:::: TOP-EVENT #50JahrePolizeiruf ::: An der Saale hellem Strande – Polizeiruf 110 Episode 391 #Crimetime Vorschau #Polizeiruf #Polizeiruf110 #50JahrePolizeiruf #Halle #Koitzsch #Lehmann #MDR #Saale #Strand #hell

Crimetime Vorschau 30.05.2021 DAS ERSTE 20:15 Uhr

Die Überraschung zum 50. Geburtstag!

Liebe Leser*innen, vor drei Jahren, im März 2019, begannen wir, neben den Tatorten auch Polizeirufe zu rezensieren und dürfen vermelden, dass wir mittlerweile über 300 von derzeit 391 Episoden zumindest betextet haben. Nicht alle diese Rezensionen sind bisher veröffentlicht. Obwohl wir glaubten, uns mit der Reihe mittlerweile etwas auszukennen, sind wir vom Ereignis dieses Wochenendes komplett überrascht worden. Dazu schreibt die Redaktion von Tatort-Fans: Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande – Tatort Fans (tatort-fans.de):

„Herzlichen Glückwunsch, lieber Polizeiruf 110! Fünfzig Jahre wird die Krimireihe im Sommer 2021 alt. Die erste in Schwarz-Weiß gezeigte Folge „Der Fall Lisa Murnau“ (Erstausstrahlung: 27.06.1971 im DFF) kam der Polizeiruf als Gegenstück zum „großen Bruder“ Tatort im DDR-Fernsehen auf – und wurde schnell zum absoluten Publikumsliebling. Seit Anfang der 1990er-Jahre sind die ostdeutschen Produktionen im gesamtdeutsche Fernsehen zu empfangen.

Anlässlich des runden Geburtstags hat sich der MDR eins besondere Überraschung für die Fans der Krimireihe ausgedacht: Ein brandneues Team löst seinen ersten Fall „An der Saale hellem Strande“. Die zwei renommierten Schauspieler Peter Kurth und Peter Schneider schlüpfen fortan in die Rollen der Kommissare Henry Koitzsch und Michael „Michi“ Lehmann, die für die Kripo Halle/Saale tätig sind.“

Ein Special zum 50-jährigen Jubliäum ist bei uns auch vorgesehen, nachdem wir dasselbe letztes Jahr, als es beim Tatort anstand, eher dezent begangen haben. Für dieses Special sammeln wir Dokumentationen und werden die Einstellung weiterer eigener Kritiken zu Polzeiruf-Episoden aller Epochen im Juni beschleunigen. Wegen des besonderen Events verlinken wir ausnahmsweise in einer Vorschau auch mal ein Social-Media-Posting, das einen Trailer enthält. Mit dem Titel des Films hat es übrigens auch etwas auf sich, oder es hat eine „Bewandtniß“, wie man es in der Zeit eher ausgedrückt hätte, als es entstand.

https://www.facebook.com/33214866692/videos/181593640427859

Zurück zum Event des letzten Maisonntags 2021.

Wenn Peter Kurth tatsächlich nicht nur Überraschungsgast ist, sondern künftig regelmäßig für den MDR Fälle lösen wird, dann sind wir auf jeden Fall dabei. Welch ein Coup, im Jahr 2021 noch ein reines Männerteam zu präsentieren, zumindest in den Haupt-Ermittlerrollen. Das wäre dem NDR niemals passiert, wo künftig in Tatorten alle Rollen exakt nach Bevölkerungsanteil der jeweiligen Gruppe besetzt werden muss. Trotzdem, ich freue mich ganz persönlich, einen meiner Lieblingsschauspieler seit „Babylon Berlin“ (Staffeln 1 und 2) als Ermittler zu sehen. Zum Glück hat er sich aus allen Corona-Diskussionen herausgehalten, zumindest habe ich nichts anderes mitbekommen und das macht es noch einmal leichter. Gibt es denn zu „An der Saale hellem Strande“ überhaupt Vorab-Kritiken oder hat der MDR alles bedeckt gehalten, damit die BILD nicht wieder hingeht und vorher Dinge ausplaudert, die nach journalistischem Comment hätten zurückgehalten werden müssen, damit das Publikum im Film selbst noch etwas Neues erfährt?

Und steht beim MDR ein Paradigmenwechsel an? Aufgabe des Weimar-Tatorts („Der höllische Heinz„, in dem Peter Kurth die Titelfigur spielt, war der letzte Film mit ihm, den ich gesehen habe, oder war es doch „In den Gängen“?, die Rezension dazu ist noch nicht veröffentlicht). Dafür Rückkehr an die Saale, nach Halle, wo einst Schmücke und Schneider die Erfolgsgeschichte des Polizeirufs fortspannen und auf herausragende 50 Einsätze kamen, die mit Abstand größte Zahl eines Polizeiruf-Teams nach der Wende. Insgesamt liegt immer noch Peter Borgelt mit 85 Filmen vorne, allerdings mit einer Einschränkung, die sich nun daraus ergibt, dass ich faste alle Filme aus seiner Zeit kenne: Ab den 1980ern, speziell, als Grawe und Zimmermann endlich den geglückten Übergang zur nächsten Generation vollziehen konnten, begnügte er sich vermehrt mit Leitungsfunktionsrollen als Doyen der „K“, manche davon waren nur Kurzauftritte. Die Münchener Tatort-Ermittler Batic und Leitmayr (derzeit 84 Filme) werden ihn demnächst nominell einholen, nach Spielzeit sind sie ohnehin weit vorne.

Zurück zum Fernseh-Event des Wochenendes.

Gibt es nun die üblichen Kritiker*innen-Stimmen? Ja, gibt es. Und gleich die erste, die wir regelmäßig ansteuern, verschafft in einer wichtigen Sache Klärung:„An der Saale hellem Strande“ war eigentlich nur als ein einmaliger Jubiläumsfilm geplant. Zum 50. Geburtstag des Polizeirufs 110. Aber dann entschied man sich doch, den Polizeiruf aus Halle wieder für mehrere Folgen aufleben zu lassen. Wann und wie oft die beiden Schauspieler Peter Kurth und Peter Schneider in der Rolle der Ermittler Koitzsch und Lehmann zu sehen sein werden, das ist noch offen“, schreibt der SWR3-Tatort- (und notabene Polizeiruf-) Check. Was wir nach dem Lesen noch verraten: Einer der beiden Kommissare hat ein massive Alkoholproblem. Ist ja fast wieder wie in der DDR. Auf die oben erwähnten Kommissare Fuchs (Peter Borgelt), Grawe und Zimmermann soll das nicht anspielen, eher auf die sehr offensive Darstellung der Alkoholkrankheit in mehreren DDR-Polizieirufen. Vergleichbare Plots, die wirklich um die Alkoholsucht herum gestrickt wurden und wo sie bereits im Titel auftaucht, gab es in West-Tatorten nicht. Insgesamt sieht Brigitte Egelhaaf den Film eher als Milieustudie denn als packenden Krimi, aber die Studie ist nach ihrer Ansicht gelungen, sie vergibt vier von fünf Elchen.

Die Readaktionsmeinung von Tatort-Fans reichen wir an der Stelle ebenfalls nach: Fünf von fünf Sternen auf der einen, etwas verhaltener aber „unbedingt einschalten!“ die andere. Vor allem das Team scheint allen Spaß zu machen, deren Meinung ich bisher gelesen habe.

In seiner Publikation „Tittelbach-TV“ hat sich Rainer Tittelbach persönlich mit dem neuen Polizieiruf beschäftigt und meint: „Der Mensch hat hier das Sagen – und auch sonst stimmt in diesem Krimi-Drama einfach alles: das Milieu, die dazu passenden Kommissare, die wiederum perfekt besetzt sind mit dem unnachahmlichen Peter Kurth und mit Peter Schneider, ein stimmiger Typus-Kontrapunkt. Ihre Charaktere passen zum Erzählkonzept und sie sind perfekt für diese vermeintlich altmodische Art von Realismus, der von den Gewerken – allen voran dem Szenenbild – kongenial umgesetzt wird. Schneider und vor allem Kurth sind die Taktgeber der Geschichte. Sie halten alles zusammen, geben maßgeblich Stimmung, Tonlage & Tempo vor. Auch die Überraschung am Ende passt zu diesem trockenen Realismus.“ Dafür gibt es herausragende 5,5/6. Eine 6/6 von Tittelbach-TV meine ich noch nicht gesehen zu haben, seit wir die Crimetime-Vorschauen anhand der Kritiken anderer aufbauen.

Von Christian Buß habe ich leider dieses Mal nichts gefunden, dabei hatte ich mich so darauf gefreut, dass er einen nochmal besseren Titel findet, als man ihn für den Film dem eines Liedes nachgebildet hat. Also schnell Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande – Filmkritik – Film – TV SPIELFILM Nicht, dass das so unüblich wäre, wenn es um neue Polizeirufe und Tatorte geht, aber eine Ausnahme hätte man umso mehr als Warnsignal verstehen können. „Starkes Team jagt Phantom, mit überraschendem Ende“, lautet die Headline.

Damit sind auch wir am Ende, nämlich am Ende der Kritikenschau. Hoffentlich noch lange nicht am Ende des Schreibens über die Reihen Tatort und Polizeiruf, denn mit dem neuen Halle-Team, das nun doch kein Eintagsfliegenpärchen bleiben soll, sind auf jeden Fall wieder zwei starke Typen hinzugekommen.

Das Lied zum Film (1)

An der Saale hellem Strande ist ein deutsches Volkslied, das 1826 von Franz Kugler auf der Rudelsburg verfasst wurde. Kugler verwendete dafür die Melodie (op. 27 Nr. 1) von Friedrich Ernst Fesca, die dieser 1822 ursprünglich zu Friedrich („Maler“) Müllers Text Soldatenabschied (Heute scheid ich, morgen wandr’ ich) geschrieben hatte.[1]

Bezug genommen wird hier neben der Rudelsburg selbst vor allem auf die Gegend um Halle (Saale), so ist eine der in der ersten Strophe erwähnten Burgen die Burg Giebichenstein, eine andere die Moritzburg.

An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen stolz und kühn.
Ihre Dächer sind gefallen,
Und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin.

Zwar die Ritter sind verschwunden,
Nimmer klingen Speer und Schild;
Doch dem Wandersmann erscheinen
In den altbemoosten Steinen
Oft Gestalten zart und mild.

Droben winken holde Augen,
Freundlich lacht manch rother Mund.
Wandrer schauet in die Ferne,
Schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.

Und der Wandrer zieht von dannen,
Denn die Trennungsstunde ruft;
Und er singet Abschiedslieder,
Lebewohl tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.

Franz Kugler kenne ich eher vom Lesen seiner Biografie über Friedrich II. von Preußen, genannt „der Große“, aber dass es aus der Stilepoche der Romantik stammt, darauf hätte ich getippt. Wie auch darauf, dass einige im Film verwendete Musikstücke mittlerweile Klassiker sind.

TH

Handlung

Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch und Kriminalkommissar Michael Lehmann wissen nicht weiter: Vor drei Monaten lag Uwe Baude tot im Eingang seines Hauses, ermordet durch Stiche in Unterleib und Lunge. Der Fall ist mysteriös, es gibt keine Anzeichen auf ein Motiv, der Täter verschwand spurlos in der Nacht. Den beiden Ermittlern gelang es bisher nicht, einen Verdächtigen ausfindig zu machen, Indizien liegen nicht vor, niemand hat etwas gesehen. Was genau geschah in jener Nacht vor Uwe Baudes Haus?

Nun soll als letztes Mittel eine groß angelegte Funkzellenauswertung helfen. Personen, die in der Mordnacht in der Umgebung des Tatorts telefoniert haben, werden vorgeladen. Koitzsch und Lehmann sind mit einer Vielzahl an Aussagen und möglichen Zeugen konfrontiert. Sie befragen akribisch, sortieren aus und geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In den Fokus geraten drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der vorbestrafte Maik Gerster, der desorientierte alte Eisenbahner Günter Born und das sprunghafte Irrlicht Katrin Sommer. Die Zeugen widersprechen sich, geraten ins Straucheln. Haben sie etwas gesehen oder sogar mit dem Fall zu tun? Die Kommissare blicken in ganz verschiedene Leben und Welten, der Mörder von Uwe Baude bleibt dabei ein Phantom, das stets die Wege der Zeugen gekreuzt haben muss.

Doch endlich gibt es eine heiße Spur: Die Aussage eines gewissen Rainer, der in der Tatnacht direkt vorm Haus telefonierte, führt die Ermittler zu Uwe Baudes Nachbarn, Olaf und Silke Berger. Olaf, Silke und Rainer widersprechen sich, sie versuchen etwas zu vertuschen. Immer tiefer geraten die Ermittler in den bizarren Lügensumpf der Trinkerfreunde. Doch was geschah wirklich in dieser Nacht vor drei Monaten?

Playlist

Titel Komponist Interpret
An der Saale hellem Strande Friedrich Ernst Fresca Dresdner Kreuzchor / Martin Flämig
A sleeping Wonderland Friedrich Sehl Friedrich Sehl
People are strange Jim Morrison, Raymond D. Mazarek, Robert Krieger, John Paul Densmore The Doors
Streets of Laredo Johnny Cash Johnny Cash
P*$$Y Fairy Micahmi Powell, Jhene Aiko Chilombi, Julia-Quan Viet Le Jhene Aiko
Poor Wayfaring Stranger Joan Baez Joan Baez, Mimi Farina
Yuve Yuve Yu Batjargal, Enkhsaikhan, Bayarmagnai, Dashdongdog, Galsanjamts, Nyamjantsan, Naranbaatar, Temullen; Tsendbaatar, Galbadrakh The Hu
Les Contes D’Hoffmann, Act 2: Barcarolle, Schöne Nacht, Du Liebesnacht Jacques Offenbach Chor der Deutschen Oper Berlin, Berliner Symphoniker, Berislav Klobucar (Dirigent), Hildegard Hillebrecht & Sieglinde Wagner (Gesang)
MYSTIQUE SHIVA Kiran Murti Kiran Murti
Adrift Joe Archer Harry Lightfoot, Joe Arche
A Village Life Lekha Rathnakumar Bing Nathan
Gift Shop Jan Schneeberg Otto Sieben
Spirit of India Kiran Murti Kiran Murti
Baby Did A Bad bad Thing Chris Isaak Chris Isaak
Wer die Rose ehrt Peter Gläser Klaus Renft Combo
The House Of The Rising Sun

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Henry Koitzsch – Peter Kurth
Kommissar Michael „Michi“ Lehmann – Peter Schneider
Zeuge Maik Gerster – Till Wonka
seine Ehefrau Alexandra Gerster – Hannah Ehrlichmann
die Tochter Leni Gerster – Magdalene Zedelius
Zeugin Katrin Sommer – Cordelia Wege
Zeuge Bernd Brinkmann – Torsten Ranft
Zeuge Günther Born, Ex-Bahnangestellter – Hermann Beyer
Seine Ehefrau Traudel Born – Eva Weißenborn
Nachbar Olaf Berger – Sebastian Weber
seine Ehefrau Silke Berger – Tilla Kratochwil
Kumpel Ralf Hirschberger – Harald Polzin
Kumpel Rainer – Thomas Gerber
Monika, Blind-Date von Henry Koitzsch – Susanne Böwe
Thomas Grawe – Andreas Schmidt-Schaller
Roman Schuster – Thomas Lawinsky
Marina Schuster – Anita Vulesica
Opfer Uwe B. “Baude”– Sven Reese
Markus – Atef Vogel  

Drehbuch – Clemens Meyer, Thomas Stuber
Regie – Thomas Stuber
Kamera – Nikolai von Graevenitz
Schnitt – Julia Kovalenko
Szenenbild – Jenny Rösler
Ton – Matthias Richter
Musik – Bert Wrede

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