#7 HOUSING ACTION DAY 2020 Überregionaler Aufruf für den 28.03.2020: "FENSTER- und ONLINE-Demo gegen MIETENWAHNSINN und VERDRÄNGUNG!" #HousingActionDay2020 #Mietenwahnsinn #HousingFirst #HousingActionDay #Corona #COVIDー19 #CoronaVirus @HDay2020 @MietenwahnsinnB @HeimatNeue

Noch vier Tage! Wir wollten bis zum 28. März 2020 herunterzählen auf Null und dann zur Demo gegen den Mietenwahnsinn in Berlin gehen. Daraus wird nun aufgrund der Anordnungen zur Bewältigung der Corona-Krise leider nichts. Jedoch hat das Aktionsbündnis gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung den Tag nicht abgesagt, sondern will mit eurer Hilfe trotzdem viele Zeichen setzen. Wir fassen den offiziellen überregionalen Aufruf kurz zusammen und posten ihn anschließend im Volltext.

  • Gerade durch die Corona-Pandemie zeigt sich, wie wichtig geschützte Räume für alle sind!
  • Die Krise führt dazu, dass Jobs verloren gehen und die Umsätze kleiner Gewerbetreibender und Selbstständiger einbrechen, deshalb gilt umso mehr: Wohnen ist ein Menschenrecht, keine Ware und die Räume von Kleingewerbe Betreibenden müssen sicher sein!
  • Solidarität mit allen, die jetzt nicht geschützt sind und deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist!
  • Zehn wichtige Forderungen für die Krisenzeit und danach!
  • Wie dem Protest gegen den Mietenwahnsinn trotz des Kontaktverbots eine Stimme gegeben werden kann. Vorschläge, die kreativ und individuell umgesetzt werden können.

In vielen Artikeln haben wir über Einzelfälle von „Mietenwahnsinn“ berichtet und allgemeine Überlegungen zur Wohnungspolitik angestellt. Die Corona-Pandemie verschiebt nun den Akzent unserer Berichterstattung, nicht jedoch unser zentrales Anliegen. Deshalb noch einmal mit den Worten aus dem Aufruf: Wohnen ist Menschenrecht und darf keine Ware sein!

Unsere Solidarität heute mit allen Betroffenen, die im Aufruf genannt sind und mit dem Bündnis Mietenwahnsinn, das sich für die Vorbereitung des Housing Action Day engagiert.

Der Aufruf für den 28.03.2020:

Seite 1

Seite 2 / Ende

TH

#6:

Noch – wie viele Tage? Wir wollten bis zum 28. März 2020 herunterzählen auf Null, dann wurde es offiziell: Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie werden die größeren Veranstaltungen zum Housing Action Day verschoben. Das Berliner Bündnis Mietenwahnsinn hatte sich kurz dazu geäußert und wir hatten eine persönliche Erklärung verfasst (siehe #5).

Wir zählen weiter: noch zehn Tage. Denn es wird weiter Zeichen und Aktionen geben, auch in den Tagen der Corona-Krise, die einen bisher, wenn man Kriegen absieht, beispiellosen Einschnitt in das öffentliche Leben vieler Länder auf der Welt mit sich bringt. Heute geben wir das Statement des nationalen Bündnisses für den „HDay2020“ wieder, das soeben online gegangen ist. Die Krise lässt auch die Schwächen der Wohnungspolitik und der Gesundheitspolitik, die wiederum Ausfluss einer falschen Wirtschaftsideologie sind, noch einmal in einem schärferen Licht erscheinen. Dies spiegelt sich auch im Text des des Bündnisses.

(Hier zur Originalseite mit der Erklärung.)

Wir haben über viele Einzelfälle von Mietenwahnsinn in Berlin geschrieben, immer wieder auch über verschiedene Aspekte der Wohnungspolitik. Wir erklären uns solidarisch mit dem Aktionsbündnis gegen Mietenwahnsinn. Wir identifizieren uns mit seinen Forderungen. Einige Mitglieder der Berliner Gruppe kennen wir mittlerweile persönlich und haben sie als solidarische, engagierte, politisch und sozial kompetente Personen erfahren. Deshalb werden wir weiter darüber schreiben, wie schwierig es in einer reichen, aber auch für Reiche gemachten Welt ist, das Recht auf Wohnen zu verwirklichen.

Wir sind traurig über die Verschiebung der Großdemo, die am 28. März stattfinden sollte, aber wir schauen voraus: Wenn sie dann kommt, wenn die Cornoa-Krise abgeklungen ist, wenn es Sommer wird in den Städten oder zu jeder anderen Jahreszeit – dann wird die Kundgebung groß und kraftvoll werden. Da sind wir ganz sicher.

Änderung: Wir haben das Statement nicht mehr abgebildet, sondern belassen es bei dem obigen Link. Wir ziehen auch den zugehörigen Tweet zurück und setzen den Beitrag dadurch „neu“. Der Grund ist ausschließlich, dass wir den Eindruck hatten, unsere Intention, uns solidarisch zu erklären, sei möglicherweise eher als Aneignung empfunden worden. Es gab keine Meldung an uns, die wir in dieser Richtung hätten interpretieren müssen, aber einen auffälligen Mangel an Zustimmung zu #6 in Relation zur Wichtigkeit der Erklärung und zu den bisherigen Teilen der Serie.

TH

Trotzdem und gerade deswegen, weil auch die Pandemie wieder zeigt, dass Schwächere und die hart arbeitende Bevölkerung, die unsere Städte am Laufen hält, besonders betroffen sind, weil sie gravierende Systemmängel noch deutlicher macht: Alle, die Widerstand gegen eine gewissenlose Spekulationspolitik, gegen Preistreiberei, gegen Verdrängung, gegen Zwangsräumungen und viele andere Formen von Mietenwahnsinns zeigen möchten, sind aufgefordert, aktiv zu werden!

#5 15.03.2020 Unser Vorhaben, jeden Tag einen Artikel zum Action Housing Day 2020 zu schreiben, haben wir bereits „gedehnt“ – die Umstände! Wir hatten nämlich, als wir das beschlossen, nicht vor, jeden Tag mindestens einen Artikel zur Corona-Pandemie zu bringen. (Hier zu #4.)

Diese Pandemie hat nun leider auch dafür gesorgt, dass der Housing Action Day 2020 verschoben werden muss. In Berlin gilt seit gestern eine strikte Beschränkung für öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen, die sich möglicherweise weiter verschärfen könnte, wenn die Infektionsraten in den nächsten Tagen nicht deutlich zurückgehen. Uns tut das einerseits sehr leid, wir sind traurig, wir denken an die vielen Menschen, deren wirtschaftliche Existenz nun gefährdet ist. Dazu zählen auch jene, die aktuell in Berlin von Verdrängung bedroht sind.

Hier zum Tweet
des Berliner Bündnisses gegen Mietenwahnsinn
.

Hier zur gestrigen Verordnung des Berliner Senats zum Umgang mit der Corona-Pandemie.

Wir fordern ohnehin eine neue Berliner Linie ohne Zwangsräumungen, aber nun gilt erst einmal: Sämtliche Maßnahmen gegen bedrohte Bewohner*innen, Projekte und Einrichtungen in dieser Stadt müssen ausgesetzt werden, bis die Corona-Pandemie beendet ist! Obdachlose brauchen dringend Unterkünfte, in denen sie vor Ansteckungsgefahr geschützt sind.

Wir sehen in diesen Tagen viele Zeichen der Solidarität, in Berlin. Bezirke und Kieze in den Bezirken bilden Gruppen heraus, in denen man sich vernetzen kann, Telegram ist interessanterweise das Kommunikationsmodul, das dabei einen Verbreitungsschub erfährt; wenn man so will, parallel zum Auslöser der Gruppengründungen.

Es geht um gegenseitiges Mut machen, es geht um praktische Solidarität. Es geht darum, dass diejenigen, die es können, anderen helfen, sie unterstützen, und man seine Kompetenzen gegenseitig und entgeltlich zur Verfügung stellt. Diese Ideen, diese Angebote kommen immer aus der Mitte der Stadtgesellschaft, nie von den drei rechten Parteien, nie von denen, die nur an sich selbst denken und mit ihrem Klassenkampf von oben den Housing Action Day und andere Aktionen erst notwendig gemacht haben.

Wir freuen uns darauf, nach dem Abklingen der Corona-Pandemie mitzumachen, beim Housing Action Day 2020. Sollte er im Sommer stattfinden, wird er auch ein Zeichen für neuen Mut und neue Lebensfreude der Stadtgesellschaft sein: Wir haben das Virus überstanden, besiegt, wir wissen umso mehr, wie wichtig es ist, zusammenzustehen und endlich für nachhaltige politische Veränderungen zu sorgen. Denn der Corona-Krise wird die wirtschaftliche Krise folgen, das zeichnet sich deutlich ab, und dann werden wieder dieselben Eigenschaften gefragt sein: Fähigkeit zur Empathie, Solidarität, an andere, nicht nur an sich selbst denken.

Wir denken an die Erkrankten, wir trauern um die Toten. Aber wir sehen auch die Chance, dass aus der Corona-Zeit nicht Hass und Abgrenzungsdenken, neoliberaler Egoismus, sondern der Sinn für Gemeinsamkeit und für die Verantwortung aller füreinander gestärkt hervorgehen werden. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu werben und nicht der Versuchung nachzugeben, Schuldige zu benennen und sich abzuschotten.

Die Krise wird das Schlechteste und das Beste in uns deutlicher hervortreten lassen und vieles, was lange unter der Oberfläche gebrodelt hat, sichtbar machen.

Wir brauchen mehr Bewusstsein für die globale Lage und dafür, dass wir Akteure sind, keine Opfer, die nichts tun können gegen Ausbeutung und Krieg, gegen eine Politik und eine Wirtschaftsverfassung, die zu Umweltschäden gigantischen Ausmaßes führen und zu einem Gesundheitssystem, das durch eine Situation wie die gegenwärtige sofort ans Limit kommt, weil es an einer ganz und gar falschen Ideologie ausgerichtet und kaputtgespart wurde. Es trifft die Ärmeren, es trifft die Schwächeren. Dies geht uns alle an und wir müssen Stellung beziehen: Wollen wir eine Gesellschaft, die in jeder Krise zeigt, dass sie vorzivilisatorisch ist und alle jene tötet oder versehrt, die gemäß dem Recht des Stärkeren weg können?

Wollen wir tatsächlich die Alten und Kranken, die finanziell weniger Gepolsterten und viele Minderheiten auf diese Weise loswerden – oder wollen wir uns weiterentwickeln und verstehen, dass wir, wenn die Entwicklung so weitergeht wie in den letzten Jahrzehnten, letztlich alle verlieren werden. Es geht dann gar nicht mehr um ein schlechtes Gewissen, sondern um die schlichte Tatsache, dass krisenhafte Symptome auch ohne ein Virus, das derzeit ein Sinnbild dafür ist, immer weitere Kreise der Gesellschaft erfassen werden und ob wir das weiterhin klaglos, widerstandslos hinnehmen wollen.

Oder wollen wir endlich begreifen, dass unsere Eigenschaft, soziale Wesen zu sein und in Zusammenhängen denken zu können, auf einem so kleinen Planeten das Wichtigste ist, was wir haben und dass wir nicht falschen Propheten folgen dürfen, die uns beibringen wollen, wir seien nichts anderes als Profitmaschinen. Wie entsetzlich arm diese Ideologie der Ökonomisierung von wirklich allem ist, wissen wir doch nicht erst sein Corona – aber auch jetzt zeigen manche Menschen wieder ein sehr seltsames, rein ichbezogenes Verhalten. Wie viele Krisen brauchen wir also noch, um zu verstehen, dass wir auf dem Holzweg sind?

Wir haben es in der Hand, das Beste aus der Lage zu machen, indem wir unsere sozialen Skills auspacken, solange es noch nicht heißt: „Rette sich, wer kann.“ Dazu besteht noch gar kein Anlass. Kein Anlass zur Panik. Aber auch kein Anlass zum Weiter so auf dem selbstzerstörerischen Weg in die globale Katastrophe.

In diesem Sinne schreiben wir weiter und warten auf einen neuen Termin für den Housing Action Day 2020.

TH

#4 12.03.2020 Wir müssen davon ausgehen, dass der Housing Action Day 2020 verschoben wird. Eine offizielle Absage gibt es unseres Wissens noch nicht, aber wenn in Berlin alle Großveranstaltungen mit über 1000 Menschen verboten bleiben, wird das auch den Protestzug betreffen. In andere Städten und Ländern wird es kaum anders sein.

Bedauerlicherweise müssen wir schreiben: Das ist richtig so. Die Eindämmung der Corona-Pandemie hat Vorrang.

Die Situation ist schlimm für alle, die so viel Zeit und Ideen in die Vorbereitung des Housing Action Days investiert haben (hier unser Beitrag zum Dreh des offiziellen Videos für den HDay2020 im Dezember 2019), aber es trifft uns alle auf die eine oder andere Weise oder dies wird in den nächsten Wochen der Fall sein.

Vor allem aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Eine Verlegung auf den Sommer fänden wir gar nicht schlecht, dadurch bleibt viel Zeit, weiter an den Vorbereitungen zu feilen, Bündnisse zu schließen, zu mobilisieren, vielleicht müssen auch Verhandlungstermine und Zwangsmaßnahmen gegen Mietende verschoben werden. Viele kleinere Veranstaltungen der Aktionswoche zum Housing Action Day 2020 (ab 21.03.) werden sicher stattfinden.

Wir erhalten die Gelegenheit, weiter zu berichten und für die Veranstaltung kleinerer Aktionen gegen den Mietentenwahnsinn zu werben und über Vorgänge der Wohnungspolitik zu reflektieren. Die Rechtmäßigkeit des Berliner Mietendeckels könnte bis zum Verschiebungstermin beispielsweise geklärt sein.

Das werden wir tun: Berichten und uns der einen oder anderen Aktion anschließen. In diesem Sinne kommen wir nun zu zwei Ereignissen von gestern, die wir hervorheben möchten:

Die Vonovia mit Sitz in Bochum und im DAX, Europas größter Wohnungskonzern, ruft nicht nur in Deutschland durch sein Vorgehen Mieter*innen gegenüber immer wieder Proteste hervor, gestern trafen sich auch Menschen in Amsterdam vor den Toren der Vonovia Finance, um gegen die Konzernpolitik zu demonstrieren.

Hier noch ein Tweet des Berliner Mietenwahnsinns-Bündnisses zu einem Fall, der im Januar Aufsehen erregt hatte:

Hier zum Tweet

Ebenfalls um Großvermieter ging es gestern wieder einmal auf dem Berliner Kurfürstendamm: Umzingelt von Filialen teurer Luxusmodemarken wie Moncler, Gucci und Versace versammeln sich hier etwa 25 Aktivist*innen des Berliner Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, um unter dem Motto „Return to Sender“ eine Kundgebung abzuhalten. Danach soll den am Kurfürstendamm – in der „Immo-Schlucht“ – ansässigen Immobilienunternehmen ein Besuch abgestattet werden, schreibt die taz zur Aktion auf dem George-Grosz-Platz. Am Ende griff wieder einmal die Polizei zugunsten des Kapitals ein, auch dazu steht etwas mehr im Artikel.

Die Kreativität der Berliner Mieter*innen-Initiativen ist unendlich und das macht uns sicher, dass der Protest gegen Verdrängung nicht mehr abreißen wird, gleich, was die Politik alles nicht tun wird, um Mieter*innen zu schützen. Wir haben bisher übrigens nie das Wort „Vertreibung“ verwendet, um keine Assoziationen zu politischen Vorgängen der Vergangenheit zu evozieren. Gestern Abend schauten wir uns den ersten Tatort an („Tote brauchen keine Wohnung“), der schon 1973 auf die Gentrifzierungsprobleme aufmerksam machte und in dem dieser Begriff häufig vorkommt. Dazu werden wir in der Rubrik „Crimetime“ eine Rezension schreiben. Es war verblüffend, zu sehen, wie gut sich die Handlung auf aktuelle Vorgänge übertragen lässt, oder: Der Kampf muss weitergehen!

Die gestrige Aktion ist von der Mieterpartei dokumentiert worden, wir betten vier Videos mit Redebeiträgen ein, die eine Orientierung über die Themen bieten, denen die Aktion gewidmet war, es geht u. a. um Akelius, um einen Beitrag für das Wohnungslosnenparlament und um die Neuköllner Kiezkneipe Syndikat.

TH

#3 10.03.2020 Mieter*innen aus #Dresden blockieren aktuell den Eingang der Regionalleitung von #Vonovia.

Twitter-Thread von „Recht auf Stadt Löbtau“ in fünf Teilen, von uns als heutiger Beitrag zum Housing Action Day 2020 ausgewählt. Anschließend stellen wir das Mietenwahnsinnbündnis Dresden mit seinem Aufruf für den 28.03.2020 vor.

„Zum #ActionHousingDay2020 am 28.03. Dann alle zusammen gegen #Mietenwahnsinn & Verdrängung auf die Straße! #Mipim2020 

Warum? Wir solidarisieren uns mit den #Vonovia Mieter*innen, die ohne Mitspracherechte mit ihrer Miete die Dividende der Aktionäre bezahlen & jederzeit in der Angst leben, eine weitere Mietsteigerung zu erhalten.

Für 2019 beträgt die Dividende voraussichlich 850 Mio. Euro  #Vonovia hält es nicht für notwendig, trotz seiner über 35.000 Wohnungen in #Dresden Briefe ihrer Mieter*innen entgegenzunehmen. Jede Post muss nach Bochum!

Von #Vonovia vorgestellte Serviceleistungen entpuppen sich beim näheren Hinsehen als weitere Hürde. Die präsentierte App ist undurchsichtig und eingestellte Anliegen werden ohne Rückmeldung auf erledigt gesetzt.

Unsere Wut richtet sich nicht allein gg. #Vonovia – fehlende Mitbestimmung, Miete für Gewinne & die Angst vor Verlust des Wohnraums gibt’s auch bei anderen Vermieter*innen. Deswegen unterstützen wir @dwenteignen. Die Häuser denen, die drin wohnen! Am 28.03. auf die Straße!“

„Recht auf Stadt Löbtau“ ist Teil des Bündnisses Mietenwahnsinn in Dresden, das für den 28.03.2020 folgenden Aufruf geschrieben hat:

„Große Mietenkundgebung „Mietenwahnsinn stoppen“ am 28.3.2020 // 14:00 Uhr // Skatepark Lingnerallee

Wohnen für Menschen statt als Ware!

Wohnen wird in Dresden wie in vielen anderen Städten immer teurer. Wir erhalten Mieterhöhungen und zahlen immer mehr von unserem Einkommen für die Miete. Manche können sich die Miete nicht mehr leisten und ziehen weg. Andere werden zwangsgeräumt und verdrängt. Wer Sozialleistung benötigt, kann nicht frei über seinen Wohnsitz bestimmen und findet sich außerhalb des Stadtzentrums wieder.

Asylsuchende dürfen sich nicht aussuchen, wo sie wohnen. Der Wohnsitz kann ihnen vorgeschrieben werden.  Aus dem Lager in eine eigene Wohnung zu kommen, ist in den letzten Jahren immer schwerer geworden, die gesetzlichen Hürden wurden höher und höher geschraubt. Rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt führt zu weiterem Ausschluss. Wo definitiv kein Mensch wohnen will: in den Lagern auf der Hamburger und Bremer Straße, in unmittelbarer Nähe zum Abschiebeknast.

Die Wohnungslosigkeit steigt. Immer mehr Menschen werden gezwungen, unter unwürdigen Bedingungen zu leben. So wird das Wohnen in großen Städten wie Dresden immer mehr zum stressigen Kraftakt und existenziellen Risiko.

Der Ausverkauf der Städte im Interesse einiger weniger ist kein Naturgesetz!

Auf dem freien Markt ist Wohnen zu allererst eine Ware. Das heißt: Man kann es sich leisten oder nicht. Die Deregulierung des Immobilienmarktes und Privatisierung kommunaler Wohnungen haben das noch verschärft: Ein großer Teil der Wohnungen in Dresden befindet sich heute im Besitz von gewinnorientierten Unternehmen wie z.B. der Vonovia, die ihre Mieter*innen mit unberechtigten Mieterhöhungen und undurchschaubaren Nebenkostenabrechnungen gängelt.

Wohnungen sind Anlageobjekte. Bauen, Bauen, Bauen – die Forderung konservativer Politiker*innen – kann daher keine Lösung sein. Schon jetzt stehen innenstädtische Objekte wegen überzogener Gewinnerwartung und entsprechend hohen Mieten teilweise leer. Der Ausverkauf der Städte ist die Konsequenz einer kapitalistischen Ökonomie und einer unsozialen, unmenschlichen Politik.

Wir wollen diese Ungerechtigkeit und Gewalt nicht mehr dulden.

Wir widersetzen und solidarisieren uns.

Wir, ein bundesweiter Zusammenschluss von Mieter*inneninitiativen und Recht-auf-Stadt-Gruppen, fordern:

  1. Wir wollen echte soziale Mieten und ein grundlegend anderes Miethöhenrecht. Keine Profite mit der Miete!
  2. Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit verhindern. Housing First in würdevollen Wohnungen und ein einklagbares Recht auf Wohnen!
  3. Leerstand beenden! Wir fordern, dass die Vermietung von spekulativem Leerstand erzwungen werden kann. Besetzungen legalisieren!
  4. Lagerpolitik beenden! Stadt für Alle bedeutet, dass alle Menschen, die hier leben, ein Recht auf Wohnung haben. Die Pflicht, in Sammelunterkünften zu leben, lehnen wir ab.
  5. Echte demokratische Mitbestimmung und kollektive Rechte für Mieter*innen. Wir wollen mitbestimmen, was mit unserem Zuhause passiert!
  6. Eine neue Gemeinnützigkeit im Wohnungsbereich, ein Ende der Bodenspekulation, eine Sozialisierung des Grundeigentums, die Vergesellschaftung der großen Wohnungskonzerne. Wohnraum und Boden dürfen keine Ware sein!
  7. Einen radikalen Kurswechsel in Politik und Wirtschaft: Für eine solidarische und ökologische Stadtentwicklung!“

*ENDE des Aufrufs des Bündnisses Mietenwahnsinn Dresden*

Die Individualität der Regionalgruppen zeigt sich nach dem, was wir bisher sehen, wunderbar darin, dass die Aufrufe zwar aus sachlogischen Gründen ähnliche Forderungen enthalten, aber erkennbar eigenständig formuliert sind und in Details voneinander abweichen – den regionalen Schwerpunkten und Gegebenheiten entsprechend. Wir werden in den nächsten Tagen weitere Gruppen und Aktionen vorstellen.

TH

#2 09.03.2020: „Wohnen ist Menschenrecht“ ruft zum #HDay2020 auf. Die Veranstaltung weist auf Facebook die bisher bekannten Aktionen, die Städte und Namen der Initiativen aus, die sich in Deutschland an diesem Aktionstag beteiligen werden. Wir geben den Aufruf und die Detail-Infos auf Stand 09.03.2020, 12:00 Uhr weiter:

Details

 
2020-03-09 Wohnen ist Menschenrecht auf Twitter_ _#WohnenIstMenschenrecht - desh_ - twitter.comBEZAHLBARER WOHNRAUM FÜR ALLE – KEINEN BODEN DER SPEKULATION!

Immer mehr Menschen wehren sich: Sie schließen sich zu Hausgemeinschaften und Initiativen zusammen und setzen sich für ihre Nachbarschaft ein. Regionale und bundesweite Bündnisse haben sich gegründet, um für bezahlbares und sicheres Wohnen und gegen Immobilienspekulationen zu kämpfen.

Gemeinsam, in großer Vielfalt, gesellschaftlicher Breite und an vielen Orten werden wir am 28. März 2020 auf die Straße gehen, um das Menschenrecht auf Wohnen durchzusetzen!

In den folgenden Städten werden bereits Aktionen für den Housing Action Day 2020 geplant (Weitere Informaionen zu den einzelnen Städten folgen):

_________________
AACHEN – Infos folgen
_________________
BERLIN

Events:
28.03.20 / 13:00 Uhr; Potsdamer Platz

Demonstration „Gemeinsam widersetzen gegen Mietenwahnsinn“

Infos:
https://mietenwahnsinn.info/demo2020/
_________________
BOCHUM

Infos:
https://www.stadt-fuer-alle-bochum.net/2020/01/13/housing-action-day-2020/
_________________
BREMEN

Vorbereitungstreffen:
04.03.20, 19:30 Uhr DGB-Haus (ver.di): Die offene Koordinierungsgruppe bereitet die kommenden Aktionen vor.

Infos:
https://bremerbuendnissozialearbeit.jimdofree.com/
_________________
DORTMUND – Infos folgen
_________________
DRESDEN

Vorbereitungstreffen:
03.02.20, ab 19:00 Uhr Organisation des Housing Action Day in Dresden
Kosmotique, Martin Luther Str. 13, 01099 Dresden

Infos:
https://dresden.mietenwahnsinn-stoppen.de/
_________________
FRANKFURT AM MAIN

Events:
Kommt am 28.03.20 um 13:00 Uhr zur Aktion an der Hauptwache in Frankfurt und bringt einen Topfdeckel und Kochlöffel mit. Wir wollen Lärm für einen hessischen Mietendeckel machen.

Infos:
http://mietenwahnsinn-hessen.de/

🚲
Es gibt eine Fahrraddemo, eine große Kundgebung und viele superspannende dezentrale Aktionen.

Gestartet wird um 11:00 Uhr an der Galluswarte, um dann den ganzen Tag die Stadt zu bespielen.

Infos:
https://www.facebook.com/events/482618819088520/
_________________
FREIBURG – Infos folgen
_________________
GÖTTINGEN

Events:
Kundgebung am 28.03.20 um 13.00 Uhr am Kornmarkt

Infos:
Wir sind das Bündnis „Gutes Wohnen für Alle“ und haben uns im Zuge des bundesweiten Aktionstages „Mietenwahnsinn stoppen“ 2019 aus lokalen Mieter*inneninitiativen, Sozialverbänden, Gewerkschaften sowie mietenpolitische Akteur*innen gegründet. Wir setzen uns für eine Wende in der Wohnungspolitik ein.
Wohnen darf nicht länger den Renditeinteressen der Aktionär*innen dienen. Es muss für alle Menschen gutes und bezahlbares Wohnen ermöglicht werden.

Schreib uns an: guteswohnenfueralle@riseup.net
_________________
HAMBURG – Infos folgen
_________________
KÖLN

Events:
28.03.20 – Sternenmarsch Köln

12:00 Uhr Hans-Böckler-Platz (Neustadt Nord, Linien U3, U4, U5; Bahnhof West, RE 24, 26, 48)

12:00 Uhr Chlodwigplatz (Südstadt, Linien 15, 16, 17)

11:00 Uhr Kalk (Ottmar-Pohl-Platz/Kalk Post, Linien U1, U9; Trimbornstr. S12, S19, RB 25

Infos:
www.facebook.com/RechtAufStadtKoeln
_________________
KREFELD – Infos folgen
_________________
LEIPZIG

14:00 Uhr
Start: Burgplatz

Route:
Burgstraße, Thomaskirchhof, Thomasgasse
Zwischenkundgebung: Markt
Grimmaische Str. , Reichsstraße, Am Brühl,
Ende: Richard-Wagner-Platz

Infos:
http://leipzigfueralle.de/
_________________
MANNHEIM – Infos folgen
_________________
MÜNCHEN

Events:
#ausspekuliert & VdK – die Kraft der zwei Herzen
Die beiden Demonstrationszüge von VdK und #ausspekuliert werden sich auf halber Strecke treffen, zusammenschließen, um schließlich eine gemeinsame Schlusskundgebung am Odeonsplatz abzuhalten.
www.rentefueralle.de

Infos:
https://www.facebook.com/events/2571248156428423/
_________________
MÜNSTER – Infos folgen
_________________
STUTTGART

Event:
14:00 Uhr am Schlossplatz

Infos:
https://www.mietendemo-stuttgart.de/
_________________
TÜBINGEN – Infos folgen

 
2020-03-09 Wohnen ist Menschenrecht Logo klein

#wohnenistmenschenrecht #had2803

*ENDE Aufruf und Infos von „Wohnen ist Menschenrecht“*

#1 08.03.2020: Wir werden bis zum 28. März immer wieder Artikel des Wahlberliners unter dem orangenen Banner des Housing Action Day 2020 veröffentlichen. Darin wird es um die Vielfalt des Protests gehen, aber auch um das eine große Ziel: Eine bessere Wohnraumpolitik und die Durchsetzung des Menschenrechts auf Wohnen. Jeden Tag wollen wir bis dahin mindestens einen Artikel unter dieser Flagge des Protests zeigen. Dem Höhepunkt am 28.03.2020 mit Protestzügen in vielen Städten wird eine Aktionswoche vorausgehen, weitere Veranstaltungen und Vorbereitungen sehen wir bereits jetzt.

Wir werden an unsere bisherige Berichterstattung zum Thema Mieten und Wohnen anknüpfen und es wird immer wieder Aspekte des Kampfes gehen, bekannte Vorgänge und neue, die gerade erst an die Öffentlichkeit gelangen, werden wir beschreiben. Aber auch allgemeine Gedanken zum Thema Mieten und Wohnen und zum Verhalten der Politik und der Vermieterseite werden einfließen – und wir werden anhand vieler Einflüsse und Anregungen einen Kanon an politischen Forderungen publizieren, der von unterschiedlichen Akteuren aufgestellt und von uns unterstützt werden.

Damit beginnen wir heute.

Die deutsche Seite für den Housing Action Day 2020 verweist auf die internationale Präsenz der European Action Coalition, die ein blauviolettes Logo zeigt. Das orangene Logo und das blauviolette werden die Farben unserer Berichterstattung bis zum 28. März bestimmen. Wir haben uns die vielen Initiativen angeschaut, die sich zusammengefunden haben, um den bisher größten internationalen Mieter*innenprotest zu organisieren. Wir sind sehr beeindruckt davon, wie sich in vielen Städten die Menschen zusammenschließen, diesem breiten Spektrum werden wir in den nächsten Wochen ebenfalls die eine oder andere Fortschreibung dieses Artikels widmen.

Wir beginnen heute mit dem englischsprachigen internationalen Aufruf für den Housing Action Day am 28.03.2020, wir posten ihn als Text und im Anschluss in stimmungsvollem Violett im Original-Layout.

Call for the Housing Action Day on the 28th of March 2020

Since the subprime mortgage crisis in 2008, the fight for the right to housing and the city has only intensified: our homes continue to be a gold mine and a mere share on the stock exchange market that does not see people and sees only profit.

Housing speculation is driving up rents and property prices, while the amount of affordable and public housing continues to decline. Our communities and neighbourhoods are rapidly being restructured to generate more profit: our favourite pub, our indispensable kindergarten or our local kiosk are under threat or have already been displaced.

While some of us have become homeowners and took on debt so that we could have a roof over our heads – always facing the risk of losing our homes to the bank as many did, some of us are tenants and receive eviction notices or rent increases that take away more and more of our monthly income. Our houses are being sold and resold with tenants inside for profit, our rents continue to rise, our homes turn into offices and co-working spaces, holiday apartments, or simply remain vacant as a financial investment.

We are served eviction notices and get violently removed from our homes, torn out of our neighbourhoods, and on to the streets.  As homeless people we are forced to live in inhumane conditions. 

These cruelties have become an everyday occurrence in many places in Europe and around the world. But we will not tolerate this injustice and violence any longer. The sellout of cities in the interest of the few is not a law of nature, but the consequence of an uninhibited economic system and a policy that seems to have lost any sense of social responsibility. Together we can change that!

All over the world people are rising to demand our housing rights: we need to get organized in our neighbourhoods, join forces in tenant organisations and right-to-the-city groups, block evictions, squat vacant houses, stop the auctions of our homes, and create alternative forms of living by sharing experiences with people in other cities and countries.. 

Housing for people – not for profit!

We stand in solidarity together and demand that our homes and cities must stop being sources of profit. We want to live in decent housing without fear of being evicted as housing is an essential place to any living being: it is our home, not a commodity!

We want cities that represent our diversity and, as such, we advocate for the full integration of the various social, cultural, educational and economic dimensions of our cities; regardless of income, ethnicity, geographical origin, sexual orientation, gender or age. We want to have the right to live in a decent home and to actively participate in the development and transformation of our cities.

We, a Europe-wide coalition of tenant and right-to-housing/city groups, demand:

1. Real social rents and a fundamentally different rent law. No profit from our rents and homes!

2. An end to evictions and homelessness. Housing First in dignified houses and a legally enforceable right to housing!

3. End vacancy! We demand that the renting of speculative vacancy can be forced. Legalize squatting!

4. Real democratic participation and collective rights for tenants and residents. We want to decide what happens to our homes and our cities!

5. A new non-profit status in the housing sector, an end to the land speculation, a socialization of land ownership and large housing companies. Housing and land must be a collective good!

6. Everyone should have the right to choose their form of housing.

7. A radical change of course in policies and economy: for a social and ecological urban development!

As long as our right to housing is not being enforced, the injustice in the housing sector will not come to an end as profit will always weigh more than social justice in this economic system. We will continue to raise the pressure until the right to adequate housing is guaranteed to all! 

We stand side by side, beyond the city limits and across national boundaries, in protest, resistance, solidarity and with alternatives!

Join the worldwide Housing Action Day on the 28th of March 2020.

In the last few years, people have taken to the streets demanding a better housing and urban policy; on the 6th of April 2018, tens of thousands of people demonstrated for the right to housing in almost 50 European cities.

We call for everyone to go out to the streets together, on the same day in cities across Europe, because we care for each other and are united in common interests. Every local group is completely free to set their own agenda, to stress their local topics and use their preferred form of action. 

Many participating groups are part of  the “European Action Coalition for the Right to Housing and to the City”, a European wide network of over 30 organisations fighting together against the housing crisis in our cities and countries.

We chose the 28th of March in solidarity with tenants in France because it is the end of the winter truce for evictions. The French winter truce starts every year  in October and extends to March, but from April on, the tenants in France face forced evictions and homelessness once again.

If you want to be part of the action day 2020 with people from your city and/or organisation, you are more than welcome to join our movement on the 28th of March. 

*ENDE des Aufrufs*

TH

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