Mensch ärgere Dich nicht: „So dürfen Sie Ostern (nicht) feiern!“ Info + Kommentar | #Frontpage | Statista | #Corona Lage #Covid19 #Osterlockdown #Lockdown #wirbleibenzuhause #Menscheärgeredichnichtoderdoch #Kegelsystem #Politikversagen

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Liebe Leser*innen,

wissen Sie schon, was eine Oster-Feiervariante ist? Es ist keine Variante mit verschiedenen Formen und Größen von Ostereiernestern.

Normalerweise stellen wir keine zwei Corona-Artikel am selben Tag online, wir wollen Sie ja nicht verdrießlicher machen, als Sie sowieso sind. Die Balance zwischen dem Wunsch, Sie zu informieren und der Befürchtung, dass wir als Boten den Ärger abbekommen und in den sozialen Netzwerken Follower*innen verlieren, ist schwierig. Aber das Nachfolgende muss sein, es kam nämlich gegen 14 Uhr in unser Postfach, als wir den vorausgehenden Beitrag bereits veröffentlicht hatten.

Wer noch nicht Bescheid wusste, wie es an Ostern laufen soll, die Grafik zeigt es. Unser zwischen Lachen, Weinen und Wut und Lachen und Weinen vor Wut pendelnder Kommentar folgt im Anschluss. Wir fragen Sie aber schon jetzt: Woran fühlen Sie sich durch die hier aufgezeichneten Familienmitglieder und Freund*innen erinnert?

• Infografik: So dürfen Sie Ostern (nicht) feiern | Statista

Ein erklärender Text dazu ist ebenfalls hinter diesem Link zu finden: Der rk• Infografik: So dürfen Sie Ostern (nicht) feiern | Statista. 

*** Kommentar ***

Wir finden es wunderschön und löblich, dass Statista versucht hat, das unmöglich Erklärbare so kurz und prägnant wie möglich doch zu erklären und sogar zu visualisieren, aber ich gebe zu, ich musste sehr lachen, als ich die Familienmitglieder sah, die verdächtig nach den kegelähnlichen Figuren ausschauen, mit denen man „Mensch ägere Dich nicht“ spielt. Genau darum geht es nämlich: Sich nicht grün, rot, blau, gelb und schwarz zu ärgern über die Form von Politik, die uns mittlerweile zugemutet wird.

Heute wurde ich gefragt: „Haben Sie schon Pläne für Ostern?“ Antwort: „Ich plane grundsätzlich nichts mehr mit anderen Menschen, dann mache ich auch nichts falsch“. Wenn ich mir die Grafik oben anschaue, ist das auf jeden Fall eine Haltung, deren gute Logik kaum von der Hand zu weisen sein dürfte. Wie man die dargestellten Regelungen, falls sie denn von einer Minderheit verstanden werden, überwachen soll, ist mir ebenso schleierhaft wie die Idee selbst, also, wie man sich so etwas ausdenken kann. Ist das Realsatire und als solche wichtig, oder kann das weg?

Gestern las ich, dass in Deutschland bereits 300.000 Menschen am Covid19-Langzeitfolgen-Syndrom „Fatigue“ erkrankt sein sollen und Behandlung benötigen. Das Syndrom sei auch bereits als Corona-Krankheitsfolge anerkannt. Nun frage ich: Kann man dieses Gefühl auch als Folge anerkannt kriegen, wenn man noch gar nicht infiziert war, weil diese unfassbar dämliche Corona-Politik ein Gefühl nimmermehr endender Müdigkeit verursacht? Weil man einfach kein Licht am Ende des Tunnels sieht, bei dieser Art von Anti-Pandemiebekämpfung?

Testen funktioniert nicht, Impfen funktioniert nicht, Impfstoff funktioniert oder nicht, Lockdown oder nicht funktioniert nicht; mit einem Satz, die öffentliche Infrastruktur wurde in den letzten Jahrzehnten so kaputtgespart und an deren Spitze ein solcher Haufen von Dilettanten per Vetternwirtschaft platziert, dass im Ernstfall, wie wir jetzt einen haben, eben nichts mehr richtig funktioniert. Derweil faseln verpeilte Politikdarsteller von weiteren Privatisierungen. Und Politiker*innen, die in diesem neoliberalen Geiste Karriere machen, sind zu alledem auch noch korrupt bis zum Anschlag. Wir sind alle verraten und verkauft, und das macht müde. Viel mehr als die Pandemie selbst. Denn die wird vielleicht doch irgendwann nachlassen, dieweil wir diese Typen dann immer noch am Hals haben werden.

Wir haben einen Vorschlag: Kämpfen Sie mit uns zusammen für die Anerkennung psychischer Coronafolgen, unabhängig davon, ob Sie „es“ schon hatten oder nicht. Sie kriegen es sowieso irgendwann, wenn es so weiterläuft und nicht zu den Superreichen zählen, die sich mit den Moneten, die wir für sie erarbeitet haben und die derzeit richtig fette Krisengewinne einfahren, abschotten können. Machen Sie einfach nicht mehr mit. Gehen Sie nicht zur Arbeit, nicht mal die paar Schritte ins Homeoffice, sondern rufen Sie: Mit mir nicht mehr! Ich genehmige mir jetzt einen Gelben oder auch mal zwei! Wenn alle, die diesen Fail von Politik und Management nicht mehr sehen und hören und fühlen mögen, auf diese Weise protestieren würden, käme das beinahe einem Generalstreik gleich. Nichts mehr mit Systemrelevanz, die zu chronischer Überlastung führt. Nicht mehr von Stümpern beklatscht werden, anstatt Wertschätzung täglich und praktisch, durch anständige Arbeitsbedingungen, zu erfahren. Nichts mehr mit von vorne bis hinten verarscht werden. Mögen es endlich die auslöffeln, die es verbockt und uns die Suppe eingebrockt haben!

Das ist Ihnen zu krass? Das widerspricht Ihrem Verantwortungsgefühl? Ja, so sind viele von uns gestrickt, deswegen können sich die Verantwortungslosen in der Politik ihr Verhalten auch leisten. Deswegen kommen sie damit immer wieder durch.

Na gut, das wollen Sie nicht bringen. Das habe ich verstanden. Dann spielen Sie mit den wenigen Lieben, mit denen Sie an Ostern zusammen sein dürfen, „Mensch ärgere Dich nicht“ und ärgern Sie sich mal so richtig. Machen Sie sich frei! Schreien Sie, hauen Sie mit beiden Fäusten auf den Tisch. Am besten alle gleichzeitig. Denken Sie sich, die Kegel, die Sie rausschmeißen oder die durch die Vibrationen des Tischs ihre Stellung verändern, sind nicht Ihre Kinder, Ihr*e Partner*in, Oma und Opa, niemand schummelt bei Ihnen, schon gar nicht an Ostern, sondern es sind allseits bekannte und berüchtigte Politiker*innen. Das motiviert dazu, keine Gnade walten zu lassen. Ziehen Sie nicht mit einer Figur, mit der Sie niemanden „schlagen“, wenn Sie vorrücken, nur, weil Sie sozial sein und feiertäglich drauf sein wollen und Opa schon zwei Herzinfarkte hatte und im Seniorenstift besonders coronagefährdet ist oder „es“ schon hatte. Seien Sie mal egoistisch, wie die Politiker*innen. Machen Sie Ihr eigenes Ding, wenigstens an diesem Tag. Gerade an diesem Tag.

Ändern Sie die Spielweise so, dass die rausgeworfenen Kegel niemals wieder ins Rennen gehen dürfen, denn sie stellen ja Politiker*innen dar. Sie werden sich nach wenigen Durchläufen besser fühlen und allen Ihren Lieben wird es ebenso gehen. Hm … doch ein kleiner Tipp: Man kann dieses Brettspiel auch per Videochat mit anderen spielen, während „allein zu Hause“ das recht unaufwendige Setdekor im Hintergrund darstellt. Das ist die ganz sichere Variante, siehe oben; meine Pläne, meine Albträume. Es ist ohnehin die Version, die wir bald alle spielen müssen, weil die Politik nicht in der Lage ist, ein vernünftiges Corona-Management zu arrangieren.

TH

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für die schöne Veranschaulichung und den Kommentar. Was in der Krise ganz klar wird, dass unsere Freizeit immer weiter eingeschränkt wird und die Wirtschaft einfach so weiter wuseln kann. Währenddessen starten dann noch Flieger nach Mallorca. Dieser Wahnsinn macht einfach keinen Sinn mehr.

    Dein Appell zum zivilen Ungehorsam ist löblich, aber leider sitzen viele nicht so sicher, besonders wenn die Existenzängste genährt werden durch Kurzarbeit oder Leiharbeit.

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    1. Vielen Dank meinerseits für die Anmerkungen! Der untere Absatz ist leider nicht von der Hand zu weisen. Das kommt davon, dass das Kapital es geschafft hat, die Doktrin zu verkaufen, dass wir als „individuell“ herumkrebsende, unorganisierte Einzelne fast so schutzlos geworden wie vor der Arbeiter*innenbewegung. Deswegen würde ich den solidarischen Aspekt auch hier betonen wollen: Diejenigen, die man nicht einfach kündigen kann und so viele, dass man nicht allen einfach kündigen kann, müssten mitmachen. Wer dazu aufrufen soll, weiß ich allerdings auch nicht, es ist aktuell nur eine Wunschvorstellung, endlich mal „Nein!“ zu sagen. Solange man nur darüber schreibt, wird sich leider nichts bewegen.
      TH

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      1. Vollkommende Zustimmung. Wir brauchen wieder eine starke Arbeiterbewegung und starke Gewerkschaften. Doch wir sind alle atomisiert und scheinbar allein für unser Glück verantwotlich. Was können wir allein schon anrichten? Wie schaffen wir echte Solidariär?

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        1. Solange Corona andauert, fällt mir dazu auch nichts Tolles ein, denn Solidarität in großem Umfang, die nach außen sichtbar wird, ist derzeit schwer zu zeigen, ohne dass man gleich das Gefühl hat, pandemiemäßig etwas falsch zu machen. Aber danach geht’s rund! Wir sind nämlich alle mächtig sauer! 😉

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