Butterfly und alle im Haus müssen bleiben: Bitte kommt zum Protestfest der Krossener Straße 36 am 25.05.19, 15 Uhr / @Krossener36 @LogoUl @Box32B @F_Schmidt_BB @u67bleibt @DoebertSteffen @HerrDonau @hobrecht59 @schoeneweider20 @Else75bleibt @derjochen @BSchweiger51 @elbeeckeweigand @Sander11_11a @HeimatNeue / #Vorkaufsrecht #b2505 #Protestfest #DIESEeG #Dachgenossenschaft #Kommunalisierung #Kunstprojekt #Butterfly #Spekulationbeenden #Mietenwahnsinn #wirbleibenalle #Friedrichshain #Xhain #Kreuzberg #Verdrängung #PlanReComXhain

2019-05-17 Mieter kämpft um diese Stadt Häuserkampf

 Am 6. Mai 2019 hatten wir erstmals über das Haus Krossener Straße in Friedrichshain berichtet (unten angehängt und hinter diesem Link).

Am 25. Mai findet nun das Protestfest statt, dessen Plakat wir oben abgebildet haben. Es geht um die Rettung eines 1A-Kiezhauses gegen XYZ-Investoren, in diesem Falls die Aramid GmbH. Wir erlauben uns, hier einen Auszug aus der Webseite der Krossener Straße wiederzugeben, der die neuesten Ereignisse schildert (hier steht noch mehr dazu):

“ (…) Bereits im August 2018 wurden die ersten Kaufinteressenten durch unser Haus geführt. Seitdem haben wir uns organisiert, informiert und viele Hebel in Bewegung gesetzt. Dadurch fanden wir heraus, dass der Hauseigentümer weitere seiner Häuser zum Verkauf anbot bzw. bereits verkauft hatte. Der Eigentümer bot dann im Oktober 2018 auch uns unser Haus zum Kauf an – zum „Freundschaftspreis“ für das etwa 45-fache (!) der Jahresnettokaltmiete. Keines der von uns mit diversen möglichen Partnern erarbeiteten Finanzierungsmodelle konnte einen solch hohen Kaufpreis realistisch abbilden.

Da der Verkäufer mit seinen Preisvorstellungen auch am Markt anscheinend nicht so schnell wie erhofft erfolgreich war, reduzierte sich der Kaufpreis etwas. Im Februar 2019 klammerten wir uns dann an unseren letzten Strohhalm. Für das dem Eigentümer inzwischen vorliegende Kaufangebot der Aramid GmbH konnten wir mit großer Unterstützung einer Genossenschaft ein Gegenangebot präsentieren. Nach einer genauen Begutachtung der Bestandsubstanz und des Sanierungszustands unseres Hauses musste die Genossenschaft ihr Angebot schließlich etwas reduzieren. Verkauft hat der Eigentümer dann an die Aramid GmbH. Die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrechts durch den Bezirk endet am 10. Juni 2019.

Das tun wir und Ihr könnt helfen! 
Momentan kämpfen wir mit vollem Einsatz dafür, dass wir und möglichst viele andere Betroffene in ihrem Lebensumfeld, ihrem Kiez bleiben können! Wir wollen:
• langfristige Lösungen für bezahlbaren Wohnraum in den Berliner Kiezen
• mehr Wohnungen in Mietobjekten statt Spekulationsobjekten
• Übernahme unseres Hauses durch eine Genossenschaft
Wir suchen Unterstützung jeglicher Art – auf politischer Ebene durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Stadt Berlin. Um uns und den vielen anderen bedrohten Häusern Gehör zu verschaffen, brauchen wir aber vor allem auch Eure Unterstützung:

Kommt am 25. Mai zum Protestfest der Krossener Str. 36 und zeigt, daß auch Ihr gegen Verdrängung seid!“

Für das Haus kann auch gespendet werden, > PayPal!

Wir lesen aus dem, was die Hausgemeinschaft der Krossener Straße geschrieben hat,  diesen Grundtyp von Mietenwahnsinn heraus: Ein Verkäufer, der das Allerletzte aus seinem Haus herausholen wollte und keinerlei Verbundenheit mit den langjährigen Mietern zu empfinden schien, die ihm ein schönes Leben ermöglichten, trifft auf einen Investor, der bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen, was die momentane Spekulationsblase als Kaufpreis zu erfordern scheint und die beiden machen einen Deal zulasten der Sozialen Stadt.

Eine Genossenschaft, die vielleicht 10, 20 Prozent weniger gezahlt hätte? Kam nicht in Frage, es muss der maximale Reibach sein. Und so ergibt sich auch das Problem mit den Vorkäufen: Keine seriöse städtische Gesellschaft kann bei aktuellen Preisen mehr ohne Zuschüsse seitens des Finanzsenats die Wirtschaftlichkeit darstellen, wenn sie ein Haus retten soll, die Zuschüsse werden aber vom Senat aus einem Pool gezahlt, der nicht unendlich groß ist. Hier und da wird ein Haus dann glücklich kommunalisiert, viele andere müssen mit Abwendungsvereinbarungen leben, sofern sie wenigstens Milieuschutz haben, Gewerbe ist gar nicht geschützt, was auch bei der Krossener Straße von großer Relevanz ist  – und sie müssen leben mit im Grunde feindlich gesinnten Eigentümern, die sich nur mühsam haben zähmen lassen, und dies auch nur auf Zeit.

Das Gewerbe fällt dann meist als erstes der Profitgier und vielleicht auch einer gewissen Rachsucht der neuen Eigentümer zum Opfer, die doch tatsächlich mit dem Haus erst einmal nicht ganz das machen können, was sie wollen, sondern soziale Gesichtspunkte beachten müssen.

Die Dachgenossenschaft „DIESEeG“, die nun auf Initiative des Friedrichshain-Kreuzberger Baustadtrats Florian Schmidt gegründet wurde, kann ein Ausweg für manche Bewohner_innen sein, viele Akteur_innen finden sich zusammen, um eine Finanzierung auf die Beine zu stellen – aber ein großes Problem bleibt: Alle in der Stadt müssen nach der Pfeife eines vollkommen außer Kontrolle geratenen „Marktes“ tanzen und enorme Summen investieren, um Mieter_innen vor der Spekulation, der Herausmodernisierung, der Umwandlung, der „Entwicklung“ von Immobilien zu bewahren.

Wir sind dringend aufgerufen, die Politik endlich zu grundsätzlichen Änderungen zu veranlassen, die diesem Kesseltreiben ein Ende bereiten und die Wohnungssituation großflächig entspannen. Jede Hausinitiative ist über ihre eigene Betroffenheit hinaus dafür sehr wichtig. Wenn wir alle bleiben wollen, müssen wir auch alle an einem Strang ziehen. Die Krossener Straße und einige andere Häuser haben in diese Richtung bereits einen großen Schritt getan, indem sie sich als „die 13 Häuser“ (für die in Friedrichshain-Kreuzberg derzeit der Vorkauf geprüft oder schon vorbehaltlich Abwendungsvereinbarung ausgeübt wurde) vernetzt haben und von dort aus weiterarbeiten.

Wir bekommen das eine oder andere von den entstehenden Netzwerken, die kiez- und bezirksübergreifend sind und sich verschiedenen Aspekten von „Wie wollen wir wohnen“ widmen, durchaus mit und freuen uns darüber, dass eine Verfestigung und Verstetigung der widerständigen Strukturen stattfindet, die von einem gemeinsamen Narrativ getragen wird: Wir wurden verdrängt oder gerettet oder irgendwas dazwischen, haben uns, was nun häufiger vorkommen soll, sogar selbst ermächtigt; jedenfalls ist unser Schicksal integrales Element der Entwicklung einer selbstbewussten Zivilgesellschaft, aus der allein der Wille zur Durchsetzung echter Veränderungen erwachsen kann.

Erstmals seit Jahrzehnten und mitten im Chaos des von einer bedenkenlosen Politik verursachten Mietenwahnsinns ist auch eine Aufbruchstimmung spürbar: Wir sagen nein dazu, dass man uns wie Objekte behandelt – wie die Mieter_innen der Krossener Straße 36 es auf einem Plakat tun, das man auf der Hauptseite der Homepage sehen kann.

Fast jeden Tag findet derzeit in Berlin eine Aktion gegen den Mietenwahnsinn statt, manchmal, vor allem an Wochenenden, sind es auch mehrere am selben Tag. Jedes dieser Feste, jede dieser Demos, organisiert von Haus- oder Kiezinitiativen, ist eine kleine Reise wert, um einander besser kennenzulernen und trotz der bedrohlichen Situation oder gerade deswegen eine schöne Zeit miteinander zu haben.

Daher auch unsere Aufforderung: Kommt alle am 25. Mai um 15 Uhr zum Protestfest der Krossener Straße 36 – zum „Butterfly-Haus“, wie wir es seit unserem ersten Bericht nennen. 

Zur Einstimmung haben wir noch ein paar Tweets gesammelt, in denen sich Bewohner_innen vorstellen:

Und zwischendurch was von den Vorbereitungen für den Samstag:

Weitere Vorbereitungen:

Wieder Bilder von Bewohner_innen:

Hier gibt es noch mehr Bilder, die zeigen, warum diese Stadt endlich von der Geisel der Spekulanten und Renditejäger befreit werden muss. Nachdem wir im obigen Beitrag auch einige allgemeine Aspekte angesprochen haben, empfehlen wir den angefügten ersten Beitrag zur Krossener Straße 36, der ausdrückt, wie es war, als wir das Haus am 6. Mai „entdeckten“.

TH

Erster Beitrag zur Krossener Straße 36 vom 6. Mai 2019:

Drei Tage sind erst vergangen, seit wir einen Verdrängungsfall in Friedrichshain zu dokumentieren hatten – und gestern zeigte sich bereits ein weiterer.

Es handelt sich um die Krossener Straße 36, nur ein paar Pflastersteinwürfe entfernt von der Boxhagener Straße 32, über die wir am Wochenende berichtet haben. Wir finden es sehr nett, dass die Hausinitiative sofort mit uns in Kontakt getreten ist und uns ermuntert hat, Fragen zu stellen. Dies ist der erste Tweet der Hausinitiative, mit dem sie ihren Twitter-Account eröffnet hat:

Das Haus liegt im Milieuschutzgebiet Boxhagener Platz.

Zu den „13 Häusern“, die Baustadtrat Florian Schmidt kürzlich mit Karte annonciert hatte, haben wir uns bereits in diesem Zusammenhang geäußert. Wir wollten am   Nachmittag zum Thema Vorkaufsrecht in Friedrichshain-Kreuzberg, Dachgenossenschaften etc. weiterschreiben, aber es kommen dazu laufend Novitäten ins Netz, die wir erst auswerten müssen, sodass wir nicht, wie geplant, top down vorgehen, sondern mit dem „Einzelfall“ Krossener Straße weitermachen.

Unsere erste Frage, die nicht aus der tollen Webseite hervorgeht, welche die Initiative bereits erstellt hat, wäre gewesen: Wer hat euch denn gekauft? Durch einen Tweet von heute morgen wissen wir, dass es die Mieter_innen zu dem Zeitpunkt selbst nicht wussten:

Wir haben jetzt angefragt, ob es eine Info dazu gibt – leider ist dies noch nicht der Fall. Wir versuchen selbstverständlich, auf dem Laufenden zu bleiben.

Und damit zum Haus Krossener Straße 36.

Wir können die Infos für unseren ersten Bericht im Wesentlichen von der Webseite nehmen, allenfalls werden wir ein wenig kommentieren.

„Die Krossener 36 besteht aus 15 Wohneinheiten und vier Gewerbeeinheiten (Optiker, Bar, kleiner Einzelhandelsladen, Versicherungsbüro). Es leben mehrere Familien mit ihren Kindern sowie Paare, Wohngemeinschaften und Einzelpersonen im Haus.“

Das ist die Einleitung der Homepage. Wir haben gerade gelernt, dass das bezirkliche Vorkaufsrecht ab 8 Wohneinheiten angewendet werden kann. Obwohl die die Krossener Straße mit 15 Wohnungen für Berliner Innenstadtverhältnisse eher klein ist, wirkt das Haus auf Fotos ganz schön mächtig. Das Geheimnis dieser optischen Diskrepanz dürfte sein, dass es keine Seitenflügel und Hinterhäuser gibt – stattdessen aber einen großzügigen Hofgarten. In den Zwei- und Dreizimmerwohnungen leben Familien, Paare und Einzelpersonen. Die Mieter_innen sind bereits mit Überlegungen zu einer Genossenschaft zugange und beschreiben auf der Homepage, wie gut sie mit dem Kiez vernetzt sind und sich ins dortige Sozialleben einbringen – da wird sicher auch das erste Fest oder die erste Aktion im Zeichen des #Mietenwahnsinns eine gelungene Veranstaltung werden.

Hier gibt es Bilder und einen Bericht der B. Z. zu den Hinterhof-Flohmärkten, an denen sich die Bewohner_innen der Krossener Straße 36 beteiligen. Ein weiteres Engagement sind die Einschulungsprojekte mit der benachbarten Zille-Grundschule. Wer Heinrich Zille als in Berlin lebende Person nicht kennt, der seine Großbildungslücke weggoogeln, wir verlinken hier nicht.

Auffällig ist die Gewerbeetage, das Erdgeschoss. Aufgrund der angesprochenen Bauweise mit breiter Front und hinten freiem Gelände haben zwei Gewerbetreibende mit viel Sicht zur Straße Platz und wir wissen alle, welches das besondere Problem für sie ist: Wenn sie die üblichen Gewerbemietverträge haben, werden sie im Fall von Abwendungsvereinbarungen nicht von diesen eingeschlossen, weil der Milieuschutz für sie nicht gilt. Für sie ist eine Kommunalisierung des Hauses deshalb sehr wichtig,

Daher  auch heute unsere anhand des Neuköllner Syndikats und dessen Schicksal herausgebildete Forderung: Inhabergeführtes, in seinen Kiez integriertes Kleingewerbe muss unbedingt in den Milieuschutz!

Die Gewerbetreibenden sind:

Die Weinbar I Centopassi, die nur Produkte aus (nicht mehr) von der Mafia konfiszierten Ländereien anbietet: „In Berlin, Mitte in Friedrichshain, gilt die Weinbar I Centopassi für Deutsche, Italiener und Menschen aller Nationalitäten als ein Bezugspunkt, wo man Produkte aus Süd-Italien kosten kann, die aus der Mafia befreiter Erde stammen. Das elegante Lokal I Centopassi wurde im April 2014 von Fabrizio und Domenico eröffnet. “Nachdem wir viele Jahre im italienischen Gastronomiebereich in Berlin gearbeitet haben, haben wir uns dazu entschlossen, unser Lokal zu gründen. Wir wollten einen Platz eröffnen, woauf wir nicht nur stolz sein könnten, was die Qualität unseres Services oder die Schönheit der Einrichtung angeht (…)“ schreiben die Betreiber hier.

„I cento passi“ bedeutet „die hundert Schritte“. Wir hätten es ja gerne so übersetzt: Die Jahrhunderte vergehen, aber Berlin und seine Kieze und seine tollen, liebevoll geführten Läden bleiben bestehen. Aber es gibt einen besonderen Hintergrund:

„Deswegen stellt der Name unseres Lokals eine Hommage an Peppino Impastato (der Journalist, der gegen die Mafia kämpfte und getötet wurde) dar. Unsere Produkte haben eine besondere Geschichte: sie kommen aus den Genossenschaften des Brandzeichens Libera Terra (eine in dem Kampf gegen die Mafia engagierte italienische Gesellschaft). Das ist die Unterstützung, die wir denjenigen anbieten, die in Italien geblieben sind, damit es ein besserer Ort werden kann. Es sind Projekte und Menschen, die uns stolz darauf machen, Italiener zu sein“.

Das hat uns sehr berührt und auf der oben verlinkten Webseite gibt es viel mehr zur Bar von Fabrizio und Domenico.

Nebenan liegt das Geschäft Eastside Brillen, das inspirierende Augengläser wie dieses verkauft:

Sollten wir nicht alle wie Spinnen sein und zusammen ein großes, dichtes Netz der Solidarität und des Widerstands gegen Verdrängung durch Berlin hindurch weben, in dem sich die Spekulanten verfangen? Selbstverständlich werden wir sie, die wir fast alle vegan leben, aber nur deswegen, nicht verspeisen, aber wir könnten sie aus der Stadt weisen, so, wie sie es mit uns Mieter_innen vorhaben. Aber bitte die Dinosaurier nicht stören:

Das ist keine Kunst für die Kunst, auch nicht das, was wir hier schreiben. Dieses Foto verweist wiederum auf liniendurst.de, ein Kunstprojekt, das ebenfalls in der Zossener Straße beheimatet ist. Das wiederum bringt uns zur von Michele Tombolini 2015 gestalteten fensterlosen Seitenwand der Krossener Straße 36 – ein wunderschönes Gemälde „mit trauriger Botschaft“, wie es auf der Webseite der  Hausgemeinschaft heißt.  Hier gibt es ein Video zur Entstehung:

„“Butterfly” cannot speak and she restrains her emotions, putting at stake her freedom. However, despite censorship and fear, her soul will not lose the vital force and her wings will return to flutter. And they concretely will do that through augmented reality.“

Wir müssen nichts zur Symbolik dieses Bildes in diesen Tagen schreiben, oder? Mehr kann man hier nachlesen.  

Im Centropassi finden auch Kunstausstellungen statt und bei Eastside-Brillen gibt es Musikabende und auch der belgische Künstler Henri Banks hat seinen Showroom in der Krossener Straße 36.

Warum berichten wir so ausführlich über ein einzelnes Haus wie dieses? Wir wollen begreiflich machen, was alles zerstört wird, wenn „Investoren“, die keinerlei Bezug  zu dieser Stadt haben und nichts als Rendite und Spekulationsgewinne im Kopf, diese Stadt vollständig übernehmen. Schlimm genug ist das, was schon gelaufen ist, sind die irreparablen Schäden an Berlins Kiezkultur.

Den Begriff Kultur darf man bei der Krossener Straße 36 in mehrfacher Hinsicht wörtlich nehmen. Berlin hat nicht die elitäre Pracht wie Paris zu bieten und wird nicht auf die kommerzielle Weise hip sein wie London oder gar New York. Sein Pfund ist, dass es aus einer Notlage heraus eine weltweit einmalige, findige und faszinierende Milieulandschaft entwickelt hat, die unwiderbringlich verloren geht, wenn es so weiterläuft wie bisher, mit dem #Mietenwahnsinn.

Die Politik dieser Stadt verspielt das, was diese Stadt ausmacht, wenn sie nicht endlich beherzt eingreift und das Gemetzel, die wütende Zerstörung von allem beendet, was ihr eine Seele gibt und ihre schwierige Geschichte in etwas hinein fortschreibt, das nach dem Ende des alles fressenden Neoliberalismus eine Zukunft hat, weil es vom Engagement der Vielen, von ihren Ideen, ihrem Überlebenswillen, ihren Projekten und Träumen und von ihrer Solidarität getragen wird.

Sehen wir ein Bild, ist es ein politisches Statement gegen die Repression und den Tod der Fantasie; sehen wir den Namen eines Ladens, steht dahinter ein mutiges Freiheitsbekenntnis.

Dies alles zu entdecken, ist nur möglich, wenn man es nicht einer sinnlosen Spekulation opfert.

Gerade, wenn man, wie wir, nicht hier geboren ist, nimmt man das, was Berlin bietet, nicht als selbstverständlich hin und glaubt nicht, dass es ewig währt, auch wenn man sich nicht darum kümmert. Vielmehr ist sich mit jedem Tag, an dem man sich mit den Auswirkungen der Immobilienblase befasst, mehr bewusst, dass wir alle darum kämpfen müssen, Berlins Seele vor dem Ausverkauf zu retten.

Deshalb heute unsere Solidarität mit der Krossener Straße 36 in Friedrichshain!

Wir haben wieder die Neuköllner Initiativen adressiert, obwohl die Krossener 36 schon auf Twitter ist und obwohl wir mit diesem Beitrag keine Veranstaltung ankündigen, weil wir damit ein wenig ausdrücken wollen, was sich immer mehr abzeichnet: Dass die Häuser und die Kieze sich als Teil eines Ganzen begreifen, das nur gemeinsam gegen den Mietenwahnsinn siegen kann.

TH

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