Väterchen Frost – Tatort 1113 #Crimetime Vorschau #Tatort #Münster #Thiel #Boerne #Frost #Vater #WDR

Crimetime Vorschau – Titelfoto © WDR, Valentin Menke

Das dritte Dutzend ist voll, am Ende des 18. Jahres. Nicht, dass die beiden Ermittler-Komiker damit erwachsen werden, wer will das schon? Damit haben Thiel und Boerne ziemlich genau zwei Tatorte pro Jahr geliefert – und welch Freude! Was für ein Geschenk könnte schöner sein als der 36. Münster-Tatort kurz vor Weihnachten? Ein neuer Thiel-Boerne an Heiligabend zum Beispiel. Oder am ersten Weihnachtsfeiertag. Aber es kann nicht alle Tage Sonntag sein.

Unter den Teams, die vor dem Beginn unserer „TatortAnthologie“ ihre Tätigkeit am Fernsehtatort gestartet haben und immer noch aktiv sind, sind Thiel und Boerne die einzigen, die wir bisher lückenlos rezensieren konnten. Das kommt vor allem daher, weil ihre Filme so oft wiederholt werden. Das wiederum kommt vor allem daher, weil sie so beliebt sind. Werden die beiden morgen Abend wieder ihre bisherigen Quoten-Bestmarken knacken und vielleicht über 14 Millionen Zuschauer*innen erreichen? „Die beiden“ ist allerdings ungerecht. Nirgendwo sonst gibt es ein so großes Team, bei dem alle viel zur Atmosphäre beitragen. Also auch ein Hoch auf „Alberich“, auf Vaddern, auf die Staatsanwältin – und besonders auf Nadeshda Krusenstern, denn sie wird im neuen Münster-Tatort entführt:

Es ist kurz vor Heiligabend, als im Münster-Tatort „Väterchen Frost“ die große Erkältungswelle zuschlägt. Kommissar Thiel (Axel Prahl) und der Gerichtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) sitzen in der letzten Gerichtsverhandlung des laufenden Jahres, als kurz darauf Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) unvermittelt entführt wird. Ihre Freunde und Kollegen sind in heller Aufregung: Ist das Leben der hübschen Ermittlerin in Gefahr?

Der 36. Fall des Münsteraner Teams „Väterchen Frost“ – Tatort-Episode Nummer 1113 – wird kurz vor dem Weihnachtsfest 2019, am Sonntag den 22. Dezember um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Abgedreht ist der Krimi seit Dezember 2018; die Filmarbeiten fanden unter anderem auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt statt. (Tatort Fans)

Die Redaktion von Tatort Fans findet den neuen Beitrag aus Westfalen gelungen, einer der beiden Redakteure ist allerdings auch Fan der Münsteraner – und das zeichnet sie ja aus: Sie haben richtige Fans, die beinahe jeden schlechten Film verzeihen, wovon es in den letzten Jahren einige gab.

„Väterchen Frost“ wirkt wie ein Weihnachtsfilm mit kleinen „Fehlern“: weil Regisseur Torsten C. Fischer und Kameramann Carl-Friedrich Koschnick dank raffinierter Kameraperspektiven immer wieder für subtile Sabotageakte gesorgt haben. Die Bildgestaltung ist ohnehin vorzüglich; kurze Alptraumsequenzen wirken wie kleine Reminiszenzen an billige Horrorfilme, das Finale ist im Stil expressionistischer Stummfilme gestaltet. Trotzdem wird der Krimi dem komödiantischen Ruf des „Tatort“ aus Münster gerecht; die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren haben zwar mitunter kalauerndes Comedy-Niveau, sind aber gewohnt witzig, schreibt „Tittelbach.tv„.

Filmstarts sieht einen Wohlfühlkrimi – wie immer – aus Münster, mit dem man vor Weihnachten nicht viel verkehrt machen kann, der aber wenig spannend sei un Probleme wie Homophobie eher umschifft als dezidiert behandelt.

Christian Buß notiert für den SPIEGEL: Boerne, Thiel und Krusenstern wanken durch eine Handlung, die man möglicherweise nur mit erhöhter Promillezahl im Blut versteht. Absturz-„Tatort“ aus Münster. Was Buß zu einem Tatort sagt, hat Gewicht und er vergibt nur 2/10 Punkten.

Das tun wir grundsätzlich nicht, weil wir eine etwas andere Perspektive einnehmen: Wir setzen Null bei absolut Null an und werten nicht relativ nur im Vergleich zu anderen Tatorten, sondern auch zu anderen Fernsehformaten und da ist der Tatort eben grundsätzlich im oberen Bereich. Bisher kam daher eine geringere Wertung als 3/10 nicht vor und eine solche weist entweder auf einen Tschiller-Thriller hin oder darauf hin, dass wir mit politischen Aussagen oder dem politischen Subtext von Figuren im Film ein Problem haben. Unsere bisher schwächste Bewertung für einen Münster-Tatort war 5/10.

Der neue Münster-Tatort stammt wieder von den Thiel-Boerne-Erfindern Stefan Cantz und Jan Hinter, während wir zuletzt bei „Lakritz“ fanden, es sei ganz gut, mal andere Drehbuchautoren mit der heiligen Kuh des WDR auf die Weide gehen zu lassen. Für uns war „Lakritz“ der beste Münster-Tatort seit langer Zeit.

Handlung

Väterchen Frost hat zugeschlagen. Kurz vor Heiligabend ist halb Münster erkältet.

Auch bei Gericht, wo gerade Hauptkommissar Frank Thiel und Prof. Karl-Friedrich Boerne auf das Urteil in einem Mordprozess warten. Staatsanwältin Wilhelmine Klemm muss sogar ihr Schlussplädoyer abbrechen, und die Urteilsverkündung wird wegen der Erkältungswelle vertagt.

Eigentlich ist die Indizienlage in dem Mordfall eindeutig – doch dann meldet sich ein mysteriöser Anrufer bei Hauptkommissar Thiel. Thiel und Boerne wollten das Weihnachtsfest eigentlich mit Familie und Freunden verbringen, die zu ihrer Enttäuschung aber absagen. Da ist der Fall und der Arbeitseinsatz vor Heilig Abend eine willkommene Ablenkung.

Musik, Besetzung und Stab

Bob Dylan – „Here Comes Santa Claus“
Daryl Hall & John Oates – „Jingle-Bell Rock“
Feodor Chaliapin – „Otschi tschornyje“
Max Raabe & Palast Orchester – „Advent, Advent“
Mahalia Jackson – „Christmas Comes To Us All Once A Year“
The Manhattan Transfer – „A Christmas Love Song“
Frank Sinatra – „Let It Snow, Let It Snow, Let It Snow“

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Kommissarin Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller – ChrisTine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Taxifahrer Herbert „Vaddern“ Thiel – Claus D. Clausnitzer
Kirill Gromow, Angeklagter und Liebhaber des Opfers Alexander Bux – Oleg Tikhomirov
Gromows Anwalt – Bernd Blömer
Kirills Vater Artjom Gromow – Sascha Alexander Geršak
Goldschmiedin Sabrina Bux, Schwester von Alexander Bux – Sophie Lutz
Juwelierin Elisabeth Lange – Heike Trinker
Auftragskiller Jörn Weig – David Bennent
Frau Rusch – Kristina Walter
Enno Bartsch – Thomas Kautenburger
u.a.

Drehbuch – Jan Hinter, Stephan Cantz
Regie – Torsten C. Fischer
Kamera – Carl-Friedrich Koschnick
Szenenbild – Frank Polosek
Schnitt – Dora Vajda
Kostümbild – Martina Jeddicke
Musik – Fabian Römer

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