Bundeskanzlerin Annalena Baerbock? | Lieferdrohnen? | Militärbudget? | Civey + #Kommentar #Mediaset R #Timeline #Baerbock #Grüne #Kanzlerin #Merkel #Militär #Krieg #Verteidigung #Drohnen

Mediaset R Timeline #Kommentar + Update 23.12. ohne neuen Artikel

Heute fassen wir wieder ein paar Civey-Umfragen, die sich ausnahmsweise nicht mit Corona befassen, zumindest nicht direkt, zusammen, um unser Meinungsbild darzustellen. Gerade hat Civey das Folgende gefragt:

1.) Civey-Umfrage: Glauben Sie, dass die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock eine gute Bundeskanzlerin wäre? – Civey (Link anklicken, mitmachen!)

Gegenwärtig sind fast 58 Prozent derer, die abgestimmt haben, keinesfalls dieser Ansicht, weitere 10 Prozent sind skeptisch und über 7 Prozent unentschieden. Macht zusammen 75 Prozent, die sich die Co-Vorsitzende der Grünen nicht so recht als Nachfolgerin von Angela Merkel vorstellen können. Aber wer konnte sich 2002, als sie den CDU-Vorsitz übernahm, schon Angela Merkel als Nachfolgerin von Gerhard Schröder vorstellen? Er selbst jedenfalls nicht, wie man am noch am Wahlabend 2005 in einer legendär gewordenen Berliner Runde sehen konnte.

Update: Ergebnis am 23.12.:

Rund 69 Prozent der Deutschen glauben, dass Annalena Baerbock keine gute Bundeskanzlerin wäre. Rund 22 Prozent der Deutschen glauben, dass die Grünen-Vorsitzende eine gute Bundeskanzlerin sein könnte. Baerbock hat zuletzt im Interview mit der Bild am Sonntag gesagt, dass sie sich das Kanzleramt zutraue. (Civey)

Da sind also noch ein paar positive Stimmen hinzugekommen – trotzdem besteht der Eindruck, dass auch aus dem grünen und linken Spektrum viele Menschen der Ansicht sind, Baerbock könnte es nicht, obowhl ein*e Kanzler*in kein*e Alleinunterhalter*in ist, sondern sich auf einen großen Stab von Fachpersonen verlassen kann. Wenn tatsächlich, wie Civey schreibt, viele Funktionär*innen der Grünen der Ansicht sind, Baerbock wäre die bessere Person für das Amt, dann wird das nach außen nicht hinreichend kommuniziert und Baerbock wird nicht genug in den Vordergrund gerückt. Grundsätzlich gilt weiterhin:

22.12.2020:

Ob nun Robert Habeck für die Grünen ins Rennen geht oder seine Kollegin, dürfte eher theoretische Bedeutung haben, wenn nicht etwas ganz Entscheidendes passiert, nämlich, dass die Grünen die Union in Umfragen überholen. Derzeit sind sie nur halb so stark, liegen um 17 Prozent, die Union bei ca. 34 Prozent. Vor Corona wäre die K-Kandidat*innenfrage für die Grünen viel relevanter gewesen, angesichts von Umfrageergebnissen bis ca. 21-22 Prozent und nur noch 26-28 Prozent für die CDU/CSU. Ich verstehe persönlich überhaupt nicht, wie es geschehen konnte, dass die deutsche Corona-Politik, deren Schwächen ich von Beginn an kritisiert habe und die jetzt sehr offen zu sehen sind, zu einem Unions-Revival geführt hat. Dieses ist aber offensichtlich dem besonnenen und von Sorge um das Land und seine Menschen geprägt wirkenden Verhalten von Angela Merkel zu verdanken, woran man wieder sieht, wie wichtig die K-Frage eben doch ist. Für mich ist auch Angela Merkel keine gute Kanzlerin, weil sie viele Problemlösungen in die Zukunft verschoben hat. Das taten ihre Amtskolleg*innen in anderen Ländern auch, trotzdem ist dieses ewige antistrategische Fahren auf Sicht für mich keine gute Amtsführung.

Ausgerechnet in diesem so wichtigen und arg vernachlässigten Disziplin soll Annalena Baerbock besser sein? Daran zu glauben, fällt mir schwer, nach allen bisherigen Beobachtungen. Das gilt übrigens auch für Robert Habeck. Ich halte beide grüne Spitzen nicht für eine gute Wahl, wenn es um die nächste Kanzlerschaft geht. Der Job ist in diesen Zeiten wirklich nicht zu unterschätzen. Das ist er allgemein nicht, aber jetzt geht es um eine nach dem letzten Krieg nie dagewesene Herausforderung.

Um ehrlich zu sein, ich sehe derzeit in keiner einzigen Partei jemanden, dem ich mich anvertrauen möchte, selbst dann nicht, wenn ich mir weiterhin den kritischen Blick bewahre. Denn ändern kann ich wenig an dem, was eine erst einmal gewählte Person tut, und käme es zu Rot-Rot-Grün im Bund, hätte ich eine*n grüne*n Kanzler*in mitgewählt, so, wie in Berlin Michael Müller auch mit meiner Stimme zum Regierenden Bürgermeister wurde, obwohl ich noch nie ein Kreuz bei der SPD gemacht habe.

Ich habe mich zu den etwas mehr als 20 Prozent gesellt, die mit „eher nein“ gestimmt haben. Eine schwarz-grüne Koalition, die leider nach der Wahl 2021 nicht auszuschließen ist, hätte mit ziemlicher Sicherheit keine*n Politiker*in der Grünen an der Spitze, bei R2G wäre das Rennen m. E. ziemlich offen, zwischen der SPD und den Grünen.

2.) Civey-Umfrage: Sollte es Paketlieferdiensten zukünftig erlaubt sein, Pakete per Drohne auszuliefern? – Civey (Umfrage abgeschlossen)

Zugegeben, ab und zu steuere ich eine Ladenhüter-Umfrage ein, diese ist aus dem September und man kann nicht mehr mitmachen. Insgesamt ca. 37 Prozent waren dafür, die Drohnen dröhnen zu lassen, denen wünsche ich, dass sie in einer Innenstadt wie dieser und in jenen Zeiten, die wir gerade haben, leben und der Himmel schwarz vor Drohnen ist und ihnen ab und zu auch eine auf den Kopf fällt, die gerade mit einer anderen zusammengestoßen ist. Im Ernst: Reden wir über Automatisierung. So schnell ist man als Paketfahrer*in und überhaupt im Prekariat seinen Job los. Und es gibt noch etwas, weil eine Zange immer zwei Seiten hat: das automatisierte Fahren. Vorerst würde das Paket wohl nicht mehr bis in die Wohnung gebracht werden, sondern nur bis vors Haus und der Empfänger erhält eine Nachricht, aber was eine Drohne kann, kann auch ein Serviceroboter, der ein Paketauto fährt bzw. von einem autonomen Auto gefahren wird (wodurch der Begriff Automobil erst seine vollumfängliche und moderne Bedeutung erhält). In wenigen Jahren wird das möglich sein.

Auch dies ist eine ganz grundsätzliche Angelegenheit: Wollen wir maximale Automatisierung? Dann müssen wir irgendwann über ein Grundeinkommen nachdenken, denn die vielen Arbeitskräfte die dann im Dienstleistungsbereich nicht mehr gebraucht werden, sind unmöglich durch „neue Jobs“ aufzufangen, wo auch immer diese herkommen sollen. Der Jobboom der Jahre vor Corona ist sowieso Augenwischerei: Immer mehr Menschen teilen sich ein in etwa gleichbleibendes jährlich zur Verfügung stehendes Angebot an Arbeit. Eine Expansion dieses Angebots gab es per Saldo fast 15 Jahre lang nicht mehr, erst ab ca. 2015 zog es wieder leicht an, besonders durch viele neue Arbeitsplätze im sozialen Bereich, die aufgrund signifikanter Veränderungen der Bevölkerungsstruktur notwendig wurden. Aber auch diese Möglichkeiten sind mittlerweile aus Kostengründen ausgereizt.

In der Produktion werden aber weiterhin per Saldo Arbeitsplätze wegfallen, diese Tendenz besteht seit langer Zeit und nur die Geschwindigkeit des Abbaus variiert und die einfachen Dienstleistungen, das ist leider die Wahrheit, können fast alle durch Automatisierung ersetzt werden – wenn man es eben will und nicht, wie z. B. in den USA, manche Arbeiten von Menschen ausführen lässt, die man längst hätte wegrationalisieren können. Ob man es glaubt oder nicht, der häufigste Beruf ist dort – Trucker. Und jetzt fragen Sie mich mal, was ich glaube, wie notwendig dieser Beruf noch in zehn, fünfzehn Jahren sein wird, wenn Roboter den Warenstrom rund um die Uhr durchs Land fahren, nie krank werden, nie Urlaub machen, keine Unfälle wegen Übermüdung bauen, keine Sozialansprüche stellen etc. Wenn sie wirklich „KI“ oder „AI“ werden, also alle Tätigkeiten auch bei der Abholung und Anlieferung und im Dokumentenverkehr erledigen, die heute von Fahrern vorgenommen werden, sollten sie das übrigens auch tun dürfen, finde ich. Nicht Unfälle bauen, sondern Sozialansprüche stellen. Drohnen sind im Grunde schon überholt.

Ich werde mich bestätigt sehen, wenn mir das erste Packerl von einem freundlich grinsenden Androiden überreicht wird, der sogar perfektes Deutsch kann, auf Anhieb meine Wohnung findet, der nie ein Paket beschädigt – denn natürlich sind diese Typen auch krass schwarmintelligent. Hand aufs konsumfreudige Herz: Wer möchte nicht lieber von solcherlei hilfsbereiten, freundlichen und gepflegten Maschinchen bedient werden? Ich nicht, aber ich bin ja auch kein Individualist, wie ich schon bei meinem Auftritt in „Das Leben des Brian“ per Handzeichen klargestellt habe.

Außerdem habe ich gerade meinen Job als Fensterputzer verloren. Der Kollege Roboter ist, anders als ich, vollkommen schwindelfrei, besteht nicht auf seinen Pausenbroten, muss nie unterbrechen, um mal aufs Örtchen – und ich wurde gefeuert. Zu mir kommen keine Pakete mehr, denn das Grundeinkommen war politisch leider gegen die konservative grün-schwarz-rote Mehrheit nicht durchsetzbar, obwohl die Arbeitslosenzahl offiziell gerade die Marke von 10 Millionen überschritten hat. Die wahre Unterbeschäftigung ist, wie allgemein seit vielen Jahren bekannt, etwa doppelt so hoch wie die offiziellen Zahlen.

Bei dieser Umfrage sammelten sich übrigens ca. 13.400 Stimmen. Wer weiß, wie viele davon auf Bots zurückzuführen sind, welche das düstere Geschäft der Drohnenmafia betreiben.

3.) Sollte Deutschland wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie mehr oder weniger Geld für Verteidigung ausgeben?

Auch diese Umfrage ist ein „Restant“ gewesen und endete schon am 7. Mai. Einen Tag vor jenem Datum vor 75 Jahren, das uns eigentlich daran erinnern sollte, dass uns militärische Expansion nicht gut zu Gesicht steht. Ja, auf was man alles kommen kann, wenn die Zeiten sich ändern. Ich meine die Fragestelltung und Politiker*innen, die das Thema offenbar aufbrachten, sonst hätte Civey keine Umfrage daraus gemacht. a. 19 Prozent derer, die sich beteiligt haben, waren tatsächlich für eine Steigerung des Militäretats. Vielleicht dachten sie, man kann die Viren mit Panzerfäusten abschießen. Immerhin war der Kenntnisstand über Corona damals noch recht dünn. Womit wir doch ein Corona-Thema drin hätten, es geht wohl nicht anders. Ich war natürlich für eine strikte Absenkung bzw. strikt für die Absenkung der Militärausgaben, lediglich etwa 30 Prozent friedliche Bevölkerungsanteile waren mit mir – und mehr ist dazu nicht zu schreiben. Doch: Ich habe erst geklickt, nachdem ich meinen Ärger über den Begriff „Verteidigung“ überwunden hatte. Denn den Button: „Kriegsarmee abschaffen“ habe ich vergeblich gesucht.

Jetzt habe ich was Altes und was ganz Altes und was Neues ins politische Portfolio eingestellt und in diesen Tagen werden die politischen Großthemen gefühlsmäßig immer mehr.

TH

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