Spartakus (Spartacus, USA 1959) #Filmfest 452 #Top250

Filmfest 452 – Concept IMDb Top 250 of All Time (57)

Spartacus ist ein US-amerikanischer Monumental- und Historienfilm aus dem Jahr 1960 von Stanley Kubrick mit Kirk Douglas, der den Film produzierte, in der Hauptrolle. Er basiert auf der wahren Begebenheit des Sklavenaufstands im antiken Rom. Da über den historischen Spartacus nur wenig bekannt ist, ist diese Darstellung seines Lebens zum großen Teil fiktiv. Dem Drehbuch lag Howard Fasts gleichnamiger Roman zugrunde.

So einfach kann Filme rezensieren sein. Vor allem, wenn sie an Weihnachten oder kurz danach gezeigt werden.

Zwischen „Quo vadis?“, „Ben Hur“ (1959, nicht 1956) und den italienischen Sandalenfilmen, versinkt „Spartacus“ im stilistisch-inhaltlich-qualitativen Bermuda-Dreieck der Filmgeschichte? Nicht ganz.

Bei einer heutigen Sichtung würde dieser Historienfilm „mit vielen historischen Ungenauigkeiten“ eine höhere Bewertung erhalten, es wird auch eine ausführlichere Rezension als diejenige geben, die Ende 1987 geschrieben wurde und Bestandteil des „Internationalen Filmverzeichnisses Nr. 8“ aus dem Jahr 1989 ist. Für manche Filme hat man schon in sehr jungen Jahren ein gutes Gespür, andere Jugendeindrücke verblassen, so etwa bei einigen Filmen des von mir einst heißgeliebten Musical-Genres, wenn man mehr auf die inhaltliche Qualität der Filme und ihre Botschaften blickt. Andere hingegen erschließen sich erst mit der Zeit, zu ihnen zählt auch „Spartacus“, der einen der besten Filme seines Genres bis heute darstellt. Die meisten dieser Großfilme leisten sich auch einige große Schwächen, doch immerhin fiel mir 1987 schon auf, dass der Film „realistische Untertöne“ hatte, was sich mehr auf die Inszenierung als auf den Inhalt bezieht, wenn man es von heute aus betrachtet. In Vorbereitung auf die nächstgrößere Rezension zu Stanley Kubricks Version eines antiken Kolossalmelodrams nun einige Fakten zur Entstehung:

Entstehung (1)

Kirk Douglas spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern war auch der ausführende Produzent. Für das monumentale „star vehicle“ Spartacus hatte er den Regisseur Anthony Mann verpflichtet, doch schon nach den ersten Drehtagen kam es zwischen den beiden zu Meinungsverschiedenheiten, worauf Mann gefeuert wurde und Douglas den damals noch relativ unbekannten Stanley Kubrick mit der Regie betraute. Er hatte bereits bei Wege zum Ruhm (Paths Of Glory) mit ihm zusammengearbeitet.

Es war für Kubrick der erste und einzige Film, bei dem er keine uneingeschränkte künstlerische Freiheit hatte. Daraufhin beschloss er, künftig keinen Film mehr zu drehen, bei dem er kreative Kompromisse eingehen müsste.

Aufsehen erregte auch die Wahl des Drehbuchautors. Kirk Douglas verpflichtete Dalton Trumbo, der in den 1950er Jahren während der McCarthy-Ära als einer der Hollywood Ten auf der Schwarzen Liste des HUAC gestanden hatte.

Der Film musste viele Schnittvorgänge hinter sich bringen. Unter anderem wurde auch eine Szene zwischen Laurence Olivier (Crassus) und Tony Curtis (Antoninus) gestrichen. In dieser Szene, in der die antike Bisexualität gezeigt wird, versucht Crassus, Antoninus zu verführen, während dieser ihn badet („Ich esse Austern und Schnecken“). Als Robert A. Harris den Film 1991 restaurierte, wurde diese Szene nachträglich eingefügt. Allerdings war – wie Tony Curtis in mehreren Interviews erklärte – die Szene ohne Ton gedreht worden, da man offenbar davon ausging, sie werde ohnehin der Zensur zum Opfer fallen. Da Olivier aber bereits 1989 verstorben war, synchronisierte Anthony Hopkins Crassus, und Tony Curtis den von ihm dargestellten Antoninus.

Für die Rolle der Varinia wurden zuvor unter anderem auch Ingrid Bergman, Jeanne Moreau und Elsa Martinelli in Betracht gezogen, bevor die Wahl auf die Deutsche Sabine Bethmann fiel. Kubrick besetzte die Rolle um an Jean Simmons.[1]

Die zum Teil brutale Darstellung von Gewalt, für die Kubrick auch in seinen späteren Filmen bekannt war, stieß damals überwiegend auf Ablehnung. Der Film wurde erst ab 16 Jahren freigegeben. Auch die Nacktdarstellung von Jean Simmons ebenso wie die Kreuzigungsszenen am Ende des Filmes trugen dazu bei. Der Film wurde jedoch später neu bewertet und erhielt die Altersfreigabe 12 Jahre.

Finale

Heute ist der Film vielfach auf Bestenlisten zu finden, unter anderem war er 1997 bis 2010 in den IMDb Top 250 vertreten. Daher unsere Zuordnung zum „Konzept der Top 250 der IMDb aller bisherigen Zeiten“ als 57. Werk in dieser Reihe, das wir bisher gesehen und zu dem wir eine Rezension veröffentlicht haben. Noch immer ist die Mehrzahl unserer Kritiken archiviert, diese Texte werden weiterhin in enger, möglichst täglicher Abfolge auf dem Filmfest vorgestellt werden.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv: Wikipedia

Regie Stanley Kubrick
Drehbuch Dalton Trumbo
Produktion Kirk Douglas,
Edward Lewis
für Bryna Productions
Musik Alex North
Kamera Russell Metty
Clifford Stine
Schnitt Robert Lawrence
Besetzung

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