Kumi*13: Einladung zu unserer Aktion „WASCHTAGE“ und der Ausstellung „Vom bürgerlichen Wohnhaus zum selbstverwalteten Hausprojekt“ 07.09. bis 27.09.2020 + SchöneFlächen | #Kumi13 @Kumi13_MHS #Mietenwahnsinn #WohnenistMenschenrecht #KeinHausweniger #Vergesellschaftung

Liebe Leser*innen,

am 7. Dezember 2019 waren wir zu Gast in der Kumi*13, bei deren erstem Tag der offenen Tür (Bericht). Dieses Künstler*innen- und Wohnprojekt in unserem Bezirk ist eines der interessantesten selbstverwalteten Häuser in Berlin und Mitglied des MietshäuserSyndikats.

Bei unserem Besuch war das Haus noch eingerüstet, denn damals fanden die Renovierungsarbeiten an der Fassade statt. Neue Fotos zeigen es jetzt ohne das Gerüst – aber nicht hergerichtet von einem „Investor“ = Ausbeuter, um Mieter*innen zu verdrängen und günstigen Wohnraum zu zerstören, sondern von den und für die ehemaligen Mieter*innen selbst, denen das Haus nun gehört. Der nachfolgende Tweet mit eingebettetem Presseartikel erinnert noch einmal an den Dezember 2019.

Wir freuen uns sehr, dass ein solches Haus sogar bei uns in der Nähe in Schöneberg gibt – selbstverständlich bräuchten wir viel mehr solcher Projekte in Berlin und wir fordern die Politik auf, endlich echte Unterstützung für die Zivilgesellschaft zu bieten, anstatt bloß einen wackeligen Mietendeckel zu konstruieren, der bei uns zum Beispiel dazu geführt hat, dass wir nach einer Erhöhung Geld für die „Schattenmiete“ zurücklegen dürfen, falls er gerichtlich gekippt wird.

Mail-Signatur-KumiBildNur die Vergesellschaftung, wie von „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ gefordert und durchgeführt zugunsten von Mieter*innen und Hausprojekte wie die Kumi*13 sind die langfristige Lösung für die Probleme am Wohnungsmarkt und eine Ansage dahingehend, dass Wohnen ein Teil der Daseinsvorsorge und keine Ware ist. Alles andere ist bestenfalls allenfalls Augenwischerei zur Beruhigung der Massen und dient ausschließlich dem Großkapital.

Aber was sind die „Waschtage“ der Kumi*13?, auf die wir heute aufmerksam machen wollen? Wir haben dazu eine Mail von den Menschen in der Kumi erhalten:

Liebe Freunde und Bekannte des Hausprojekts Kumi*13,

wir haben aufgrund zahlreicher projektinterner Tätigkeiten längere Zeit nichts von uns hören lassen. Dafür aber laden wir nun im September zu zwei von uns organisierten, öffentlichen Aktionen ein: Die Installation „WASCHTAGE“ im kumi-nahen Stadtraum im Rahmen des Projekts Kiez erFahren und die Ausstellung „Vom bürgerlichen Wohnhaus zum selbstverwalteten Hausprojekt“ am Tag des offenen Denkmals. Vertiefende Informationen zu den beiden Aktionen könnt Ihr (…) diesem BLOG-Eintrag entnehmen.

Moving sculpture
Moving sculpture, 1920 Photo de Man Ray

Man Ray, Moving sculpture, 1922

WASCHTAGE

„Versammeln wir uns zu nachbarschaftlichen Klatschtagen!“

07. bis 27. September, ganztägig

Klatsch mit Kuminist*innen: 10., 17. und 24. 09. von 17.00 bis 20.00 Uhr

Parkplatz Zietenstraße / Ecke Bülowstraße, 10783 Berlin-Schöneberg

Foto: Anne Herdin

AUSSTELLUNG: Vom bürgerlichen Wohnhaus zum selbstverwalteten Hausprojekt

Tag des offenen Denkmals, 12. & 13. September, geöffnet 13 – 18.00 Uhr

Hof und Halle der Kumi*13, Kurmärkische Straße 13, 10783 Berlin-Schöneberg

Über Euer Interesse und Kommen würden wir uns sehr freuen!

Und zu guter Letzt wollen wir Euch noch auf den Artikel „Milieuschutz von unten“ hinweisen, der über unser Hausprojekt Ende August im Tagesspiegel erschienen ist.

Ganz in diesem Sinne grüßt Euch die Kumi*13

***

Wir haben auf dem Blog nachgeschaut und finden den Inhalt des oben erwähnten Artikels so bemerkenswert, dass wir ihn hier wiedergeben:

***

WASCHTAGE

 

Parkplatz Zietenstraße / Ecke Bülowstraße
07. – 27. September, ganztägig

Klatsch mit Kuminist*innen: 10., 17. und 24. 09. von 17.00 bis 20.00 Uhr

Wehende Wäsche in einer Momentaufnahme. Ein Bild, das die Zeit einfriert: am Waschtag versammelten sich die Frauen zum Arbeiten und Reden. Das typische Geräusch beim Waschen – das laute Klatschen der ausgelaugten Wäsche, wenn der Schmutz auf dem Stein ausgeschlagen wird – bezeichnet auch das die Arbeit erleichternde Gerede, das Schwatzen und Lästern, – das Klatschen eben.

Klatsch ist eine unterschätzte Form der Wissensvermittlung. Die Klatschenden spekulieren über soziale, politische oder sexuelle Überschreitungen und genießen die Indiskretion, man testet soziales Verhalten von sich und anderen, man erfindet sich neu. Der Klatsch zirkuliert unkontrolliert zwischen Leuten, angeblich meist Frauen, er unterläuft subversive den öffentlichen Radar, Klatsch kann nicht zensuriert werden.

Versammeln wir uns zu nachbarschaftlichen Klatschtagen in der Zietenstraße.

An den Donnerstagen (10., 17. & 24.) sitzen diverse Kuminist*innen auf dem Waschplatz und bieten zwischen 17.00 – 20.00 Uhr Klatsch an und würden auch gerne welchen hören.

RESPEKT UND EIN HOCH AUF DEN KLATSCH !

Die Kumi*13 beteiligt sich hiermit an einem Nachbarschaftsprojekt der Initiative Kiez erFahren: Die Initiative hat 5 Parkplätze gemietet und die AnwohnerInnen zeigen dort Vorschläge, welche anderweitigen Nutzungen auf diesen 12 qm großen Autostellfläche denkbar wären.

 

SchöneFläche Nord ist ein Modul innerhalb des Mobilitätsprojektes Kiez erFahren, das das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in Schöneberg Nord durchführt. Gemeinsam entwickelt mit hochC Landschaftsarchitekten, zeigen die fünf SchönenFlächen im September alternative Nutzungen von Parkflächen. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im Förderstrang „Kurze Wege für den Klimaschutz“.

https://kiezerfahren.berlin – Kontakt: 030 90277 8644, info@kiezerfahren.berlin

***

Auch bei uns im Akazienkiez wird die „SchöneFlächen“-Aktion durchgeführt und es ist an der Zeit, die Blechkutschen zu zählen, die unsere Straßen (in dieser schönen und beliebten Ecke übrigens immer noch ohne Bewirtschaftung) zuparken. Wenn wir dort Fotos schießen, welche den Reiz unseres Kiezes und seine Originalität spiegeln sollen, denken wir: Nie kriegt man das optimal hin, weil man entweder eine ungünstige Perspektive wählen oder all die hässlichen Kisten mit abbilden muss, die den Blick auf die Erdgeschosse mit ihren kleinen, interessanten Läden verstellen.

Unsere Ecke bietet sich als autofreie Zone an. Entweder handelt es sich um Wohnstraßen oder um Bestandteile eines Ausgehkiezes, der ohnehin von den meisten Besuchern zu Fuß, per Rad oder Bahn frequentiert wird. Das ist übrigens nicht exakt pro domo geschrieben, denn die verkehrsreiche Grunewaldstraße hat wohl keine Chance, in den nächsten Jahren autofrei zu werden – dafür aber hoffentlich die ebenfalls total zugeparkte Vorbergstraße, an der das Bezirksamt die von den Anwohner*innen liebevoll gepflegten „Grünpoller“ in einem Anfall von Wahnsinn als Unkraut identifiziert und „gecleant“ hat. Auch zu unserem Teil von SchöneFlächen ein Tweet:

Weiterhin nimmt die Kumi*13 am Tag des offenen Denkmals (12. und 13. September) teil:

Zum Tag des Denkmals öffnen wir den Innenhof und die Garage. Wir zeigen eine CHRONOLOGIE aller Eigentümer*innen und Bewohner*innen, mit Namen und Berufen, von 1877 bis heute, die die Altmieterin Susanne Kahl aus Telefon- und Adressbüchern zusammengetragen hat,

heißt es im Blog. Wir sind sowieso Fans von Fotoausstellungen und erst recht von solchen mit abgebildeten Menschen, die Eindrücke von vergangenen Epochen und geschichtlich-persönlichen Entwicklungen vermitteln, die durch diese Fotos auf immer weiterleben und unser Bild von der Welt und unserer Wahl-Heimatstadt erweitern.

Wir empfehlen die Kumi*13 als Ereignisort der nächsten Wochen für alle, die sich für modernes, partizipatives Wohnen und authentische Kunst aus Berlin und die Menschen interessieren, die das Projekt Kumi*13 ins Leben gerufen haben.

TH

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