Der feine Geist – Tatort 1151 #Crimetime Vorschau Neujahrsabend 01.01.2021 #DasErste 20:15 Uhr #Weimar #Lessing #Dorn #MDR #Geist #fein

Crimetime Vorschau - Titelfoto © MDR / MadeFor, Steffen Junghans

Das Ende ist nicht zu spoilern

„Der neueste Streich, der das frischgebackene 2021 in Das Erste einläutet, dreht sich um einen Zwerg, einen Geist (vielleicht auch zwei), einen Ara-Papagei und eine folgenschwere Sushi-Bestellung beim Griechen. Kurzum: „Der feine Geist“, Tatort-Episode 1151, bietet den Freunden des „etwas anderen“ Tatorts all das, was sie an den Abenteuern von Kira Dorn (Nora Tschirner) und ihrem Ehemann/Kollegen Lessing (Christian Ulmen) lieben – und bietet ein Ende, das wohl kaum jemand erwartet hätte“, schreibt die Redaktion von Tatort-Fans zur heutigen Premiere.

Jetzt eine Gewissensfrage: Zahlen wir’s den  Weimarern und ihren Fans heim, dass uns der manchmal untermittelprächtige Klamauk oft so auf die Nerven ging und spoilern das Ende des 1151. Tatorts? Es wurde ja sowieso schon in der Presse rauf und runter besprochen. Nein, das tun wir nach reiflicher Überlegung nicht, sondern orientieren uns auch bei der Kritiker*innenschau an Zitaten, die das Ende nicht – verraten. Wer weiterlesen will, klickt die Links an und ist selbst schuld.

Die Redaktionsmitglieder von Tatort-Fans hat’s offenbar geradezu umgehauen (Stimme 1) und ein anderer Ton als in Weimar üblich wird uns versprochen (Stimme 2), jedenfalls sieht es nach einer überdurchschnittlichen Bewertung aus.

„Komischer, unerwarteter und absolut sehenswerter Tatort“ lautet ein Zwischentitel beim SWR3-Tatortcheck. „Dieser Tatort ist in einigen Punkten so richtig typisch für das Team – und dann wieder gar nicht. Natürlich gibt es die üblichen Sprüche. Aber weil Dorn viel alleine ermittelt, gibt es kaum einen echten Schlagabtausch mit Lessing. Und dieser Tatort ist deutlich ernster als sonst. Dazu kommen andere Kameraperspektiven, andere Zwischentöne und das Alles gipfelt in einem Ende, mit dem wohl keiner gerechnet hat. Für mich ein komischer, unerwarteter, verrückter und absolut sehenswerter fünf-von fünf-Elchen Fall.“ Wer sagt’s denn – und es ist nicht immer so, dass die Tatortchecker *innen vom Südwestrundfunk Top-Bewertungen vergeben, nur, weil die Tatort ja alle mehr oder weniger „aus dem eigenen Haus ARD“ stammen. Wäre das anders, ergäbe eine Meinung von dieser Seite allerdings auch keinen Sinn.

Ich freue mich sehr, dass „Filmstarts“ sich auch wieder zu Vorab-Kritiken durchgerungen hat und spoilere dies: Beim „Tatort: Der feine Geist“, der exakt ein Jahr später auf Sendung geht [nach „Das Team„, damals sickerte vorzeitig die Auflösung  aufgrund von Boulevardgeplapper durch], agierte der MDR nun weniger vorsichtig – und prompt sickerte der Clou des Krimis bereits Mitte Dezember durch. Für Zuschauer, die sich die Überraschung für den Neujahrstag 2021 aufheben wollten, ist das sehr ärgerlich – doch auch für alle, die an den entsprechenden Headlines nicht vorbeigekommen sind, lohnt sich das Einschalten. Denn im elften „Tatort“ aus Weimar gelingt Regisseurin Mira Thiel („Gut zu Vögeln“) ein sehr kurzweiliger Spagat zwischen amüsanter Komödie, klassischem Krimi und mitreißendem Drama, auf dem der grandiose Twist (der in dieser Kritik natürlich nicht verraten oder auch nur angedeutet wird) das i-Tüpfelchen bildet.“ Die vier von fünf Sternen, die man bei Filmstarts vergibt, sind von dieser Seite für ein deutsches Fernsehprodukt eine hohe Bewertung. 

“ (…) Zunächst nimmt man es dem Film ein bisschen übel, dass Ulmen – ähnlich wie erst 2019 in „Die harte Kern“ – weniger präsent ist. Denn durch seine Abwesenheit fehlt im „Tatort – Der feine Geist“ (MDR, Degeto / MadeFor) der lieb gewonnene Schlagabtausch dieser so unterschiedlichen Sympathiefiguren. Andererseits: Weil Kira Dorn lange Zeit allein ermittelt, ermittelt sie nicht plappernd, sondern sehenden Auges – was Vorteile hat für das filmische Erzählen. Die Inszenierung von Mira Thiel ist ohnehin visuell abwechslungsreich, atmosphärisch und auch der Erzählfluss stimmt. Und dann geht Autor Murmel Clausen (nicht nur) dramaturgisch im Schlussdrittel einen Weg, den man so verrückt und überkandidelt bisher nur aus dem HR-Reihenableger mit Ulrich Tukur kannte. Retrospektiv betrachtet also ein feiner „Tatort“ ohne Kalauer, der schärfer als sonst trennt zwischen Komik und Ernst, Gags und Tränen.“ Die 4,5/6, die Tittelbach TV vergibt, sind zwar für diese Publikation nicht unüblich, aber auch nicht exorbitant hoch. Das Übliche, wenn man so will. Aber dass es sich um einen ungewöhnlichen Film handelt, kommt in dem von uns zitierten Ausschnitt aus der Rezension hinreichend zur Geltung.

„Wehmut in Weimar. Dorn (Nora Tschirner) muss solo den Mord an einem Geldboten untersuchen, nachdem Lessing (Christian Ulmen) bei den Ermittlungen angeschossen wurde. Ganz allein ist sie dann aber doch nicht bei der Arbeit, da ihr Kollege und Ehemann mit Rilke-Zitaten und Liebesbotschaften im Hintergrund rumspukt, während die Stadt unter einem Schleier aus Melancholie liegt.“ Nachdem wir via Tittelbach-TV schon ein wenig den Schleier gelüftet haben, müssen wir das nun zumindest insofern fortsetzen, als die Voraussetzungen für die Handlung erklärt sind. Dieses Mal haben wir uns beim Spiegel nur den Schnellcheck angeschaut, aber auch in ihm ist am Ende die Bewertung enthalten: 8/10. Das klingt formidabel, liegt allerdings auch im Trend, zuletzt kam es in diesem Nachrichtenmagazin häufiger zu Punktzahlen bis zu 9/10.

Mehr enthüllen wir aber wirklich nicht – es sei denn, die ARD tut es in der folgenden Handlungsbeschreibung.

TH

Handlung

Mitten am Tag wird vor einem Juwelierladen in der Weimarer Innenstadt ein Geldbote kaltblütig ermordet. Kira Dorn und Lessing werden zufällig Zeugen und verfolgen den Täter. Bei einem Schusswechsel in der Parkhöhle wird Lessing verletzt, der Täter kann entkommen.

Bei dem toten Boten handelt es sich um Ludgar Döllstädt, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens „Geist Security“. Während Kurt Stich überzeugt ist, dass es sich bei der Tat um einen Raubmord handelt, vermutet Kira mehr dahinter: Lessing hatte das Mordopfer einige Tage zuvor mit Maike Viebrock, einer Abteilungsleiterin des Landesverwaltungsamts, bei einer Verkehrskontrolle angehalten. Im Kofferraum befand sich ein seltener Papagei. Wollte der Inhaber der Sicherheitsfirma, John Geist, seinen Geschäftsführer liquidieren, um seine Firma vor einem tierischen Bestechungsskandal zu schützen?

Kira Dorn und Lessing geben alles, um den Schuldigen in diesem komplexen Fall zu finden, in dem nichts so ist, wie es scheint.

Besetzung und Stab

Hauptkommissarin Kira Dorn – Nora Tschirner
Hauptkommissar Lessing – Christian Ulmen
Kommissariatsleiter Kurt Stich – Thorsten Merten
Polizist Ludwig Maria Pohl „Lupo“ – Arndt Schwering-Sohnrey
Rechtsmedizinerin Dr. Seelenbinder – Ute Wieckhorst
John Geist, Inhaber der Firma „Geist Security“ – Ronald Zehrfeld
Kerstin Brune, Angestellte der Firma – Jördis Trauer
Pierre Mahling, Angestellter der Firma – Florian Kroop
Holger Wollbach, Angestellter der Firma – Manuel Ossenkopf
Lars Groiditz – Eugen Knecht
Maike Viebrock, Abteilungsleiterin Landesverwaltungsamt – Inga Busch
Juwelierin Frau König – Cornelia Heyse
der „Zwerg“ Leon – Jona Truschkowski
Tifftoff, Freund vom Zwerg – Wanja Valentin Kube
u.a.

Drehbuch – Murmel Clausen
Regie – Mira Thiel
Kamera – Moritz Anton
Szenenbild – Jürgen Schäfer
Schnitt – Anna-Kristin Nekarda
Ton – Philipp Sehling
Musik – Dürbeck & Dohmen

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