#b0705 2021: Bitte alle zur Kundgebung vor dem #Syndikatlebt, 18 Uhr, Berlin-Neukölln, Weisestraße 56 | Anlass: acht Monate #Räumung des Syndikats #Mietenwahnsinn #enteignen #besetzen | #Frontpage #Solidarität #Housing #Häuserkampf

Frontpage | Mietenwahnsinn | Syndikat Neukölln

Das Kollektiv der Kiezkneipe „Syndikat“ in Neukölln ruft für den Freitag, 07.05.2021, zu einer Kundgebung vor seinen ehemaligen Räumen in der Weisestraße 56 auf.

Wir senden solidarische Grüße an die Menschen, die sich mit anderen in der Stadt immer solidarisch zeigen, wenn es um Mieter*innenkämpfe geht. Das haben sie getan, lange bevor sie selbst geräumt wurden und wir hoffen sehr, dass sie immer weitermachen. Denn das Syndikat ist nicht irgendwer, sondern einer der Angelpunkte des linken Widerstands gegen die Verwertung der gesamten Stadt Berlin durch Spekulanten und Mietentreiber.

Außerdem steht das Syndikat symbolisch für viele weitere linke Projekte, die ausgerechnet unter Ägide des rot-rot-grünen Senats in den Jahren 2019 bis 2021 geräumt wurden und geräumt werden sollen, wie demnächst das autonome Jugendzentrum Potse im Wahlberliner-Wohnbezirk Schöneberg. Auf dem Plakat, das zur morgigen Kundgebung aufruft, drückt sich diese Symbolik und drückt sich die Gemeinschaft der verdrängten, aber durch die Aktivität ihrer Kollektive fortbestehenden Projekte aus.

Syndikat auf Twitter: „Am #b0705 ist die #Räumung des #SyndikatBleibt 8 Monate her. Deswegen machen wir ab 18 Uhr eine Kundgebung vor dem #SyndikatLebt. Kommt vorbei und zeigt mit uns, was wir von Räumungen und Kapitalismus halten. #Mietenwahnsinn #enteignen #besetzen https://t.co/9GVEgoFpv6“ / Twitter

Wie es zur Räumung kam und was diverse Weichbirnen und eine Firma namens Pears Global damit zu tun haben, das haben wir anhand unserer Berichte dokumentiert (zuletzt hier und hier) und sind Zeugen eines großen Kampfes geworden, den wir nicht vergessen dürfen und der weitergeführt werden muss, wenn wir erreichen wollen, dass Berlin nicht vollends unter die Gierkapitalisten fällt.

Vieles ist bereits zerstört, was die Stadt Berlin einmal besonders und besonders anziehend gemacht hat, aber die Solidarität stirbt nicht. Das hat sich zuletzt am 1. Mai wieder gezeigt, als Zehntausende u. a. gegen den Mietenwahnsinn auf die Straße gingen. Sie alle erwarten den Moment, an dem die Spekulanten nicht mehr weiterwissen, und dieser Moment wird ganz sicher kommen. Die Immobilienblase kann nicht unbegrenzt weiterwachsen, auch wenn die Politik alles dafür tut, sie zu befeuern und die Mehrheit der Menschen dabei zurücklässt und bekundet, wie unwichtig ihr das Schicksal jener Mehrheit von Menschen in Berlin ist.

Auf die Politik können sich die linken Projekte in Berlin nicht verlassen.

Der Slogan „Wir geben euch die Stadt zurück“, den die Linke 2016 anlässlich der damaligen Abgeordnetenhauswahl kreiert hatte, weist ohnehin einen Denkfehler auf: Es gibt nichts, was man der Zivilgesellschaft gnädig zurückgeben könnte, denn sie lebt und arbeitet in dieser Stadt, sie schenkt ihr unzählige interessante Orte, Kulturereignisse und soziale Räume und besteht aus unzähligen Menschen, die andere Interessen haben als das Ansammeln von Betongold. Sie sind stadtrelevant. Sie sind berlinrelevant.

Dass diesen Menschen die Stadt gehört und nicht irgendwelchen Raubrittern, die sich in Steueroasen zu Hunderttausenden hinter anonymen Briefkästen verschanzen und die sich jedweder Gemeinschaftsaufgabe entziehen, die Mieter*innen überall auf der Welt und besonders gerne in Berlin für ihre persönlichen Zwecke ausbeuten, sollte selbstverständlich sein.

Ist es aber in unserer Zeit nicht. Es ist auch unter der Ägide von R2G nicht selbstverständlich geworden, im Gegenteil. Deswegen geht es weiter. Deswegen ist nun z. B. die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ unbedingt zu unterstützen.

Wo immer wir uns im Bekanntenkreis umhören: Ganz viele haben schon unterzeichnet. Und das während der Corona-Pandemie, wo die Möglichkeiten, auf offener Straße Werbung für eine richtige Sache zu machen, nicht die besten sind. Aber die Bewegung der Mieter*innen wird noch einmal an Präsenz und Dynamik gewinnen, wenn das Corona-Virus so weit zurückgedrängt ist, dass die Menschen dieser Stadt sich wieder ungehindert zeigen dürfen und nicht bloß unter Auflagen, die zivilgesellschaftlichen Protest erheblich erschweren und die morgen vor der Weisestraße 56 in Neukölln selbstverständlich eingehalten werden.

Wir haben das Syndikat-Kollektiv als sehr verantwortungsbewusst und fürs Ganze denkend kennengelernt. Viele Fotos und der eine oder andere Mitschnitt von Redebeiträgen von Veranstaltungen belegen: Das Syndikat ist immer dabei, wenn es darum geht, Flagge bzw. Transparente gegen Ausbeutung, Verdrängung, Rassismus und Klassismus zu zeigen. Die Mitglieder des Kollektivs finden aus ihrem tiefen Verständnis von der sozialen Seele der Stadt heraus immer die richtigen Worte. Das wird sicher auch morgen wieder so sein. Daher bitte alle zur Weisestraße 56, um 18 Uhr am 07.05.2021 geht’s los. Stärkung durch Gemeinschaft und die richtige Ansprache für die Zeit nach Corona sind das Gebot der Stunde.

Persönliche Schlussbemerkung: Ab Juni, wie schon im letzten Jahr, nach dem ersten Corona-Lockdown, wollen wir auch wieder persönlich bei verschiedenen Veranstaltungen vor Ort sein, um zu berichten. Wir freuen uns darauf, dabei die Menschen vom Syndikat und viele andere wiederzusehen, die wir kennen- und schätzen gelernt haben. Es wird nicht noch einmal husch, husch, ins Körbchen heißen, anlässlich einer weiteren Corona-Welle. Es wird keine mehr geben. Sondern eine Welle der Solidarität für alle, die während der Corona-Pandemie rücksichtslos verdrängt werden konnten.

TH

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