Corona-Booster 18/22: Berliner Bezirk mit Inzidenz bei 2.800 + Karl Lauterbach und die halbe Million + Berlins Schuldesaster und Giffeys Ignoranz + Tests als Teil des Problems? + Impfpflicht mit Weile + Omikron: Long-Covid + weitere aktuelle Themen | Corona Lage | Info, Meinung, Service, Politik

Frontpage | Corona Lage: Infos, Service, Politik, Berlin| Inzidenz in Deutschland steigt weiter steil an, Berlin: Höchste Inzidenz, schlechtestes Management? 

Samstag, 22. Januar 2022. 135.000 Neuinfektionen in Deutschland,  nach gestern 140.000, Inzidenz 772, ein deutlicher Höchstwert. Das sind die aktuellen Zahlen, die Sie wissen müssen.

Intro

  • Heute updaten wir nur den Infoteil und haben daher den heutigen Report auffrischungsweise „Booster“ genannt. Spaß, über den niemand lachen kann, muss auch mal sein.
  • Wir verbreitern unsere Quellenbasis und lassen unter bestimmten Umständen auch „Alternativmedien“ zu Wort kommen. Dies gilt besonders bei Themen, bei denen sich Widersprüche offenbart haben.[1]
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist mittlerweile darauf hin, dass nur noch eine näherungsweise Erfassung der aktuellen Daten möglich ist.[2]
  • Karl Lauterbach rechnet mit 400.000 bis 600.000 Neuinfektionen pro Tag auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle, der etwa Mitte Februar erreicht sein sollte.[3]
  • Einen kurzen Überblick darüber, wie die einzelnen Bundesländer aktuell in Sachen Maßnahmen optieren, finden Sie hier: So unterschiedlich gehen die Bundesländer mit Omikron um (msn.com).
  • Eine Neuigkeit gibt es neben den aktuellen Daten auch heute: Wir haben die aktuelle Inzidenz nach Bundesländern nun übersichtlich in einer Grafik dargestellt. Entfallen ist dadurch vorerst die rückwirkende Betrachtung über mehrere Tage hinweg.

Den Schwerpunkt Berlin haben wir vor einigen Tagen recht gut antizipiert, als wir ihn eingerichtet haben. Berlin hat mittlerweile beinahe exakt die gleiche Inzidenz wie Bremen und steht damit zusammen mit der Stadt im Nordwesten auf Rang bezüglich der höchsten Inzidenz. Das Thema Kita / Schule im Berlin, das wir bereits beschrieben haben, zieht weitere Kreise und wir bleiben am Ball.

Zu unserem vorausgehenden Corona-Artikel vom 21.01.2022

Corona-Report 17/22: Karl Lauterbach und die halbe Million + neue Höchstzahlen + Berlins Schuldesaster und Giffeys Ignoranz + Tests als Teil des Problems? + Impfpflicht mit Weile + Omikron: Long-Covid + weitere aktuelle Themen | Corona Lage | Info, Meinung, Service, Politik – DER WAHLBERLINER

Infoblock

  • Weltweit gemeldete Neuinfektionen gestern und an den Tagen zuvor.[4]
    • 3,65 Millionen* (21.01.2022 – vor einer Woche: 2,45 Millionen)
    • 3,61 Millionen* (20.01.2022 – vor einer Woche: 3,23 Millionen)
    • 3,52 Millionen* (19.01.2022 – vor eine Woche: 3,26 Millionen)
    • 3,02 Millionen (18.01.2022 – vor einer Woche: 3,20 Millionen)
    • 2,07 Millionen (17.01.2022 – vor einer Woche: 2,81 Millionen)
    • 1,94 Millionen (16.01.2022 – vor einer Woche: 2,17 Millionen)
    • 2,45 Millionen (15.01.2022)
    • 3,23 / 3,26* / 3,20* / 2,81* / 2,17 / 1,87 / 2,24 / 2,52 / 2,59 Millionen (13.01. bis 06.01.2022)

Obwohl erste Länder die Omikron-Welle langsam hinter sich lassen, sind die weltweit gemeldeten Neuinfektionen nun drei Tage in Folge zu einem neuen Höchststand gelangt, auch die Steigerung im Wochenvergleich ist nun deutlich abzulesen.  

  • Gemeldete Neuinfektionen in Deutschland.[5]

Die Grafik weist die Neuinfektionen in Deutschland seit dem 08.01.2022 und den gleitenden 7-Tage-Durchschnitt aus. Wir werden im Verlauf der nächsten Tage eine Rückerfassung bis zum 1. Januar 2022 vornehmen.

Mittlerweile bestätigt auch das RKI, dass die erfassten Zahlen insofern mit Vorsicht zu behandeln sind, als sie vermutlich zu niedrig liegen. Auf ihnen basiert aber auch die Inzidenz und basieren alle Warnampeln etc., die zu weiteren Maßnahmen führen müssten, spätestens, wenn sie auf Rot stehen.

  • Weltweit gemeldete Todesfallzahlen mit / wegen Corona vom 19.01.2022 bis zum 10.01.2022[6]
    • 062 (21.01.1022 – vor einer Woche: 5.820)
    • 218 (20.01.2022 – vor einer Woche: 7.854)
    • 966 (19.01.2022 – vor einer Woche: 7.704)
    • 093 (18.01.2022 – vor einer Woche: 8.418)
    • 319 (17.01.2022 – vor einer Woche: 8.260)
    • 013 / 5.820 / 7.854 / 7.704 / 8.418 / 8.260 / 5.166
  • Aktuelle 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.[7]

Die Inzidenz in Deutschland ist immer noch um einiges niedriger als in anderen europäischen Ländern, aber die Tendenz weist klarer als fast überall sonst nach oben. Die Omikron-Welle steigt schnell an, ohne dass zuvor die vierte, die Delta-Welle, richtig abgeklungen wäre, den Übergang kann man etwa mit dem Beginn des Jahres 2022 festlegen.

Dänemark liegt mit einer Inzidenz von mehr als 3.500 von allen relevanten Ländern am höchsten, Australien, Portugal folgen, Großbritannien weist nun eine Inzidenz von unter 1000 aus. Verblüffend gleich schon seit Tagen die Inzidenzwerte der USA (zwischen 1.500 und 1.700).  

  • Todesfallzahlen durch / mit Corona in Deutschland
    • 179 (21.01.2022 – eine Woche zuvor: 235)
    • 170 (20.01.2022 – eine Woche zuvor: 286)
    • 234 (19.01.2022 – eine Woche zuvor: 316)
    • 239 (18.01.2022 – eine Woche zuvor: 387)
    • 193 (17.01.2022) / 30 (16.01.2022) / 47 (15.01.2022) / 235 (14.01.2022) / 286 (13.01.2022) / 316 (12.01.2022) / 387 (11.01.2022)

Zur Übersterblichkeit haben wir einen Artikel veröffentlicht, der eine differenzierte Betrachtungsweise nahelegt.[8] Auch zu den „Impftoten“gibt es mittlerweile Daten vom Paul-Ehrlich-Institut.[9] Trotzdem ist mittlerweile festzuhalten, dass die rückläufigen Todesfallzahlen bei ansteigenden Neuinfektionszahlen eine positive Nachricht sind.

  • Aktuelle Inzidenz aller Bundesländer.[10]

  • Die obige Grafik macht es deutlich: Berlin hebt ab. Gestern noch war die Inzidenz gleich hoch wie in Bremen. Auch Hamburg hat sich an Bremen vorbeigeschoben. Auch Berlins Nachbarbundesland Brandenburg weist nun eine Inzidenz von über 1.000 auf, Schleswig-Holstein liegt über 900. Auch der sogenannte „ländliche Raum“ ist also vor hohen Omikron-Inzidenzen nicht sicher.
  • Die Stadt- und Landkreise bzw. Stadtbezirke mit der höchsten Inzidenz (18. bis 15.01.2022)
    • Berlin-Mitte (2.814/ 2.200 / 2.286 / 1.797/ 1.379 / 1.352 / 1.353 / 1.332)
    • Berlin-Pankow (1.954 / 1.508 / -)
    • Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (1.776 / 1.586 / 1.502 / 1.477 / 1.362 / 1.596 / 1.644 / 1.586)
    • Berlin-Neukölln (1.751 / 1.562 / 1.621 / 1.651 / 1.541 / 1.374/ 1.419 / 1.488)
    • Berlin-Spandau (1.737 / 1.590 / 1.407)
    • SK Potsdam (1.535 / 1.415 /-)

„Berlin – und Umgebung -, muss man jetzt sagen, wegen der hohen Inzidenz in Potsdam, schafft es tatsächlich, alle sechs vorderen Plätze auf der Inzidenztafel zu besetzen“, schrieben wir gestern. Nach einer Atempause gestern gönnt sich besonders der Berliner Bezirk Mitte wieder einen kräftigen Schluck aus der Inzidenzsteigerungspulle. Hoffentlich ist der mittlerweile sehr große Unterschied zu anderen Bezirken nicht dadurch begründet, dass in Mitte die Erfassung noch einigermaßen funktioniert und in anderen Bezirken nicht (mehr).

  • Der wichtige R-Wert in Deutschland (eine infizierte Person steckt wie viele weitere Personen an?). Wir weisen darauf hin, dass die Werte in der Regel Korrekturen erfahren, wir folgen diesbezüglich der verwendeten Quelle.[11]
    • 1,22 (21.01.2022)
    • 1,16 (20.01.2022) – korrigiert von 1,15
    • 1,15 (19.01.2022) – korrigiert von 1,09
    • 1,12 (18.01.2022) – korrigiert von 1,07
    • 1,13 (17.01.2022) – korrigiert von 1,08
    • 1,14 (16.01.2022) – korrigiert von 1,11
    • 1,15 (15.01.2022) – korrigiert von 1,19
    • 1,19 (14.01.2022) – korrigiert von 1,23
    • 1,19 (13.01.2022) – korrigiert von 1,21
    • 1,20 (12.01.2022) – korrigiert von 1,11
    • 1,17 (11.01.2022) – korrigiert von 1,11
    • 1,17 (10.01.2022) – korrigiert von 1,10
    • 1,19 (09.01.2022) – korrigiert von 1,17
    • 1,23 (08.01.2022) – korrigiert von 1,30

„Sollen wir mal eine Prognose wagen? Morgen liegt auch der korrigierte R-Wert von heute mindestens so hoch wie der heute korrigierte von gestern. Das kann angesichts der massiv ansteigenden Neuinfektionszahlen nicht anders sein“, schrieben wir vorgestern. Die Prognose hat sich erfüllt und der aktuelle Wert ist der zweithöchste, den wir bisher abgebildet haben (nach 1,23 am 08.01.2022).

Fokus auf Berlin

  • Sehr hohe Inzidenzwerte in der Innenstadt

Die dichte Besiedlung erklärt alleine nicht die sprunghaft ansteigende Inzidenz in Berlin-Mitte, das aus sehr unterschiedlichen Teilbezirken besteht. Neukölln ist schon länger ein Brennpunkt des Corona-Geschehens in Berlin. Es sei die hohe Bevölkerungsdichte und die sozioökonomische Situation, sagte Bezirksbürgermeister Hikel (SPD).[12] Einen Bericht aus dem Krisengebiet hat der Tagesspiegel gefertigt.[13] Auch ein T-Online-Reporter hat sich ins Krisengebiet gewagt „Was wir hier sehen, gibt es bald in ganz Deutschland“, droht die Kommunalpolitik.[14] Bezogen auf den Zeitpunkt der Aussage stimmt das schon beinahe, wenn man die damaligen Berliner Zahlen mit den heutigen über Deutschland hinweg vergleicht, aber da Berlin sich beeilt, der durchschnittlichen Inzidenz in Deutschland immer um mindestens 80 Prozent voraus zu sein, ist diese Betrachtung auch relativ. Außerdem liegt mit Spandau nun auch ein Bezirk weit vorne, der relativ gemischt ist. Großwohnsiedlungen, aber auch Einfamilienhausquartiere kennzeichnen ihn.

Der folgende Auszug aus einem Artikel  namens „Corona rauscht durch die Klassenzimmer“ bezieht sich auf Neukölln, trifft nach unseren Informationen aber mittlerweile auch auf ganz Berlin mehr oder weniger zu:

Demnach wurden dem Haus von Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) aus den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen der Hauptstadt bis zum Donnerstag 7583 nachweislich infizierte Schülerinnen und Schüler gemeldet, gut 5200 mehr als in der Vorwoche. Auch beim Personal der öffentlichen Schulen gehen die Zahlen im gleichen Zeitraum von 365 auf 833 durchaus steil nach oben.[15]

Wir hatten zuletzt geschrieben, es gebe keine festen Werte für den Rückzug von der Präsenz in den Wechselunterricht. Korrekt ist: Die Berliner Schulen haben eine eigene Form der „Ampel“ und gemäß Senat stehen diese Ampeln, die für jede Schule einzeln betrachtet werden, fast alle immer noch auf grün. Einzelne Schulen, bei denen das nicht mehr der Fall ist, haben den Wechselunterricht eingeführt. Kann das mit den grünen Ampeln sein, angesichts zweier roter Ampeln und einer gelben für die gesamte Stadt? Und bedeutet das nicht, dass die Untererfassung bei Kindern besonders ausgeprägt ist?

„Wir sind uns nach wie vor einig, dass das Fortführen der Präsenz an Schulen ganz entscheidend und wichtig ist, um das Kindeswohl nicht zu gefährden„, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag.[16]

Im Anschluss folgt typischer Politiksprech, wie er bei Giffey besonders ausgeprägt ist: „‘(…) In einer solchen Situation halten wir es für weiter vertretbar, das Schule stattfindet und das wir ein solches Angebot machen‘“ (Quelle s. o.) Wir haben heute mit einer Kita-Erzieherin gesprochen, die uns sagte: „Die grünen Ampeln sind lächerlich, die Realität in den Einrichtungen spricht klar eine andere Sprache. Die Wut und die Verzweiflung unter den Mitarbeitenden sind gewaltig.“ Auch bei den trügerischen grünen Schulampeln spielt eine sehr rudimentäre Erfassung wohl die Hauptrolle. Von dieser Untererfassung weiß selbstverständlich die Politik und handelt damit wider besseres Wissen, wenn sie sich auf darauf beruft. Aus dieser Kombination erfolgt jedoch kein Angebot, sondern eine verpflichtende Vorgabe für   Eltern, Kinder und Lehrkräfte. Ob dieses Vorgehen dem Kindeswohl dient, insbesondere, wenn es z. B. im Famlien- und Freundeskreis bereits Corona-Fälle gegeben hat, wagen wir stark zu bezweifeln.

Mittlerweile kochen die Zustände an den Berliner Schulen höher: „Corona an Berliner Schulen: Elternvertreter werfen Giffey in Brandbrief „Verharmlosung“ vor.“[17] Weiter heißt es:

„Die aktuellen Infektionszahlen und die dazugehörige Kommunikation von SenBJF [der Schulverwaltung] sind darauf ausgelegt, die Situation an Schulen zu verharmlosen.“ An der Tatsache, dass die Kultusministerkonferenz und auch der Senat auch die Betreuung von Kindern zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur erwähne, sei zu erkennen: „Hier geht es gar nicht so sehr um die Schüler:innen! Über 6.900 gleichzeitig infizierte Schüler:innen und fast 800 PCR-positiven Pädagog:innen sowie 207 geschlossene Lerngruppen sind nur der Stand vom 14. Januar. Die großen Zahlen der Kontaktpersonen in Quarantäne werden gar nicht veröffentlicht. Und dennoch sind 98% der Schulen in Stufe „Grün“ – das ist für niemanden mehr nachvollziehbar!“, heißt es in dem Schreiben.

Was wir bereits vor Tagen geschrieben haben und was uns gestern persönlich mitgeteilt wurde, zeigt sich nun auch in diesem Artikel. Die Anmerkung, dass vor allem wirtschaftliche Interessen nicht das Kindeswohl, im Vordergrund stehen, haben wir zwischenzeitlich entfernt, hier findet sie sich wieder, verklauselt als „kritische Infrastruktur“.

Ein Schlaglicht auf ein weiteres Problem in Berlin, nämlich die Teststrategie, wirft dieser Artikel. [18]  Mehr oder weniger PCR-Tests, das ist hier die Frage, vor allem angesichts der Zweifel an der Validität der meisten Antigen-Tests, die das Paul-Ehrlich-Institut mittlerweile angemeldet hat (siehe unten). Die Kontaktnachverfolgung ist in Berlin schon seit Längerem eingeschränkt, speziell wurde uns das heute aus Spandau gemeldet. Der Tagesspiegel bestätigt das heute noch einmal in einem weiteren Artikel:

Wegen der starken Zunahme von Corona-Infektionen schränken Berlins Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung weiter ein. „Die hohe Fallzahl hat eine noch stärkere Priorisierung zur Folge“, sagte der Gesundheitsstadtrat von Charlottenburg- Wilmersdorf, Detlef Wagner, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Darauf hätten sich die Ämter der zwölf Bezirke verständigt. Sie wollen sich demnach bei der Kontaktnachverfolgung künftig noch mehr auf Menschen aus gefährdeten (vulnerablen) Gruppen oder auf besondere Ereignisse wie Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen konzentrieren.[19]

So kann man den administrativen Zustand Berlins auch verkaufen: Als Priorisierung. Für Außenstehende: Weite Bereiche der Berliner Verwaltung agieren prinzipiell so, anstatt alle Fälle konsequent abzuarbeiten. Man hat die „Priorisierung“ lediglich auf die Corona-Situation übertragen und natürlich auch das Wording, mit dem ebenjener Zustand verharmlost wird. Alle Politiker:innen, die bisher in unserem Berlin-Sonderteil vorkommen, gehören übrigens der SPD an. Bis auf den oben zitierten Detlef Wagner (CDU).

Es kam, wie es kommen musste. Die Omikron-Welle macht sich durch eine Häufung von Krankheitsfällen beim Berliner Klinikpersonal bemerkbar.

„(…) „Wir stellen an der Charité eine zunehmende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest, die sich in Isolation oder Quarantäne begeben müssen“, sagte ein Charité- Sprecher am Dienstag auf dpa-Anfrage. (…)“[20]

Dass an der Charité schon länger Operationen wegen Corona-Fällen verschoben werden, ist bekannt. Eine typische Querdenker:innen-Diskussion kam schon vor der vierten Welle auf,   weil manche Kliniken in Berlin (die u. a. zum Helios-Konzern zählen) während der ersten Wellen überraschend wenige besonders schwere Corona-Fälle behandelten: Genau dafür ist aber die Charité die richtige Adresse, demgemäß sieht es dort anders aus.  

Service, Fakten, Politik nach Themenschwerpunkten

  • Boostern (Service, Fakten)

Was beim Boostern zu beachten ist.[21] Interessanterweise wird die „Kreuzimpfung“ von der Stiko nun nicht ausdrücklich empfohlen. Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung kam. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei ≥30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff verwendet werden. Die STIKO betrachtet in der Altersgruppe ≥30 Jahre die beiden mRNA-Impfstoffe als gleichwertig.[22]

Nachträglich wirkt das plötzliche Promoten der Kreuzimpfung, als zu wenig Comirnaty-Impfstoff zur Verfügung stand, eher an der Verfügbarkeit als an der medizinischen Best Practice orientiert. 

Die vierte Impfung hingegen steht noch nicht an, sagte Charité-Virologe Leif Erik Sander dem RBB.[23]  Zu viele Booster könnten demnach schädlich sein, meint auch die EMA, die zu gegebener Zeit auch die Kreuzimpfungen empfohlen hatte.[24] Auch dazu gibt es nun neue Darstellungen:

Eine vierte Dosis des COVID-19-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer scheint keinen nennenswert höheren Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron zu bieten als die dritte Impfung. Dies deutet eine vorläufige Studie aus Israel an. Israel ist das erste Land, welches systematisch seine Bürger zu einer vierten Impfung aufgerufen hatte. (…) Die Ergebnisse scheinen Zweifel zu bestätigen, welche die Arzneimittelzulassungsbehörde der Europäischen Union (EMA) bereits letzte Woche geäußert hatte. (…)  Einige Länder wie Dänemark, Ungarn und Chile haben trotz der Bedenken der Regulierungsbehörden bereits Auffrischungsimpfungen mit der vierten Spritze zugelassen. Noch Ende Dezember hatte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Ghebreyesus erklärt, dass pauschale Auffrischungsimpfungen die Pandemie eher verlängern würden als sie zu beenden.[25]

Dänemark ist aktuell unter den Ländern mit mehr als 5 Millionen Einwohnern mit einer inzidenz von mehr als 3.200 die Nummer eins, auch Israel war trotz jetzt rückläufiger Inzidenz einige Tage lang auf dieser Liste weit vorne. Allerdings ist auch der Grad der Ansteckungsverhinderung durch die dritte  Impfung in Bezug auf Omikron bisher nicht geklärt. Und damit zu unserer Ansicht in dieser Sache.

  • Testen (Service)

Wir kommen leider nicht umhin, auch dies zu vermelden. Die meisten Schnelltests sind Mist, das hat nun das Paul-Ehrlich-Institut bekanntgemacht. Trotzdem gibt es in der Politik eine Tendenz, vermehrt auf sie anstatt auf PCR-Tests zu setzen. Das heißt auch, unser Test von letzter Woche sagt möglicherweise nicht viel aus, an PCR-Tests ist in Berlin derzeit aber schwer heranzukommen.

Schnelltest ist nicht gleich Schnelltest: Die Tests der unterschiedlichen Hersteller weisen teilweise eklatante Unterschiede bezüglich der Genauigkeit auf, mit der sie eine Corona-Infektion erfassen. So kommt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sogar zu dem Schluss, dass viele im Handel erhältliche Tests nicht sensitiv genug sind, um eine Infektion mit SARS-CoV-2 feststellen zu können.[26]

Ein Unternehmen, das kürzlich für seine Mitarbeitenden Schnelltests gekauft hatte, ärgerte sich so sehr über diesen Tatbestand, dass es eine App entwickelt hat, mit der Sie Ihren Schnelltest testen lassen können.

Zerforschung präsentiert: schnelltesttest.de – zerforschung

Selbstverständlich testet dieser Test nicht die Tests selbst, sondern nur, als wie zuverlässig sie nach der obigen Einschätzung gelten. Würde man die nach dieser Ansicht üblichen Kriterien für solche Tests an die Schnelltests anlegen, wären „92 Prozent von ihnen Schrott“.[27]

Auch bezüglich der Impfnebenwirkungen nimmt die oben zitierte Publikation eine klare Mindermeinung ein und bewertet sie viel höher als üblich. Die Gegenmeinung wiederum finden Sie hier. Tut uns leid, wir mussten schmunzeln. Hatten Sie nach den Impfungen auch Phantomschmerzen? Dann wissen Sie jetzt, was ein Nocebo-Effekt ist. Man kann auch sagen, die Medien sind mit ihren Spins, ihren übertriebenen und tendenziösen Berichten nicht selten mit daran schuld, dass Menschen sich ein wenig verscheißert fühlen.[28] Das sagen wir als ausgewiesene „Psychosomatiker“.

  • Hospitalisierung, Impfstatus

In den vier Wochen zwischen dem 14. Dezember und dem 12. Januar waren demnach von 8912 Corona-Intensivpatienten, deren Impfstatus bekannt war, fast zwei Drittel ungeimpft. Das entsprach insgesamt 5521 Fällen oder 62 Prozent der Neuaufnahmen mit erfasstem Impfstatus. Von etwa jedem zehnten Patienten war der Impfstatus nicht bekannt. [29]  

Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Impfungen gegen die Ansteckung mit Omikron an sich sind hingegen schon in der Welt, seit es Omikron gibt, hier ein Bericht vom 10.12.2021, der sich auf Beobachtungen in Südafrika bezieht.[30]

Nichts anderes als ein Schutz vor schweren Verläufen durch die bisherigen Impfstoffe lässt sich auch aus diesem Artikel des Spiegel schließen, der vor einigen Tagen seinerseits für Schlagzeilen gesorgt hatte, weil die Überschrift so knallig klingt: „Halb Europa könnte sich [gemäß Aussagen der WHO] bis März mit Coronavirus infizieren“.[31]  

  • Impfgegner:innen, Protest gegen die Corona-Maßnahmen

Auch diesem Thema wollen wir uns einigermaßen ernsthaft widmen, daher zitieren wir heute zunächst einen Artikel aus Telepolis, den wir interessant finden. Er bezieht sich auf eine Demo, die in Berlin bereits im Dezember 2021 gelaufen ist und auf das Narrativ von der sozialen Spaltung durch Corona oder gar durch die Impfpflicht. Wir sind ebenfalls der Ansicht, es gibt keine „Corona-Spaltung“, sondern lediglich eine Spaltung nach Klassen und Interessen, die längst vor Corona etabliert war und sich seit Jahrzehnten verstärkt. Unter diesem Gesichtspunkt kann man die Pharma-Profite oder bestimmte, nur der Wirtschaft (dem Kapital) dienliche Maßnahmen kritisieren, aber nicht unter Verwendung eines falsch verstandenen Freiheitsbegriffs.[32] Der Subtitel „Demokratie-Idealisten in Aktion“ verfälscht insofern etwas den Inhalt des Beitrags, es sei denn, er ist ironisch gemeint.

  • Genesenen-Status, Verkürzung durch das RKI (Info)

Geht nun aber die just erfolgte Verkürzung des Genesenen-Status von 180 auf 90 Tage durch das RKI auch in die panische Richtung?

Fachliche Vorgaben für Genesenennachweise, mit Wirkung vom 15.01.2022:Ein Genesenennachweis im Sinne der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung muss aus fachlicher Sicht folgenden Vorgaben entsprechen: a) Die Testung zum Nachweis der vorherigen Infektion muss durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) erfolgt sein UND b) das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen UND c) das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen.

Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern.[33]

Der Stand der Wissenschaft ist wichtig und ändert sich mit neuen Virusvarianten besonders schnell. Die Idee, die hinter der Verkürzung steckt, ist relativ leicht nachzuvollziehen. Es kann dabei sachlogisch nicht in erster Linie um Feststellungen gehen, die darauf hinauslaufen, dass die Impfstoffe wieder einmal als noch kürzer wirkend als bisher gedacht analysiert werden, sondern es geht darum, dass Omikron auch mit einer früheren Variante Erkrankte befallen kann. Und da Omikron relativ leicht übertragbar ist (wie sieht es eigentlich mit einer Mehrfach-Erkrankung mit Omikron aus, wird es das auch geben?) ergibt die Verkürzung des Genesenen-Status auf den ersten Blick Sinn. Für den zweiten Blick hatten wir in dieser Sache noch keine Zeit.

Die Politik ist trotzdem zumindest in Teilen verärgert darüber, dass das RKI Änderungen mit massiven Auswirkungen kundtut, ohne die Gründe zu kommunizieren, auch wenn sie grundsätzlich die gegenwärtigen Corona-Regeln okay findet.[34] Das ist keine Lappalie, denn an einer viel zu unkoordinierten und wenig erhellenden Kommunikationspolitik krankt das Corona-Management mindestens ebenso sehr wie an den sachlichen Fehlern, die bereits begangen wurden. 

  • Impfpflicht

Die Spitze der institutionellen Fachwelt, voran Gesundheitsminister Karl Lauterbach, meint hingegen, eine Durchseuchung sei nicht zu akzeptieren, ebenso äußert sich Christian Drosten.[35] Die Impfpflicht, falls sie kommt, soll hingegen kein Impfzwang sein.“[36]

Je länger die Debatte um die Einführung einer Impfpflicht in Deutschland dauert, desto mehr bröckelt die Front ihrer Befürworter. Noch vor Jahresende sah es so aus, als herrsche in Gesellschaft und Politik breite Einigkeit, dass die Pandemie nur mit einer raschen Gesetzgebung zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht zu stoppen sei.[37]

Mittlerweile begründet Karl Lauterbach seinen Ruf nach einer Impfpflicht auch eher mit der Herbstwelle, die er bereits kommen sieht, als damit, dass sie gegen Omikron noch viel bewirken könnte.[38]

In diesem Artikel hingegen wird er geradezu einer Kehrtwende bezichtigt, wir meinen aber, da wird ein wenig übertrieben. Dass er keinen eigenen Antrag zur Impfpflicht in den Bundestag einbringen mag, soll vor allem der Tatsache Rechnung tragen, dass es sich um eine ethische Frage handelt. Interessante Idee, damit auch den Fraktionszwang bei einer kommenden Abstimmung aufzuheben.[39]

Die Situation in den Kliniken werde sich wieder verschärfen, so Lauterbach. Momentan erkrankten vor allem die Jüngeren, die viele Kontakte hätten. Wenn sich die Älteren infizierten, werde die Zahl der Klinikeinweisungen wieder steigen. „Da kann es, je nach Entwicklung, nicht nur bei den Intensivstationen knapp werden, sondern auch auf den normalen Stationen. Es droht die Schließung ganzer Abteilungen“, sagte er. „Eine Durchseuchung bedeutet, dass Hunderttausende schwer krank werden und wir wieder viele Tausend Corona-Tote beklagen müssen.“[40]

Dieses Statement müsste man nun also als auf den Herbst 2022 bezogen deuten, denn, siehe oben: Omikron rennt ohne Impfpflicht durch. Trotzdem will die Bundesregierung und will auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach keinen eigenen Vorschlag für ein Gesetz einbringen, das die Impfpflicht regeln soll. Die neuesten Aussagen dazu klingen weniger nach Ethik als nach Furcht vor Blamage:

„(…) Lauterbach begründet das mit seiner Neutralität als Minister. Sein Haus müsse allen Parlamentariern zuarbeiten – auch denen, die gegen eine Impfpflicht sind. „Als Bundesgesundheitsminister muss man respektieren, wenn eine Entscheidung eine Gewissensentscheidung des Parlaments ist. Dann machen die Abgeordneten Vorschläge und nicht der Minister oder die Ministerin“, sagte er am Montag. Kanzler Scholz will, dass der Entwurf für ein Gesetz zu einem so sensiblen Thema aus der Mitte des Parlaments kommt. (…) Während SPD und Grüne sich größtenteils für die Pflicht ausgesprochen haben, ist die FDP zögerlich. Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner hat sich noch nicht festgelegt. Eine eigene Mehrheit für die Einführung einer Impfpflicht wäre der Ampel-Koalition nicht sicher.“

Aus dem Artikel geht auch hervor, dass die CDU wohl überwiegend für eine Impfpflicht stimmen würde, insofern wäre eine eigene Mehrheit nicht zwingend. Doch wie stünde man da, wenn die Opposition helfen muss, damit die Regierung, welche die Mehrheit der Abgeordneten stellt, ein Gesetz durchbringen kann? Inkrafttreten der Impfpflicht: Frühestens Mai 2022, eher später.[41] Oder auch nie.

Unsere eigene Meinung zur Impfpflicht haben wir nun ausgegliedert, damit dieser Report nicht immer umfangreicher wird, vor allem jedoch, um eigene Ansichten nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Damit haben wir das erste Spin-off unserer aktuellen Corona-Berichterstattung geschaffen.

  • Pandemie und Endemie

Bisher, besonders angesichts gerade stark steigender Fallzahlen, schreiben wir es noch an den Ende des Reports, aber es  könnte bald ganz nach vorne rücken: Über das Ende der pandemischen Lage wird weltweit immer mehr diskutiert.[42] Besonders in den Ländern, in denen die Omikron-Welle bereits abflacht. Sinnigerweise in Großbritannien, wobei die mögliche gänzliche Abschaffung der Maskenpflicht schon jetzt, trotz Inzidenz um 1.000 wieder ein typischer populistischer „Boris“ zu sein scheint.[43] Dass in Spanien oder in der Schweiz bei einer Inzidenz von ca. 2.000 schon in diese Richtung gedacht, hat uns etwas verwundert. Die Todesfallzahlen sind dort allerdings relativ. In der Schweiz wurden z. B. am 17.01.2022 „nur“ vier neue Todesfälle gemeldet.[44]

Hierzulande ist eine solche Diskussion verführt, denn Omikron ist noch in der Ausbreitungsphase und mehr als 200 Tote an einem Tag sind zu viel, um von einem Normalzustand im Sinne einer Grippewelle zu sprechen. Die relativ strengen Corona-Maßnahmen in Deutschland („Maßnahmen-Weltmeister“) werden zwar immer wieder kritisiert, das sollte uns aber nicht beirren: Wirklich harte Einschränkungen gibt es nur wenige und es ist richtig, eine Ausbreitung von Omikron hierzulande nicht zu rasch voranschreiten zu lassen. Die jetzt im Vergleich zu anderen Ländern starken Kontaktbeschränkungen wie 2G plus in der Gastronomie sind auch das Resultat großer Versäumnisse der Politik im Umgang mit der Pandemie während der dritten und der vierten Welle, die seinerzeit mit Social-Media-Hashtags wie „Schwere Schuld“ markiert wurden.

Heute hat das letzte Wort nicht ein deutscher Politiker, sondern der US-Star-Immunologe Anthony Fauci, der amerikanische Christian Drosten:

Nach Einschätzung des US-Immunologen Anthony Fauci wird es künftig darum gehen, das Coronavirus so zu kontrollieren, dass das gesellschaftliche Leben wie zuvor stattfinden kann. Ausrotten ließe sich der Erreger wohl nicht. „Wenn Sie sich die Geschichte der Infektionskrankheiten ansehen, haben wir nur eine Infektionskrankheit ausgerottet, und das sind die Pocken“, sagte Fauci bei einer virtuellen Diskussionsrunde des Weltwirtschaftsforums in Davos.[45]

Das allerletzte Wort haben natürlich wir: Worum geht es beim Weltwirtschaftsforum? Um die Wirtschaft natürlich. Nicht um die Kneipe um die Ecke, die von Corona wirklich stark betroffen ist, sondern um die Großkonzerne und Superreichen, die seit Corona so gut verdienen wie nie zuvor. Dort hat einst auch Gerhard Schröder den besten Niedriglohnsektor der Welt gelobt, mit dem er in Deutschland innerhalb weniger Jahre Millionen von Menschen in die Armut getrieben hat. Also nicht die Leute nach Hause schicken, wenn eine neue Corona-Mutation um die Ecke kommt, nicht so viel Fez mit Maßnahmen, sondern fleißig weiter für das Kapital malochen. Das Weltwirtschaftsforum hat schon wunderbare Texte dazu verfasst, dass es doch viel besser wäre, kapitalistische Unternehmen und nicht hinderliche Staaten, die noch ein paar Sozialstandards aufrechterhalten, würden die Welt (alleine) regieren. Die 80 Prozent Regentschaft des Großkapitals, die sowieso etabliert sind, reichen den Strategen noch nicht.

  • Long-Covid, Omikron 

Ein begreiflicherweise noch recht neues Thema haben wir mal einfach angeklebt: Wie sieht es bei der „milderen“ Omikron-Variante eigentlich mit den Spätfolgen, mit „Long-Covid“ aus?

„Auch über die Spätfolgen einer Omikron-Infektion ist bisher noch nicht viel bekannt. Experten gehen aber davon aus, dass es allein durch die hohen Infektionszahlen auch eine Flut an Betroffenen mit Spätfolgen geben wird. Denn bezüglich Long-Covid ist eins sicher: Menschen mit milden Verläufen oder gar asymptomatisch Infizierte sind nicht vor Spätfolgen geschützt. So rechnet auch Jördis Frommhold, Chefärztin an der Median-Reha-Klinik in Heiligendamm und führende Expertin in Sachen Long-Covid in Deutschland, mit einer Flut von Long-Covid-Patienten durch die von Omikron verursachten stark steigenden Infektionszahlen. Da laut einer aktuellen Studie ungefähr zehn Prozent aller Infizierten von Spätfolgen betroffen seien, geht sie davon aus, dass Omikron zu einem massiven Anstieg führen könnte: „So oder so ist hier aber von mehreren Hunderttausend bis zu Millionen Menschen die Rede, die Spätfolgen haben werden – und das allein in Deutschland, sagte sie dem „RND“.[46]

 Auch diese Aussage werden wir noch mit weiteren zum Thema abgleichen, aber der heutige Report enthält schon recht viele Änderungen und Neuerungen, sodass wir in an dieser Stelle schließen. Ausnahmsweise ohne knackiges eigenes Statement am Ende, das von gestern haben wir im vorherigen Abschnitt stehen lassen.

TH

[1] In den letzten Tagen traten zu viele Widersprüche und Ausfransungen in den politischen und medialen Darstellungen auf, selbst „Mainstream-Medien“ warten mit immer neuen nicht sehr positiven Nachrichten über die Konsistenz politisch-wissenschaftlicher Einschätzungen und vor allem bezüglich der Datenerfassung und dem, was die Politik daraus macht, auf. Die Verbreiterung der Quellenbasis bedeutet bisher aber kein Abweichen von unserer überwiegend affirmativen Linie gegenüber einer strikten Corona-Politik bzw. einer solchen, die der Omikron-Welle unter Wahrung großer Vorsicht Rechnung trägt. Wir weisen künftig Publikationen aus dem „alternativen Spektrum“ hinter der Fußnotenzahl mit (AM)  aus und schreiben zu dieser Quelle ein paar Zeilen in der Fußnote, wenn wir es für angebracht halten.

[2] Omikron-Welle nicht mehr zu überblicken: RKI gibt Schätzwerte (msn.com)

[3] ++ Corona-Fallzahlen: 140.000 Neuinfektionen in Deutschland – Karl Lauterbach mit düsterer Omikron-Prognose | Panorama (fr.de)

[4] COVID Live – Coronavirus Statistics – Worldometer (worldometers.info)

[5] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[6] COVID Live – Coronavirus Statistics – Worldometer (worldometers.info)

[7] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[8] Höchste Sterbeziffer seit 1946 – über eine Million Todesfälle 2021 + Auswirkungen von Corona? | Service Bevölkerungsdaten, Corona-Daten | Todesfälle, Sterbefälle – DER WAHLBERLINER

[9] Paul-Ehrlich-Institut: 73 Todesfälle wahrscheinlich durch Corona-Impfung (berliner-zeitung.de) – Bezahlartikel

[10] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[11] Corona-Zahlen: R-Wert für Deutschland (corona-in-zahlen.de)

[12] Neukölln: So erklärt Hikel die hohe Inzidenz – Berliner Morgenpost

[13] Zwischen Misstrauen und PCR-Test: Ein Ortsbesuch im Virus-Hotspot Neukölln (tagesspiegel.de) – Bezahlartikel

[14] Corona-Hotspot Neukölln: „Was wir hier sehen, gibt es bald in ganz Berlin“ (t-online.de)

[15] Corona und Schulen: Das Wunder von Neukölln (nd-aktuell.de)

[16] (3) Coronavirus in Berlin: Gesundheitsämter fahren Kontaktnachverfolgung weiter zurück – Inzidenz erstmals über 1000 – Berlin – Tagesspiegel

[17] Corona an Berliner Schulen: Elternvertreter werfen Giffey in Brandbrief „Verharmlosung“ vor (msn.com)

[18] Berlin entwickelt sich zum Corona-Hotspot | Deutschland | DW | 17.01.2022

[19] (3) Coronavirus in Berlin: Gesundheitsämter fahren Kontaktnachverfolgung weiter zurück – Inzidenz erstmals über 1000 – Berlin – Tagesspiegel

[20] Kritische Infrastruktur in Berlin: Omikron-Welle macht sich beim Berliner Klinikpersonal bemerkbar (msn.com)

[21] Was Sie wissen müssen, bevor Sie zum „Boostern“ gehen | WEB.DE

[22] Epidemiologisches Bulletin 48/2021 (rki.de), Tabelle 1 auf Seite 5, Zusammenfassung Seite 8

[23] Charité-Forscher Sander hält vierte Impfung gegen Corona für „aktuell nicht so wichtig“ | rbb24

[24] EMA warnt vor zu häufigem Boostern – ZDFheute

[25] COVID-19: Erschöpfen zu viele Booster-Impfungen unser Immunsystem? | Wissen & Umwelt | DW | 19.01.2022

[26] Corona-News im Ticker: App soll Kunden vor schlechten Schnelltests bewahren | WEB.DE

[27] (AM) Paul-Ehrlich-Institut evaluiert Antigen-Schnelltests: 92% der Tests sind Schrott – SciFi (sciencefiles.org). Erstmals benennen wir im Corona-Report eine Quelle, die sich selbst dezidiert zu den „alternativen Medien“ zählt und die gesamte Corona-Politik der Regierung in Frage stellt, außerdem hat „SF“ gesellschaftspolitisch einen deutlich rechten Einschlag. Wir haben jedoch in anderen Zusammenhängen mehrfach festgestellt, dass Darstellungen von dieser Seite nicht als schlicht falsch abzutun sind. Machen Sie sich bitte selbst ein Bild und schreiben Sie uns, wenn Sie zitierte Aussagen widerlegen können.

[28] Studie: Viele Impfreaktionen wohl in Nocebo-Effekt begründet | WEB.DE

[29] DIESE Zahlen schaffen Klarheit: So viele Ungeimpfte landen mit lebensbedrohlichen Covid-Erkrankungen auf den Intensivstationen (msn.com)

[30] Omikron: Ansteckung trotz Booster-Impfung möglich | aponet.de

[31] Coronavirus: WHO – Halb Europa könnte sich bis März mit Omikron infizieren – DER SPIEGEL

[32] Impfpflicht-Kritiker in Berlin auf der Straße: Demokratie-Idealisten in Aktion | Telepolis (heise.de)

[33] RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – Fachliche Vorgaben des RKI für COVID-19-Genesenennachweise

[34] Tobias Hans zu Corona: „Überzeugt, dass Regeln nicht zu weitgehend sind“ – WELT

[35] Christian Drosten und Karl Lauterbach geben Pressekonferenz zu Omikron | WEB.DE

[36] Nancy Faeser: „Niemand wird zwangsweise geimpft“ – WELT

[37] COVID-19-Impfpflicht – kein klares Bild in Politik und Wissenschaft (msn.com)

[38] Corona-Virus: Karl Lauterbach erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar (msn.com)

[39] „Morning Briefing“: Lauterbach überrascht mit einer Kehrtwende bei der Impfpflicht | WEB.DE

[40] Gesundheitsminister Lauterbach stimmt die Republik auf schwere Zeit ein | WEB.DE

[41] Corona-Impfpflicht per Gesetz: Darum macht Lauterbach keinen Vorschlag | WEB.DE

[42] Umgang mit Corona: Politiker und Experten bereiten ein Ende der Pandemie vor – wann wird das Coronavirus endemisch? (msn.com)– via Handelsblatt

[43] Großbritannien: Boris Johnson kippt Maskenpflicht in England | ZEIT ONLINE

[44] COVID Live – Coronavirus Statistics – Worldometer (worldometers.info)

[45] Fauci spricht sich für Leben-mit-dem-Virus-Strategie aus (msn.com)

[46] Long-Covid-Expertin warnt: „Mehrere Hunderttausend bis Millionen Menschen werden Spätfolgen haben“ (rnd.de)

 

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