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GAFAM, das sind Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Die Big Player im Internet, US-Firmen, die wir mehr oder weniger alle nutzen oder nutzen müssen, wenn wir über die IT-Infrastruktur nicht selbst entscheiden. Die einen gehören zum Equipment, um die anderen kommen wir aus praktischen Gründen kaum herum, auch wenn es Alternativen gibt. Vor allem, wer auf Geschwindigkeit und Einfachheit Wert legt oder legen muss, fügt sich aber meist den GAFAM-Firmen im einen oder anderen Bereich.

In unserem letzten Wirtschaftsartikel waren die GAFAM bereits aus arbeitsrechtlichen Gründen Gegenstand, aber es gibt viel mehr Probleme mit ihnen.

Ungern, wie die folgende Infografik von Statista ausweist. Nicht bei einer einzigen dieser Fimen haben die Menschen hierzulande das Gefühl, dass mit dem Datenschutz sorgsam umgegangen wird. Die Unterschiede sind eher graduell und eine Mitschuld trägt auch die EU: Sie lässt diese Firmen viel zu sehr wirtschaften, Verbesserungen im Datenschutzrecht hin oder her. Ideen wie das Absegnen müssen von Cookies und dergleichen sind schlicht unbrauchbar, denn wer wählt die Individualvariante oder liest sich gar die Geschäftsbedingungen durch? Verbraucher müssen vertrauen dürfen, dass der Datenschutz nicht auf die eine oder andere Weise umgangen wird und nicht, dass es so ist, dass die Konzerne darauf vertrauen können, dass die von ihnen ausgehandelten „Kompromisse“ in der Praxis dazu führen, dass sich kaum jemand die Zeit nimmt oder nehmen kann, für sich einen optimalen Abgleich zwischen Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz zu finden. Wir werden uns demnächst noch einmal mit dem Thema befassen, warum diese Konzerne so viel Macht haben. Es hat unter anderem damit zu tun, dass es keine europäische Initiative zum Aufbau einer alternativen Struktur gibt, die ähnliche Features bietet und damit, dass die GAFAM-Konzerne zu den größten Lobbyisten in Brüssel zählen.

42 Prozent der für den Statista Global Consumer Survey in Deutschland befragten Menschen sind besorgt über die Menge der persönlichen Daten, die Unternehmen über sie sammeln. Das schließ Google, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft – kurz GAFAM genannt – mit ein, wie der Blick auf die Grafik zeigt. Am ehesten wird noch Amazon ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten zugetraut, besonders schlecht schneidet hier Facebook ab. Vor allem beim größten Sozialen Netzwerk der Welt sowie bei Google ist personalisierte Werbung ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells. Zu diesem Thema befragt geben 44 Prozent an, so wenig Informationen über sich preisgeben zu wollen, wie möglich. Nur ein Fünftel hat keine Bedenken, Daten weiterzugeben, um kostenlose Premium-Inhalte zu erhalten.

Natürlich, Amazon ist ja auch „nur“ ein Online-Händler und insofern weniger gefährlich als die „Datenkraken“, die im Grunde ihr Geld ausschließlich mit Datenauswertung und -weitergabe verdienen. Dass diese Daten aber nicht nur für Werbezwecke verwendet werden, sondern auch von Staatsstellen angefordert werden und dass die Unternehmen gezwungen sind, diese Daten herauszugeben, sollte dabei nicht vergessen werden. Die deutsche Bundesregierung, die in allen digitalen Belangen rückständig ist, müsste für Kunden hierzulande einen weitaus besseren Schutz organisieren oder die GAFAM dürfen hier eben nicht arbeiten. Wirksamer wäre das freilich auf EU-Ebene, denn die EU stellt immer noch den größten Markt für diese Firmen dar. China geht einen anderen Weg und setzt auf eigene Dienstleister. Ob die Bürger:innen dadurch besser geschützt sind? Wohl kaum, es geht ausschließlich um marktstrategische Überlegungen. Demokratische Länder in der EU müssen jedoch auch jenseits kommerzieller Erwägungen besserer Strukturen schaffen. Kostenlose Features gegen Daten besagt nämlich, dass sie eben nicht kostenlos sind, wenn Daten einen Wert besitzen, sondern, dass es um einen Deal geht, wie immer. Es ist allerdings von viele kaum noch ein freiwilliges Geschäft, weil wir sonst von wesentlichen Teilen des Internets abgeschnitten wären. Eine digitale Wende muss organisiert, das Netz bezüglich seiner kommerziellen Elemente neu gedacht werden, damit es uns allen erhalten bleibt, auch wenn wir uns entschließen, unsere persönlichsten Daten nicht preiszugeben. 

TH

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