Schock in Pankow, Friedrichshain, Mitte: Alle Neune für die Deutsche Wohnen? / @FloraGoerschstr / @HeimatNeue @TspLeute / @RegBerlin @SenSWBerlin @F_Schmidt_BB @VollradKuhn

2019-02-23 Wo kämpfen - hier Mietenwahnsinn Mieter kämpft um diese StadtWB-Serie „Mieter, kämpft um diese Stadt!“

Vor einiger Zeit bot Engel & Völkers, eines der größten deutschen Maklerhäuser, ein „Portfolio von neun attraktiven Altbauten in Top-Lagen“ an, die Deutsche Wohnen zögerte nicht lange mit dem Kauf – doch erst später wurde dieses Geschäft publik. Weil die Mieter_innen jener Häuser zufällig auf das Angebot des Maklerhauses stießen.

Jetzt ist auch unser zweiter Breitrag online: Nach dem Schock die Analyse.

Die Prenzlberger Stimme, die rasch reagiert und einen Artikel veröffentlicht hatte, können wir leider nicht aufrufen, das kommt in letzter Zeit häufiger vor, aber wir folgen dem Tip der „und schauen uns an, was der Tagesspiegel geschrieben hat. Einige Informationen hat sie aber auch selbst auf ihrem Twitter-Account zur Verfügung gestellt.  

Bereits am 7. März läuft die Frist für die Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts für diejenigen Häuser aus, bei denen das Vorkaufsrecht einsetzbar ist. Wir haben mittlerweile weitere Informationen erhalten, die wir zu einem ausführlichen Beitrag über die neun hübschen Altbauhäuser aufbereiten werden, die in die Hände der Deutsche Wohnen zu fallen drohen.

Der Beitrag wird morgen beim Wahlberliner erscheinen, heute beschränken wir uns auf das, was an diesem Samstag geschah. Selbstverständlich, wie immer, nicht ohne eine kurze politische Bewertung beizufügen, wenn wir erstmals über einen Vorgang schreiben, hinter dem immer Menschen und Schicksale stehen.

Eines ist gewiss: Der Immobilienkonzern namens „Deutsche Wohnen SE“ lässt nicht nach, schert sich nicht um die Wünsche der Politik und der Menschen und wir müssen den Regierenden Bürgermeister bei der Gelegenheit fragen, ob er wirklich glaubt, ein Unternehmen, das sich durch maximalen Expansionskurs hervortut, würde einfach mal so 51.000 Wohnungen aus dem ihr gehörenden Bestand der Ex-GSW ans Land Berlin abgeben – und dies zu einem Preis, den das Land Berlin sich leisten kann.

Wo sie doch bereit ist, für neun Häuser in Pankow, Friedrichshain und Mitte, die   jeweils 1000 bis 1500 m² Wohnfläche aufweisen dürften, mal eben über 40 Millionen auf den Tisch zu legen. Wir gehen dabei von der Annahme aus, dass der Angebotspreis in etwa erzielt wurde, denn im Moment ist es nicht schwierig für Verkäufer, sich diesbezüglich weitgehend durchzusetzen.

Also, Herr Regierender, nicht doch mal was mit Enteignung versuchen? Oder wie lange soll das noch so weitergehen? Bis in jeder Straße Transparente verzweifelter Mieter_innen hängen? Wir finden diese Menschen mit ihrem Mut wunderbar, aber wenn die Wut auf die Immobilienhaie zur neuen Berlin-Folklore wird, wird damit eine gewisse Unruhe einhergehen und man weiß nie, was dann alles passieren kann.

Was tut aber eine Mieter_innen-Initiative, wenn sie kaum Zeit hat, sich zu entwickeln und Strategien auszuarbeiten? Sie entwickelt sich schnell und beginnt sofort mit Aktionen. 

„Samstag 02.03.19 um 10.30 Uhr Bunter Mieterprotest Florastr. Ecke Görschstr. Wir kämpfen für die Ausübung des Vorkaufsrechts!“, kündigte die Initiative gestern an und so sah es vor der Florastraße 15/16 heute morgen aus:

Wir waren leider selbst nicht zum Kosten dieses prächtigen Backwerks dort, aber viele andere kamen, um die Initiative zu unterstützen:

Wir haben auch Freunde, die als Mieteraktivisten in vollem Einsatz waren (auch hier und hier) und von denen wir wissen, dass gleich am Morgen der Florastraße einen Solidaritätsbesuch abgestattet haben.

Die IG HAB (die Mieter_innen-Initiative der Habersaathstraße 40-48 in Mitte) hat uns dankenswerterweise weitere Fotos zur Verfügung gestellt und wir zeigen einige davon hier:

2019-09-23 Florastraße 15-16 IG HAB vor Ort 3
Florastraße 15/16 mit Kiez-Institution „Zimmer 16“ und Kita, die als Gewerbemieter besonders verdrängungsgefährdet sind, Foto © IG HAB, danke für die Genehmigung zur Veröffentlichung!

Obst und ein paar grundlegende Infos zu den Häusern und zur Lage der Dinge.

2019-09-23 Florastraße 15-16 IG HAB vor Ort 2

Obst & Infos – Foto © IG HAB

Wer in eine Situation wie die Mieter_innen in der Florastraße 15/16 und den acht anderen Häusern gerät, muss in manchen sauren Apfel beißen, aber der Protestapfel schmeckt allemal besser als das gähnende Nichts der Resignation.

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Das alte Motto gilt heute mehr denn je, denn wo einst politische Glaubensfragen im Vordergrund standen, über die man so oder anders denken konnte, geht es mittlerweile für viele nur noch darum, in dieser Stadt mit ihrer ungebremst anwachsenden Immobilienblase überleben zu können. Das Grundrecht auf menschenwürdiges Wohnen aber ist keine Ansichtssache, sondern alternativlos.

Heute unsere Solidarität mit den Mieter_innen in der Florastraße, der Görschstraße, der Jungstraße, der Richard-Sorge-Straße und der Veteranenstraße!

TH

2019-09-23 Florastraße 15-16 IG HAB vor Ort 4

Foto © IG HAB

Medienspiegel 280, SMH 291

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Voyager Verlag

Literatur über Astronomie und Reisen

Der Dosenöffner an der Sardinenbüchse der Gerechtigkeit

endlich: ehrliche und seriöse Nachrichten

HashtagBuch

Ehrliche Buchrezensionen

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

- Sascha Iwanows Welt -

„Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen, den Klassenkampf ehrlich führen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!“

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

DU PHAM

Unternehmensanwältin & Jalousinen-Co-Workerin

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

%d Bloggern gefällt das: