Unter Wölfen – Tatort 1150 #Crimetime Vorschau 26.12.2020, DAS ERSTE, 20:15 Uhr #Tatort #Ludwigshafen #Odenthal #Stern #SWR #Wolf #Wölfe

Crimetime Vorschau - Titelfoto © SWR, Jacqueline Krause-Burberg

Der Mensch ist des Menschen … Langweiler? Echtgangster?

„Oh weh, oh weh, welch Katzenjammer: Lena Odenthals (Ulrike Folkerts) heiß geliebter, treuer Kater Mikesch wird im Tatort „Unter Wölfen“ zerstückelt – von einer wahren Bestie, pfui! Aus!

Die Ermittlerin aus Ludwigshafen und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) haben ihre hübschen Näschen offensichtlich zu tief in die dunklen Machenschaften einer Sicherheitsfirma gesteckt. Doch der Fall um den tot geprügelten Libanesen Timur, Besitzer eines angesagten Clubs, muss schließlich aufgeklärt werden.

„Unter Wölfen“ ist der traditionelle „Weihnachts-Tatort“, der alljährlich am zweiten Feiertag erstgesendet wird. Am 26. Dezember 2020 also wird die TV-Premiere um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD stattfinden.“

Ich musste die drei ersten Abschnitte dessen, was die Reaktion von Tatort Fans (Tatort Folge 1150: Unter Wölfen – Tatort Fans (tatort-fans.de) geschrieben hat, abbilden. Was lernen wir daraus? Dass die ARD es gemerkt hat. Wer fürs Weihnachtsessen Tiere brät und zerschneidet, der kann auch einen Tatort mit Katzenhaschee aushalten. Schließlich handelt es sich um das Fest der Liebe. Guten Appetit! Hoffentlich zerfleischt Lena Odenthal nicht auch noch die arme Johanna Stern bzw. terrorisiert sie und vielleicht war das, was wir in „Leonessa“ gesehen haben, einem der schwächsten Tatorte des Jahres, doch nur ein Ausrutscher oder einmaliger Rückfall in die Zeit des Zickenkriegs. Wir haben doch im Moment wirklich andere Sorgen, oder? Wir wollen Teamgeist sehen, vor allem nach dem, was wir schon angesprochen haben.

Beide Redaktionsmitglieder von Tatort Fans haben zwar keine Sterne vergeben, aber sie hätten vielleicht auch keine vergeben, wenn es mit weniger als einem von fünf möglichen Sternen ginge, jedenfalls habe ich selten eine so einhellig negative Beurteilung jedem der beiden gesehen. Wenn das nach „Leonessa“ so weitergeht, muss endlich am Konzept Ludwigshafen etwas geändert werden. Meine Bitte: Nicht Lisa Bitter bzw. Johanna Stern dabei canceln, sie kann nichts dafür, dass nach einem kurzen Aufflackern das Licht der Kreativität in der Chemiestadt am Rhein schon wieder erloschen zu sein scheint. Da wir mittlerweile die Vorschau wesentlich früher posten als bisher, sind noch wenige Vorab-Kritiken zu haben, aber ich wollte natürlich sehen, was andere geschrieben haben, nach diesem – ja, Verdikt, kann man es bei einem „Weihnachtstatort“ nennen. Immerhin hat sich Tittelbach-TV schon geäußert:

Der frühere Werbefilmer Thomas Bohn will in seinen „Tatort“-Beiträgen meist höher hinaus, als der Sendeplatz zulässt. Dass sein achter SWR-Krimi aus Ludwigshafen, „Unter Wölfen“, nicht der ganz große Wurf geworden ist, liegt aber nicht zuletzt am Drehbuch, selbst wenn die Geschichte interessant ist (…) Die Schwächen aber sind evident: Ulrike Folkerts ist immer am besten, wenn sie einen Gegenspieler von Format hat, aber Thure Riefensteins Charisma hält sich in Grenzen. Zudem wirken die Informationsdialoge, in denen sich die Polizisten gegenseitig erklären, wie die Türsteherszene funktioniert, sehr ungelenk. Fragwürdig ist auch der Selbstjustizschluss.

Das mit der Andeutung eines Sich-Übernehmens beim Niveau oder wo auch immer ist schon deswegen schlimm, weil der Titel von einem der künstlerisch besten DEFA-Filme geklaut wurde (er heißt „Nackt unter Wölfen“, trotzdem). Für diese Publikation, die der Tatortlandschaft in der Regel viel abgewinnen kann, sind 3,5/6 und eine deutliche Kritik schon in der Einleitung eher ungewöhnlich und ich ahne, es läuft wieder mal auf einen Arschtritt für den Rechtsstaat hinaus, zumindest wirkt das Ende der Beschreibung so. Hoffentlich entsteht bei mir dadurch keine Doppel-Abwertung: schlechter Film und dann auch noch rechtspolitisch ein Skandal, nur, um die niederen Instinkte einiger Zuschauer*innen zu bedienen.

Und jetzt die überraschende Wende: TV Spielfilm  hebt den Daumen und titelt: „Beinharter Halbweltkrimi mit einer Prise Western“. Okay, damit ist nichts über das Spiel und die Logik ausgesagt, aber Daumen hoch ist Daumen hoch. Sogar eine Prise Humor wird dem Film von dieser Stelle nachgesagt. Das war bisher gar nicht Odenthals und Sterns Beritt, selbst in ihren besseren Kooperationen nicht.

Die FAZ ist mehr investigativ an den Fall herangegangen und schreibt: „Der Tatort „Unter Wölfen“ spielt in der Kampfsportszene. Einer der schlagkräftigen Statisten, die bei den Dreharbeiten dabei waren, war auch im echten Leben ein gesuchter Straftäter“. Daher also der möglicherweise authentisch wirkende, beinharte Krimi. Aber es wird auch immer schwerer, Statisten ohne kriminelle Vergangenheit oder Gegenwart aufzutreiben, die aussehen, wie man sich Schläger halt so vorstellt.

Mal sehen, ob ich errate, welcher der Echtgangster ist. Aber selbst wenn, es wird mir nichts nützen, es sei denn, es existiert ein Foto von ihm im Netz, das zur Identifizierung dienen kann. Und werden sie, was beim SWR eher die Ausnahme ist, durchgreifen bis in die „höchsten Staatsstellen“, so, wie es in Wien immer wieder mindestens angedeutet wird? Was ich mir auch anschauen werde: Den Elch-Tatortcheck oder Tatort-Elchcheck der SW3-Hörfunkredaktion, denn immerhin stammt der 1150. Tatort aus dem eigenen Haus.

TH

Handlung

Clubbetreiber Timur Kerala hielt sich für den aufgehenden Stern im Ludwigshafener Security-Geschäft. Doch noch bevor er den Platzhirsch Gerhard Arentzen aus dem Feld schlagen kann, wird Kerala ermordet. Lena Odenthal und Johanna Stern vermuten einen Konkurrenzkampf im Milieu.

Arentzen lässt sich von den Ereignissen nicht beeindrucken – weil staatliche Stellen immer mehr Sicherheitsaufgaben an private Dienstleister auslagern, hat er beste Verbindungen in die Politik und gibt sich unangreifbar. Wovon sich wiederum Lena Odenthal nicht beeindrucken lässt: Als Keralas Exfrau und ihre Tochter bedroht werden, ist Lena Odenthal gegen alle Ratschläge entschlossen, Arentzen zu überführen. Und gerät damit selbst in die Schusslinie.

Der 72. Lena-Odenthal-„Tatort“ stammt von Autor und Regisseur Tom Bohn. Er nimmt darin private Securityfirmen in den Blick, die in unserer Gesellschaft als Auftragnehmer zunehmend Sicherheitsaufgaben für staatliche Stellen übernehmen, aber auch in Kritik geraten, da einige von ihnen mit illegalen Machenschaften und den Bereichen organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Thure Riefenstein spielt den Chef einer solchen Firma, deren vorgebliche Seriosität Lena Odenthal aufbrechen will.

Besetzung und Stab

Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Ermittlerin Johanna Stern – Lisa Bitter
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Rechtsmediziner Dr. Özcan – Kailas Mahadevan
Sekretärin Edith Keller – Annalena Schmidt
Oberstaatsanwalt Marquardt – Max Tidof
Hauptkommissar Stefano Mazza, Rauschgiftdezernat – Roberto Guerra
Gerhard Arentzen, Chef der Fa. „Keep Clean Security“ – Thure Riefenstein
Daphne Kerala, Ex-Frau des Opfers – Annika Blendl
ihre Tochter Tanja Kerala – Lucy Loona
Peter Berg, Besitzer des „Hangarclub“ – Max Giermann
Dr. Theodor Lenglich, Innenminister von Rheinland-Pfalz – Nils Düwell
u.a.

Drehbuch – Thomas (Tom) Bohn
Regie – Thomas Bohn
Kamera – Cornelia Janssen
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Schnitt – Isabelle Allgeier
Ton – Peter Tielker, Wolfgang Remé
Musik – Hans Franek

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