Sonntagsfrage Bund UPDATE: Alarm im Regierungsbezirk // #Sonntagsfrage #AfD #CDU #CSU #DIELINKE #SPD #Grüne #FDP #Sonstige #Bundestagswahl #Infratestdimap #Civey #Merkel #Seehofer #Nahles #btw21 #Nahles #HartzIV #ltwby18 #ltw18 #ltwhe18 #ltwhe

Umfrage & Ergebnis 43

Gestern am späten Abend hatte eine neue Umfrage zur „Sonntagsfrage Bund“ von Infratest dimap erstmals der Union nur noch 25 Prozent zugerechnet und der SPD nur 14 Prozent, ebenfalls ein neuer Niedrigstwert.

Damit käme die „GroKo“ nur noch auf 39 Prozent der Wählerstimmen, ein neuer Minusrekord in der Geschichte der Bundesrepublik.

Nun hat die Forschungsgruppe Wahlen nachgezogen und gibt der Union immerhin noch 27 Prozent, aber die SPD hätte demnach ebenfalls nur noch 14 Prozent zu erwarten. Die Grünen hingegen erreichen mit 20 Prozent ihren besten Wert seit 2011 (hat mich erstaunt, dass sie schon einmal so hoch lagen -> wohl Fukushima).

Das, was Infratest ausweist, ist weniger, als Angela Merkel noch im Jahr 2013 für die CDU alleine geholt hat und weniger, als Kanzler Schröder im Jahr 2002 für die SPD alleine geholt hat. Man kann auch sagen, es ist ein Altparteien-Untergansszenario. Ich erinnere mich, wie wir vor ein paar Wochen noch eher provozierend gefragt haben: „Die SPD auf dem Weg in die Einstelligkeit?“ In Bayern hat sie das wenig später ja auch geschafft. Bei der FG Wahlen kommt die GroKo immerhin noch auf 41 Prozent.

Nun muss ja auch irgendwer gewonnen haben – genau, es sind die Grünen, wer sonst. Sie kommen jetzt auf beinahe schwindelerregende 19 Prozent (gestern) und noch mehr Schwindel erregende 20 Prozent (heute). Wenn das so weitergeht, stehen sie am Jahresende bei mindestens 90 Prozent. Die FG Wahlen hat da auch einen ziemlich rigiden Austauscho vorgenommen: Der SPD innerhalb von drei Wochen 3 Prozent weggenommen und diese den Grünen zugeschlagen.

Ebenfalls sehr gut steigt die FDP, die erstmals seit November 2017 wieder 11 Prozent erreicht (Infratest), bei der FG Wahlen liegt sie bei 10 Prozent. DIE LINKE hingegen fällt von 10 auf 9, die AfD verbleibt bei 16 (beide Werte Infratest) bzw. DIE LINKE verharrt bei 10 Prozent, die AfD bei 16 (FG Wahlen).

Infratest dimap erstellt den ARD-Deutschlandtrend, die Forschungsgruppe Wahlen das ZDF-Politbarometer, die beiden in der Öffentlichkeit am meisten wahrgenommenen politischen Umfrageformate.

„Bei aller Lust an der Sensation – woher kommt dieser dramatische Abstieg der GroKo jetzt schon wieder? Von den Cum-Ex-Files? Oder daher, dass das Brückenzeitgesetz nicht so ganz der Megatreffer geworden ist, sondern ziemlich halbherzig geriet? Es gibt doch kaum etwas, was die Zahlen im Moment so bewegen könnte und die beiden genannten Themen sind doch eigentlich erst am 18.10., also nach Abschluss der Befragung, richtig bzw. überhaupt aufgekommen. Oder war es doch die Europa-Regierungserklärung von Angela Merkel einen Tag zuvor, die vielleicht doch nicht alle so cool und humorvoll fanden wie einige vielgelikte Social-Media-Nutzer?“ Dieser Absatz ist unverändert aus der Version vor dem Update zitiert – die FG Wahlen hat aber ihre Umfrage gestern erst geschlossen, da könnten diese Themen durchaus bereits eingeflossen sein. Deprimierend ist das vor allem für die SPD.

„Wir haben vorhin zum Vergleich noch schnell die Civey-Daten aktualisiert, die wir fürs vorgestrige Panel gezogen haben. Dort zeigt sich dieser irrational rasche Abstieg der Berliner Koalition nicht, auch wenn es wieder eine ganz leichte Gegenbewegung zur ebenfalls minimalen Erholung der letzten Tage gibt, alles im kaum mehr als zufällig zu nennenden Bereich. Vor allem aber gibt es dort nicht diesen weiteren rasanten Anstieg der Grünen, trotz einer in der Tabelle deutlich zu erkennenden positiven Tendenz über die letzten Wochen hinweg.“ Natürlich haben wir auch vorhin, gegen 11:30 Uhr nochmal drübergeschaut. Die SPD erreicht jetzt dort ebenfalls ihren bisher niedrigsten Wert, aber der liegt immerhin noch bei 16,0 Prozent, die Union erholt sich ganz leicht auf 26,9; die Grünen stagnieren hier aber bei 17,2, während die AfD promilleweise aufwärts tendiert (16,5). DIE LINKE steht mit 9,8 bei ihrem niedrigsten Ergebnis seit vielen Wochen.

„Ich muss zugeben, der Verstand sucht im Moment nach Antworten, weil vor allem das immer schnellere Wegbrechen der SPD und deren Ersatz durch die Grünen nicht unbedingt eine gute Sache für die linke Sache sein muss. Per Saldo tut sich sowieso nichts: SPD, Grüne und DIE LINKE kommen zusammen auf 42 Prozent, genau wie bei der vorherigen Umfrage von Infratest dimap.“ Gegenüber dieser Umfrage weist die FG Wahlen 2 Prozent mehr für G2R aus, aber nicht mehr als in deren letzter Erhebung vom 28.09., weil die Grünen und die SPD drei Prozent getauscht haben, DIE LINKE gleich geblieben ist.

Bei Infratest dimap sieht es so aus: „DIE LINKE und die SPD verlieren jeweils ein Prozent, die Grünen legen zwei Prozent zu. Und von Sympathisanten dieser beiden verlierenden Parteien dürften die Grünen in erster Linie ihren erneuten Zuwachs erhalten haben, während die Union wohl vor allem die FDP anfüttert. Und das könnte doch etwas mit Europa zu tun haben, denn die FDP ist der EU gegenüber um einiges kritischer eingestellt als vor allem die CDU.“

Letztlich ist das aber, zugegeben, Kaffeesatzleserei, denn das Ereignis, das nun wieder so viele Wähler bewegt, und zwar weg von der Union und der SPD, ist derzeit nicht ohne Weiteres zu identifizieren.“

Zum Vergleich:

Wir haben upgedatet mit dem Civey-Ergebnis vom 19.10.2018, kurz nach Mitternacht (hier kann man abstimmen).

Institut Civey für
DER SPIEGEL
Civey für
DER SPIEGEL
Civey für
DER SPIEGEL
Partei / Tag 19. / 19. / 17.10.2018 11.10.2018 04.10.2018
CDU/CSU 26,9 / 26,8 / 26,9 26,8 26,6
SPD 16,0 / 16,3 / 16,5 16,2 16,3
Grüne 17,2 / 17,2 / 17,3 16,7 16,1
AfD 16,5/ 16,3 / 16,0 16,6 17,4
DIE LINKE 9,8 / 9,9 / 9,9 10,3 10,0
FDP 8,7 / 8,7 / 8,6 8,6 8,7
Sonstige 4,9 / 4,8 / 4,8 4,8 4,9

 TH

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