Bilderbuch #Berlin | Kultur, Freizeit | Tempelhofer Feld, die große Freiheit

Bilderbuch 1 | Berlin | Kultur & Freizeit – Fotos © Der Wahlberliner 2022

Liebe Leser:innen,

es geht los. Endlich. Am 15.04.2022 kam mein Ostergeschenk zu mir, aber das Wetter war nicht nach sofort losziehen und endlich wieder Berlin-Bilder machen.

Die neue Rubrik nennen wir „Bilderbuch“, sprachgestalterisch angelehnt an „Crimetime“, „Filmfest“ usw. Wir werden dafür auch alte Fotos noch einmal auskramen, die vor allem aus den Jahren 2008 bis 2012 stammen. Was Sie hier sehen, ist aber alles neu.

Ich konnte zwar trotz Regen am 15.04. nicht ganz widerstehen, aber stellte dann fest, dass das Tempelhofer Feld schon um 20 Uhr schließt. Sehr schade, finde ich. Nachts hätte es doch einen besonderen Reiz. Zum Beispiel Fußgänger über den Haufen zu fahren, die sich auf der unbeleuchteten Fläche kaum rechtzeitig erkennen lassen. Aber vorgestern war es grandios, noch kühl, aber ganz und gar sonnig und wenn man dort ist, merkt man gleich, wozu das Tempelhofer Feld gut und weshalb es so besonders ist. So viele Menschen passen darauf, ohne dass man sich auch nur ein bisschen beengt fühlt. Es ist die große Freiheit mit dem weiten Blick, die wohl einmalig in einer Metropole wie Berlin ist.

Das Windsegel

Man kann spazieren gehen, sich in die Sonne setzen, auf die Wiese oder eine Bank, Rad oder Rennrad (siehe Titelfoto) oder Kart fahren, Wind… also, ich hab’s nicht googeln können, wie man den Sport nennt, bei dem man ein Segel und ein Wägelchen mit Rädern benutzt. Ich habe sogar ein Video davon gemacht, vielleicht stelle ich es auf Youtube und frage dann noch einmal (Foto, die Person auf dem Bild hatte zu dem Zeitpunkt noch getestet, aber auch so einen fahrbaren Untersatz dabei).

Oder / und sich verköstigen. Okay, ich hätte nicht lachen sollen. Es hatte etwas leicht Hysterisches, gebe ich zu. Ich hatte es ohnehin geahnt, in etwa jedenfalls. Als ich den Inhaber des kleinen Standes mitten auf dem Feld nach dem Preis für eine Brezel fragte: 2,50 Euro. So ein Laugenteil, welches im Laden ab ca. 50 Cent zu haben ist und auf U-Bahnhöfen ab ca. 1 Euro. Es ist gar nicht zum Lachen und außerdem muss jede:r selbst wissen, ob er zum Spaß haben oder zum abgezockt werden aufs Feld fährt oder geht. In bis zu mehr als 5 Euro für verschiedene Kaffeesorten und Bechergrößen sehe ich noch irgendwie einen kleinen Sinn, denn frisch, vielleicht sogar gut, ein bisschen schick und so und auch bisschen Müll produziert … trotzdem: Leute, nehmt euch alles, was geht, von zu Hause mit, das ist nicht spießig, sondern pure Logik und zeugt von Umweltbewusstsein, gerade bei Sachen zum Essen. Ihr habt doch eh Rucksäcke dabei, wenn ihr dorthin pilgert, oft mit der ganzen Familie.

Leider ist immer wieder die DSGVO ein Hindernis, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass die Menschen auf dem Feld nichts dagegen haben, sich beim Sporteln fotografieren zu lassen. Der Rennradfahrer auf dem Titelbild ist wirklich ein cooler Typ gewesen, aber das sieht man nicht so, weil ich sein Gesicht unkenntlich machen musste. Technisch ist das nicht so schlimm, die Bilder werden sowieso nachbearbeitet. Videos mit Schwarz- oder Pixelzonen auszustatten, ist aber komplizierter und nimmt diesen kleinen Dokumenten noch mehr von ihrem atmosphärischen Reiz. Deswegen gibt es das erwähnte Video auch noch nicht. Bisher habe ich keine Bearbeitung bewegter Bilder mit diesen Features gemacht. Ich frage mich gerade, wie so eine Pixelzone erkennen soll, wann sie sich mit dem Bildausschnitt zu verschieben hat, um das Antlitz einer Person permanent abzudecken.

Soll ich auch noch Politisches zum Tempelhofer Feld schreiben? Ich war doch vorgestern eigens dort, um das Ärgern über die Politik sein zu lassen. So viel: Ich habe selbstverständlich im Jahr 2014 für die Baufreiheit gestimmt, mich inzwischen aber angesichts von 8 Jahren Mietenwahnsinn, die seitdem vergangen sind, differenziert geäußert. Das Feld ist riesig und etwas ganz Besonderes, vermutlich einmalig in seiner Art weltweit, und es ist schön so, wie es ist. Zumindest der jetzt eingezäunte Innenbereich sollte also frei bleiben. Früher war es übrigens ein Flughafen, derjenige, auf dem die „Rosinenbomber“ während der Berliner Blockade landeten und starteten. Einer davon steht noch dort, wie unser letztes Foto zeigt. Ich muss ich aber noch einmal näher ran, um Ihnen diese vermutliche DC 3 vorzustellen. Handys machen bei zu starkem Zoomen eben doch keine so schöne Bilder wie professionelle Apparate, da können sie noch so viele Pixel haben, zumal mein Gerät z. B. nur dann die höchste Auflösung anbietet, wenn man eben nicht zoomt. 2023 zurück zur Spiegelreflexkamerafotografie? Aber sicher nicht mehr analog. Apropos schön und Auflösung: In der Regel geben wir hier Fotos verkleinert wieder, weil der Webspace unserer HP nicht unbegrenzt ist, wir haben dabei seit dem Restart des Wahlberliners im Jahr 2018 schon zwei kleine Größen-Anhebungsschritte vorgenommen.

TH

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