2019/46 Ein Special für die Habersathstraße 40-48 in Berlin-Mitte: Der besonders krasse Fall von Verdrängung und warum wir ihn besonders herausstellen // @GrueneFraktionB @PiratenBVVMitte @LinksfraktionBM @GrueneBVVMitte @pathifayer @SonKmai1 @DasselVon @JohSchB @BA_Mitte_Berlin @OlafLemke @kilian_wegner// @HeimatNeue @Mieterproteste @SusanneHoppe2 @KiezinAktion @BGemeinwohl @BMieterverein @22Marion_Noiram @Kiez_Web_Team Berlin #Gentrifizierung #Verdrängung #Milieuschutzgebiet #Mieter #Enteignung #Vertreibung #Milieuschutz #Kiezkneipe #Gewerbe #Mieterverein #Vorkaufsrecht #Mietpreisbremse #DWenteignen #Mietendeckel #BerlinerMietendeckel #Neukölln #Kreuzberg #DIELINKE #

2018-11-11 Mieter,kämpft um diese Stadt + zusammen gegen Mietenwahnsinn

Serie und Dossier „Mieter, kämpft um diese Stadt!“

Über keinen anderen Verdrängungsfall in Berlin haben wir so intensiv berichtet wie über die Habersaathstraße 40-48.*

Das hat vor allem zwei Gründe. Nach unserem ersten Beitrag über den Brandanschlag auf den Wagen des Sprechers der IG HAB, der Mieterinitaitive hat die Initiative mit uns Kontakt aufgenommen und uns weiteres Material zur Verfügung gestellt, das tut sie seitdem weiterhin täglich. Bevor wir zum zweiten Grund kommen, ein wichtiger Veranstaltungshinweis:

Hier wird der Zusammenhang erläutert:

Der ungünstige Termin mitten an einem Werktag ist keine Idee der IG HAB, sondern ergibt sich aus dem erwähnten Begehungstermin mit dem Baustadtrat.

Umso mehr gilt: Kommt bitte alle, die das irgendwie einrichten können, und sei es in der Mittagspause, am kommenden Mittwoch um 12 Uhr zur Habersaathstraße 40 bis 48 – die Initiative IG HAB hat es sowas von verdient, dass wir Solidarität mit ihr zeigen!

Warum?

Das ist der andere Grund unserer häufigen Berichterstattung: Die besondere Schwere des Falles.

Seit 2006 kämpfen die Mieter_innen des Hauses gegen die Umstände in dem privatisierten ehemaligen Wohnheim der Charité. Rüde Investoren haben es geschafft, über 80 von 106 Wohnungen zu entmieten, wollten das Haus abreißen lassen, versuchten, die Mieter_innen mit Feuer und Eis zu vertreiben. Der Abriss des Hauses wurde den Käufern vom Bezirk in einer präzenzfallartigen Anwendung des Zweckentfremdungsgesetzes versagt, aber es gibt keinen Milieuschutz, es gibt keine Möglichkeit für den Bezirk Mitte, das Haus zu kaufen, wenn die „Investoren“ es nicht freiwillig herausrücken.

Es gibt noch 20 Mietparteien, die wir mittlerweile namentlich kennen und Gallier_innen nennen, weil sie mit großer Ausdauer und in der Position von David gegen Goliath versuchen, ihre Wohnungen und 80 weitere vor der Zerstörung zu retten. Dieser Häuserblock steht mithin exemplarisch dafür, wie Verdrängung in Berlin über viele Jahre hinweg gelaufen ist, ohne dass die Mieter_innen die geringste Chance hatten, sich zu wehren. Die politischen und wirtschaftlichen Umstände waren nicht danach. In letzter Zeit aber wird jedes neue Milieuschutzgebiet, jeder Rückkauf eines Hauses, sogar jede Abwendungsereinbarung als Symbol einer neuen, mieter_innenfreundlicheren Politik in Berlin gefeiert und wir lernen, dass Kämpfen sich lohnt, weil wir stärker werden und die Politik zugänglicher wird für die Interessen der Menschen.

Die Rettung der Habersaathstraße wäre ein besonders großartiger Sieg der Stadtgesellschaft, weil der Fall besonders schwierig ist und die Bedrängnis der Mieter_innen besonders groß und weil keine Powerlobby hinter ihnen steht oder sie selbst eine solche darstellen.

Wir beobachten deshalb auch intensiv, wie die Politiker_innen im Bezirk sich gegenüber den Aufrechten in der Habersaathstraße verhalten. Man kann sich zwar mit deren Rettung korrekt oder gar menschenfreundlich verhalten, aber man erhält nicht den stadtweiten Applaus dafür wie für die megateure und inselweise Rekommunalisierung dessen, was man vor ein paar Jahren noch billigst und in Bausch und Bogen verhökert hat.

Die IG HAB hat gestern eine Twitter-Serie erstellt, die wir anschaulicher finden, als wenn wir nun eine Retrospektive durch Verlinkung starten würden, um den „Special“-Charakter dieses Beitrags zu begürnden, denn sie hat die wichtigsten Etappen unserer bisherigen Befassung mit den Häusern noch einmal erwähnt. Wenn Sie diesen Tweets folgen, erfahren Sie alles Wesentliche über die Habersaathstraße 40-48.

Sicher ist die IG HAB mittlerweile auf der Tagesspiegel-Karte der Berliner Mieterinitiativen eingetragen. Nein, noch nicht? Wir versichern an dieser Stelle, dass es die Initiative wirklich gibt und sie es verdient, auf der Karte gezeigt zu werden.

Hier geht’s zu unserem vorherigen Artikel vom 13. Februar.

Auch diesen wichtigen Beitrag der Morgenpost, auf dem wir unseren vorletzten eigenen Artikel aufgebaut und den wir ergänzt haben, wollen wir nicht auslassen.

Und hier zu  unserem zentralen Beitrag vom November 2018:

Mit diesem Beitrag begann unsere Einzelfallberichterstattung zur Habersaathstraße und zum Mietenwahnsinn in Berlin:

Auf unserer Homepage kann man mühelos weitere (Zwischen-) Berichte finden. Wir hoffen mit den Mieter_innen in der Habersaathstraße, dass wir eines nicht zu fernen Tages schreiben können: Alles gut gegangen. Zumindest für die „Überlebenden“. Und dass sie neue, nette Nachbar_innen bekommen und bitte den freundlichen Eigentümer, den sie verdient haben – vielleicht sogar eine Form von Selbstverwaltung.

Diese hätte im Bezirk Mitte Modellcharakter und wäre zudem ein demokratisches Gegengewicht zur neuen BND-Zentrale gegenüber, die für alles steht, was uns in der Stadtgesellschaft besorgen sollte: konspirative, klotzig und traditionell dargestellte und ausgeübte, quasi exterritoriale Macht anstatt moderner, partizipativer Transparenz der Vielen, die hier wohnen und diese Stadt mit Leben erfüllen, unendliche Mittel gegenüber schwachen Einzelmenschen, Privilegien satt gegenüber Benachteiligung derer, die keine starke Lobby haben.

Das Imperium hat sich prunkvoll eingerichtet – gegenüber dem kleinen Dorf der Widerständler. Dieses Dorf muss erhalten werden.

Die Häuser in der Habersaathstraße sind einige von vielen, aber auch eigenständig mit den Menschen, die in ihnen wohnen und der nun schon so lange andauernde Kampf und das Umfeld zeigen Besonderheiten auf, die man politisch sehr gut auf eine allgemeinere Ebene bringen und als exemplarisch darstellen kann. Die kommunale Politik sollte das nutzen und damit ein Zeichen für die Soziale Stadt setzen.

TH

*Die Liste der zwischen den beiden „//“ mit @ angeschriebenen Adressat_innen stammt von der IG HAB.

SMH 271

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