++ „35 ist das neue 50“ (Tagesspiegel) ++ Warum das richtig ist ++ Umfrage ++ Viel zu viele Neuinfektionen und Todesfälle ++ Riesige Büro-R-Werte ++ BionTech Marburg ++ Wie ist die Impflage? #Impfung #Inzidenz | #Frontpage #Corona Lage | #Covid19 #Vaccination #DeathCases #Covid-19 #Coronakrise #STIKO #Impfplan #b117 #b1351

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Der Lockdown gilt weiter bis 7. März, die Friseure dürfen am 1. März öffnen, als Grenzwert für weitere Öffnungsmöglichkeiten soll eine 7-Tage-Inzidenz von 35, nicht, wie bisher, eine solche von 50 gelten. Angela wollt’s anders, konnte sich aber nicht (ganz) durchsetzen.

Vor zwei Tagen äußerten wir im letzten Lagebericht:

„Um es ehrlich zu schreiben: Auch ohne Mutationen müssten die Regelungen noch mindestens für mehrere Wochen fortgelten, denn die Inzidenz in Gesamtdeutschland lag gestern immer noch bei unvertretbar hohen 76 (Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen im Bundesdurchschnitt). Die R-Zahl ist immerhin unter 1 gesunken und stand gestern bei 0,94 (ein Infizierter steckt durchschnittlich 0,94 weitere Personen an). Die Angaben stammen vom Robert-Koch–Institut (RKI). Heute liegt die Inzidenz bisher bei 73″ (mittlerweile bei 68, Stand 10.02.), „die festgestellten Neuinfektionen belaufen sich auf ca. 3.400 (der Stand von ist noch nicht komplett)“, es waren am 10.02. jedoch wieder über 9.000.

Was zu viel ist, ist zu viel

Anders formuliert: Das Drücken der Inzidenz auf 35 ist richtig und das Mindeste. Vor allem angesichts dieser gestrigen Zahlen:

Bei den Neuinfektionen lag Deutschland gestern auf Platz 11 weltweit (Bevölkerungszahl: Platz 19) und bei den Todesfallzahlen auf Platz 5, die Todesfallzahlen und die Infektionszahlen stiegen zuletzt wieder an. Immer bitte dabei im Kopf behalten: In den meisten vergleichbaren Ländern wird viel mehr getestet, deshalb werden auch mehr Neuinfektionen aufgedeckt. Demgemäß liegen dort die Inzidenz und der R-Wert, ähnliches tatsächliches Geschehen vorausgesetzt, tendenziell höher. Oder: Würde bei uns so viel getestet wie in den USA oder Großbritannien, bräuchten wir über Lockerungen gar nicht nachzudenken, denn die Inzidenz läge weit über 100. Nichtsdestotrotz meinen Wirtschaftsverbände, die nun wirklich keine Pandemiespezialisten sind, eigene „Öffnungskonzepte“ vorlegen zu müssen, natürlich auch die Immobilienwirtschaft. Alles für den Profit, nichts für die Menschen, ist das wahre Konzept dahinter. Auch bei (neo-) liberal orientierten Verfassungsrechtlern lässt sich hinter mehr oder weniger kunstvollen Argumentationen das gleiche Prinzip herauslesen.

Ach ja, die Friseure:

Sie dürfen ihre Salons unter Hygieneauflagen bereits ab dem 1. März wieder öffnen. Der Zustrom von Kunden soll mit Reservierungen gesteuert werden. Zudem soll es eine Pflicht zum Tragen von OP-Masken oder solche mit FFP2-Standard oder ähnlichem geben.

Weiter mit den Rechtsinterpretator*innen. Auch das kennen wir: „Recht ist immer auch politisch!“ Das Grundgesetz wird unter dieser Ägide, in unseren immer noch nicht solidarischen Zeiten, dafür herangezogen, dass es nicht verfassungsgemäß sei, Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Als gäbe es keine andere Deutungsmöglichkeiten als die maximal egoistische. Siehe jedoch Art. 14 II und 15 GG. Ich ärgere mich jeden Tag über solche Angriffe auf die Vernunft unter dem Deckmäntelchen der Freiheitsliebe und die beim Juristenstand selbstredend etwas mehr verklauselte Unterstellung, wir befänden uns in einer Corona-Diktatur. Wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich auch jeden Tag über diese durchsichtigen Spins schreiben. Aber vielleicht sind ja einige nun beruhigt, dass Angela Merkel „auf Normalmaß gestutzt“ wurde, von den Ministerpräsident*innen. Zwerge liegen nicht immer richtig, auch wenn sie mit Corona klein anfingen und ihre Macht mit der Zeit gewachsen ist.

Föderalismus der überwiegend unvernünftigen Art

Und immer sind es männliche Unions-Länderchefs, die mit unsachgemäßen Ideen kommen oder vorpreschen, wie gestern, also schon vor den Ergebnissen der neuesten Pandemiekonferenz, wieder mal der notorische Herr Kretschmer aus Sachsen. Vielleicht, weil es in seinem Bundesland so hervorragend läuft, pandemiemäßig und es dort keine Corona-Leugner (und keine von der CDU gepäppelten Nazis) gibt? Ich war nie ein Merkel-Fan, aber in Sachen Corona hat sie mehr Recht als die Politiker*innen, die leichtfertig die noch nicht gesicherten Erfolge der letzten Wochen aufs Spiel setzen wollen. Das sind die Leute, die uns einen Jojo-Lockdown bescheren wollen, der niemals endet. Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ist immer wieder vernehmbar – aber sie hat ihren Laden einigermaßen im Griff und im innerdeutschen Vergleich liegt MV bei den Impfquoten ganz vorne.

Indes sollte man die Hessen nie vergessen. Ihre Impfquoten sind zwar derzeit schwach, aber in Marburg nimmt BionTech eine weitere Impfstoff-Produktionsstätte in Betrieb – vielleicht schon im März. Ein kleiner Landeskinderbonus könnte die Dividende dieser Investitionsentscheidung sein, wenn es um die Verteilung der ersten Chargen geht.

Was will eigentlich die Bevölkerung?

Die Bevölkerung ahnt überwiegend, dass eine Inzidenz von 50 zu hoch ist, um einen unfallfreien Ausstieg aus dem Lockdown zu ermöglichen. Gemäß einer laufenden Civey-Umfrage sprechen sich fast 58 Prozent für eine Beibehaltung der Maßnahmen oder gar für eine Verschärfung aus. Zu letzteren knapp 16 Prozent habe ich mich auch gesellt, weil ich irgendwann mal wieder Ruhe haben möchte, und sei es nur für ein paar Monate – und eben kein ständiges Auf und Ab ohne klar erkennbares Konzept.

Mir wäre es lieber gewesen die Kanzlerin hätte sich mit ihrem Vorschlag durchgesetzt, dass der Lockdown bis zum 14. März beibehalten wird. Wenn man von den Friseuren absieht (Öffnung am 1. März) gilt er nun bis zum 7. März. Ich habe trotzdem festgelegt, warum mein persönlicher Inzidenzwert 30 ist. Solange er höher liegt, werde ich mich nicht ins Büro bewegen und zum Glück hat mein Arbeitgeber dem i. W. zugestimmt.

Schulen und Büros als Hotspots der Virenverbreitung

Warum das Geschehen in Schulen und Büros entscheidend für das weitere Infektionsgeschehen ist, ergibt sich aus dem eingebetteten „Tweet des Tages“. Ja, über die Öffnung der Kulturstätten unter bestimmten Bedingungen kann man viel eher nachdenken als darüber, Kinder wieder in die Präsenz zu schicken oder ohne Notwendigkeit die Büros voll zu besetzen. Es ist nicht alles logisch, was derzeit läuft oder nicht mehr laufen darf.

Hat Ihr Arbeitgeber übrigens schon Luftfilter in Ihrem Büro oder an Ihrer Arbeitsstätte in der Produktion etc. eingebaut? Falls nicht, trauen Sie keiner für die Präsenz werbenden Argumentation und widersetzen Sie sich diesbezüglichen Forderungen Ihrer Vorgesetzten. Jene Schlauberger von Chefs wollen, anders als die meisten von uns, einfach keine Krisenkosten tragen, während sie selbst schön abgeschottet im klimatisierten Einzelbüro sitzen und per Video konferieren.

Und geht’s nun endlich mit dem Impfen schneller voran? Etwas. Doch der Abstand zu den Spitzenreiter-Ländern wächst eher, als dass er schrumpft.

3.669.148 verabreichte Impfdosen, täglich verabreichte Impfdosen +128.272 Mittwoch, 10.02.21.

Am 10. Februar 2021 wurden in Deutschland 128.272 Impfungen durchgeführt. Damit haben nun 2.490.423 Personen (3,0 % der Gesamt­bevölkerung) eine Erst­impfung erhalten und 1.178.725 Personen bereits die Zweitimpfung.

Weltweit rangiert Deutschland aktuell auf Platz 30 (vorgestern: Platz 23, aber nach einer anderen Quelle), wenn es um die Impfquote geht – mit einer „Durchimpfung“ von nunmehr 4,2 Prozent. Unter den Spitzenreitern sind auch einige reiche, kleine Länder, die man nicht zum Vergleich heranziehen sollte, aber trotzdem ist Platz 30 eine Blamage für das Land, in dem das Impfen einst – nicht erfunden, aber zu einer flächendendeckenden Versorgungsleistung wurde. Und was machen die Mutanten? Breiten sich weiter aus. Langsam im Moment noch, aber sicher.

TH

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