Komm, bleib bei mir (Come Live with Me, USA 1941) #Filmfest 186

Filmfest 186 A

2020-11-06 Komm bleib bei mir Come live with me USA 1941 Text

2020-08-14 Filmfest AZugegeben, der Text aus dem Jahr 1989 ist selbst für das damalige, mit Maschine geschriebene Filmverzeichnis ziemlich knapp geraten, zumal mit Hedy Lamarr einer der schönsten und zu der Zeit vielversprechendsten Hollywoodstars in „Come Live with Me“ auftrat und außerdem James Stewart, der sich gerade zum Topdarsteller entwickelte, bevor er seine Karriere für den Dienst in der Armee unterbrach und zu einem der auf sozusagen fachfremdem Gebiet höchstdekorierten Schauspieler während des Zweiten Weltkriegs wurde. Die richtige deutsche Schreibweise lautet: „Komm, bleib bei mir“.

Immerhin habe ich den Film bei seiner deutschen Fernsehpremiere im Februar 1988 gesehen und muss konstatieren – eine solche Mühe machen sich die Öffentlichrechtlichen heute nicht mehr, alte Filme neu zu synchronisieren und zu zeigen. Allerdings dürfte das Werk aus einem der MGM-Pakete stammen, die damals gerne erworben wurden und dafür sorgten, dass das einst größte Hollywoodstudio mit seinen Filmen, insbesondere mit den Musicals, in Deutschland den Eindruck vom amerikanischen Film der goldenen Hollywood-Ära stark prägte. Um noch etwas Butter bei die Fischerl zu kriegen, hier das eine oder andere aus der Wikipedia:

Der Film wurde nach dem Gedicht Come Live with Me von Christopher Marlowe benannt, das 1599 erstmals in The Passionate Pilgrim veröffentlicht worden war und im Film von James Stewart vorgetragen wird.[1] Gedreht wurde vom 7. Oktober bis 30. November 1940. Für die Filmbauten der MGM-Produktion war Cedric Gibbons verantwortlich, die Ausstattung übernahm Edwin B. Willis, während Adrian die Kostüme entwarf. Mit Ende 70 machte Adeline De Walt Reynolds in Komm, bleib bei mir ihr Filmdebüt als James Stewarts Großmutter.

Komm, bleib bei mir feierte am 29. Januar 1941 in Los Angeles Premiere und ging zwei Tage später in den US-amerikanischen Verleih. In Deutschland wurde der Film erstmals am 21. Februar 1988 von der ARD im Fernsehen gezeigt.

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete Komm, bleib bei mir als „[r]outiniert inszenierte Komödie vor realistischem Hintergrund, die vor allem am ausdruckslosen Spiel der Hauptdarstellerin leidet“.[2] „Echt charmant“ war der Film hingegen für Cinema.[3] Prisma wies darauf hin, dass Hedy Lamarr im Film „besonders schön und liebenswürdig“ sei. Clarence Brown habe „bei dieser ‚Green Card‘-Story mit leichter Hand Regie“ geführt, was auch der „spürbare[n] Spielfreude der Darsteller“ entspreche.[4]

Es ist wirklich lange her, dass ich den Film angeschaut habe, seinerzeit erhielt er von mir eine Standard-Bewertung. Sicher ist jedoch, dass Regiseur Clarence Brown zu jenen MGM-Filmarbeitern zählte, die sehr gutes Handwerk ablieferten, und zwar fast immer, und zu jenen zählten, die recht unglücklich an einem Oscar vorbeigeschrammt sind, trotz mehrerer Nominierungen und obwohl Schauspieler*innen unter ihrer Führung ebenjene begehrten Statuetten erhielten.

Einige der erfolgreichsten MGM-Filme der 1940er wurden von Brown inszeniert, z. B. „National Velvet“, mit dem Liz Taylor als Jugendstar inthronisiert wurde und „The Yearling“, eine Rezension dazu werden wir demnächst veröffentlichen. Bisher auf dem Filmfest des Wahlberliners vorgestellte Arbeit von Brown: „Anna Karenina“ mit Greta Garbo in der Titelrolle. Diese Verfilmung gilt bis heute als stilprägend und als eine der besten des Stoffes. Bekannte Musicals hat Clarence Brown allerdings nicht zu verantworten, dafür gab es bei MGM Spezialisten wie Vincente Minelli und Stanley Donen.

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Clarence Brown
Drehbuch Patterson McNutt
Produktion Clarence Brown
Musik Herbert Stothart
Kamera George J. Folsey
Schnitt Frank E. Hull
Besetzung

 

 

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