Gute Zeiten im März, ein wenig Größenwahn im bzw. ab April – das Neueste über den Wahlberliner

Liebe Leser_innen, 

am 24. März 2019 wurde der Wahlberliner neun Monate alt. Da man sich immer neue Ziele setzen soll, die dem Rahmen und den Möglichkeiten angemessen sind, kann man das, was wir für den April beschlossen haben, als mindestens ambitioniert bezeichnen, denn unser Zeitbudget für dieses Non-Profit-Freizeitprojekt wird nicht zunehmen.

Das Leser_innen-Wachstum betrug im März gegenüber Februar 65 Prozent, erreicht an knapp 11 Prozent mehr Tagen. Das Februar-Ergebnis war bereits das (knapp) beste bisher, ohne Bereinigung nach Zahl der Monatstage. Die wichtige Kennzahl des 30-Tage-Vergleichs lag am Monatsende bei plus 12,5 Prozent.

Nachdem sich jemand kürzlich auf Twitter, als er die Zahl von 250 Followern erreichte, als Twitter-Zwerg bezeichnete, können wir konstatieren, dass wir das Halbzwergenstadium fast geschafft haben (Zuwachs im März 33 Prozent), ebenso stark war prozentual die Zunahme der Blog-Follower via WordPress. Facebook hingegen stagniert, ist aber nicht das Verbreitungsmedium, auf das der Wahlberliner setzt. Wenn wir die Zahl der dortigen Reaktionen als Motivationsgrundlage ansehen würden, hätten wir dieses Kleinmedium längst aufgegeben.

Wir werden im April vermutlich das starke Wachstum vom März nicht wiederholen können, sondern uns an den Februar-Zahlen orientieren – unter Berücksichtigung von zwei Mehr-Tagen, versteht sich. Ob es für erfolgreiche Beiträge  + Updates wie „Pankow, Friedrichshain, Mitte“ und „Pears Global oder weiche Birne?“ Nachfolger mit ähnlich hohen Aufrufzahlen geben wird, ist offen, zumindest dürfen wir damit nicht rechnen.

Dass der #Mietenwahnsinn unser Zentralthema geworden ist, könnte regelmäßigen Leser_innen aufgefallen sein. Dass wir dennoch versuchen, einen Blick über diesen zugegebenermaßen hohen Tellerrand zu werfen, finden wir super, müssen uns aber bei anderen Autor_innen bedienen, die wir empfehlen. Das wollen wir, wie im März begonnen, weiterhin durchschnittlich mit einem Artikel pro Tag tun. Da wir immer hinzufügen, warum wir eine solche Empfehlung aussprechen, manchmal auch kommentieren bzw. unseren Assoziationen zum Beitrag Raum geben, ist immerhin ein klein wenig eigene Leistung dabei.

Im April haben wir außerdem vor, mindestens zwei Veranstaltungen zu besuchen und damit die Vor-Ort-Reportage langsam ins Laufen zu bringen. Bisher greifen wir dazu auf Kooperationspartner, vor alllem die @HeimatNeue, zurück. Diese Mieter_innen-Initiative wird hoffentlich auch weiterhin unsere Hauptlieferantin für Live-Eindrücke bleiben.

Da ein so kleines Medium wie der Wahlberliner nur mit ein bisschen Größenwahn  vorankommen kann, haben wir uns nach langem Hin und Her und Für und Wider entschlossen, die Medienrezensionssparte auszubauen und in der Kategorie „Crimetime“ nun auch den Polizeiruf 110 zu besprechen. Gestern Abend haben wir uns den ersten Film der Reihe angeschaut.

Durch diese Erweiterung kommen 375 Produktionen hinzu, die gesichtet und kritisiert werden wollen und es handelt sich um eine eigene Welt, wie erste Recherchen ergeben haben. Allein diese Woche werden vier weitere Filme der Reihe hinzukommen, was etwa sechs Stunden Zeitaufwand fürs Anschauen bedeutet. Etwa der gleiche Zeitaufwand tritt für die Besprechungen hinzu. Wir wollen diese Handhabe fortführen: Alle „Polizeirufe“, die gesendet werden und die wir noch nicht gesehen haben, werde wir aufzeichnen, anschauen, besprechen. Auf diese Weise kam in den Jahren seit 2011 auch die Tatort-Anthologie, die jetzt in „Crimetime“ integriert ist, rasch auf eine hohe Anzahl von Beiträgen.

Wir meinen nun, fast 30 Jahre nach der Maueröffnung ist es an der Zeit,  die ursprünglich in der DDR entstandene Tatort-Parallelstruktur einzubeziehen, nachdem wir etwa zwei Drittel aller Tatorte rezensiert haben (263 dieser Kritiken sind bisher im Blog „Der Wahlberliner“ erschienen). Wir heben beim Tatort gerne mal auf die Stellung dieser Krimis als Zeitdokumente ab. Es ist sehr spannend, alles, was darin gezeigt wird, mit den eigenen Eindrücken aus verschiedenen Jahrzehnten zu vergleichen, aber mindestens genauso spannend sollte es sein, etwas zu betrachten, was man nicht aus eigener Anschauung kennt. Unserem Verständnis für das „andere Deutschland“ wird diese Befassung sicher nicht schaden.

Den Ausschlag für den späten, aber beherzten Zugriff gab die Tatsache, dass der Hessische Rundfunk derzeit Polizeiruf 110-Filme aus der Anfangszeit ausstrahlt. Wir haben den Beginn dieser Serie mit dem Nachdenken darüber vertrödelt, ob wir dafür wirklich genug Zeit haben. Nachdem wir zu der Ansicht kamen, dem ist nicht so, wir machen’s trotzdem, können wir immerhin noch mit 1972 einsteigen, dem zweiten Jahrgang, und vielleicht sendet der MDR, der auf DDR-Produktionen mehr spezialisiert ist als die anderen ARD-Sender, weiterhin das eine oder andere Werk aus der Polizeiruf-Steinzeit.

Was gibt es noch? Wir haben eine Klärung wichtiger Sprachregelungen vorgenommen: Es wird bei uns weiterhin „das Blog“ heißen, weil wir der ursprünglichen Idee, dass der Begriff von „das Web-Logbuch“ kommt, mehr Charme abgewinnen können als das Blog nach Duden alternativ und korrekt, aber sinnfrei zu vermännlichen. Außerdem heißt es „das Magazin“ und sogar „die Zeitschrift“.

Es wird zudem nie mehr „auf dem Blog“ oder „beim Wahlberliner“, sondern stets „im Wahlberliner“ heißen, auch wenn das etwas seltsam klingen mag, weil der Titel die – berechtigte – Assoziation mit einer bestimmten Person provoziert.

Bei uns steht aber nicht der Gedanke einer Internet-Plattform im Vordergrund („auf Twitter“, „auf Facebook“), sondern die Magazin-Eigenschaft des Wahlberliners. Dieses Produkt erscheint lediglich zeitgemäß online – und es heißt, unabhängig von der Größenordnung der Publikation, nun einmal „in der Zeitung“ oder „im Buch“. So werden wir deshalb auch bezüglich aller Medien verfahren, die wir zitieren oder sonst erwähnen. Es steht also im Web-Logbuch geschrieben, steht nicht darauf und klammert sich bei Starkwind nicht an der Kante fest oder verharrt traurig daneben, anstatt mittendrin und eingekuschelt zwischen guten Artikel-Nachbarn zu leben.

Wir wollen, sofern Zeit dafür vorhanden ist, aber nachrangig gegenüber Grundanforderungen, wie im Durchschnitt mindestens drei Beiträge pro Tag zu veröffentlichen, ein weiteres Projekt angehen: Ein Handbuch für den Wahlberliner, das öffentlich einsehbare interne Festlegungen treffen, aber auch unseren Leser_innen als Leitfaden dienen soll. Wir meinen, das ist angesagt, kurz vor dem Erreichen des Twitter-Halbzwergenmaßes.

Im Bereich der Steuerung wie auch beim Marketing sind Unternehmen den meisten Medien und politischen Parteien und Organisationen weit voraus. Da wir im Job gelernt haben, wie man ein Manual, das auch Werbecharakter haben darf, gestaltet und strukturiert, sollten wir diese Kenntnisse dem Wahlberliner zugutekommen lassen. Zum Einjährigen des „neuen“ Wahlberliners im Juni könnte die erste Ausgabe auf der Blogseite „Service“ als verlinktes PDF erscheinen.

In dem Fall heißt es übrigens doch „auf“, nicht „in“, denn es steht auf Seite fünf. Aber: In diesem Handbuch wird man uner anderem nachlesen können, warum wir hin und wieder „Der neue Wahlberliner“ schreiben. Um ihn von etwas abzugrenzen, was es offensichtlich vor den eingangs erwähnten neun Monaten mal gegeben haben muss.

Thomas Hocke, Berlin, 2. April 2019

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