Die Tribute von Panem – Catching Fire (The Hunger Games: Catching Fire, USA 2013) | 6 Empfehlungen | #Filmfest 373

Filmfest 373 B

Die Tribute von Panem – Catching Fire (Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire) ist ein US-amerikanischer dystopischer Science-FictionAbenteuerfilm, der auf dem Buch Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe von Suzanne Collins basiert. Es ist der zweite von vier Teilen und Nachfolger von Die Tribute von Panem – The Hunger Games. Der Film wurde von Lionsgate produziert, Francis Lawrence führte Regie, das Drehbuch stammt von Simon Beaufoy und Michael Arndt. Der Film startete am 21. November 2013 in den deutschen Kinos. (1)

Erstmals stellen wir eine ganze Filmreihe als B-Rezension vor – eingedenk der Tatsache, dass das Universum immer mehr Fantasy-Franchises hervorbringt und ich wenigstens durch Mitlesen und hin und wieder durch das Vormerken von Filmen den Überblick gewinnen möchte, nachdem es mit unserem Hauptanliegen, dem historischen Film (Moviepilot-Jargon: „total klassisch“) mittlerweile sicher und kontinuierlich läuft. Von „Die Tribute von Panem“, eine Empfehlungsrezension zum ersten Teil der aktuell aus vier Filmen bestehenden Sammlung gibt es bereits hier und wir machen gleich mit Teil zwei weiter, der ein Jahr nach dem Auftaktfilm herauskam.

Im Grunde ist „Catching Fire“, der zweite Teil der Tribute von Panem-Reihe, ein Remake des ersten Teils. Wieder muss Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) in den Ring steigen und um ihr Überleben kämpfen, nur diesmal gegen hart gesottene Hunger Games-Überlebende aus dem Vorjahr. Währenddessen brodelt es in den ärmeren der zwölf Distrikte, und eine Revolution gegen das übermächtige Kapitol und dessen Präsidenten Snow (Donald Sutherland) scheint in der Luft zu liegen. Natürlich hat das Kapitol höchstes Interesse daran, Katniss über den Jordan gehen zu lassen, denn durch ihren Erfolg in den Hunger Games der Vorjahre ist sie zu einem Symbol des Widerstands geworden. Man kann nicht behaupten, dass der zweite Teil plötzlich sein eigenes Ding macht und die Geschichte nun unvorhergesehene Wendungen erfährt. Im Gegenteil. Man ruht sich ein bisschen auf dem Erfolgsmodell des ersten Teils aus (…). (Der Filmkürbis). Der Autor vergibt 6,5/10 (für den ersten Teil: 7/10).

Schon zum ersten Teil hatte ich geschrieben, die zwölf Bezirke kommen mir ein wenig bekannt vor und wer weiß, zu welcher Regime uns Corona noch führen wird und welche Aufgaben uns gestellt werden, um überleben zu dürfen.

Produktionsnotizen (1)

Am 8. August 2011 teilte Lionsgate mit, dass es auch den zweiten Band der Die-Tribute-von-Panem-Trilogie, Gefährliche Liebe, verfilmen werde. Da die Drehbuchautoren Ross und Collins noch mit der Postproduktion des ersten Filmes beschäftigt waren, konnten sie nicht, wie eigentlich geplant, auch das Buch zum zweiten Teil verfassen. Lionsgate verhandelte daher im November 2011 mit dem Drehbuchautor Simon Beaufoy über die Bedingungen einer Filmanpassung von Gefährliche Liebe. Ross sollte bei der Fortsetzung trotzdem noch Regie führen.

Im Januar 2012 unterschrieben Ross und Beaufoy offiziell für ihre Positionen als Regisseur beziehungsweise Drehbuchautor.[3] Im April 2012 wurde jedoch bekannt, dass Gary Ross im zweiten Teil der Trilogie doch nicht Regie führen werde, da er aufgrund von zu engen Zeitplänen nicht den Film drehen könne, den er gerne hätte.[4][5] Am 3. Mai 2012 wurde Francis Lawrence für die Regie verpflichtet.[6] Michael Arndt hat neben Beaufoy ebenfalls am Drehbuch mitgearbeitet.[7]

Der Film wurde teilweise im IMAX-Format gedreht.[8] Zur Realisierung stand dem Film ein Budget von 130 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Der Film erhielt größtenteils positive Kritiken. In der Kritikensammlung Rotten Tomatoes erreichte der Film bei 89 Prozent der Rezensenten eine positive Bewertung.[47] Das sind fünf Prozent mehr positive Bewertungen als beim ersten Teil. Die IMDb-Nutzer*innen vergeben im Durchschnitt 7,5/10, der Metascore liegt bei 76/100 und damit ebenfalls acht Punkte besser als beim ersten Teil. Unter der Voraussetzung, dass Teil zwei tatsächlich schon fast ein Remake des ersten Teils ist, wie oben zu lesen ist, muss man von einem der wenigen Remakes sprechen, die das Original offenbar perfektioniert haben, ohne an Originalität zu verlieren.

Die österreichische Jugendmedienkommission hob den „Zusammenhalt gegen eine totalitäre Herrschaft“ und das „Aufbegehren gegen das Unrecht“ positiv hervor. Mitgefühl und Menschlichkeit würden „als etwas Positives vermittelt“. Der „sozial- und medienkritische Aspekt bezüglich Reality TV-Shows“ könne „interessanten Diskussionsstoff“ liefern.[2]

David Kleingers bemängelte auf Spiegel Online zwar einerseits die mangelnde Originalität, denn „zu offensichtlich orientiert sich Collins’ Entwurf dafür an vertrauten Vorbildern aus der zivilisations- und autoritätskritischen Science-Fiction.“ Andererseits verbinde der Film aber „großes Melodrama mit offensiver Mediensatire und zeigt das staatstragende Gladiatorenspiel als sadistische Zuspitzung des Casting-Show-Phänomens“. Kleingers lobte die „stimmige Besetzung“ und vor allem Jennifer Lawrence für ihre „imposante“ und „unverwechselbare“ Darstellung der Protagonistin, einer unfreiwilligen „Lichtgestalt des Lumpenproletariats“ und „Marianne eines ästhetischen Aufstands“; sie sei „[n]ahezu in jeder Szene präsent“ und brauche „als Katniss lediglich einen Augenaufschlag, um glaubhaft von lähmender Verzweiflung zu stiller Entschlossenheit zu gelangen“. Der Film sei „wie sein Vorläufer weitaus besser … als er eigentlich sein müsste“, da er „sein junges Zielpublikum nicht für dumm hält und unabhängig vom Unterhaltungsdiktat eine Haltung einnimmt, die auch jenseits der Pubertät begeistern kann.“[48]

In der Tageszeitung bezeichnete Andreas Busche den Film als „etwas unentschlossene[s] Mittelstück der gegenwärtig marktführenden Blockbuster-Trilogie“. Er zerfalle „in zwei Teile, wobei der erste ihm [Regisseur Francis Lawrence] eindeutig mehr gestalterischen Spielraum lässt als der zweite, der das Setting des Vorgängers lediglich etwas aufwendiger variiert“. Die erste Hälfte verleihe der Geschichte „dagegen ein gesellschaftliches Profil“. Insgesamt sei die Trilogie „aus einem härteren Holz geschnitzt als die übrigen Jugendbuchadaptionen“, da sie „einen komplexeren gesellschaftlichen Entwurf als die meisten Hollywood-Franchises“ beschreibe.[49]

Manohla Dargis fand den Film in der New York Times „durchgehend überaus zufriedenstellend“; er komme „vollgepackt mit Spezialeffekten und Actionszenen daher“ und werde „mit den üblichen Charakterdarstellern, deren Namen Markenwirkung haben, verschönert“. Er funktioniere, da er den feinen Punkt erreiche, an dem „klassische Mythen die Ängste der Zeit treffen“, und sich damit „zu einem überwältigenden Pop-Phänomen“ entwickle. Regisseur Lawrence verpasse dem Film diesmal eine „rauere, weniger sentimentale Grundstimmung“. So sei Catching Fire zwar „kein Kunstwerk“, aber dennoch ein „fähiger, zeitweise aufregender Film“.[50]

Im New York Observer kritisierte Rex Reed den Film als „übertrieben, überproduziert, unverschämt überbudgetiert und vollkommen sinnlos“ und sah darin „nichts als recycelte Ideen und öde CGI-Effekte, die beim ersten Mal noch frisch und aufregend schienen, nun jedoch mit der Energie eines alten Gauls“ herumhumpelten. Catching Fire sei „so langweilig, dass nicht einmal die Bösewichte Spaß machen“; die Schauspieler seien „alle gleichermaßen schrecklich“.[51]

Ich will mal hoffen, dass sie beim Spiegel heute noch den nicht zu unterschätzenden Unterschied zwischen Lumpenproletariat und Arbeiter*innenproletariat kennen, aber es klingt alles recht interessant und selbstverständlich gibt es auch negative Meinungen. Einen Metascore von 100 Prozent beispielsweise erreichen nur ein paar Ausnahmefilme und die „Tribute“-Filme sind nun einmal – offenbar gut gemachtes – Mainstreamkino, dabei sollte man es auch belassen. Ich zitiere noch ein wenig aus meinen Anmerkungen zum ersten Teil:

„Dass Heldenfilme, besonders Superheldenfilme heutiger Prägung, faschistische Tendenzen haben, auch dann, wenn sie vorgeblich Unterdrückungsregimes geißeln, ist nicht neu. Allein die Konstellation, dass die Probleme der Welt nicht demokratisch, sondern von Übermensch*innen gelöst werden, ist bezüglich der Auswirkungen auf das Publikum gar nicht zu überschätzen und stört mich persönlich mittlerweile mehr als die Gewaltorgien, an die wir uns alle längst gewöhnt haben – die allerdings diese faschistoide Filmemacherei bestens ergänzen oder unterstreichen.“

In welcher Tradition nun „Katniss“ steht (Freiheitkämpferin oder Übermenschin) werde ich mir anschauen, denn die beiden ersten Teile der aktuellen Quattrologie werden demnächst wieder im Fernsehen gezeigt werden.

(1) und / oder kursiv und ohne Nummerierung: Wikipedia

Regie Francis Lawrence
Drehbuch Simon Beaufoy
Michael Arndt
Produktion Nina Jacobson
Jon Kilik
Musik James Newton Howard
Kamera Jo Willems
Schnitt Alan Edward Bell
Besetzung

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