Rekordumsätze, Rekordpreise am Berliner Büromarkt (IZ) – #Mieterpost 27 #Mietenwahnsinn #Bueromarkt #Berlin #AllTimeHigh #Gewerbe

Im Jahr 2019 wurden am Berliner Büromarkt nie zuvor erreichte eine Million Quadratmeter Bürofläche neu vermietet, schreibt die Immobilienzeitung.

Man hätte sogar noch mehr umsetzen können, wenn mehr Fläche zur Verfügung gestanden hätte. Der Leerstand liegt mit 1,2 Prozent weit unter der für eine reibungslos Fluktuation benötigten Quote von etwa 4 Prozent. Wir können uns erinnern: Als wir nach Berlin kamen, war das anders. Da wurden Büroflächen oft wie Sauerbier angeboten – wobei die Preisvorstellungen sicher auch eine Rolle spielten.

Momentan geht aber wohl fast alles, obwohl 23,4 Millionen Quadratmeter Bürofläche vorhanden sind, das sind 6,3 m² für jede*n Berliner*in. In den nächsten fünf Jahren sollen weitere vier Millionen Quadratmeter hinzukommen. Wir stellen uns vor, bei den Wohnungen gäbe es einen Zuwachs von 17 Prozent in nur fünf Jahren. Das wären 326.000 Wohnungen, über 60.000 pro Jahr. Wieso geht das am Büromarkt doch so einfach und – wieso reicht der Neubau bisher nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen? Das wäre ja der Schluss aus dem Preisauftrieb, auf den wir gleich eingehen werden. Vielleicht, weil die Preisentwicklung nicht nur nachfragegesteuert ist. Und damit zu den Preisen:

„Die Berliner Durchschnittsmiete kletterte von 21,80 Euro/qm auf 26,90 Euro/qm. Die Spitzenmiete legte einen ähnlich rasanten Sprung hin – von 35,20 Euro/qm auf 39 Euro/qm.“

Das bedeutet nicht weniger als einen Anstieg von mehr als 23 Prozent innerhalb eines Jahres. Über Startups, die immer mehr Probleme haben, sich noch in der City anzusiedeln, hatten wir bereits im vergangenen Jahr hier geschrieben. Es handelt sich bei den obigen Zahlen um die Neuvermietungsangebote und die IZ schreibt nichts über die Datenerfassungsgrundlage für diesen Durchschnittspreis, die Bestandsmieten dürften jedenfalls weiterhin deutlich niedriger liegen.

Trotzdem weist dies darauf hin, dass auch Gewerbemieten einer Regulierung bedürften, um nicht immer mehr Unternehmen in existenzielle Sorgen zu treiben. Vor wenigen Tagen erst wurde bekannt, dass das Cinestar im Sony Center (am Potsdamer Platz) zum Jahreswechsel schloss – trotz seiner sehr hohen Eintrittspreise und seiner Bedeutung für die Berlinale – weil die Rentabilität angesichts hoher Mietpreisforderungen nicht mehr gegeben war. Probleme dieser Art treten am Potsdamer Platz mittlerweile häufig auf. Das Konzept der neuen urbanen Mitte am früheren Mauerstreifen hat durch prominente Abgänge mehr als nur ein paar Kratzer erhalten.

Was uns vor allem erstaunt, ist die ungebremste Nachfrage nach Büroraum – Home Office voran scheint nicht so recht zu funktionieren, dafür werden überall Digitalnomaden mit Coworking-Spaces angezogen, auch bei uns im Bezirk und nicht zuletzt dort, wo bis kürzlich zwei der ältesten Jugendzentren Berlins angesiedelt war, in der Potsdamer Straße 180-182. In diesem Fall finden wir die Entwicklung ohnehin negativ, ansonsten wäre zu eruieren, wofür genau der viele neue Büroraum gebraucht wird, ob damit eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung verknüpft ist. Wie nachhaltig eine Entwicklung angesichts von Preissteigerungen bei den Angebotsmieten um mehr als 20 Prozent jährlich sein kann, ist eine Frage, der man nicht ausweichen sollte.

TH

2 Kommentare

  1. Tja, in einem Punkt ist der Bericht sowas von falsch, denn es hat nicht das CinemaxX am Potsdamer Platz geschlossen, sondern das CineStar im Sonycenter. Lieben Gruß Uwe

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