nächstes Jahr schon wieder 1 bis 2 Prozent mehr sein könnten. Nur: Mit 29 Prozent wäre sie im Moment stärkste Partei und alle anderen müssten zusammengehen, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Was das für die Demokratie bedeuten würde, kann man sich in etwa vorstellen. Auch heute wieder die bereits traditionelle Feststellung: Wenn die AfD kein Führungspersonal hätte, vor dem sich doch viele Wähler_innen gruseln, hätte sie längst im 20er-Turm eingecheckt und würde dort Tür an Tür mit der Union logieren.

Enttäuschend hingegen DIE LINKE. Schluss mit im Zehntelprozentbereich profitieren von der Schwäche der GroKo? Sie fällt von 10,4 auf 10 zurück und pendelt sich wieder genau dort ein, wo sie bei Civey schon lange steht, nämlich ziemlich genau auf der Kante zur Zweistelligkeit – und auf der Kante stehen, das ist nicht sehr bequem.  Was aber ist mit „Aufstehen“? Wirkt es oder nicht? Oder wirkt es unter dem Vorbehalt, dass die Bewegung wählbar wird und man ist nicht bereit, die Sympathie für Sahra Wagenknecht, die bei der aktuellen Frage nach den beliebtesten Politikerinnen wieder auf Zustimmungswerte von über 30 Prozent kommt und damit den sechsten Platz hält, auf „DIE LINKE“ zu übertragen? Siehe dazu unsere letzte Sonderauswertung, nach der „Aufstehen“ auf Anhieb über 12 Prozent erreichen könnte, würde die Bewegung Partei werden.

TH

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