UPDATE – Zum 70. von Rio Reiser + "Wir bleiben hier!" Vorbereitungen für den Housing Action Day 2020 – Bericht vom Dreh des Musikvideos mit Ton Steine Scherben am 14.12.2019 JETZT mit Trailer @TonSteineScherb @MietenwahnsinnB @KGerigk @U67bleibt @Sander11_11a @HeimatNeue @DoebertSteffen @hedintern @HDay2020 @KunstblockB @KoaFreieSzeneB @ReclaimYourClub @clubcommission @TOP_B3RLIN @counter_campus @gentrifidings @stadtvonunten @wabeBerlin @schoeneweider20 @rioreiserpreis u. v. a.

Wir waren am 14.12.2019 in der Regenbogenfabrik von Berlin-Kreuzberg, wo die Vorbereitungen für den Housing Action Day am 28.03.2020 einen vorweihnachtlichen Höhepunkt erlebten: Die Aufnahme des Musikvideos für diesen internationalen Demo-Tag im März des kommenden Jahres.

Update vom 09.01.2020: Heute zeigen wir als Update des Beitrags die erste Version des Making of – etwas spät am Abend aber noch passend zum 70. Geburtstag von Rio Reiser – in Memoriam. Hier eine kleine Dokumentation für alle, die sich nicht mehr so auskennen, danke an die @HeimatNeue.

Seine Band Ton Steine Scherben ist noch aktiv und hat das Video für den Housing Action Day mit vielen Menschen aus Berliner Mieter*innen-Initiativen eingesungen. Wir bedanken uns noch einmal dafür, dass wir einige Vorab-Bewegtbilder zeigen dürfen bei Ton Steine Scherben und bei Regisseurin Charlotte Schwab und allen Beteiligten.

Selbstverständlich wird das Endergebnis viel professioneller aussehen als unser Mitschnitt – den wir nach der Vorstellung des Liedes, die Mitte Januar stattfinden soll, ungeschnitten, in voller Länge anbieten werden. Unseren heutigen Beitrag sehen wir als Trailer in HD an, der Lust auf mehr machen soll – auf den Song mit Ton Steine Scherben und vor allem natürlich auf den internationalen Housing Action Day am 28.03.2020!

Kommt alle und macht mit bei den Demos, ob in Berlin oder anderswo, denn Mieter*innen finden immer noch lange nicht genug Gehör in der Politik!

Beitrag vom 15.12.2019: Initiatorin für den Housing Action Day ist, wie schon am 6. April 2019, das Bündnis Mietenwahnsinn und die Musik kommt originial von der Kultband Ton Steine Scherben. Genauer: von Kai & Funky von Ton Steine Scherben mit Gymmick, wie die Nachfolgegruppe der ursprünglichen Band heißt, die in den 1970ern den Sound des widerständigen Berlin lieferte. Seit 2015 tourt die Band in dieser Zusammensetzung, zwei von drei Musikern zählen zur Originalbesetzung bzw. sind seit den 1970ern dabei. Leadsänger und Gitarrist Rio Reiser, der 1996 verstarb, ist wohl das bis heute bekannteste Gründungsmitglied. Der Heinrich-Platz in Kreuzberg soll nach ihm umbenannt werden.

Das Lied, das gestern mit vielen Aktivist*innen zusammen eingespielt wurde, heißt „Wir bleiben drin!“ (in unserer Wohnung) und wurde eigens für die Situation des Mietenwahnsinns neu komponiert. Hier eine Version, welche die drei Künstler im Juni 2019 im „SO36“ vorgetragen haben.

SO36 spielt auf den alten Bezirk Berlin-kreuzberg an, der diese Bezeichnung trug und das Kerngebiet des antikapitalistischen Widerstands in Westdeutschland war.

Unsere erste Meldung von der gestrigen Session war der links abgebildete Tweet und wir haben überlegt, wie wir es anstellen, dass wir immer wieder auf den Housing Action Day hinweisen können Wir werden versuchen, immer wieder Updates mit weiteren Eindrücken gestern und von kommenden Vorbereitungen zu veröffentlichen – auch vom „Making of“ und von allem, was mit dem wichtigen Tag im kommenden Frühjahr zu tun hat.

Dass wir Eindrücke von der spannenden gestrigen Veranstaltung zeigen dürfen, verdanken wir der sehr freundlichen Haltung des Bündnisses und seiner Teilnehmer*innen. Ein Dank geht an Ton Steine Scherben. Wir haben Gymmick gefragt, ob wir schon ein bisschen was zeigen dürfen, nicht nur Fotos, sondern auch kleine Ausschnitte vom Lied selbst, ein weiterer Dank an Kalle Gerigk aus Köln, mit dem der mittlerweile allgegenwärtige Ruf der Mieterbewegung „Wir bleiben alle!“ untrennbar verbunden ist und der gestern die Aktivist*innen super unterstützt hat – und besonders an Regisseurin Charlotte Schwalb, die uns ebenfalls gestattet hat, Ausschnitte aus unseren eigenen Amateuraufnahmen zu verwenden. Wir haben uns entschieden, den ersten kurzen „Trailer“ dem ersten Update vorzubehalten – und belassen es heute bei einer Fotostrecke, die den Abschluss dieses kleinen Berichts bildet.

Das Video der Version für den Housing Action Day soll Mitte Januar 2020 offiziell erscheinen. Alles, was wir davor und danach an zusätzlichen Informationen anbieten, sehen wir als redaktionellen Beitrag, aber auch als Werbung für die große Mieterdemo 2020 an. Es ist heute ohnehin üblich, dass sich beides miteinander verbindet, aber nicht alle, vor allem nicht diejenigen, die für das Kapital schreiben, reden offen darüber, dass sie keineswegs „neutral“ berichten. Aus irgendeinem Update verschwindet diese Anmerkung vermutlich wieder, aber im Moment ist uns gerade danach, sie aufzuschreiben – man kann auch sagen, die Kampagnen der Vermieterlobby triggern uns und spornen uns an. Der Spaß an der Aktion war gestern so deutlich zu spüren, die Individualität und das Engagement der Beteiligten haben uns beeindruckt – und unwillkürlich zurückdenken lassen an die kleine Vermieter-Ansammlung am Montag zuvor. Wir haben hier einiges rausgekürzt, aber wir halten fest: Würde Berlin nur aus denen bestehen, die für endlose Mietsteigerungen demonstrieren, eine wahrlich verarmte Stadt wäre es. Schon deshalb, weil es keine Mietenden mehr gäbe, denen man möglichst viel vom Einkommen abnehmen kann.

Die letzte gemeinsame Aktion aller Beteiligter des „Bündnis Mietenwahnsinn“ war die Demonstration „Erst richtig deckeln, dann enteignen!“ am 3. Oktober 2019 mit ca. 4.000 Teilnehmenden. Am 6. April 2019 kamen 40.000 Menschen zusammen, um gegen den Mietenwahnsinn zu demonstrieren. Die Entwicklung der Ereignisse um den Mietdendeckel wird sicher Einfluss auf den Mobilisierungsgrad am 28. März haben. Wenn er so umkämpft sein wird, wie es sich im Vorfeld seiner Inkraftsetzung abzeichnet, gehen wir von sehr vielen Menschen aus, die für ihn und für viele Schutzinstrumente für Mietende in der Stadt auf die Straße gehen werden.

Es geht gegen Umwandlung, Eigenbedarfskündigung, Share Deals im Milieuschutz, Zwangsräumungen, spekulativen Leerstand, Umgehung der Mietpreisbremse und bis dahin auch des Mietendeckels, Hochpreisvermieter wie Akelius, Reibach mit möbliertem Wohnen, Touristenfallen wie AirBnB & Co., Deutsche Wohnen & Co. mit ihrer Marktmacht und ihrem Kampf gegen den Mieterschutz, immer teurer werdende Rekommunalisierung, Kampagnenjournalismus und anonyme Social-Media-Accounts, die sich gegen jede partizipative Wohnform richten. Die Liste der Missstände und der Spins, gegen die wir uns wenden müssen, ist lang und hier nicht vollständig wiedergegeben.

Das Einsingen von „Wir bleiben drin!“ lässt sich in zwei Akte untergliedern.

Den Dreh in der Regenbogenfabrik und die anschließenden Außenauffnahmen im Hof. Glücklicherweise hatte es da gerade aufgehört zu regnen und – Klischee oder nicht – der Himmel klarte auf und die Sonne kam für ein paar Minuten heraus, als 30 bis 40 Menschen kräftig sangen und gehend einen Kreis beschrieben.

Als wir gegen 14 Uhr am Ort eintrafen, konnten wir noch mehrere Durchgänge im Innenraum und das gesamte Geschehen im Hof zu beobachten.

Im Grunde gab es einen dritten Teil, nämlich das Interview, das Kalle Gerigk und Charlotte Schwalb mit den drei Musikern führte – was würdet ihr tun, um gegen den Mietenwahnsinn anzukämpfen, wenn ihr zu bestimmen hättet? Das Gespräch haben wir aber nicht aufgezeichnet, nur von der Situation ein paar Fotos gemacht. Und damit zu ersten Fotos von gestern:

Aufnahme in der Regenbogenfabrik

Außenaufnahme im Hof

TH

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