2019/26/2: Kreuzberger Idealzukunft, Freitagszukunft als Vorbild?, Milieuschutzzukunft in Charlottenburg-Wilmersdorf + Petition, jetzt schon extrem hohe Mietenbelastung in Berlin // @KLompscher @FridayForFuture @HeimatNeue @Mieterproteste @SusanneHoppe2 @KiezinAktion @BGemeinwohl @BMieterverein @22Marion_Noiram #Mietspiegel #DertäglicheMiespiegel Berlin #München #Gentrifizierung #Verdrängung #Milieuschutz #Milieuschutzgebiet #WemgehoertdieStadt #FridayForFuture

2019-01-26 der tägliche mietspiegel

Serie und Dossier „Mieter, kämpft um diese Stadt!“

Und hier kommt der erste mit Inhalten gefüllte Beitrag unserer neuen Klasse „Der tägliche Mietspiegel“. Zum Einführungsbeitrag geht es hier.

1.) „Schaut auf Berlin!“

Was gibt es Schöneres, als diese hoffentlich erfolgreiche Beitragsklasse mit einem Inhalt beginnen zu lassen, der, wie unsere Serie „Mieter, kämpft um diese Stadt!“ an Ernst Reuters berühmte Rede angelehnt ist? Diese Ansprache an die Berliner_innen gipfelte din dem Ausruf „Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!“. Und wir geben unserer unermüdlichen, auch samstags twitternden Stadtbausenatorin Katrin Lompscher den ersten Social-Media-Credit:

Zu diesem Beitrag in der Süddeutschen ließe sich viel schreiben, aber diesen Kernsatz möchten wir zunächst zitieren. „Das Mantra ‚bauen, bauen, bauen, und zwar schnell‘ pflastert nur unsere Städte mit seelenlosen Wohn- und Bürokisten zu, versagt einer Gesellschaft die Chance, sich in ihren Häusern wiederzufinden und nützt ausschließlich einer kleinen Klientel von Bauinvestoren, deren Interesse an einem Gebäude sich auf die zu erwartende Rendite beschränkt.“

Auch in der Berlin entspricht aber der überwiegende Teil der Neubauten genau dieser Kategorie – zu dicht, zu klotzig, zu schnell, fürs falsche Klientel von den falschen Investoren. Aber der SZ-Beitrag hilft uns, dem Mantra, das wir von der CDU und der FDP kennen, eine qualitative orientierte Sicht der Wohnungsnot entgegenzustellen. Eine frohe Botschaft gibt es immer: Es ist im Lauf der Zeit auch schon so viel Mist wieder abgerissen oder umgestaltet worden, das kann man später, in einer ruhigeren Phase, hoffentlich auch mit den neuen Bausünden wieder tun.

Der Vorlauf für das Kreuzberger Haus zeigt zwei weitere Dinge: Es handelt sich hier um einen besonders aktiven, mit hinreichend persönlichen Ressourcen ausgestatteten und zwecks neuem Wohnen genossenschaftlich organisierten Teil der Stadtgesellschaft, der tätig wurde, milieugerecht gestalten konnte und der Planungsbeginn lag in einer Zeit, als der Mietenwahnsinn noch nicht die heutige Dimension erreicht hatte. 9,50 Euro / m² sind in Berlin übrigens kein Sozialpreis. Stadtsoziologisch würde uns interessieren, wer sich da wann mit wem auf welcher Basis zusammengefunden hatte, um dieses Wunderwerk zu errichten.

2.) „Fridays for Future“ als Modell für die Mieterproteste?

Gestern waren die Kinder und Jugendlichen unterwegs. Fürs Klima, gegen Lernen ohne Zukunft. Warum sollen wir Mieter_innen uns nicht auch einfach auf die Straße setzen? Vors Kanzeleramt? Zum Beispiel jeden Dienstag? Natürlich außerhalb der Arbeitszeiten, denn wo Schulen vielleicht noch tolerant sind, sehen Arbeitgeber das leider anders.

Außerdem wäre es trotzdem nur eine Demo – und kein Streik. Ein Streik würde bedeuten, dass wir alle keine Miete mehr zahlen, bis der Wahnsinn gestoppt ist. Wer traut sich das zu? Genau, niemand, weil es an die Existenz gehen kann, sich auf diese Weise zu wehren. Wir meinen deshalb, Mietervertretung müsste neu gedacht werden: Die Mietervereine müssten in die Lage versetzt werden, Tarife auszuhandeln – zumindest für ihre Mitglieder und verbindlich für alle Vermieter.

Hier der Beitrag einer Aktivistin von „FfF“ in der „Zeit.

3.) „Für den sozialen Erhalt (‚Milieuschutz‘) in Wilmersdorf!“

Für den Rüdesheimer Platz und Umgebung wird per Petition Milieuschutz gefordert. Ein nettes Wohngebiet, wir mögen den Rüdesheimer Platz mit seiner tollen, idealbürgerlichen Sommeratmosphäre. Der Ruf nach mehr Milieuschutzgebieten ist aber grundsätzlich relevant und Charlottenburg-Wilmersdorf  hat sich als Bezirk lange recht defensiv verhalten, neuerdings kommt Bewegung rein (bisher drei ausgewiesene Milieuschutzgebiete im Bezirk, zwei davon neu). Hier geht’s zur Petition, wir haben bereits Bezirksverordnete stimmen Einwohnerantrag für soziales Erhaltungsgebiet rund im Fasanen-, Prager-, Nikolsburger und Ludwigkirchplatz zu.unterschrieben.2019-07-15 milieuschutz rüdesheimer platz petition unterzeichnung

 

 

 

 

 

„Bezirksverordnete stimmen Einwohnerantrag für soziales Erhaltungsgebiet rund im Fasanen-, Prager-, Nikolsburger und Ludwigkirchplatz zu“, heißt es in diesem Beitrag in der Berliner Morgenpost. Dort ist man also schon etwas weiter und eine Petition wurde schon im Juni 2018 eingereicht. Darin ist auch das neue Milieuschutzgebiet Klausener Platz erwähnt, dessen Geschichte hier etwas näher beleuchtet wird. Ein Sketch aus der Klamottenkiste der Kommunalpolitik, aber wenigstens mit gutem Ende für die Mieter_innen, wie wir mittlerweile wissen. Die ersten, bereits gesicherten  Erhaltungsgebiete im Bezirk nennen sich „Mierendorffplatz“ und „Gierke-Insel“, hier gelangt man zum Flyer des Bezirksamts zu diesen Erhaltungssatzungs-Gebieten.

4.) Viel zu hohe Mietbelastungsquote in Berlin

2019-07-12 mietbelastungsquote in einigen städten

Noch Fragen, warum in Berlin dringend der Mietenwahnsinn gestoppt werden muss? Es kommt nicht nur auf die absolute Höhe der Mieten an, sondern auch darauf, wie die Einkommen der Menschen in Relation dazu stehen. Und bei diesem Verhältnis schneidet Berlin von allen deutschen Großstädten mittlerweile am schlechtesten ab. Das ist auch der Grund, warum wir feine Zukunftsprojekte gerne sehen, aber immer im Kopf haben, dass die meisten Berliner_innen von der Teilnahme an sowas nur träumen können.

Und für neoliberale Betonköppe: Was passiert, wenn die Menschen sich immer mehr einschränken und kein Geld mehr in den Konsum stecken können, dürfte doch auch ihnen Sorgen machen: Der Export allein wird es nicht richten, etwas Binnenkaufkraft muss auch erhalten bleiben, damit die nächste Wirtschaftskrise nicht noch viel härter wird als die letzte 2008-2009. Wir haben eine ganz ungesunde Verschiebung der privaten Ausgabenpositionen hin zu immer mehr Aufwendungen für die Miete und Berlin ist vorneweg.

Achtung: Es handelt sich um die Mietbelastungsquote bei Neubauohnungen, nicht im Bestand und damit nicht um die Gesamtbelastung. Die Neubauwohnungen treiben die Preise aber gefährlich in die Höhe und es ist bemerkenswert, dass  Personen, die in Neubauten anmieten und überwiegend nicht zu den sozial Schwächeren gehören dürften, sich einer Mietenbelastung von über 40 Prozent des Nettoeinkommens gegenübersieht.

Dank für die Grafik aus der gestrigen ARD-Tagesschau an Daniel Diekmann von der Mieterinitiative IG HAb, Haabersaathstraße 40-48, in Berlin Mitte.

TH

Medienspiegel 228
SMH 238, 239

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

%d Bloggern gefällt das: