Schöne Belinda – Tatort 54 #Crimetime Vorschau 12.08.2020 SWR 23:30 Uhr #Tatort #Ulm #Lutz #SF #Belinda

Crimetime Vorschau – Titelfoto © Südfunk Stuttgart / SWR

„Schöne Belinda“ lautet der vollmundige Titel des fünften Falls von Kommissar Lutz (Werner Schumacher) aus dem Jahr 1975. Der rastlose Tatort-Ermittler, der in seinen Einsätzen stets als „Wanderpokal“ von Dienststelle zu Dienststelle gereicht wurde – unter anderem Hamburg, Frankfurt, Mannheim, Friedrichshafen, Stuttgart und Karlsruhe waren seine Stationen – vermittelte stets den Eindruck, als habe er auf seine kriminalistische Tätigkeit nur wenig Lust. Mürrisch und oftmals schlecht gelaunt, ohne Sinn für Humor: so kannte ihn das Tatort-Publikum der 70er und 80er Jahre“, schreibt die Redaktion von Tatort Fans.

Schlimmer als die Laune von Trimmel in Hamburg kann die von Lutz gar nicht sein, aber die Kommissare waren damals generell keine Spaßmacher, das trifft u. a. auch auf Haferkamp in Essen zu, auf Finke in Kiel – lediglich Zollfahnder Kressin war ein Cop der ersten Stunde, der es schon recht locker angehen ließ, mithin der Vorgänger von Horst Schimanski, der aber für viele Jahre ein Einzelfall blieb. Vor einigen Jahren  hat der SWR einige Lutz-Tatorte seiner Vorgängersender Südfunk und Südwestfunk ausgepackt und mir ist vor allem aufgefallen, dass er der erste Hobbykoch unter den Tatortermittlern war, nicht, dass er mürrischer gewesen wäre als die damaligen Kollegen.

Als „Wanderpokal“, also jedes Mal in einem anderen räumlichen Umfeld ermitteln zu müssen, ist doch eigentlich sehr interessant, wenn auch für einen Polizisten nervig und schlechte Laune daher verständlich. Es entspricht der Anlage der DDR-Polizeirufe, in denen es anfangs nur ein Team von zwei bis vier Personen gab, das überall in der Republik Verbrechen aufklärte, aber doch erkennbar in Berlin angesiedelt war. Allerdings wurde das Herumfahren dort nie negativ thematisiert und erst im Laufe der  Zeit überhaupt explizit erwähnt.

Was ich mich immer wieder frage: Orientieren sich die Sender wenn sie Wiederholungen ansetzen, mittlerweile (auch) am „Tatort-Fundus“ und den dort hinterlegten Bewertungen? Der Lutz-Klassiker „Rot – rot – tot“ mit Curd Jürgens wird beispielsweise recht häufig gezeigt, „Schöne Belinda“ hingegen wurde seit dem Beginn unserer Rezensionstätigkeit Anfang April 2011 nicht wiederholt und ist auch leider (das trifft auf alle Lutz-Filme zu) nicht in die ARD-Mediathek eingespeist. Nach Ansicht der Fundus-Nutzer ist „Schöne Belinda“ der zweitschwächste von 16 Lutz-Fällen (Stand 10.08.2020).

Ob wir das auch so sehen, wird sich am Mittwochabend zeigen, denn wir werden den Film aufzeichnen und in den folgenden Tagen über ihn berichten. Was man jedenfalls auf dem Titelbild sieht: Das Ulmer Münster ist komplett eingerüstet.

Handlung

Manfred, der Chauffeur des Ulmer Geschäftsmannes Lippens, wurde im Wagen von Lippens erschossen und in die Donau geworfen. Kommissar Lutz entdeckt Verbindungen Manfreds zu einem Dealerring – vermutlich wurde Manfred ein Opfer von Streitigkeiten innerhalb der Ulmer Unterwelt. Lippens hat Umgang mit einer schönen Frau, Belinda. Man weiß nicht so recht, ist es ein Abenteuer, will die Dame den begüterten Witwer heiraten, oder ist sie auf etwas anderes aus?

Besetzung und Stab

Andrea Lippens – Annette Kluge
Assistent Wagner – Frank Strecker
Belinda – Monika Gabriel
Horst Lippens – Werner Bruhns
Kommissar Lutz – Werner Schumacher
Kommissar Liersdahl – Dieter Eppler
u.a.

Regie – Theo Mezger
Buch – Urs Aebersold
Kamera – Justus Pankau
Schnitt – Hans Trollst
Musik – Jonas C. Haefeli

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