Das Leben nach dem Tod – Tatort 1108 #Crimetime Vorschau 10.11.2019 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Tatort #Berlin #Karow #Rubin #RBB #Leben #Tod #Mietenwahnsinn #DDR #Todesstrafe

Crimetime Vorschau Fernsehpremiere 
10.11.2019 DAS ERSTE 20:15 Uhr - Titelfoto © RBB, Marcus Glahn

Gibt es ein Leben nach dem Tod und ist der Mietenwahnsinn mörderisch?

Tod durch Entmietung? Darüber wollten wir doch den ersten Krimi schreiben. Vielleicht doch etwas dick aufgetragen, zumindest in dieser direkten Form, die hier in Rede steht. Aber darf man als Ermittler*in etwas ausschließen, wenn ein gewaltsamer Tod festgestellt wird – zumal in Berlin?

„Es ist ihr zehnter gemeinsamer Fall und sie umklammern einander, als wäre es ihr letzter: Die Ereignisse in der Tatort-Folge 1108 „Das Leben nach dem Tod“ gehen insbesondere Hauptkommissar Robert Karow (Mark Waschke) an die Nieren, der seine Kollegin Nina Rubin (Meret Becker) plötzlich näher an sich heranlässt als jemals zuvor. Der Mann, der sonst so unnahbar, kühl und berechnend erscheint, hat nicht bemerkt, dass sein unmittelbarer Wohnungsnachbar seit Wochen tot in dessen Wohnung liegt und verwest.
Bei der Obduktion zeigt sich, dass der ältere Herr keines natürlichen Todes starb“, heißt es einleitend bei Tatort Fans.

Wir haben es uns angewöhnt, in den Vorschauen ein wenig über die Stellung von Teams im Wettbewerb mit anderen Tatortstandorten nachzudenken, immerhin gibt es im Moment 21 Vergleichsmöglichkeiten. Karow und Rubin liegen nach zehn Film auf Platz 13, wir legen dabei immer die Rangliste von Tatort-Fundus zugrunde. Das klingt nicht so gut, Ritter und Stark, die Vorgänger, lagen am Ende ihrer Dienstzeit deutlich besser. Aber es gibt Hoffnung. Vielleicht auf ein Leben nach dem Tod, auf jeden Fall aber auf einen Aufstieg. Die beiden haben erst zehn Fälle miteinander gelöst und liegen im Schnitt jetzt bei 6,32/10.

In jüngster Zeit haben viele Teams einen leichten Rückgang ihrer Durchschnittspunktzahlen hinnehmen müssen, was durchaus auf die Stimmung unter den Tatort-Begeisterten schließen lässt. So haben z. B. Lannert und Bootz, die derzeitige Spitzenreiter, sich mit einem einzigen allgemein als schwach empfundenen Film mehr als 0,2/10 nach unten bewegt, auch wenn der  Spitzenplatz vorerst erhalten blieb. Der steht für Karow und Rubin nicht in Aussicht, auch wenn „Das Leben nach dem Tod“ ein Knaller werden sollte, aber der Weg zu den oberen fünf Rängen ist mit ca. 0,4/10 nicht so weit, dass man ihn nicht mit einigen guten Produktionen hintereinander schaffen könnte.

Dabei kann man ruhig etwas Mut zeigen. Als bisher bester Film der beiden gilt „Meta„, einer der experimentellsten Tatorte der an gelungenen und weniger gut aufgenommenen Experimenten reichen letzten Jahre. Es war der Fall, der nicht nur tief in die deutsche Geschichte eintaucht, weil ein üdisches Orchester Musik spielt, die von KZ-Gefangenen komponiert wurde, sondern auch eine „Mise en abyme“ zeigt, in dem ein Bild innerhalb eines Bildes sich immer wieder zeigt und sich Realität und Fiktion auf virtuose Weise begegnen. Mit der vermutlich etwas jüngeren Vergangenheit befasst sich offensichtlich auch das aktuelle Werk „Das Leben nach dem Tod“. Vielleicht liegt es in der Zeit, dass man wieder mehr darauf setzt, das Menschen einander näher kommen, aber bei den beiden ziemlich verschrobenen Berliner Typen dürfte es spannend werden, zu sehen, ob das authentisch hinzubekommen ist. Anders als etwa bei Buckow und König im Rostock-Polizeiruf 110, wo wir schon lange darauf warteen, dass etwas passiert, zeigt sich uns bei Karow und Rubin kein entsprechendes Bild.

Dass die Drehbuchautorin davon überrascht war, dass es in der DDR die Todesstrafe gab, hat uns wiederum überrascht, auch wenn es z. B. in Polizeirufen aus der Vorwendezeit vermieden wird, dies anzudeuten – hingegen war es neu für uns, dass die Möglichkeit, eine Hinrichtung zu vollziehen, kurz vor dem Ende der DDR abgeschafft wurde. Vielleicht war dies eine nicht offen kommunizierte Bedingung für weitere finanzielle Hilfe aus dem Westen. Selbstverständlich ist der Tatort 1108 auch der passenderweise vom RBB inszenierte Beitrag zu „30 Jahre Mauerfall“, aber konsequent hat man den Sendeplatz beibehalten und die Premiere nicht um einen Tag vorgezogen, um das Datum der Maueröffnung genau zu treffen.

Warum zwei Jahre zuvor die Todesstrafe abgeschafft wurde, darüber wird „Das Leben nach dem Tod“ keinen Aufschluss geben, aber trotzdem werden wir heut Abend mehr wissen und die Rezension folgt in Bälde.

Handlung

Als Kriminalhauptkommissar Robert Karow nach Hause kommt, steht vor seinem Haus ein Leichenwagen. Karows Nachbar ist tot. Der Kommissar hat wochenlang neben einer Leiche gelebt und nichts bemerkt. Karow ist erschüttert, während es die Vermieterin Petra Olschewski auffällig eilig hat, den Ort reinigen zu lassen.

Obwohl er nie Kontakt zu dem Mann hatte, betritt Karow spontan die Nachbarwohnung und erklärt sie zum Tatort. Als die Gerichtsmedizinerin Jamila Marques einen Genickschuss an der bereits mumifizierten Leiche entdeckt, denkt Nina Rubin doch über Karows These „Entmietung per Mord“ nach, und nimmt die Vermieterin ins Visier. Karow hingegen verfolgt eine Spur zu Clans, die in Berlin Jugendliche wie Ana und Magda zu Einbrüchen bei alten Leuten schicken. Karow kommt in Kontakt zu Gerd Böhnke, der Richter a. D. war Opfer so eines Einbruchs. Hat Karows toter Nachbar ein ähnliches Schicksal erlitten? Je mehr die Kommissare über Gerd Böhnke erfahren, desto mehr sehen sie den Träger des Ordens „Verdienter Jurist der DDR“ in neuem Licht.

Erst 1987 wurde in der DDR die Todesstrafe abgeschafft – der „Tatort“ greift das Thema erstmals auf.

30 Jahre liegt der Mauerfall im Herbst 1989 zurück. Der Berliner „Tatort“ nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, über ein wenig bekanntes und in der ARD-Krimireihe noch nicht thematisiertes Stück Geschichte zu erzählen: In der DDR wurde die Todesstrafe verhängt.

Drehbuchautorin Sarah Schnier sagt: „Im Zuge eines anderen Projekts hatte ich mich mit der DDR und ihrem Justizsystem befasst und dabei erfahren, dass es bis 1987 die Todesstrafe gab. Aus diesem wenig bekannten Umstand habe ich eine Geschichte für das Mordopfer konstruiert, bei der das größere Rätsel am Ende womöglich nicht ist, wie er zu Tode gekommen ist, sondern wie und warum er gelebt hat.“ (ARD-Infotext)

Besetzung und Stab

Hauptkommissarin Nina Rubin – Meret Becker
Hauptkommissar Robert Karow – Mark Waschke
Kommissaranwärterin Anna Feil – Carolyn Genzkow
Gerichtsmedizinerin Jamila Marques – Cynthia Micas
Staatsanwältin Jennifer Wieland – Lisa Hrdina
Hajo Holzkamp – Christian Kuchenbuch
seine Ehefrau Liz Holzkamp – Britta Hammelstein
Rentner Friedrich „Fritz“ Irrgang – Klaus Grape
Rentner Gerd Böhnke, Richter a.D. – Otto Mellies
Vermieterin Petra Olschewski – Karin Neuhäuser
Adnan Jasari vom ambulanten Sozialdienst – Slavko Popadic
Mädchen Magda – Elina Vildanova
Mädchen Ana – Amira Demirkiran
Einsatzleiter – Ingolf Müller-Beck
Bestatter – Ernst Ganzert
Knut Jansen – Daniel Krauss
Veranstaltungskoordinatorin Frieda König – Christin Nichols
LKA-Beamtin – Nadja Engel
u.a.

Drehbuch – Sarah Schnier
Regie – Florian Baxmeyer
Kamera – Eva Katharina Bühler
Szenenbild – Wolfgang Arens
Schnitt – Friederike Weymar
Ton – Uwe Griem
Musik – Boris Bojadzhiev

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