Freud (USA 1962) #Filmfest 477

Filmfest 477 Cinema

2021-05-18 FF 0477 Freud USA 1961

Freud ist eine Filmbiografie über Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, und behandelt vor allem dessen Entdeckung bzw. Erforschung des Unbewussten.

Wir erweitern die kurze Rezension aus dem Jahr 1988/89 um einige Anmerkungen aus der Wikipedia. Zu „Freud“ liegt auch bisher keine Neusichtung vor, die zu einer längeren eigenen Kritik führen würde.

  • Das Original-Drehbuch stammte von Jean-Paul Sartre, der aber ein mehrere hundert Seiten dickes Buch vorlegte, das der Regisseur ablehnte, so dass Sartre seinen Namen von diesem Film zurückzog.
  • Huston und Clift kamen am Set nicht miteinander aus (die Literatur gibt hierfür Clifts Alkoholismus, Depressionen aufgrund seiner nicht akzeptierten Homosexualität, sowie Regisseur Hustons im Allgemeinen recht machohaftes Auftreten am Set an, das zuweilen in offenes Mobbing des deprimierten Darstellers übergegangen sein soll), und Clift wurde wegen Verzögerungen im Drehablauf verklagt. Clift verklagte später seinerseits das Studio und bekam nach langem Rechtsstreit Recht, starb jedoch nach fortgesetztem Alkohol- und Drogenkonsum 1966, vier Jahre nach Erscheinen von Freud, im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.
  • Anna Freud, Tochter von Sigmund Freud, war mit dem Ergebnis nicht zufrieden, da im Film weder die Person ihres Vaters, noch seine Arbeit entsprechend dargestellt worden seien.
  • Dieser Film wird heute noch häufig in Universitäten bei Einführungsveranstaltungen in das Studium der Psychologie vorgeführt.
  • Teile der Filmmusik benutzte Komponist Jerry Goldsmith für sein späteres Werk in Alien.

Würde ich den Film jetzt noch einmal sehen, würde ich sicher auch mit großer Trauer an das Schicksal von Montgomery Clift denken, der für mich einer der besten in Hollywood war. 1988 hatte ich darüber noch nichts gelesen, glaube ich jedenfalls, was aber nicht heißt, dass die seinerzeitigen Rezensionen prinzipiell mehr auf den Film selbst konzentriert waren als die heutigen.

Ich mag auch viele Filme von John Huston sehr, mein Favorit darunter ist nach wie vor „Asphaltdschungel“ aus dem Jahr 1950, der – sic! – durch seine herausragend spannende Psychologie verschiedener Unterweltfiguren auffällt. „Chinatown“, „Der Schatz der Sierra Madre“, „Key Largo“ und „African Queen“ sind weitere Klassiker, die er inszeniert hat.

Ein wenig mehr Edukation auch auf dem Feld der Psychologie kann nicht schaden, wenn man beurteilen will, ob „Freud“ sich wirklich im Jahr 2021 als Einführungsfilm für Erstsemester eignet, die das Fach studieren (wollen). Die IMDb-Nutzer*innen vergeben derzeit 7,3/10 für „Freud“, das nicht so weit weg von den 8/10, die ich damals als richtig empfunden hatte.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursiv: Wikipedia

Regie John Huston
Drehbuch Charles Kaufman,
Wolfgang Reinhardt
Produktion Wolfgang Reinhardt
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Douglas Slocombe
Schnitt Ralph Kemplen
Besetzung

 

 

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