Update: Neugeboren – Tatort 1169 #Crimetime Vorschau 24.05.2021, Das Erste, 20:15 Uhr #Tatort #Bremen #Moormann #Andersen #Selb #RB #Bremen

Crimetime Vorschau MONTAG, 24.05.2021, 20:15 Uhr, Das Erste – Titelfoto © RB, Christine Schroeder

Bisher überwog der Spaß, nun geht es um die Wurscht, also um das Update der Vorschau, die wir vor einigen Tagen geschrieben haben, garniert mit Vorabmeinungen. Wir waren dieses Mal früh dran unter anderem deshalb, weil ein großes Tatortereignis ansteht. Das neue Bremer Team startet, zwei Jahre nach dem letzten Fall von Lürsen & Stedefreund, die uns so lange begleitet haben oder denen wir so lange dabei zuschauen durften, wie sie Fälle lösten und (Inga Lürsen) politische Statements abgaben. Und gleich hier noch einmal der Hinweis: Der Film feiert nicht an einem Sonntag Premiere, sondern am Pfingstmontag – aber zur üblichen Zeit, um 20:15 Uhr.

Was sagen nun Menschen zu diesem 1169. Tatort, die sich vorab damit beschäftigt haben? Die Redaktion von Tatort-Fans ist mehr oder weniger freundlich-distanziert und empfiehlt vor allem das Einschalten, um sich selbst ein Bild zu machen, man spürt auch, dass die Neuen einen Bonus mitbekommen, der Ton innerhalb des  Dreiergespanns kommt unterschiedlich gut an, scheint aber wichtig zu sein.

„Premiere bei der Polizei in Bremen: Das neue Ermittlertrio startet einigermaßen chaotisch mit zwei Verbrechen. Zum einen verschwindet aus einer Klinik kurz nach der Geburt ein Baby und vor einem verlassenen Industriebau liegt ein toter junger Mann. SWR3 Tatort-Checker Stefan Hoyer findet: Ein gelungener Einstand – besonders wegen des Ermittler-Teams“, schreibt Stefan Hoyer für den SWR3-Tatortcheck und auch hier ist eine freundlich-abwartende Haltung zu registrieren, die aber immerhin zu drei Elchen führt, weil: das Team!

Thomas Gehringer lässt bei Tittelbach-TV nicht weniger als 5,5 von 6 Sternen leuchten, der eine ist wohl zur Hälfte hinter dem Mond verdeckt, auf dessen Rückseite Elon Musk alle umgesiedelt wissen möchte, die sich der Gemeinschaftsaufgabe entziehen, den Auftakt des neuen Tatort-Teams zu begutachten: „Das ist mal ein vielversprechender Start für ein neues, klasse besetztes „Tatort“-Team: Mit dem Krimidrama „Neugeboren“ (Degeto, RB / Bremedia) geben Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim ihren Einstand in Bremen. Luise Wolfram, die schon zuvor neben Sabine Postel und Oliver Mommsen zu sehen war, rückt auf Augenhöhe. Wie dieses Trio in seinem ersten Fall zusammenfindet und trotz – oder gerade wegen – seiner Gegensätze zunehmend harmoniert, ist beste Unterhaltung. Auch die filmische Umsetzung des Milieu-Stoffs am Rande der Stadt um ein verschwundenes Baby und einen getöteten Drogendealer (Buch: Christian Jeltsch) überzeugt. Regie (Barbara Kulcsar), Kamera und Musik erzeugen eine intensive, lebensnahe Atmosphäre. Dieses Team geht hinaus in die Wirklichkeit – da geht man gerne mit.“

Vor allem die Wirklichkeitsnähe des Films wird von Tittelbach-TV auffallend anders beurteilt als z. B. vom Tatort-Fans-Redaktionsteam. Wir leben in Zeiten, in denen eh das Subjektive an der Realitätswahrnehmung jedwede objektiv vorhandene Struktur der Realität überwiegen darf, wie sich nicht erst seit der Pandemie, nun aber noch einmal deutlicher zeigt. Dass hingegen Tatort- und Polizeirufteams ständig die Wirklichkeit des Polizeialltags, sagen wir mal, erweitern und damit eine eigene Form von gefühlter Realität schaffen, sogar eine neue Form von Job und Revier, dürfte außer Zweifel stehen. Es ist die Fernsehkrimi-Realität, die unsere Wahrnehmung mittlerweile bestimmt. Bei uns hat sich diese Erkenntnis so ausgewirkt, dass wir teilweise nicht mehr so darauf herumreiten, ob das, was wir sehen, noch viel mit realer Polizeiarbeit zu tun hat. Meilensteine auf dem Weg von der Realrealität zur Fernsehrealität und der Akzeptanz Letzterer als persönliche Realrealität oder wenigstens als Ersatz davon, weil wir wenig Einblick in die tägliche Polizeiarbeit bei einer Mordkommission haben, waren das Team Münster, das Team Dortmund, Tschiller aus Hamburg und der Polizeiruf Rostock. Dort wiederum besonders „Für Janina“, wo uns dann aber trotz einer mittlerweile sehr großen Toleranz doch der Kragen geplatzt ist. Die betreffende Rezension ist noch nicht veröffentlicht.

Christian Buß vom Spiegel hat uns trotz der anhaltenden Schwierigkeiten mit der Realität gleich zum Schmunzeln gebracht: „Sie lieben den Geruch von Leichen am Morgen. Fleiß, Ellenbogen, Karrierewille: Mit dem neuen Millennials-Team in Bremen soll offenbar der Schlendrian der Boomer-Generation aus dem »Tatort« vertrieben werden. Klappt mal mehr, mal weniger gut.“

Auf welchen Film spielt der Titel sehr hintersinnig an? Sie wissen es sicher, in diesem Fall beginnt der Titel nicht mit einem großen „N“ wie „Neugeboren“, sondern mit einem großen „A“ für „Anfang“, wobei wir eher den Anfang vom Ende eines bisher weitgehend unbesiegten Imperiums gezeigt bekommen als die Hoffnung, die ein Baby vermitteln kann oder ein Phönix, der aus der Asche seiner eigenen Schandtaten steigt.

Aber es ist die Geburt einer neuen Generation, wobei nicht berücksichtigt wird, dass an anderen Standorten ebenfalls schon „Millennials“ oder beinahe solche Dienst tun, etwa beim neuen Team in Saarbrücken, das im vergangenen Jahr gestartet ist und einen allgemein gut rezipierten Einstand hatte. Aber der Sprung von Sabine Postel zu Jasna Fritzi Bauer (Geburtsjahre 1954 und 1989, wie Christian Buß nicht zu erwähnen vergisst) ist eben riesig, das sind nämlich fast zwei Generationen, und ich glaube, da kommt auch etwas Angst vor dem Strebertum einer Generation durch, die durch den Tagespragmatismus der Merkel-Ära geprägt sind. Bis zu FFF war es tatsächlich so, dass man dachte, jeder hat nur noch das im Kopf, was innerhalb des eigenen Tellerrands passiert und versucht, in einem System, in dem Karriere in Wirklichkeit immer schwieriger wird, eine ebensolche zu machen. Im Staatsdienst geht das sogar noch, wenn auch auf eine Weise, die viel geregelter ist, als sie im Tatort – siehe oben, die Realitäten! – zuweilen gezeigt wird. Da, wo es früher die lebenden Büroklammern hinzog, kann man sich heute auch am besten austoben, weil der Job einigermaßen sicher ist. Am Ende gibt es 6/10 und der Vorhang fällt und viele Fragen bleiben offen. Zum Beispiel, wie das Publikum eine zumindest von manchen Rezensenten als sehr abweichend empfundene Tatortschiene aufnimmt.

Ob man beim jungen Publikum punkten kann? Ich glaube mittlerweile, dass das Publikum den Öffentlichrechtlichen zuwächst, wenn es älter wird. Seit Jahrzehnten heißt es immer, die Privaten mit dem jungen Publikum gegen die ÖR-Sender mit den alten Menschen. Ja, aber die Jüngeren werden eben auch älter, und je mehr der eigene Körper das spiegelt, desto lieber sieht man mittelalte Polizist*innen beim Leichenfund als Möchtegern-Topmodels und andere Parvenüs auf dem Laufsteg. Gewaltsam auf jugendlich machen hat  beim Tatort auch schon nicht funktioniert, erinnern  wir uns z. B. an die Erfurt-Schiene. Ich war übrigens ca. 40 Jahre alt, als ich begann, mich ernsthaft für die Reihe zu begeistern und hatte eine 5 vorne, als ich mich auch den Polizeirufen zu widmen begann. Trotzdem sehe ich die jüngeren Teams sehr gerne, sofern man sie nicht zu krampfing durchstylt und tut, als wenn komplett anders wären als die Menschen, die es zuvor gegeben hat. Manchmal würde man es sich sogar wünschen.

TH

Liebe Leser*innen,

Sie wissen ja, wir kümmern uns frühzeitig(er) um neue Tatorte, wenn uns die zuständigen Presseagenturen etwas zum Veröffentlichen zusenden. Ansonsten ist der Freitag ohnehin Vorschau-Tag. Ist er heute auch, aber zum neuen Tatort am nächsten Sonntag aus Nürnberg („Wo ist Mike?“, hier die Vor-Vorschau), nicht zum ersten des neuen Bremer Teams, der am 24. Mai erstmals im TV gezeigt wird, selbstredend zur gewohnten Zeit ,um 20:15 Uhr im Ersten. Über Letzteren unten schon ein paar Zeilen vorab.

Allerdings handelt es sich beim Premierentag nicht um einen Sonntag, sondern um den Pfingstmontag.

Trommelwirbel! Pfingstmontag geht endlich das neue Tatort-Team aus Bremen an den Start. Bereits im April 2019 lösten die Vorgänger Lürsen und Stedefreund ihren finalen Fall „Wo ist nur mein Schatz geblieben?“ (Tatort-Folge 1091), seitdem blieb es in Sachen Tatort still in der Hansestadt. Frisch in Bremen eingetroffen, lernen sich die junge ehrgeizige Kommissarin Liv Moormann (Jasna Fritz Bauer) und der aus Dänemark stammende Kollege Mads Andersen (Dar Salim) kennen. Die leicht schräge BKA-Ermittlerin Linda Selb, noch aus früheren Einsätzen mit Lürsen/Stedefreund bekannt und wiederum von Luise Wolfram verkörpert, kommt hinzu – fertig ist das neue Trio!

So leitet die Redaktion von Tatort-Fans ihre Beschreibung zum 1169. Tatort ein und wenn ein Titel gut passt, nach zwei Jahren Bremen-Pause, dann wohl dieser. Noch besser war wohl nur „Die Neue“, so hieß der Auftakt-Tatort von Lena Odenthal im Jahr 1989, „Willkommen in Köln“ (1996, der Starter von Ballauf und Schenk) und, wenn auch bereits eklektisch, „Willkommen in Hamburg“ (2014, Tschillers erster Fall), waren auch stark. Aber neugeboren zu sein, ist doch nochmal etwas anderes, als irgendwo einen neuen Job zu beginnen. Nun ja, manche*r mag sich dabei auch wie neugeboren fühlen.

Wir wurden vor einigen Tagen so angeschrieben und ich kann dieses Gefühl des Neuen und des Neuseins nachvollziehen, denn …

*** Pressetext folgt ***

Lieber Herr Hocke,

sie sind die Neuen im Bremer Kommissariat: Die Polizistin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) ist jung, ehrgeizig und will nach oben. Der Däne Mads Anderson (Dar Salim) ist tough, charismatisch und schreckt vor nichts zurück. Linda Selb (Luise Wolfram) ist beim BKA, eine fachliche Granate und notorische Einzelkämpferin. Ab sofort gehen die Drei gemeinsam auf Verbrecherjagd.

Das Erste zeigt am Pfingstmontag, 24. Mai 2021, 20.15-21.45 Uhr unter der Regie von Barbara Kulcsar und nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch den spannenden wie emotionalen TATORT „Neugeboren“. Jasna Fritzi Bauer, eine der angesagtesten Schauspielerinnen Deutschlands („jerks.“, „Rampensau”), der international erfolgreiche Däne Dar Salim („Game of Thrones“, „Honig im Kopf“) und Luise Wolfram („Kiss Me Kosher“, „Charité“), die bereits seit 2016 Teil des Bremer Ermittlerteams ist, standen vor der Kamera von Filipp Zumbrunn.

Inhalt: Die Bremer Polizei ist in Alarmbereitschaft. Ein Baby wurde entführt, viele Beamte sind an der Suche beteiligt, die Kapazitäten der Polizei nahezu ausgeschöpft. Da wird vor einem verlassenen Industriebau ein Toter gefunden – auf den ersten Blick Selbstmord. Wer soll diesen Fall übernehmen? Und gibt es womöglich eine Verbindung zwischen beiden Fällen? In der angespannten Situation muss noch einmal der Däne Mads Andersen (Dar Salim) ran, obwohl er eigentlich schon auf gepackten Koffern sitzt und auf dem Weg zurück nach Kopenhagen ist. An seiner Seite taucht Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) auf, die sich an ihrem ersten Tag in der Mordkommission beweisen will. Den beiden wird die BKA-Ermittlerin Linda Selb (Luise Wolfram) zur Seite gestellt. Sie entdecken Messerstiche am Körper des Toten, die einen Selbstmord als unwahrscheinlich erscheinen lassen. Bei den Ermittlungen stoßen sie auf einen Sumpf aus Drogen, Lügen, Eifersucht und geplatzten Träumen.

Der „Tatort: Neugeboren“ wurde von der Bremedia Produktion im Auftrag der ARD Degeto und Radio Bremen (Redaktion Birgit Titze und Thomas von Bötticher) für die ARD produziert. Regie führte Barbara Kulcsar. Das Drehbuch verfasste Christian Jeltsch. Die (Hand-)Kamera führte Filipp Zumbrunn. Gedreht wurde im Herbst/Winter 2020 in Bremen und Umgebung. 

***

Mehr zu Stab und Besetzung

Kommissar Mads Andersen – Dar Salim
Kommissarin Liv Moormann – Jasna Fritzi Bauer
BKA-Ermittlerin Linda Selb – Luise Wolfram
Kommissariatsleiter Rolf Harmsen – Christian Aumer
Polizistin Gül Alkan – Rona Özkan
Rudi Stiehler, Ex-Fußballer – André Szymanski
seine Tochter Jessica „Jessi“ Stiehler – Johanna Polley
sein Sohn Marco Stiehler, Gastronom – Gustav Schmidt
Rena Baumann, Ex-Freundin von Jannik – Leonie Wesselow
Lenny Maurer – Nikolay Sidorenko
Tim Maurer – Bruno Alexander
Sophie Völkers, Mutter des Babys – Morgane Ferru
Hebamme – Irene Kleinschmidt
Bedienung Gerda – Verena Reisemann
u.a.

Drehbuch – Christian Jeltsch
Regie – Barbara Kulcsar
Kamera – Filip Zumbrunn
Szenenbild – Dorle Bahlburg
Schnitt – Gion-Reto Kilias
Ton – Frank Buermann
Musik – Jasmin Shakeri, Beathoavenz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s