Update 2: Bezirk Berlin-Mitte übt Vorkaufsrecht für Prinzenallee 36 und Rathenowstraße 59 aus / @BA_Mitte_Berlin @SenFin @SenSWBerlin / @HeimatNeue / #Mietenwahnsinn #Vorkaufsrecht #Wedding #Verdrängung #Milieuschutz #Prinzenallee #RathenowerStraße #Rathenower59

2019-01-05 social media hotspot aktuelles format mit logos facebook instagram twitterWB-Serie „Mieter, kämpft um diese Stadt!“

Wir haben wieder Neues, dieses Mal nur aus der Rathenowstraße – mit Bestätigung, dass  hier die Berlinovo zum Zug kam.

Wir meinen aber, es müsste heißen „um 4,70 Euro pro m²“, nicht „auf“, denn das würde bedeuten, dass die Mieter_innen vorher nur etwa 2,75 Euro / m² bezahlt hätten – und bei aller Liebe zu den Mieter_innen, die man uns unzweifelhaft nicht absprechen wird, mit diesen Mieten könnte keine Wohnanlage vernünftig betrieben werden und auch 4,70 Euro / m² wären nicht nur für Mitte ein absoluter Vorzugspreis.

Wir gehen eher davon aus, dass 4,70 Euro Aufschlag pro m² auf den bisherigen Preis bis zu 70 Prozent gemeint sind. Dann hätte der vorherige Preis bei ca. 6,50 Euro / m² gelegen, der neue würde ca. 11 Euro betragen – das ist eine Nachricht wert, denn es bedeutet, dass die Miete bei den neuen Berlinovo-Mieter_innen erheblich höher liegt, als wenn sie den Bestandsmietpreis bei den übrigen „Städtischen“ zahlen müssten, der im Durchschnitt etwa 6 Euro / m² beträgt. Wenn es heißt, „für einige 70 Prozent“, bedeutet das allerdings auch, dass einige Mieter_innen ursprünglich schon mehr als die oben genannten 6,50 Euro / m² zahlen und jetzt auf mehr als 11 Euro kommen. Das ist wäre in der Tat ein hoher Preis für die Kommunalisierung.

Update 1 vom 5. März 2019:

Und hier noch eine schnelle Nachlieferung von der SPD Mitte zu den beiden Vorkaufsrechtsausübungen Prinzenallee 36 und Rathenower Straße 59.

Wenn man den im Anschluss gezeigten Tweet öffnet, stößt man auf weitere Aussagen der SPD zur Sache, wir geben aber den Volltext aber auch hier wieder.

„Durchbruch nach langer Vorarbeit: Der Bezirk konnte heute sein Vorkaufsrecht für das Haus in der Rathenower Straße 59 in Moabit erklären, das durch die Berlinovo-Tochter BGG erworben werden soll. Unser Baustadtrat Ephraim Gothe dankt der WBM, der Berlinovo, der Hausgemeinschaft Rathenower 59, dem Finanszenator und der Stadtbausenatorin, den Abgeordneten u. Bezirksverordneten der Grünen, der LINKEN und der SPD Berlin sowie dem Vorkaufsteam im Stadtentwicklungsamt. Außerdem wurde das Vorkaufsrecht für das Haus Prinzenallee 36 im Wedding ausgeübt, das mit Hilfe der Wohnungsbaugesellschaft Mitte erworben werden soll.“

Wir behandeln diese Textdarstellung dreier Tweets der SPD Mitte als vorgezogene Pressemitteilung und ergänzen, wenn es weitere wesentliche Neuigkeit zu den beiden Häusern gibt.

TH

Ausgangsbeitrag vom 4. März 2019, 20:10 Uhr

Nachdem wir gerade über Glück nachdachten, das immer die anderen haben oder das überhaupt futsch ist, betätigen wir uns abwechslungsweise als Glücksboten.

Der Bezirk Berlin-Mitte hat zugunsten des Hauses Prinzenallee 36 das bezirkliche Vorkaufsrecht ausgeübt und wird dieses Haus an die WBM (Wohnbaugesellschaft Berlin-Mitte) übergeben. Wir haben über diesen Vorgang bisher, offen geschrieben, überhaupt nichts mitbekommen und beim Schnellcheck auch keine Hausinitiative oder Pressebericht gefunden. So still und effizient geht es also in Mitte zu. Wir listen das Aktuelle aus der BVV, der Bezirksverordnetenversammlung, was wir über Twitter aufgeschnappt haben oder das uns zugestellt wurde:

Was unterscheidet die beiden oben gezeigten Tweets im Wesentlichen voneinander? Wie mit einem weiteren Fall, der Rathenower Straße 59, umgegangen wird. Denn die Berlinovo, welche die Rathenower Straße 59 übernommen hat, gehört zwar der Stadt, aber nicht zu den „Big Six“ (WBM, GESOBAU, degewo, Stadt und Land, HOWOGE, GEWOBAG), die normalerweise ins Spiel kommen, wenn es um die Rekommmunalisierung, die Kommunalisierung oder um Wohnungs-Neubauvorhaben geht.

Die Berlinovo fällt auch mit negativen Schlagzeilen auf, weil sie am Run aufs möblierte Wohnen teilnimmt und das super findet – was sie nicht könnte, wenn sie in die erwähnte Kooperationsvereinbarung eingebunden wäre, die unter anderem die Mietsteigerungen bei Bestandsmietverträgen vorerst auf 2 Prozent pro Jahr begrenzt und weitere soziale Aspekte beachtet, die beim möblierten Wohnen keine Berücksichtigung finden.

Wir hoffen, dass die Mieter_innen der Berlinovo genauso starke Rechte und Sicherheiten erhalten, als wenn ihr Haus von einer der übrigen städtischen Gesellschaften übernommen worden wäre (ergänzt im Wege des Updates).

Die Piraten sind immer noch eine Nummer für sich, oder? Der Tweet mit einem Satz im Yoda-Stil wirkt, als ob in Mitte jeden Tag oder wenigstens jede Woche ein bezirkliches Vorkaufsrecht ausgeübt würde.

Dies ist leider nicht der Fall, der Drei-ungleiche-Teile-Bezirk hat das bis Ende Januar 2019 erst dreimal getan und hängt gegenüber den diesbezüglichen Paradebezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln weit zurück. Wie viele dieser drei Ausübungen bereits rechtskräftig sind, geht aus der hier verwendeten Darstellung nicht hervor und ist auch bei der Prinzenallee zu beachten.  Die Prinzenallee 36 zählt zum Milieuschutzgebiet Soldiner Straße, was die Vorkaufsrechtsausübung ermöglicht hat.

Wie überall in Berlin steigen in der Prinzenallee, die im Wedding liegt, die Miet- und Kaufpreise ungehindert an und sollen gemäß Immoscout24 derzeit bei etwa 3.000 Euro / m² liegen. Das ist unterhalb des Berliner Durchschnitts, aber „Mitte“ ist auch sehr gespreizt, setzt sich aus dem eigentlichen, enorm hochpreisigen Mitte-Quartier im ehemaligen Ostteil der Stadt sowie Tiergarten und Wedding zusammen. Aber da die Lage, wie wir jüngst schrieben, bei zunehmender Marktverstopfung immer mehr in den Hintergrund tritt, hat die Prinzenallee in Wedding von 2014 bis 2018 eine Steigerung bei den Kaufpreisen von 65 Prozent erfahren, während es in Berlin insgesamt 55 Prozent waren.

Im Erdgeschoss des Hauses ist ein Tabakladen oder Kiosk vermerkt sowie ein Friseursalon, weshalb wir davon ausgehen, dass es sich um diesen fünfgeschossigen Altbau zuzüglich ausgebautem Dachgeschoss handelt. Das Streetview-Bild ist aus 2008 und zeigt links noch einen Blumenladen.

Wenn nicht zwischen dem Tagesspiegel-Stand von Ende Januar und heute ein weiteres Vorkaufsrechts ausgeübt wurde, kommt Berlin-Mitte mit seinen 380.000 Einwohnern nun auf vier Ausübungsfälle – mit der Rathenower Straße fünf (ergänzt im Wege des Updates). Wir meinen, da geht noch was!

TH / Vielen Dank an die IG HAB @HeimatNeue für den dritten Tweet und damit fürs aufmerksam machen auf den Fall + für das SPD-Udpate.

SMH 293, 294, 295

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