Mogambo (USA 1953) #Filmfest 364

Filmfeste 364 A

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Mogambo ist ein US-amerikanischer Spielfilm von John Ford aus dem Jahre 1953. Als Vorlagen dienten das Theaterstück Red Dust von Wilson Collison sowie der Film Dschungel im Sturm (1932), ebenfalls mit Clark Gable in der Hauptrolle. (1)

Ich habe anlässlich der Rezension von „Dschungel im Sturm“ schon erwähnt, wie ungewöhnlich es ist, dass ein Schauspieler in einem Remake, das 21 Jahre nach dem „Original“ gefertigt wird – nun, nicht mitspielt, denn er könnte ja eine andere Rolle einnehmen. Bei Clark Gable aber war es möglich, ihn, wenn auch etwas gereift und den konservativeren Zeiten angepasst, mit dem gleichen Part zu betrauen. Ob nun der ältere oder der neuere Film besser ist? Urwüchsiger ist sicher das „Original“, aber diese schönen afrikanischen Landschaften, die in den 1950ern absolut en Vogue waren, neben vielen anderen exotischen Schauplätzen, die immer mehr so ausgeleuchtet wurden, dass die Filme, die dort gedreht wurden, werbenden Charakter erhielten! Das Filming on Location kam immer mehr in Mode. Ob es dadurch authentischer zuging als zuvor auf einem Studiogelände in Hollywood und Umgebung, ist eine andere Frage. 

Immerhin wird schon nicht mehr einfach Großwildjagd zelebriert, sondern es werden Wildtiere für Zoos eingefangen, ähnlich wie neun Jahre später in „Hatari“. Das war das Maximale an tierfreundlicher Ethik, was damals möglich war. Den Gorillas zu lauschen oder sie zu filmen, schien immer noch etwas absonderlich, „Gorillas im Nebel“ ist noch weit weg. Immerhin darf der Naturforscher, der genau deswegen in die Gegend gekommen ist, seine schöne Frau (Grace Kelly) letztlich behalten und muss sie nicht an den großen Jäger abtreten.

„Man ist geneigt, die sich ergebenden Situationen mit gelindem Spott zu beschreiben, und damit der Heiterkeit Ausdruck zu geben, die des öfteren auch das Berliner Premieren-Publikum erfüllte, angesichts der sich bei Löwenfauchen und Gorillagebrüll abwickelnden Liebesgeschichten.“ – Filmecho, 1954

Der Film selbst nimmt sich aber ebenfalls nicht überragend ernst, von wegen Tiere mit großen Ohren und so, das sollte man schon erwähnen – und weist einen für John Fords Verhältnisse, gemessen an seinem überwiegend pathetischen Stil, ungewöhnlich lockeren Tenor auf. Trotzdem wurde „König“ Clark Gable von MGM im selben Jahr entthront und erhielt trotz ca. 20 Jahre treuer Dienste und vieler Filme, die viel Geld einspielten, keine Vertragsverlängerung mehr.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Wikipedia

Regie John Ford
Drehbuch John Lee Mahin
Produktion Sam Zimbalist für MGM
Musik Original afrikanische Musik
Kamera Robert Surtees / Freddie A. Young
Schnitt Frank Clarke
Besetzung

 

 

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