Cimarron (USA 1960) #Filmfest 460

Filmfest 460 Cinema

Cimarron ist ein episch angelegter, einen Handlungszeitraum von 25 Jahren umfassender US-amerikanischer Pionier- und Monumentalfilm aus dem Jahre 1960 von Anthony Mann mit Glenn Ford und Maria Schell in den Hauptrollen. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman (1929) von Edna Ferber, der bereits 1930 erstmals verfilmt wurde und in Deutschland unter dem Titel Pioniere des wilden Westens lief.

Cimarron entstand zu einer Zeit, als Regisseur Mann sich auf Monumentalstoffe kaprizierte. Unmittelbar zuvor war er 1959 von dem von ihm begonnenen Spartacus-Film (mit Kirk Douglas und Tony Curtis) abgelöst und durch Stanley Kubrick ersetzt worden. Gleich im Anschluss an Cimarron inszenierte Mann noch 1960 in Spanien das Historien-Epos El Cid mit Charlton Heston, drei Jahre später drehte er am gleichen Ort das spätrömische Antikdrama Der Untergang des Römischen Reiches.

Anthony Mann war durchaus ein Western-Spezialist und als solcher mit dem allgemeinen Szenario  vertraut, das hier gezeigt wird.

Doch ein epischer Western, der die Oklahoma-Landnahme behandelt, ist nicht nur eine Genre-Ausnahme, sondern vielleicht auch schwer im Griff zu behalten, weil die Dramaturgie nicht so pointiert gesetzt werden kann wie bei einem typischen Werk des Genres, bei dem die Zuschauer*innen darauf eingestellt sind, dass alles mit angemessenem Tempo dem  einzigen Höhepunkt zustrebt, der einem Western angemessen ist: Dem Shootout.

Edna Ferbers Romane sind hingegen fantastische Filmstoffe und Familiensagas, wenn man sie entsprechend gesellschaftskritisch und mit etwas Tiefgang umsetzt, wie das bei „Giganten“ trotz seiner gigantischen Dimensionen im Jahr 1956 einigermaßen gelungen ist, oder im Musical „Showboat“, wobei den Kennern die 1936er Filmversion als die bessere gegenüber dem Farbfilm von 1952 gilt. Alle Hollywood-Studios, nicht nur das die Großproduktionen besonders abonnierte MGM, hatten aber um die Wende zu den 1960ern herum die ungünstige Tendenz, die Dinge immer mehr breitzutreten und in die Länge zu ziehen, ohne dass die Vielschichtigkeit sich in allen Fällen entsprechend erhöhte.

Ich habe „Cimarron“ auch nach der Sichtung vor der hier gezeigten Rezension noch mindestens zweimal gesehen und meine nicht ganz zu verbergende Begeisterung für das Werk hat sich im Velauf der Jahre etwas relativiert, ohne dass ich zu einem Verriss gekommen wäre, wie ihn die zeitgenössische Kritik dem Film hat angedeihen lassen. Das Titelthema finde ich immer noch hinreißend, wie einige andere Filmmusiken, die für Western in den späten 1950ern und frühen 1960ern geschrieben wurden. Es wird auf dem Filmfest zu einer „.1“-Version dieses Textes kommen, in dem eine ausführlichere Besprechung von „Cimarron“ enthalten ist. Jetzt würde mich natürlich auch das „Original“ aus dem Jahr 1930 interessieren, der erste epische Tonfilmwestern. Allerdings erreicht diese erste Verfilmung bei den Nutzern der IMDb gegenwärtig nur einen Score von 5,9/10, das ist noch weniger als die für einen Film dieser A-Kategorie nicht gerade entzückenden 6,4/10 für die 1960er Version.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursive Textteile: Wikipedia

Regie Anthony Mann
Drehbuch Arnold Schulman
Produktion Edmund Grainger
Musik Franz Waxman
Kamera Robert Surtees
Schnitt John D. Dunning
Besetzung

 

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