Sherlock Holmes Jr. (Sherlock Jr., USA 1924) #Filmfest 175

Filmfest 175 B "Concept IMDb Top 250 History" (5)

2020-10-08 Filmfest BHeute wollen wir wieder einen Film vorstellen, der gemäß IMDb-Nutzern, die Bewertungen abgeben, zu den 250 besten der Welt zählt oder zählte. In der Moviepilot-Zusammenstellung, auf die wir uns dabei beziehen, gilt er aktuell als nicht platziert, das trifft jetzt nicht mehr zu, er ist wieder drin – offenbar gab es in jüngster Zeit eine Aufwertungsbewegung.

Prinzipiell finde ich es gut, wenn ältere Filme neu gewichtet werden und dabei eine Verbesserung ihrer Position herauskommt, aber in diesem Fall kann ich noch nicht darüber nachdenken, ob die Rückkehr in die Liste gerechtfertigt ist, denn ich kenne „Sherlock Jr.“ nicht. Er zählte leider nicht zu jenen Werken von Buster Keaton, die in der ARTE-Retrospektive 2018 gezeigt wurde, es gibt in unserem Archiv also keine Rezension, die ich jetzt publizieren könnte.

Ganz sicher werde ich – wegen des Specials für Buster Keaton, das noch folgen wird – den Film aus einer anderen Quelle schöpfen, aber für die Weiterarbeit an der „Top 250 aller bisherigen Zeiten“-Sammlung muss ich erst einmal auf Fremdkritiken zurückgreifen. In diesem Fall belasse ich es beim Kritikerspiegel der (deutschen) Wikipedia.

Damit haben wir nun schon nach fünf Filmen die drei größten amerikanischen Stummfilmkomiker zusammen: Charles Chaplin mit „The Kid„, Harold Lloyd mit „Safety Last“ und Buster Keaton mit „Sherlock Jr.“.

Obwohl der Film bei seiner Veröffentlichung kein großer finanzieller Erfolg war, wurde er bereits bei seiner Premiere ein Liebling von Kritikern. Wichtige US-Zeitungen wie die New York Times, die Los Angeles Times, die Washington Post sowie die Atlanta Constitution schrieben ausdrücklich positive Rezensionen. Heute wird der Film von Kritikern eigentlich ausschließlich positiv bewertet, die Time wählte ihn sogar in ihre Liste der besten 100 Filme aller Zeiten und schrieb:

„Der tadellose Komiker führt selbst für sich Regie in einer tadellosen Stummfilm-Komödie. […] Ist das, wie einige Kritiker argumentierten, ein Beispiel für den primitiven amerikanischen Surrealismus? Sicher. Aber werden wir nicht ausgefallen darüber. Es ist vielmehr ein großartiges Beispiel des amerikanischen Minimalismus – einfache Objekte und Bewegungen, manipuliert in lässigen, komplexen Wegen, um einen ständig steigenden Sturm an Gelächter zu erzeugen. Die ganze Sache ist nur 45 Minuten lang, keine Sekunde davon ist verschwendet. In einer Zeit, wo die meisten Komödien komplett aufgeblasen ohne jeden Treffer sind, ist das eine der schätzbarsten Tugenden.“

– Time[1]

„Keatons originellste und spektakulärste Stummfilmkomödie, zugleich eine der gelungensten Auseinandersetzungen des Mediums Film mit sich selbst. Sehr dicht und fesselnd inszeniert, mit vielen amüsanten Einfällen und einer heiter-phantastischen Atmosphäre.“

„Keaton erreichte seinen Höhepunkt mit dieser brillanten und urkomischen Geschichte eines unglückseligen Filmvorführers […] Eine grandiose Studie über Film und Fantasie, die ohne Frage zahllose Filmemacher wie Woody AllenJacques Rivette und sogar Luis Buñuel beeinflusste. (Wertung: vier von vier Sternen)“

Regie Buster Keaton
Drehbuch Clyde Bruckman
Jean C. Havez
Joseph A. Mitchell
Produktion Joseph Schenck
Buster Keaton
Kamera Elgin Lessley
Byron Houck
Schnitt Buster Keaton
Besetzung

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