Die E-Ziele der Autobauer | #Newsroom #Wirtschaft #Wandel | Statista #EMobility #Elektromobilität #EAutos #Verkehrswende #btw21 #KeinSchwarzGrün #KeinSchwarzGrünGelb

Newsroom | Wirtschaft Wandel | E-Mobilität, Ziele der Autobmobilhersteller

Von alleine wäre sie nicht gekommen, die Wende zur E-Mobilität. Weder durch die Kunden, noch auf Initiative der Hersteller. Benziner und Diesel sind immer noch günstiger in der Anschaffung, Kraftstoffe real sogar billiger als vor 7, 8 Jahren und die Überwindung der Hürde, eine Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität aufzubauen, war und ist auch nicht gerade gering.

Erst politische Anstöße in beide Richtungen: Prämien für E-Autos und die Festschreibung geringerer CO²-Emissionen, brachten Bewegung in den festgefahrenen Markt. Gut für die Pioniere der Branche, aber offenbar auch nicht allzu schädlich für die Nachzügler, besonders die deutschen, die derzeit Rekordgewinne einfahren. Was aber haben sich die Autobauer nun für die nächsten Jahre vorgenommen? Wir schauen auf die Infografik, die Statista vor ein paar Tagen veröffentlicht hat:

Hier geht es zur Grafik und zum folgenden Begleittext

Der Autobauer Daimler hat gestern angekündigt, künftig das ganze Mercedes-Geschäft auf elektrisches Fahren auszurichten. Erstes Etappenziel: Bis zum Jahr 2025 sollen rund 50 Prozent der Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Hybriden erzielt werden. Wie die Statista-Grafik zeigt, sind Daimlers Ziele ambitioniert. Derzeit werden sie nur von Volvo und Renault überboten. Bis 2025 werde die Renault Group zehn neue vollelektrische Modelle auf den Markt bringen.

Damit will das Unternehmen die nachhaltigste Modellpalette in Europa anbieten, mit einem E-Anteil von mindestens 65 Prozent. Volvo will bis 2025 die Hälfte aller verkauften Neuwagen mit einem rein elektrischen Antrieb ausstatten. Daimler inkludiert bei seinem Ziel dagegen auch so genannte Plugin-Hybride. Dieser Fahrzeugtyp hat einen elektrischen und einen Verbrennermotor und ist derzeit dazu konzipiert, Langstrecken im reinen Verbrennerbetrieb zu absolvieren.

Diese Pläne werden in den kommenden Jahren für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Batterien im „Electric mobility“-Bereich sorgen, wie diese Statista-Grafik zeigt. Viele Autobauer haben sich zu den Zielen der Pariser Klimaziele bekannt und sind zudem durch Gesetze dazu angehalten, einen immer größeren Anteil ihrer Flotte durch Batterien antreiben zu lassen. Jüngstes Beispiel ist das Klimaschutz-Programm „Fit for 55“ der EU-Kommission.

Interessant ist, dass VW, die sich kürzlich durch eine große E-Offensive in die Brust geworfen haben, nur auf 20 Prozent kommen will. Allerdings: Das ist wenigstens eine realistische Planung, die man gerne überschreiten darf. Renault hingegen kommuniziert E-Mobilität schon lange und hat mit dem ZOE einen Vorreiter im niedrigpreisigen Segment am Start, es gab lange Zeit kein ähnlich günstiges vollwertiges E-Auto. Allerdings beinhaltet das aktuelle deutsche Renault-Programm nur ein weiteres vollelektrisches Mobil, den E-Twingo. Alles andere, was man gegenwärtig sieht, sind Hybride, abgeleitet von fossil betriebenen Modellen der Marke. Wie daraus bis 2025 ein Anteil von 65 Prozent verkauften reinen E-Autos werden soll, erschließt sich nicht ohne Weiteres, auch wenn vollelektrische Modelle nun vermehrt angeboten werden sollen. Aber man kann es ja mal ankündigen und dann schauen, was geht. Auch bei Volvo wirkt man auf dem Papier sehr progressiv, obwohl die Autos überwiegend im gehobenen Segment angeboten werden und reine E-Autos noch eher die Ausnahme sind, ungeachtet der Tatsache, dass Tesla mit dem hierzulande wenig verbreiteten Modell S von oben in den Markt gestartet ist.

Was die anderen oben gelisteten Marken vorhaben, erscheint durchaus realistisch, weil Hybridfahrzeuge in die Berechnung einfließen und man teilweise, wie Audi, bis 2030 komplett auf den E-Antrieb umsteigen will. Der unterste Querbalken in der Grafik sollte für die Marke VW gelten, nicht für den Konzern. Die Ziele von Toyota, die alles, was nicht rein fossil fährt, in ihren Mix hineinpacken, wirken eher konservativ, angesichts der Tatsache, dass der Prius das erste massentaugliche Hybridmobil war, und dies schon vor 15 Jahren.

Doch was immer die Automobilhersteller ankündigen, an einer Erkenntnis führt nichts vorbei: Die Verkehrswende muss mehr beinhalten als einen Wechsel der Energiequelle. Wir brauchen autoarme Innenstädte für die Bürger:innen, die hier wohnen und arbeiten.

Die Ökologisierung wird auch eine Veränderung der Wirtschaft mit sich bringen, die Wohnen und Arbeiten enger zusammenführen wird und daher muss sich die Lebensqualität in den Innenstädten deutlich verbessern. Diesbezüglich hängen wir in Deutschland weit zurück. Städte in anderen Ländern haben längst bewiesen, dass eine florierende Wirtschaft und weniger Verkehr sich sehr wohl miteinander vertragen. Wir haben zuletzt in diesem Beitrag ein Streitgespräch über „Berlin autofrei“ kommentiert, das vor allem zeigt, dass die CDU nicht gewillt ist, sich der Zukunft zu stellen. Wir warnen mittlerweile fast in jedem politischen Artikel vor einer unionsgeführten schwarz-grünen oder gar einer Jamaika-Koalition, in der die FDP als neoliberale Generalbremse auftreten kann. Mit einer solchen Bundesregierung werden wir weitere Jahre im Kampf um den Klimaschutz verlieren. Dass die Grünen sich nach der Seite nicht mehr abgrenzen, ist nach unserer Ansicht ein Grund, warum man ihnen nicht so vertraut, wie es notwendig wäre, um ab 2022 eine Regierung der ökosozialen Evolution an den Start zu bringen.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s