BITTE MORGEN ALLE zum Hoffest der Elsenstraße 74 in Neukölln! Gegen Spekulation und Verdrängung! 15.02.2020, ab 13 Uhr! @derjochen @Else74bleibt #Mietenwahnsinn #WohnenistMenschenrecht

Bitte geht morgen alle zum Hoffest gegen Verdrängung, das die Bewohner*innen der Elsenstraße 74 in Berlin-Neukölln veranstalten!

  • 15.02.2020, ab 13 Uhr

Der Hintergrund: Unser Haus wurde von der four real GmbH aufgekauft, die nach eigenen Angaben ihren Fokus auf “Objekte mit überdurchschnittlichen Renditemöglichkeiten oder mit Potenzial für Leerstand” hat. Das klingt für uns nicht nach einem neuen Eigentümer, der das Wiener Modell in die Stadt trägt. Die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrecht durch die Stadt endet am 24. Februar 2020, schreiben die Bewohner*innen auf ihrer Webseite.

160 Briefe an Mieter*innen, für deren Häuser die Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts geprüft wird, hat der Neuköllner Stadtrat Jochen Biedermann gestern verschickt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Häuser im Schillerkiez im Nordwesten von Neukölln.

Die Bewohner*innen der Elsenstraße 74 sind also nicht dabei, denn sie liegt dicht bei unserem ersten Wohnort in Berlin, das war am Eingang zum Reuterkiez, die Gegend wird gerne Kreuzkölln genannt.

Für die Else 74 läuft die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrechts also am 24.02.2020 ab. Dazu fiel uns gestern beim Nachdenken über das Haus, den Kiez, den Mietenwahnsinn ein Mini-Gedicht ein.

Das Jahr ist jung, die Kassen sind voll
Ein Vorkauf der Else wäre doch toll!

Beim Lesen der Homepage der Else 74 sahen wir, dass auch eine Mieter*innenpartei im Haus sich in gereimter Form dargestellt hat.

Wer sind die Bewohner*innen? Sie schreiben über sich selbst:

Wir sind die Hausgemeinschaft der Elsenstraße 74. Unser Haus besteht aus ca. 20 Wohneinheiten. Wir Bewohnerinnen kommen aus verschiedenen Ländern der Welt – aus Südamerika, Nordamerika und Europa. Wir gehen vielfältigen Beschäftigungen nach, sind Arbeiterinnen, Handwerkerinnen, Studierende, Angestellte und Künstlerinnen. Viele von uns leben mit unseren Familien hier. Einige schon Jahrzehnte lang. Viele kennen sich persönlich und das Zusammenleben im Haus ist von gegenseitiger Unterstützung geprägt.

Und was wünschen sie sich? Es steht wiederum auf der Webseite zu lesen:

  • Übernahme unseres Kaufvertrages durch eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, eine Genossenschaft, eine Stiftung oder eine Privatperson, die sich für sozialverträgliches Wohnen in Berlin engagiert,
  • Wohnungen in Mietobjekten statt Spekulationsobjekten,
  • Bezahlbaren Wohnraum für alle,
  • Engagement von Politiker*innen des Bezirks Neukölln und der Stadt Berlin für langfristige Lösungen zu bezahlbarem Wohnraum und damit auch konkret unserem Haus und solange die nicht vorhanden sind: Nutzung des Vorkaufsrechts vor allem bei Häusern, die Gefahr laufen, in Eigentum umgewandelt zu werden. Die Bauflächen in Neukölln sind begrenzt – Wohnraum muss für alle zugänglich bleiben,
  • mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt: Immobilienunternehmen sollten mit Unterzeichnung des Kaufvertrages den geplanten Verwendungszweck der Immobilie offenlegen / Mieter haben ein Recht auf Aufklärung!

Wir hoffen sehr, dass Jochen Biedermann neben seinen Aufgaben im Schillerkiez auch ein Herz für die Else 74 hat.

Bei den Nachbarn aus der Elsenstraße 75, die wir „Eichhörnchen-Haus“ genannt hatten, hat es nämlich im vergangenen Jahr geklappt mit der „Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts zugunsten Dritter“, wie es präziser heißt, das Haus ist nun Teil des kommunalen Wohnungsbestandes von Berlin.

Der Besuch der Webseite des Hauses lohnt sich, unter anderem kann man mehr über einzelne Mieter*innen lesen und im Fotoalbum die Entwicklung des Else-74-Logos nachvollziehen, Plakate und das Haus anschauen und wie derzeit in der Nachbarschaft Werbung fürs morgige Hoffest gemacht wird. Hier ein schönes Plakatbeispiel:

Unser Forderungen, die über den aktuellen Mieter*innenschutz hinausgehen, sind nach wie vor:

  • Milieuschutz auch für kiezbasiertes Kleingewerbe,
  • Umwandlungsverbot in Milieuschutzgebieten, allgemein Erschwerung der Umwandlung in Eigentum,
  • ein Transparenzregister für Grundbesitz, das unzugängliche Schachtelkonstruktionen nachvollziehbar macht,
  • Verbot von Eigenbedarfskündigungen,
  • Enteignung von privaten Immobilien-Großkonzernen.

Wir hoffen morgen für die Else 74 auf gutes Wetter und viele Besucher*innen!

Heute erklären wir unsere Solidarität mit den Menschen, die in der Elsenstraße74 in Berlin-Neukölln wohnen!

TH

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