Usambaraveilchen – Tatort 123 #Crimetime 883 #50JahreTatort 11 #Tatort #München #Veigl #Lenz #Brettschneider #BR #Veilchen

Crimetime 883 - Titelfoto © BR, "Special 50 Jahre Tatort" (11)

Veigls letzter Fall

Er spricht sich tatsächlich mit einem großen „V“. Klar, es heißt auch nicht Wogel. Trotzdem klang es für mich gewöhnungsbedürftig. Wie auch immer, nach „Usambaraveilchen“ ging Veigl in den Ruhestand und in einer Szene wird das thematisiert: „Was immer ich falsch mache, Sie wissen ja, ich hab bei Ihnen gelernt“, sagt Lenz zu ihm der in diesem Film schon als sein designierter Nachfolger vorgestellt wird. Veigl ist nicht sicher, ob er da die richtige Wahl getroffen oder Empfehlung abgegeben hat, aber aus heutiger Sicht: Einige der Film des Herrn Lenz, der hier noch als Polizeihauptmeister geführt und ab dem nächsten Bayern-Tatort Kommissar sein wird, ich fine, er hat seine Sache gut gemacht und genau das richtige Maß an Modernisierung nach München gebracht (Eine Rezension von „Tod auf dem Rastplatz“ steht im Rahmen von „50 Jahre Tatort“ aus). Und wie war’s mit dem Abschiedstatort des liebenswürdigen Herrn mit dem Dackel (den man hier nicht mehr zu sehen bekommt)? Es steht in der -> Rezension.

Handlung

Rechtsanwalt Berg, verheiratet und Vater zweier Söhne, hat fünf Jahre lang neben seiner Familie eine Geliebte gehabt, die junge alleinstehende Apothekerin Ulla Brendl. Die Situation, in die er sich im Lauf dieser Jahre hinein manövriert hat, zwingt ihn, nach beiden Seiten hin zu lügen und Ausreden zu gebrauchen. Das wird ihm schließlich unerträglich, und so muß er – was er immer gern vermeiden wollte – eine klare Entscheidung treffen. Ungern und halbherzig trennt er sich von Ulla, um so zögernder, als sie schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht hat und er sich nach so langer Freundschaft doch verantwortlich fühlt.

Am darauffolgenden Tag reist er für eine Woche nach Regensburg ab, um gemeinsam mit dem dort ansässigen Kollegen Runau eine Verteidigung zu übernehmen. Schon bald nach seiner Ankunft in Regensburg erfaßt ihn Unruhe, und gegen seinen ursprünglichen Entschluß versucht er, Ulla telefonisch zu erreichen. Als sie nicht abnimmt, auch bei wiederholten Versuchen zu später Nachtstunde nicht, hält er die Ungewißheit nicht mehr aus. Ohne es seinen schon schlafenden Gastgebern zu sagen, setzt er sich ins Auto und fährt nach München.

Einige Tage später findet die Hausmeisterin Frau Hoiss Ulla Brendl in ihrem Appartement erschossen auf. Veigl wird zum Tatort gerufen und kann sich zunächst auf die Aussage des Wohnungsnachbarn, eines Rentners namens Wiedemann, stützen. Der Rentner hat beobachtet, daß Frau Brendl oft von einem Herrn besucht wurde und daß zuletzt eine Dame bei ihr war, die ein weißes Usambaraveilchen mitgebracht hat.

Bei näherer Durchleuchtung des Falles fühlt sich Veigl plötzlich an Dinge erinnert, die man ihm persönlich erzählt hat. Die Konstellation erinnert ihn an die Familienverhältnisse eines ehemaligen Kollegen und Stammtischbruders, an Rechtsanwalt Berg. Hatte der nicht eine Freundin, die Apothekerin war? Und hieß sie nicht sogar Ulla? Als Nachbar Wiedemann Berg auf einem Foto wiedererkennt, bestätigt sich der Verdacht, und die weiteren Nachforschungen, um die Veigl nicht herumkommt, bringen ihn in eine peinliche Lage. Es ist der Staatsanwalt, dem es gelingt, ein Geständnis zu bekommen – und er freut sich, dem Kriminalkommissar damit eins auswischen zu können. Ein Journalist taucht auf, eine Tante der Ermordeten stellt eine harmlose Frage in Erbschaftsangelegenheiten – und wieder bekommt alles ein ganz anderes Gesicht.

Rezension

Veigl, Lenz, Brettschneider – ein sehr sympathisches Team, keine Frage. Und Lenz darf der Nachfolger werden, obwohl er vergisst zu recherchieren, ob sich der verdächtige Anwalt vielleicht nachts doch auf den Weg nach München gemacht hat. Aber ist jemand so blöd und tankt dann unterwegs und hebt damit sein Alibi auf, bei einer Strecke von nur 150 Kilometer? Gut, er ist spontan losgefahren, weil er sich Sorgen um seine Freundin gemacht hat, aber dann hätte in Regensburg keine Tanke mehr aufgehabt. Naja, man soll das alles nie von der Hand weisen, aber …

Spoiler

… er hatte ja auch keinen Grund, sich vorsichtig zu verhalten und konnte nicht wissen, dass die Geliebte schon tot ist, als er eintrifft. Dass er danach nicht die Polizei ruft, obwohl er sich doch seinem Freund Veigl anvertrauen könnte – nun gut. Es war eine Paniksituation. Aber am nächsten Tag, oder? Stattdessen führt dieser schreckhafte Mensch seelenruhig in Regensburg seinen Prozess fort. Vielleicht auch nicht seelenruhig, er tut es jedenfalls. Auch die Usambaraveilen sind als solche ein Problem. Dass sie damals sehr beliebt waren, ist mir noch knapp erinnerlich (in der blaulila Version allerdings), aber wer beschenkt die Nebenbuhlerin mit sowas? Und dann sind sie nicht richtig im Bild, als die Herren Polizisten sich zunächst um die Leiche kümmern und den kleinen Strauß gar nicht bemerken.

Warum dies nun wieder? Weil der BR neuerdings dem NDR folgt. Das heißt, die alten Tatorte werden nicht nur vollumfänglich restauriert, sondern auch ins 16:9-Format übertragen. Das führt nun einmal dazu, dass oben und unten was abgeschnitten ist. Ich mag es nicht, offen gesprochen. Das ist, als würde man Filmklassiker ins Breitwandformat übersetzen und damit eine ganz andere Stimmung erzeugen, als diese Filme eigentlich haben und außerdem exakt gewählte Bildausschnitte zerstören. Aber da man in München immer am besten sein will, hat man de Film sogar einen neuen, nicht verblichenen Vorspann verpasst. Ist bei Tatorten nicht so schwer, denn es gab in 50 Jahren nur eine einzige Version, aber mich stört’s trotzdem. Dass hingegen das Bild nun sehr klar und ruhig ausschaut und die Farben recht kräftig-rötlich sind, okay, kann man machen, bei einem Film aus den frühen 1980ern. Trotzdem geht etwas von dem Charme dieser alten Filme verloren.

Mit der Handlung bin ich auch in anderer Hinsicht nicht ganz glücklich. Der Apotheker wird zwar in einer Szene recht früh und lang ins Bild gesetzt, sodass man sich schon denkt, irgendwas – aber er suggeriert der Polizei und auch den Zuschauern, dass ihm die Apotheke gehört, aber die Verhältnisse werden nicht überprüft, weil Veigl & Co. sich ganz auf den Anwalt und seine Gattin konzentrieren. Damit das nicht zu unterambitioniert wirkt, lässt man einzige noch lebende Verwandte, die gute Tante, auf Teneriffa im Rentner-Herbsturlaub (Oktober!) verweilen und muss sie erst einmal einfliegen lassen, damit sie sich zur Sache und den Verhältnissen äußern kann. Das ist schon ziemlich dünn und ich überlege gerade, wie sie es geschafft haben, diese Handlung auf 90 Minuten zu bringen. Okay, er hat eine Spielzeit von 86 Minuten, das ist aber mehr, als manch inhaltsreicherer Bayern-Tatort des ersten Jahrzehnts aufwies.

Wenn die Lage aber nun so ist, hat man wenigstens viel Wert auf die Figurenzeichnung gelegt? Das Dreiecksverhältnis, das in Wirklichkeit ein Viereck ist, gut ausgeleuchtet? Bezüglich des Apothekers konnte man das nicht, weil man ihn als Verdächtigen nicht allzu sehr hervorheben durfte – ansonsten die ohnehin moderate Spannung noch geringer gewesen wäre. Um nicht einen ganz planen Whodunit zu inszenieren, hat man den Anwalt quasi von vornherein exkulpiert, denn seine Überraschung angesichts der toten Frau im Schrägdachzimmer war echt. Kann es dann seine Ehefrau gewesen sein? Zwischendurch dachte ich mehrmals: Das ist zu einfach, und außer dem Apotheker war weit und breit keine Figur zu sehen, die infrage gekommen wäre. Oder? Der Nachbar, der sich als Mini-Blockwart betätigt und dem die Wasserspülung zu laut ist? Das wäre ein richtiger Gag gewesen, aber dazu ist alles zu ernst.

Bezüglich des Anwalts und seiner Frau hätte man mehr tun müssen, um sie hervortreten zu lassen und vielleicht mal einen Blick auf die Polizeirufe werfen, die auch oft als Kammerspiele dargeboten wurden, in denen das Private ausgeforscht wurde – aber auf eine Art, die in manchen dieser Filme um einiges griffiger wirkt. Man hat fast den Eindruck, es sei den Machern des Films peinlich gewesen, zu viele Emotionen bei den Betroffenen zu zeigen – oder: Diese eher reserviert-bürgerliche Welt mit der getöteten Frau als Kraftzentrum gerade dafür zu kritisieren, dass sie eben so ist. Das betrifft die beiden Männer, den, der die Geliebte hinhält, ebenso wie denjenigen, der mit ihr jahrelang zusammenarbeitet, obwohl sie ihn abweist. Als Belohnung sollte er ja das Geschäft erhalten. Auch das ist eine merkwürdige Konstruktion, aber da die Apothekerin keine Nachkommen hat, ebenso wie der Expolizist und jetzige Rechtsanwalt mit seiner Frau … das ist schon alles etwas trostlos und das könnte immerhin Absicht gewesen sein.

Auch, um die drei von der Dienststelle hervorzuheben, die jene Tankstelle vergessen hatten und erst durch einen Boulevardjournalisten auf die richtige Spur gesetzt werden mussten. Trotzdem kann ich mich an keinen anderen Veigl-Film erinnern, in dem dieses Kommissariat so sehr wie eine gute Stube gewirkt hat – selbst die Möbel sind jetzt nett und komplett, viel Holz in Warmfarben, während der Staatsanwalt bereits ein in Weiß oder Altweiß gehaltenes Büro mit Einbauwänden um die Tür herum vorweisen kann. Auf diesem Kommissarit lässt sich’s leben und kollegial arbeiten, anders als dort, wo privat immer Schieflagen zu beklagen sind: Die Geliebte kriegt den Mann nicht, den sie haben möchte, der Apotheker sie nicht.

Finale

Immer will jemand was, was er gerade nicht hat, diese These vertreten viele Tatorte, sofern sie sich nicht besonderen politischen oder sozialen Themen widmen, sondern nur darauf rekurrieren, dass Menschen mit ihrem Setting immer irgendwie unzufrieden sind. Und wie schnell sowas passieren kann, ohne dass es dadurch besser wird, dass man das Richtige im Falschen zu tun bereit sein könnte. Das verursacht, wenn man nicht mutig ist („Courage war nie deine Stärke“, sagt die Ehefrau zu ihrem Anwaltsgatten), nur ein schreckliches, jahrelanges Hin und Her, das niemandem letztlich guttut. Immer vorausgesetzt,  man ist im Inneren tatsächlich so bürgerlich wie diese Menschen und lebt ewig mit Gewissensbissen und Lügen. Das behauptet auch der Anwalt von sich. Da seine Frau aber Bescheid weiß, kann sich das Lügen nur noch darauf beziehen, dass er immer noch Kontakt zur Geliebten hat, obwohl er vorgab, Schluss zu machen. Aber das muss sie daran merken, wann er nach Hause kommt, Job mit viel Arbeit hin oder her und auch bei ausgeklammerten Wochenenden. Den blödesten Part hat in solchen Fällen nach meiner Ansicht die Person, welche die Stellung des oder der Geliebten innehat, weil sie auf etwas wartet, was in in den seltensten Fällen eintritt, wenn die andere Person nicht zur Entscheidung kommt und auch nicht dazu gezwungen wird – während die Ehefrau oder der Ehemann immerhin handeln und Konsequenzen ziehen kann.

Ein wenig Nachdenken kann man über den Film durchaus, ein Highlight ist aber aber nicht.

6,5/10

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Vorschau: Involvierung vor der Übergabe

„Es ist sein letzter Tatort – und der hat es in sich. Denn kurz vor seiner Pensionierung führen die Ermittlungen im Fall „Usambaraveilchen“ den Münchener Tatort-Kommissar Melchior Veigl (Gustl Bayrhammer) in den eigenen, persönlichen Bekanntenkreis. Gemeinsam mit seinem designierten Nachfolger Kriminalhauptmeister Lenz (Helmut Fischer) versucht Veigl den Fall trotz der persönlichen Verwicklungen aufzuklären“, schreibt die Redaktion von Tatort Fans zum Film mit der Treppchen-Nummer (die korrekte Reihenfolge ist natürlich 213).

2020-12-01 Tatort 123 Usambaraveilchen BR München Veigl-Ranking Tatort-FundusDen Nutzern der Plattform Tatort-Fundus gilt „Usambaraveilen“ als überdurchschnittlicher, wenn auch nicht als Spitzentatort mit Veigl.

In der Gesamtrangfolge, die sich aus gegenwärtig 1158 Episoden bildet, bedeutet das allerdings derzeit nur Platz 663. Auch wenn Veigl als Typ seine Fans hatte, die Münchner Tatorte der ersten zehn Jahre galten allgemein nicht als Highlights der Reihe. Allerdings musste ich schon feststellen, dass meine Meinung zu seinen Filmen, von denen ich erst knapp die Hälfte kenne, nicht selten stark abweicht. So zum Beispiel beim allerersten München-Tatort, „Münchner Kindl„.

Die Fans sowohl beim Tatort-Fundus als auch auf „Moviepilot.de“ kommen auf ca. 5,7/10, ich wertete mit 8,5/10. So deutlich sind die Unterschiede sonst eher bei „Kunstfilmen im Tatortgewand“, aber vielleicht habe ich „Münchner Kindl“ als recht kunstvoll oder einfach nur als gut empfunden. Beide Filme werden nun im Rahmen von „50 Jahre Tatort“ wiederholt. Ich finde, man müsste Veigls Filme generell noch einmal zeigen, zumal sie nicht alle in der ARD-Mediathek enthalten sind.

Ein persönlich involvierter Ermittler ist für uns im Jahr 2020 ein alter Hut, aber in den 1970ern kam das noch nicht so häufig vor, schon gar nicht bei Kommissaren mit Hut. Am weitesten ging man dabei wohl mit Haferkamp, aber eher in der Form, dass er sich persönlich engagiert hat, am meisten vom Privaten abgeschottet wirkte der legendäre Kommissar Finke – ohne deshalb unpersönlich zu wirken, wie der aktuelle München-Cop-Darsteller Udo Wachtveitl in einem Interview anmerkte. Dem würde ich zustimmen wollen, aber auch dem Leitmayr (Wachtveitl) und seinem Kumpel Batic (Miroslav Nemec) hat man häufig „Selbstbezogenheit“ in die Drehbücher geschrieben. Allerdings episodenweise, nicht, wie mittlerweile üblich, in einem engen familiären Zusammenhang, bei Frauen am liebsten als alleinerziehende Mutter.

Bei Veigl ist es nun die Variante, die wir vor allem bei heutigen Teams mit langer Dienstzeit so kurios finden: Unglaublich, wie viele Menschen diese Menschen kennen. Alles nur Dörfer, diese deutschen Großstädte. Dabei sollte doch ein Cop, der ständig am Rand der Erschöpfung Überstunden schrubbt, so viele Connections gar nicht aufbauen können, eine einzige Paarbeziehung schafft er ja in der Regel auch nicht, und dies wird eben mit dem Job begründet. Programmatisch wirkt das nur in Münster und auch nur bei Boerne und der Staatsanwältin Klemm, die beide in die “ bessere Gesellschaft“ der Stadt integriert sind.

Offensichtlich ist „Usambaraveilchen“ seit fast zehn Jahren nicht wiederholt worden, sonst müsste es eine von mir geschriebene Rezension zu diesem 123. Tatort geben. Ich werde ihn mir am Nikolausabend, 5.12.2020, 21:50 im  BR anschauen bzw. ihn aufzeichnen und ihn besprechen.

TH

Rolle Darsteller
Hauptkommissar Veigl Gustl Bayrhammer
Rechtsanwalt Berg Stefan Orlac
Ulla Brendl Karin Kernke
Frau Hoiss Enzi Fuchs
Regie: Wilm ten Haaf
Buch: Herbert Rosendorfer

Ausführlicher (aus „Tatort Fans“, s. o.)

Willy Harlander (Obermeister Brettschneider) · Helmut Fischer (Hauptmeister Lenz) · Stefan Orlac (Rechtsanwalt Berg) · Maria Körber (Frau Berg) · Karin Kernke (Ulla Brendl) · Robert Naegele (Froschhammer) · Marianne Lindner (Fräulein Seufzger) · Wolfgang Büttner (Wiedemann) · Otto Stern (Rechtsanwalt Runau) · Maddalena Kerrh (Frau Runau) · Günter Clemens (Journalist) · Franz Hanfstingl (Staatsanwalt) · Marianne Brandt (Frau Oberneder) · Leopold Gmeinwieser (Tankwart) · Eva Eichner (Verkäuferin) · Margot Mahler (Frau Hoiss) · Christiane Blumhoff (Bedienung) · Sabine Kretzschmar (Sekretärin)

Drehbuch – Herbert Rosendorfer
Regie – Wilm ten Haaf
Kamera – Eduard Windhager
Schnitt – Karin Fischer
Musik – Erich Ferstl

2 Kommentare

  1. Mal gleich so als Vorbemerkung: Krimis in denen es eine persönliche Beziehung der Ermittler zum Opfer und zu dem möglichem Täter gibt, halte ich für sehr problematisch. Gut, irgendwann wollte man die Ermittler nicht mehr als „Ermittlungsmaschinen“ darstellen, sondern mehr so menschlich, aber meiner Meinung nach sind die Ergebnisse überwiegend nicht überzeugend.

    Noch was: In vielen Krimis werden Zeugen als irgendwie dämlich und eigentlich auch nicht wirklich notwendig für die Ermittlungen also mehr als lästig dargestellt. Das so auch in der Realität die Leute nicht so besonders große Lust sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen ist ja wohl verständlich.

    zu Ihrer Rezension ein paar Anmerkungen:
    Warum sollte sich der Rechtsanwalt Gedanken um ein mögliches Alibi machen? Er mußte doch befürchten, daß sich sein Geliebte, wie schon mal versucht, das Leben genommen haben könnte. Genauso wie er dort angekommen doch nur annehmen kann, daß seine Frau die Geliebte erschossen haben muß.

    „Als Belohnung sollte er ja das Geschäft erhalten.“ Das ist falsch!
    Der Apotheker war der Eigentümer der Apotheke und hatte diese laut Aussage der Tante vor ca. acht Jahren an seine damalige Geliebte – die Getötete- für das zukünftige Zusammenleben überschrieben. Das dies im Außenverhältnis nicht öffentlich gemacht werden sollte, ist ja auch durchaus üblich.

    Daß dieser Umstand sowie auch der mit der Tankstelle nicht aktiv ermittelt wurde, halte ich für keinen Fehler. Es bestand ja auch kein Verdacht oder Motivvermutungen. Da kann man nur sagen, im Nachherein ist man immer schlauer.

    Zum Schluß noch etwas: Der aufmerksame Nachbar hatte ja erwähnt, daß die Getötete kurz vor Mitternacht noch mal gebadet hätte. Dadurch wurde ja die Rechtsanwaltsgattin entlastet, sie wurde ja so gegen 20h von Fräulein xyz gesehen. Nicht so ganz logisch, sie hätte ja noch mal (mit der Waffe) wiederkommen können.
    Dementsprechend kann und muß also der Apotheker erst nach Mitternacht gekommen sein und dann hat keiner die Schüsse gehört?? Weder der Nachbar noch andere?

    Nun gut, ein Highlight ist dieser Krimi nicht! Aber ich würde den Krimi schon höher als Sie beurteilen.
    Gewisse logische Untiefen muß man halt bei allen Krimis übersehen können. Ich war schon bis kurz vor der Auflösung gespannt, wie diese denn nun sein könnte und bin mit der Auflösung durchaus zufrieden.

    Grüße

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s