Schuldlos unschuldig – Tatort 202 / 26.11.2018, RBB, 22:00 Uhr // #Tatort #Berlin #TatortBerlin #RBB #SFB #Schuldlosunschuldig #Tatortschuldlosunschuldig #HeinzDrache #Bülow #TatortClassics

Titelfoto © SFB

Der letzte Tatort mit West-Ost-Thematik vor der Wende?

„Alte „Tatort“-Krimis neu restauriert. Zum Auftakt der zweiten Staffel „Tatort Classics“ gibt es ein Wiedersehen mit Heinz Drache als Hauptkommissar Bülow.“

So bewirbt der RBB die Wiederholungen alter Tatorte seines Vorgängers SFB (Sender Freies Berlin). Die erste Staffel beinhaltete im Jahr 2017 die ältesten Berlin-Tatorte, die in den 1970ern und frühen 1980ern enstanden und folgt die anschließende Zeit mit Heinz Drache als Kommissar H. G. Bülow.

Bei der Ausstrahlung von „Tödliche Blende“ letzte Woche haben wir ja leider einen folgenschweren Fehler gemacht, sodass es dazu bisher keine Rezension gibt. Der wird uns heute nicht passieren, die Aufnahme für heute Abend ist schon programmiert.

Ich erinnere mich gut an das Jahr 1988, weil es in meinem Leben den Wechsel von der Ausbildung an die Uni mit sich brachte – und nichts, gar nichts deutete darauf hin, dass bald die Mauer fallen würde. Im Sommer war eine FDJ-Gruppe bei uns zu Gast, die uns den Eindruck vermittelte, der Westen sei ja nun doch technologisch von der DDR abgehängt worden. Haben wir’s geglaubt? Jedenfalls geht nichts über eine fundierte ideologische Schulung schon in jungen Jahren, wenn man überzeugend sein will.

Auf die Idee, nach Westberlin zu ziehen, wäre ich damals nicht gekommen, denn was viele als eine Art Nische für ein anderes Lebensmodell empfanden, war für mich eher der Ausdruck eines unnatürlichen, negativen Zustandes. Wenn schon wech von zuhause, dann lieber in den Norden oder den Süden bzw. den Südwesten, auch wegen der Qualität der Unis. Das heutige Berliner Bildungswesen – nun gut, wir wollen nicht zu weit ausgreifen.

Aber es zieht sich eben doch durch viele Bereiche, dass Berlin lange Zeit eine Insel war. Nicht abgeschottet, aber erhalten in einem Zustand der Subventionierung, der viele Qualitätsmängel entstehen ließ, die heute noch die Mentalität unter anderem der Administration prägen. Vieles wirkt hier noch immer etwas behelfsmäßig.

Das gilt auch für viele Berliner Tatorte. Die ersten Jahrzehnte waren von experimentellen und häufig unprofessionell wirkenden Filmen geprägt und hinterlassen einige Fragen darüber, was denn so der State of Mind der Kulturschaffenden im Fernsehbereich im geteilten Berlin war, welche Ideen und Konzepte hinter den damaligen Tatorten steckten und wie das alles mit der Lebenswirklichkeit korrespondierte, sie spiegeln, verdichten, durch Verzerrung möglicherweise bewusste machen sollte.

Zuletzt empfanden wir „Die kleine Kanaille“ als einen recht befremdlichen und fragwürdigen Film. Trotzdem ist es fein, dass der RBB sich um sein nicht ganz einfaches Erbe kümmert und uns die damaligen Filme wieder in restaurierter Fassung zugänglich macht. Wir wollen ja irgendwann ein komplettes Bild der Tatortgeschichte haben und andere Sender haben schon vor Jahren ihre Schätze aus der Truhe gekramt (WDR, SWR, HR, BR).

TH

Handlung

Aus einem Container mit verseuchter Erde aus einem Umweltskandal ragt ein nackter weiblicher Arm. Die dazugehörige Leiche weist eindeutig Spuren eines heimtückischen Mordes auf. Der oder die Täter haben offensichtlich gewusst und darauf spekuliert, dass die Ladung von Berlin (West) auf eine Sondermülldeponie in die DDR gebracht werden sollte.

Ein Fall für Hauptkommissar Bülow, der ihm und seinem bewährten Team manche Rätsel aufgibt. Flüchtig, so meint er, sich zu erinnern, ist er der „unbekannten“ Toten einmal begegnet. Wo liegt das Motiv für die Tat? Bülow ermittelt im privaten und beruflichen Bereich der Ermordeten und wird dabei fündig.

Alle Indizien verdichten sich, der Verdacht wird zur vermeintlichen Gewissheit, und Hauptkommissar Bülow erwirkt den fälligen Haftbefehl – die Polizeispitze drängt auf rasche Aufklärung. Doch Bülow ist sich unsicher: War es die richtige Entscheidung, oder wurde jemand schuldlos schuldig

Das rbb Fernsehen sendet bis zum Jahresende in der Reihe „Tatort Classics“ elf in Berlin produzierte Tatorte aus den Jahren 1975 bis 1995 in restaurierter HD-Fassung und mit Videotextuntertitelung.

Besetzung und Stab

Heinz Drache (Hauptkommissar H. G. Bülow) Jürgen Kluckert (Kommissar Matthias Leuschner) · Maximilian Wigger (Assistent Öllerink) · Horst Schön (Stegmüller) · Almut Eggert (Sonja Bach) · Rolf Becker (Armin Denzel) · Claudia Demarmels (Claudia Lorek) · Hans-Werner Bussinger · Edeltraut Elsner · Gudrun Genest · Ursula Gerstel · Antje Hagen · Klaus Jurichs · Arnfried Lerche · K. U. Meves · Klaus Mikoleit · H. H. Müller · Hans Nitschke · Rainer Pigulla · Horst Pinnow · Peter Schiff · Eric Vaessen

Regie -Thomas Engel
Buch – Peter Scheibler
Kamera – Michael Marszalek
Schnitt – Barbara Herrmann
Musik – Friedrich Scholz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Buntsterben

Tagebuch einer Depression, Willkommen im Nachtleben.

Voyager Verlag

Literatur über Astronomie und Reisen

Der Dosenöffner an der Sardinenbüchse der Gerechtigkeit

endlich: ehrliche und seriöse Nachrichten

HashtagBuch

Ehrliche Buchrezensionen

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

Sascha Iwanows Welt - die Welt wie ich sie sehe

„Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen, den Klassenkampf ehrlich führen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!“

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

DU PHAM

Unternehmensanwältin & Jalousinen-Co-Workerin

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

%d Bloggern gefällt das: