Keine Sicherheit für Potse & Drugstore + kurzfristige Bitte: Alle zum Carnival of Subculture am 08.06.2019, 12 Uhr Frankfurter Tor! / @drugstoreberlin @Potse_Berlin #Besetzen #drugstorelebt #potsebleibt #wirbleiben #fuckgentrifidingsbums #Mietenwahnsin #Verdrängung

2019-05-17 Mieter kämpft um diese Stadt HäuserkampfWenn es aus unserem Bezirk etwas zu berichten gibt, dann ist es häufig sowas wie: Hier haben wir, die schlaue Politik von TH-SB und der Senat, wieder mal gezeigt, wie gut man mit privaten Investoren kooperieren kann!  Wir als Beobachter zweifeln und lassen sowas lieber weg, denn wo steiler Profit für wenige erwirtschaftet wird, zahlt die Mehrheit drauf.
Und dann gibt es noch die gefährdeten Jugendzentren Potse und Drugstore, die zeigen, wie die Politik versagt, wo sie doch bei uns im Bezirk pudelwohlig alle Interessen angeblich unter einen Hut bringt. Wir haben gestern in der Ausstellung „Die Häuser denen, die drin wohnen!“ gelernt, dass auch Schöneberg, sogar unsere Ecke von Schöneberg, mal ein kraftvolles Zentrum der Besetzerszene war und in dieser Tradition steht derzeit das Potse-Kollektiv, das immer noch in den bisherigen Räumen der beiden Jugendzentrum bleibt – in der Potsdamer Straße 180.Nur 40 Hausnummern weiter hätte es einen adäquaten Ersatz gegeben, der auch den Konzertbetrieb, ein Kernstück der Jugendarbeit, weiterhin ermöglicht hätte, doch Finanzsenator Matthias Kollatz will dort lieber eine Ausbildungsstätte für die künftigen Held_innen der Finanzverwaltung einrichten, die an ebenjenem Ort lernen sollen, wie sie Normalbürger_innen zwiebeln, anstatt sich um die millidardenschweren Steuervermeidungsverbrecher zu kümmern.Sorry, das musste jetzt sein, obwohl wir wissen, dass die ausführende Ebene nicht das Hauptproblem darstellt, sondern der politische Wille der Bundesregierung, sich um soziale Gerechtigkeit zu kümmern, nach wie vor schwach ausgeprägt ist. Wie viele Wähler_innen müssen diesen Parteien noch weglaufen, damit sie verstehen, was uns (fast) alle bewegt?  Im Anschluss an die PM deshalb noch ein Statement aus unserem Bezirk mit Kommentar von uns.

Pressemitteilung Drugstore & Potse 07.06.2019

++Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) verhindert Lösung++

++Altes Straßenbahndepot in der Belziger Straße als kurzfristige Lösung?++

++Vertrag der Potsdamer Str. 134-136 kurz vor der Unterzeichnung++

Es geht weiter mit dem Rummel um neue Räumlichkeiten für das Jugendzentrum Drugstore und das Jugendzentrum Potse.

Nachdem klar wurde, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit der Suche nach neuen Räumlichkeiten an seine Belastungsgrenze gekommen ist, hat die Koalition aus rot-rot-grün Hilfe zugesichert.

So tagte der Koalitionsausschuss am 29.05.2019 und hatte auch die beiden Jugendzentrum Drugstore und Potse als Thema auf der Tagesordnung.

Es wurde unter anderem an Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) appelliert, dass er, für eine mittelfristige Lösung von Konzerten, Proben und Veranstaltungen der beiden Jugendzentren, von der Realisierung einer Finanzschule in der Potsdamer Str. 140 absehen und den Ort den beiden Jugendzentren überlassen soll.

Doch Matthias Kollatz weigert sich. Es werde schon gebaut, heißt es.

Eine Aussage, die Fakten schafft und die Verwirklichung an diesem Ort abschafft.

Dass das Thema „Drugstore & Potse“ auch im Koalitionsausschuss, und nicht nur in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg, für erhitzte Gemüter sorgt, zeigte sich durch einige Wortgefechte auch im Koalitionsausschuss. Nachdem diese abflauten, schlug Michael Müller (SPD) das alte Straßenbahndepot an der Belziger Straße, nahe dem Rathaus Schöneberg, vor.

Im Jahre 2013 wurde zu diesem Grundstück in der BVV Tempelhof-Schöneberg beschlossen, dass der*die Nutzer*in, mit dem größten sozialen und kulturellen Nutzen das Grundstück bespielen kann.

Zu diesem Grundstück gab es seit 2017 immer wieder Informationsveranstaltungen, die von Jörn Oltmann (Grüne) organisiert wurden, und die Bürger*innen dazu einlud, gemeinsam an einem Konzept für dieses sogenannte „Filet-Grundstück“ zu arbeiten.

Die beiden Jugendzentren wurden in diese Pläne bisher nie mit einbezogen und haben von diesem landeseigenen Grundstück erst nach dem Koalitionsausschuss erfahren.

Wie kann es sein, dass eine Lösung so nahe liegt und doch verschwiegen wird?

Wir fragen uns:

Gibt es schon feste Pläne mit den Bürger*innen?

Wenn ja: Gibt es überhaupt noch freie Räume, die von den Jugendzentren genutzt werden könnten oder handelt es sich hier wieder um Luftschlösser?

Wenn nein: Warum wurde erst so spät darauf aufmerksam gemacht?

Auch kam der Tempelhofer Flughafen wieder als kurzfristige Lösung ins Spiel.

Die letzte Aussage, die den Jugendzentren mitgeteilt wurde ist, dass eine Nutzung der Flächen im Tempelhofer Flughafen angeblich nicht möglich sei und von der Verwaltung des Flughafens (Tempelhof Projekt GmbH) nicht gewünscht ist.

Was hat sich geändert? Oder wird hier nur ins Blaue geraten?

Zumindest für das Jugendzentrum Drugstore gibt es einen Lichtblick.

Das Kollektiv hat dem Bezirksamt und Jugendamt mitgeteilt, dass der Trägerverein ssb e.V. die finale Version der Nutzungsvereinbarung für die Potsdamer Str. 134-136 unterschreiben wird.

Somit wird das Jugendzentrum Drugstore kurzfristig in der Potsdamer Str. 134-136 unterkommen und den leisen Teil seines Angebots vermutlich zum Ende des Jahres aufnehmen können.

Umbauarbeiten wurden nämlich bisher nicht aufgenommen, obwohl der Abschluss jener zur Mitte des Jahres zugesichert wurde.

Wir laden zudem zum Carnival of Subculture ein!

Start der Demo am 08.06.2019 um 12 Uhr Frankfurter Tor.

Start der Kundgebung um 15 Uhr an der Muskauer Str.

Für eine Stadt von unten, für mehr Freiräume, gegen Gentrifidingsbums!

Hier ein Facebook-Post des Vorsitzenden von DIE LINKE in Tempelhof-Schöneberg:

 

Es gibt auch eine Reaktion, die ein paar Tage älter ist, darin wird ebenfalls das Straßenbahndepot erwähnt. Es ist in einer Kiezlage angesiedelt, die ein anderes Gepräge hat als die Potsdamer Straße oder gar deren Verlängerung nach Süden, die Hauptstraße – die Belziger ist ein Musterbeispiel für Verdrängung à la Schöneberg: unspektakulär, aber weit vorangeschritten. Hier wird friedlich-divers gentrifiziert, bei uns kommt es nicht zu genervtem Populismus alternder Ossis, wie am Prenzlberg.

Die Politik in diesem Quartier, von der hier noch ziemlich links ausgerichteten LINKEn abgesehen, die sich immer schon für Potse und Drugstore eingesetzt hat, ist gemäß dem  dominierenden Publikum eher linksbürgerlich-mittelständisch, das gilt auch für die hiesigen Grünen.

Es ist der schnieke Akazienkiez, der zum Straßenbahndepot hin ausstrahlt. Dort, wo nun die letzten Altbauten, die bisher nicht am Sanierungswettlauf teilnehmen durften, endlich eingerüstet sind. Wo die Gastronomie-Preise fast doppelt so hoch liegen wie z. B. in Kiezkulturläden wie dem Regenbogen-Café in Kreuzberg, wo wir gestern waren oder wie in den letzten echten Kiezkneipen im Schillerkiez von Neukölln. Gruß von dieser Stelle an das Syndikat!

Uns wundert es angesichts des bestehenden Milieu-Panoramas nicht sehr, dass beim geplanten Kulturraum unter Partizipation der üblichen Verdächtigen, die ihre  Interessen wortstark und druckvoll zu vertreten wissen, die linken, mehr (Potse) oder etwas weniger (Drugstore) autonomen Jugendzentren bisher schlicht „vergessen“ wurden.

Das Drugstore ist deshalb etwas weniger autonom, weil es an einen sozialen Trägerverein angebunden ist. Deshalb entschied sich das Kollektiv gegen die Besetzung der bisherigen Räume. Dem Verein hätten dadurch hohe Kosten entstehen können.

Wir haben zum Jahreswechsel, als unter dramatischen Umständen der Übergang vom noch bestehenden Mietvertrag zur Besetzung bzw.  zum Exil stattfand, in einer Artikelserie über Potse und Drugstore berichtet.

Wir schließen uns der Forderung der LINKEn im Bezirk an: Finanzsenator Kollatz und Bezirkspolitiker_innen aller gutwilligen Kräfte, setzt endlich mal ein Zeichen dafür, dass auch Schöneberg eine linke Tradition hat!

Nicht nur aus der Ferne zugucken, wie Vielfalt, gemeint ist auch Vielfalt im Sinn von „oben und unten“, anderswo gelebt wird und wie sie auch den einen oder anderen Konflikt mit sich bringt, sondern sie auch im eigenen Viertel zulassen und dies selbst dann, wenn sie nicht liberalbürgerlich daherkommt. Gerade deshalb fänden wir einen Umzug in die Belziger nicht verkehrt, aber die Kollektive müssen damit einverstanden sein, die üblichen Verdächtigen damit klarkommen, dass die Kultur zum manchmal auch lauten Punk hin erweitert werden müsste.

Es wäre eine Chance zur Begegnung, weil es hier doch etwas privater zugeht als an der B 1, der Potsdamer Straße. Da durch die Belziger kein ÖPNV geht, würde man hin und wieder aufeinander treffen, wenn man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist.

Aber wir lesen in beiden hier verwendeten Aussagen auch von ferner Zukunft bezüglich dieser Lösung, nicht vom Hier und Jetzt und wie man bis zur Nutzung des Straßenbahndepots das Überleben der Jugendzentren sichern kann. Zum Betrieb im Flughafen Tempelhof äußern wir uns heute nicht, sondern beschränken uns auf die Vision von einem Gebäudes, das ein neuer Freiraum für Jugendliche und eine Bereicherung für uns alle in der Ecke sein könnte, während es derzeit bloß vor sich hin träumt. Vermutlich zählt es zu den 1,2 Millionen Quadratmetern fantasielosem Leerstand, die der Stadt gehören oder von ihr zumindest sinnvoll belegt werden könnten.

Nächste Woche treffen wir wieder jemanden, der bei Konzerten war, die in der Potsdamer Straße 180 stattfanden, wir werden uns „Push“ zusammen anschauen. Wir sind auf seine Meinung zur Entwicklung bei Potse und Drugstore gespannt.

TH

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