Manche mögen’s heiß (Some Like It Hot, USA 1959) #Filmfest 450 #Top250

Filmfest 259 Cinema - Concept IMDb Top 250 of All Time (56)

Manche mögen’s heiß (Originaltitel: Some Like It Hot) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1959. Das Drehbuch wurde nach einer Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan von I.A.L. Diamond und Billy Wilder verfasst. Wilder übernahm auch Regie und Produktion. In den Hauptrollen sind Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon zu sehen.

Der Film spielt zur Zeit der Roaring Twenties im Jahr 1929. In Chicago werden die beiden Musiker Jerry und Joe Augenzeugen eines Massakers der Mafia. Um den Killern zu entkommen, tauchen sie als Frauen verkleidet in einer Damenkapelle unter, die auf dem Weg nach Florida ist. Während Jerry alias Daphne zum Objekt der Begierde eines älteren Millionärs wird, macht sich Joe, verkleidet als Millionenerbe Shell Junior, an die Sängerin Sugar heran. Doch das Mafia-Syndikat bleibt ihnen auf den Fersen.

Die Vorlage zu dem Film wurde 1935 von Robert Thoeren und Michael Logan für den französischen Film Fanfare d’Amour verfasst. 1951 diente die Geschichte auch als Vorlage für den deutschen Film Fanfaren der Liebe unter der Regie von Kurt Hoffmann. In dieser Version kamen noch keine Gangster vor. Manche mögen’s heiß wird deshalb oft als Neuverfilmung von Fanfare d’Amour und Fanfaren der Liebe betrachtet.[4]

Wir können nichts dafür, dass wir in letzter Zeit einen Klassiker nach dem anderen vorstellen. Wie schon in den 1930ern war das letzte Jahre der 1950er ein sehr ergiebiges. Allerdings sind einige Filme, die wir im Internationalen Filmverzeichnis Nr. 8, dessen Chronologie zu folgen wir uns entschlossen haben, um nach der Aufgabe des Prinzips „La Ronde“ wieder Ordnung ins Programm des Filmfests zu bringen, dem Produktionsjahr 1959 zugerechnet haben, nach heute üblicher Rechnung (Premierendatum) im Jahr 1960 entstanden. Trotzdem werden weitere, wie „Das Appartement“, ebenfalls von Billy Wilder, oder „Spartacus“ von Stanley Kubrick, demnächst folgen.

Zum Inhalt des Films und zur Entschuldigung für die Rollenfigur von Marilyn Monroe müssen wir der obigen Rezension beifügen: Der Witz des Films rührt daher, dass nicht nur „Sugar“, sondern auch alle anderen von der Damenkapelle und auch die Gangster, auf die man im Hotel von Miami Beach trifft, nicht merken, um wen es sich bei den beiden weltberühmt gewordenen „Damen“ Daphne und Josephine handelt. Sofern wir nicht erleben, dass dieser Film unter die Räder einer rüden Form von politischen Korrektheit kommt, wird er ewig bleiben, so viel steht fest. Alle Beteiligten waren auf der Höhe ihres Könnens, und das sagt bei Spitzenkräften wie Billy Wilder, Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Tony Curtis schon alles. Mein persönlicher Favorit von Wilder ist zwar dennoch „Das Appartement“, aber unter der klaren Prämisse, dass dies eine Geschmacksfrage ist, nicht eine Entscheidung nach Qualität. Die 9 Punkte, die wir im Jahr 1989 für „Manche mögen’s heiß“ vergeben haben, würden auch heute wieder zustande kommen. Vielleicht noch einer oder zwei extra für die herausragende Stellung dieses Films in seinem Genre. Beide zählen zu unseren Lieblingsfilmen, während weitere Wilder-Klassiker wie „Frau ohne Gewissen“ oder „Boulevard der Dämmerung“, die wir hier besprochen haben, ähnlich hoch anzusiedeln sind, aber diesen persönlichen Status nicht erreicht haben.

„Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen und du sollst nicht langweilen!“

Billy Wilder: Zitiert in: Der Tagesspiegel[48]
 

Ohne Vergleich, wir haben dieses Zitat einmal einer Kurzgeschichten-Anthologie vorangestellt, von der wir gehofft haben, sie möge nicht langweilig sein, allerdings damit ein paar Marketingfehler begangen, die hoffentlich nicht noch einmal passieren werden. Aber Wilder war ein absoluter Profi und ein Fuchs im klassischen Hollywood und das merkt man nicht nur seinen Filmen, sondern auch seinen Statements an. Zu „Manche mögen’s heiß“, besonders zur Zusammenarbeit mit Marilyn Monroe, gibt es einige von ihm.

Von uns hingegen wird es eine Version „450.1“ geben, deren Kern eine jüngere Rezension zu diesem Film ist.

Das American Film Institute wählte den Film 1998 auf Platz 14 der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten und im Jahr 2000 auf Platz 1 der 100 besten amerikanischen Filmkomödien aller Zeiten. 2007 wurde er auf Platz 22 der besten amerikanischen Filme gewählt.[90] 2017 landete Manche mögen’s heiß bei einer BBC-Umfrage unter 253 Filmkritikern aus 52 Ländern zur besten Komödie der Filmgeschichte auf dem ersten Platz.[91] Der Film taucht auf fast allen Bestenlisten auf. Bereits 1989 wurde Manche mögen’s heiß in das National Film Registry aufgenommen.[92]

In der IMDb vergeben die Nutzer*innen durchschnittlich 8,2/10, was den Film auf Platz 135 der besten Filme aller Zeiten bringt. Die Position ist eindeutig zu niedrig, aber wir wollen hier nicht wieder die Moritat von der gnadenlosen Überbewertung neuerer Filme zum Besten geben; diese Liste ist bietet eine gute Orientierung für das, was heute vom Publikum, nicht zwangsläufig auch von Kritiker*innen, als Topfilm angesehen wird. Dass die IMDb zum Amazon-Imperium gehört und daher ein Interesse daran hat, neue Mainstream-Filme zu promoten, erwähne wir pflichtschuldig und behaupten, es könnte sich um eine Koinzidenz handeln.

Erstaunlich für eine amerikanische Komödie ist, dass der Film 1959 noch in Schwarz-Weiß gedreht wurde. Allerdings war Billy Wilder ein Fan davon, in Farbe hatte er bis zu dem zeitpunkt nur „Das verflixte siebte Jahr“ gemacht (1955), auch seine kommenden Filme kamen ohne Colorierung aus und Schwarz-Weiß passt gut zum Setting von „Some Like It Hot“ in der Zeit kurz vor der Weltwirtschaftskrise, als es (üblicherweise) noch keine Farbfilme gab.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursive Textteile abzüglich Copyright-Zeile: Entnommen aus der Wikipedia

Regie Billy Wilder
Drehbuch Billy Wilder,
I.A.L. Diamond
Produktion Billy Wilder,
I.A.L. Diamond,
Doane Harrison
für United Artists
Musik Adolph Deutsch,
Matty Malneck
Kamera Charles Lang
Schnitt Arthur P. Schmidt
Besetzung

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