Batman hält die Welt in Atem (Batman, USA 1966) | 5 Empfehlungen | #Filmfest 493

Filmfest 493 Cinema

Batman hält die Welt in Atem (Originaltitel: Batman) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1966, der auf der klassischen Batman-Fernsehserie basiert. Regie führte Leslie H. Martinson, Lorenzo Semple Jr. schrieb das Drehbuch. William Dozier produzierte mit seiner Produktionsfirma und Greenlawn Productions sowie 20th Century Fox den Film, bei Fox liegen auch die Vermarktungsrechte. In den Hauptrollen der Comicverfilmung sind Adam West als Batman und Burt Ward als Robin zu sehen. Ihre Gegenspieler wurden von Cesar Romero, Burgess Meredith, Lee Meriwether und Frank Gorshin gespielt, die den Joker, den Pinguin, Catwoman und den Rätselknacker darstellen. Premiere feierte der Film am 30. Juli 1966 im texanischen Austin. In der Bundesrepublik Deutschland war der Film erstmals am 10. Februar 1967 zu sehen.

Sie wissen schon, dass wir heute auf dem Filmfest ein historisches Ereignis zeigen, oder? Diese erste Kinoverfilmung der Comicserie „Batman“ ist die Mutter aller höchst erfolgreichen Filme mit dieser Figur, bis hin zur Dark-Knight-Trilogie plus dem jüngstem Produkt „Joker„. Da wir nun gerade mit dem Aufarbeiten des Internationalen Filmverzeichnisses Nr. 8 im Jahr 1965 angekommen sind, dachte ich, es passt doch. Eines Tages, wenn genügend Zeit, dann wird ein großes Batman-Special kommen, denn jedes so beliebte Franchise verdient ein Special, aber bis dahin wird noch einige Zeit vergehen und wir begnügen uns vorerst mit der chronologischen Abhandlung der Batman-Filme und ihrer Ableger.

In diesem ersten (Sünden-)? Fall mit einer Empfehlungsrezension, da ich den Film noch nicht gesehen habe. Auslöser war eine Kritik im Online-Magazin 11ersfilmkritiken, die gerade erst verfasst wurde. Der erste Batman-Film, den ich gesehen habe, und zwar im Uni-Kino, also im Audimax, das an einem Abend pro Woche in ein Großkino mit über 700 Plätzen umgewandelt wurde, war der Film von Tim Burton aus dem Jahr 1989, der die bis heute anhaltende Popularität von Batman neu belebte. 53 Filme zum Thema Batman enthält die Wikipedia aktuell, aber weiter auf dem Hauptgleis ging es natürlich 1992 mit „Batmans Rückkehr“, „Baman Forever“ sowie „Batman und Robin“, wobei es sehr praktisch war, dass der Name „Robin“ sowohl weibliche wie männliche Träger haben kann. Leider hat man diese Chance nicht genutzt, weil man sich weite an den Originalen orientiert hat, anders als das, was in den 2000ern unter dem folgerichtigen Titel „Batman Begins“, „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“ zu einer Trilogie wurde, die bis heute nach Meinung der IMDb-Nutzer*innen zu den besten Filmen der Welt zählt.

Ob das, was darin vorkommt, wirklich so tiefgründig und tausendfach inhaltlich elaborierter ist als die allgemein als naiv und verspielt angesehene erste Batman-Verfilmung von 1966 fürs Kino, darüber kann man lange nachdenken. Dies tat ich nach dem Anschauen der beiden „The Dark Knight“-Filme. Ganz ehrlich geschrieben: Die Technik und das Tempo sind mittlerweile so herausragend mindfuckmäßig, dass gar nicht mehr so recht bemerkt wird, auch von der Kritik in den USA oftmals nicht, dass tiefgründige Filme das Massenpublikum nicht weniger als im Jahr 1966 überfordern würden und als Ersatz viel Pseudophilosophisches und bei näherem Hinschauen verdammt Banales in diesen Filmen enthalten ist. Nun aber zu den fünf Kritiken, die wir für das Original von 1966 anreißen:

„Superdetektiv Batman und sein Gehilfe Robin kämpfen gegen vier nach der Weltherrschaft strebende Gangster, die mit Hilfe von Strahlen Menschen in Pulver verwandeln können. Der infantile Film nimmt, nicht ohne Überraschungseffekte und eine Spur gelegentlicher Ironie, das Motiv der alten TV-Serie wieder auf“ – Lexikon des internationalen Films[1]

„Wackelnde Kulissen, ein Joker mit überschminktem Schnäuzer und Anti-Hai-Bat-Spray: Anders als bei The Dark Knight herrscht hier die bunte Naivität der Swinging Sixties. Groovy!“ – Cinema[2]

„Eine Zumutung sogar für die Aufnahmebereitschaft der Kinder. Wenn der Streifen etwa nur als gelungener Werbegag einer Kinderspielzeugfabrik behandelt werden soll, dann gehört er nicht in das reguläre Programm. In der jetzigen Form ist er wegen seiner Primitivität abzulehnen.“ – Evangelischer Filmbeobachter[3]

„‚Batman hält die Welt in Atem‘ macht Spaß. Es ist wundervoll anzusehen, wie Batman beispielsweise mit einer ewig tickenden Bombe durch ein Hafenviertel rennt und es nicht schafft, diese zu entsorgen; oder wenn bei einer Schlägerei im Bild die comichaften ‚Pows‘, ‚Bangs‘ und ‚Splashs‘ aufpoppen. Wer sich auf den Film einlässt, darf sich prächtig unterhalten sehen, einige andere hingegen werden mit dem bewusst albernen (und zwar in absolut allen Belangen) ‚Batman hält die Welt in Atem‘ nichts anfangen können. Aber gerade im Zuge der momentanen, modernen Superhelden-Hysterie ist dieser Film wieder sehr sehenswert und hat an etwas Aktualität noch mal dazugewonnen. Wer dem trashigen Humor nicht abgeneigt ist, kann mit ‚Batman hält die Welt in Atem‘ jedenfalls nicht viel falsch machen. Wer sich beim Lesen der Kritik und eingeflochtenen Zitate aber eher verwirrt an den Kopf kratzt, der sei besser damit beraten, einen Bogen um die Trash-Komödie zu machen.“ – Filmstarts[4]

Die Kritiken wurden in sehr unterschiedlichen Zeitabständen zum Erscheinen des Films verfasst, wie sich unschwer herauslesen lässt, die Initiative zur vorliegenden Empfehlungsrezension ging von der neuesten der verlinkten und anzitierten Rezensionen aus:

Fazit: Es war die Zeit der bunten Unterhaltung. Und als solche steht auch dieser Film, der zumindest dem Comicrelikt mehr als gerecht wird und zu jener Zeit die jungen Zuschauer begeistert hat. (…) Um Batman als tiefgründigen Helden zu sehen, musste man allerdings noch viele Jahre warten. (…) Die Story ist von vielen Ungereimtheiten geprägt und lässt einen eigentlich nur den Kopf schütteln. Aber sie steht sinnbildlich für den Einfallsreichtum der Autoren und schafft es darüber hinaus echten Charme auszustrahlen. Eine filmische Umsetzung, an der nicht nur die Darsteller, sondern auch deren Zuschauer große Freude entwickeln konnten. – Batman [1966] – Eine Comicverfilmung in Reinkultur (11ersfilmkritiken.com)

Auch die IMDb-Community findet den Film für das, was er darstellt, 55 Jahre nach seinem Erscheinen offenbar recht charmant und vergibt im Durchschnitt 6,5/10. Das wäre für einen Blockbuster heutigen Zuschnitts zu wenig, aber es weist darauf hin, dass nicht alles an dem Film schlecht zu sein scheint und Kult verschiedene Fundierungen haben kann. Wenn es notwendig ist, um die wichtigsten Film über Batman in einem Special mit eigenen Kritiken zusammenzuführen, werden wir schauen, ob man den Film irgendwo streamen kann. Ach ja, ganz sicher geht das.

TH

Regie Leslie H. Martinson
Drehbuch Lorenzo Semple Jr.
Produktion William Dozier
Musik Nelson Riddle
Kamera Howard Schwartz
Schnitt Harry W. Gerstad
Besetzung

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