Umfrage #Landtagswahl #Hessen. Land der Experimente – Land der vielen Optionen? / #ltwhe18 #ltwhe #ltw18 #CDU #Grüne #SPD #FDP #DIELINKE #AfD #Hessenwahl2018 #SchwarzGrün #GroKo

Umfrage & Ergebnis 41

In Hessen wird es nun immer spannender. Heute erst kamen zwei neue Umfragen, eine von Infratest dimap und eine der Forschungsgruppe Wahlen (Ergebnisse der FG Wahlen in Klammern), die eine erhebliche Veränderung gegenüber den letzten Befragungen zeigen, welche vor 15 Tagen veröffentlicht wurden.

Nahezu unverändert der Wert der AfD mit 12 (12) Prozent, der LINKEN mit 8 (8) Prozent, die AfD verliert dabei ein Prozent gegenüber der letzten Umfrage vom 03.10.2018, die ebenfalls von der FG Wahlen durchgeführt wurde, DIE LINKE bleibt genau gleich.

Die FDP steigert sich auf 9 (8) Prozent von 6 Prozent vor etwas mehr als zwei Wochen.

Man kann es sich nun denken – das Ding sind mal wieder die CDU, die SPD und die Grünen.

Und die Tendenz ist die mittlerweile übliche. Die Grünen legen immer weiter zu auf 20 (22) Prozent von 18 am 03.10.2018 und haben damit bei der FG-Wahlen-Umfrage schon die SPD überholt, was ja mittlerweile auch nichts Besonderes mehr ist, diese kommt nämlich auf 21 (20) Prozent – nach 23 vor gut zwei Wochen. Ebenso sensationell aber der weitere Abstieg der CDU von 29 Prozent auf jetzt 26 (26) Prozent, also etwa den Wert, den sie auch im Bund derzeit hält.

Hier noch einmal zum Vergleich die Civey-Werte, die wir am 02.09. für „Umfrage & Ergebnis 20“ ermittelt hatten.

CDU 30,7 / SPD 23,3 / Grüne 13,8 / FDP 7,4 / DIE LINKE 8,0 / AfD 12,8.

„Bekanntlich wird Hessen derzeit von einer schwarz-grünen Koalition regiert. Obwohl die Grünen gemäß ihrem allgemeinen Trend zulegen auf 13,8 Prozent (11,1), wird es wohl nicht mehr zur Fortsetzung dieses Bündnisses reichen. Vielleicht unter Beifügung der FDP, derzeit 7,4 Prozent (5,0) für eine Jamaika-Koalition“, schrieben wir am 02.09.

Daran hat sich nichts geändert, denn da wohl alle üblichen Kandidaten die 5-Prozent-Hürde nehmen werden, wird es für Schwarz-Grün vermutlich nicht mehr reichen – obwohl es nach dem FG-Wahlen-Ergebnis mit 26 + 22 Prozent ziemlich knapp aussieht. Die CDU hat in den letzten Wochen zwar verloren, aber nicht so viel, wie die Grünen gewonnen haben. Das wahrscheinlichste Szenario dürfte aber nach der Wahl Jamaika sein.

Aber eine „Koalition der Verlierer“, also eine Ex-GroKo aus CDU und SPD, die am 02.09. rechnerisch noch möglich gewesen wäre, ebenso am 03.10. mit 29 + 23 Prozent, ist mittlerweile obsolet – fast. Denn nach Infratest liegt sie nur um ein Prozent hinter dem, was die FG Wahlen Schwarz und Grün zusammen zumisst und auch nach FG Wahlen lautet der Unterschied nur auf zwei Prozent. Der SPD traue ich die Riesendummheit durchaus zu, dass sie sich in eine Koalition mit der CDU oder gar in Schwarz-Rot-Gelb hineinziehen lässt, die sogenannte „Deutschland-Koalition„.

Was natürlich immer ginge, wäre Schwarz-Rot-Grün, aber auch hier: Eine SPD, die dabei mitmacht, würde beweisen, dass das Selbstmörder-Gen bei ihr mittlerweile im aktiven Zustand angekommen ist.

Aber es ging ja noch etwas: Die Berlin-Koalition. Die Grünen, die SPD und DIE LINKE kommen gegenwärtig bei der FG Wahlen auf genau 50, bei Infratest dimap auf 49 Prozent. Das ist vor allem dem starken Anstieg der Grünen in den letzten Monaten zu verdanken, Landeswirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen ist auch der beliebteste Politiker in Hessen. Er könnte, wenn die Grünen die stärkste der drei Parteien werden, was ja gemäß FG Wahlen jetzt erstmals der Fall ist, sogar Ministerpräsident werden, wenn Hessen G2R-regiert werden würde. Die ZEIT hat es einige Stunden vor uns gemerkt. Allerdings kam die letzte Umfrage von Infratest via Wahlrecht.de erst kurz vor dem Start dieses Beitrags rein.

Das gestrige Fernsehduell von Ministerpräsident Volker Bouffier und SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel hat die Umfragen wohl nicht mehr beeinflusst, die gestern bereits geschlossen wurden, aber möglicherweise war es schon das falsche Duell. Ich finde es sowieso kritikwürdig, dass bei drei fast gleichauf liegenden Parteien nicht mindestens ein Dreier-Talk angeboten wird. Weil die Grünen Regierungspartei sind  und die SPD  die Gegenstimme darstellen soll – eben als bisher stärkste Oppositionspartei?

Allerdings, nichts, was jetzt kommt, wäre ein Experiment und damit ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Bundeslandes, in dem 1985 die legendäre erst rot-grüne Koalition gebildet wurde und Typen wir Turnschuh-Fischer für Furore sorgten – wenn man damals gewusst hätte, wie reaktionär Fischer in Wirlichkeit ist, hätten die Grünen vielleicht nie die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen und wären Geschichte. So kommt man mit False-Flag-Politikern voran, das Gedächtnis der Menschen ist kurz und das grüne Publikum ist ja Fischer und seinem Werdegang auch sehr ähnlich, ist sozusagen mitgegangen.

Was uns ja immer interessiert: Wie hat sich Links-Rechts seit der letzten Wahl im Vergleich zum konservativ-rechten Block entwickelt? Wobei man leider immer den Kompromiss machen muss, die Grünen und die SPD noch als links zu bezeichnen, damit es nicht gar zu düster aussieht.

2013 kamen Rot, Rot und Grün noch auf 47 Prozent, am 02.09. auf 45,1 Prozent – und jetzt? Genau, auf 48 (49) Prozent, wir haben es bereits erwähnt. Damit gibt es in Hessen, anders als zuletzt in Bayern oder im Bund und ebenso wie in Berlin einen leichten Linkstrend, zumal die AfD in die Stagnation eingetreten ist und die FDP nicht so viel gewinnen kann, wie die CDU verliert.

Vergleicht man allerdings die Ergebnisse von CDU, AfD und FDP von 2013 mit den aktuellen Umfragen, kommen sie jetzt auf 47 (46) Prozent und erreichten damals 47,4 Prozent. So gesehen ist die Verschiebung gegenüber dem Ergebnis der letzten Landtagswahl nicht beeindruckend. Aber wenigstens sind in Hessen der bürgerliche und der eher linke Block etwa gleichstark, das ist in diesen Zeiten viel.

TH

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